Donnerstag, 12. Februar 2009

Und der Schweizer sprach: Es werde Öl.

In der Schweiz gibt es eine Firma, deren Hauptanliegen es ist, die Welt ein bisschen besser zu machen. Scherz beseite. Auch hier geht es ums Geldverdienen - allerdings in einer wichtigen Nische. Plastikabfälle werden (rück)verölt und somit mehr als nur recycelt. Nicht kondensierbare Gase dienen per Wärmetauscher dem Crackprozess, so dass insgesamt von einem hohen Wirkungsgrad ausgegangen werden darf.

Gerade in Anbetracht der schier unglaublich großen Menge von in modernen Zivilisationen eingesetzten Kunstoffverbindungen, bedarf es effektiver Methoden zu deren Beseitigung.

Als Biologe interessiert mich im folgenden wieder einmal unsere Biosphäre im besonderen:
Jährlich werden weltweit circa 225 Mio. t Plastik produziert, deren Recyclingrate bei bedauerlichen wenigen Prozent liegt. Gleichzeitig werden stündlich 675 t Müll direkt ins Meer "entsorgt" - 50% davon sind (laut der Meeresschutzorganisation Oceana) Kunststoffverbindungen.

Zwischen Kalifornien und Hawaii zirkuliert im Nordpazifikwirbel ein Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas - Schätzungen zufolge 3 Mio t schwer.
Unzählige Lebewesen verenden qualvoll an verschluckten Kompartimenten, von den Folgen für die Nahrungskette ganz abgesehen. Ein weiteres nicht unerhebliches Problem stellt die Anlagerung von Giften wie DDT oder PCBs an der Oberfläche von Plastikmüll dar.

Ein Ausweg? Zum Beispiel sollte es verboten werden, im Supermarkt Tüten an der Kasse zu erwerben. Ein Baumwollbeutel tut es auch (jetzt bitte keine Diskussion zur Umweltverschmutzung beim Baumwollanbau vom Zaun brechen!), ebenso genügen biologisch abbaubare Verpackungen den meisten Ansprüchen. Mit Kunststoffen auf biologischer Basis wurde auch schon erfolgreich experimentiert ... it's a long road...

Der letzte Satz: Sansibar verhängt eine Strafe von 1500 US$ für den Import oder die Verbreitung von Plastiktüten - geht doch!

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