Donnerstag, 26. März 2009

Gran Torino - Gedanken zum Film

Da steht ein alter Mann vor seinem Einfamilienhaus und schaut auf den ganzen Stolz seines langen Lebens: den Ford Gran Torino. Dessen Vorderachse hat er früher im Fließbandbetrieb eingebaut und somit wurde er quasi über die Jahre hinweg selbst zu einem Teil dieses Wagens.

Doch die Gegend in der er lebt ist nicht mehr die von früher. Eine typische amerikanische Vorstadt: Gepflegte 10 m²-Rasenflächen zwischen Gehweg und Veranda, scheinbares Familienglück beim Besuch der Verwandten am Wochenende, Erinnerungen, die, in Kisten verpackt, im Keller lagern.
Ein ehemaliger Soldat und Fabrikarbeiter lebt als Witwer in dieser Gegend zusammen mit seiner Golden Retriever Hündin und Asiaten als Nachbarn. Der anfangs unverblümt zur Schau gestellte Fremdenhass wird nach und nach ins Gegenteil gekehrt, es entstehen Freundschaften, tiefe, enge Freundschaften, die letzten Endes einen Sinnsuchenden doch noch zum ersehnten Ziel bringen.

Mich hat die Courage des Hauptdarstellers beeindruckt, dessen frühere Prinzipientreue, die Einfügung in das große Getriebe namens Leben und die unerschöpfliche Kraft, die in einem guten Charakter steckt, wenn dieser ausgelebt wird. Nein, von Identifizierung zu sprechen wäre vermessen und falsch. Weder habe ich eine Familie, also, na ihr wisst schon, noch kann ich mich Autoritäten so bedingungslos unterordnen, als dass dies womöglich mit dem Tod Unschuldiger enden könnte.

Und es gibt dennoch ein paar Gemeinsamkeiten. Genaue Beobachtung, das Vermissen menschlicher Nähe, ein gutmütiger Charakter, belastender Schmerz aus der Vergangenheit. Walt schafft es durch neue Freunde und eine Aufgabe - die Betreuung des Nachbarsjungen - aus seiner engen, scheinbar misanthropischen Welt auszubrechen. Und ich? Vielleicht wäre ein Hund als treuer Gefährte ein Anfang...

Gran Torino

 

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