Mittwoch, 8. Juli 2009

Viel Lärm um (fast) nichts

Das vergangene Wochenende war ziemlich durchwachsen. Am Samstag ging es in die Sächsische Schweiz zum Wandern, obwohl ursprünglich ein Fliegerevent am Lilienstein geplant war. Dieses wurde dann kurzfristig gecancelt (in Anbetracht der Gewitterneigung eigentlich ganz gut so).

So konnten wir in "Ruhe" (von den Rentnerherden einmal ganz zu schweigen) bei gefühlten 40°C und gesättigter Luft die Bastei anschauen, in Bad Schandau die Eisqualität testen und im Anschluss ins Kirnitzschtal in (diesmal deutlich) ruhigere Gefilde entschwinden.



15 km durch 4 Stiegen hab ich mir am Vorabend auf das GPS geladen, in der Hoffnung, die Tour wird ohne Widersprüche akzeptiert.



Von kleinen Änderungen abgesehen blieb es dann bei der geplanten Route (und wir waren an manchen Stellen heilfroh, die beleuchtete Karte fragen zu können). 2 schöne Gewitterzellen zogen südlich an uns vorbei und bescherten nur den üblichen Wind. Die dritte passte aber und zwang zu einer Notrast unter Felsen.







Eine Packung Kekse, 3 Brötchen, eine Banane, 1500 ml Getränke, nasse Stiegen und kleine Kraxeleien später versöhnte uns der Himmel sogar wieder mit ein wenig blau.

Am Abend war ich dann kurz nach 21 Uhr in der Dresdner Neustadt bei Jens eingeladen. 23 Uhr machten wir zwei beiden uns dann auf zum sogenannten "Schaubuden-Sommer" in der Alaunstraße von Neustadt. 1 Euro Eintritt, kleine Bühnen kreisrund angeordnet und dazwischen haufenweise Menschen. Ein Kleinkunstspektakel der besonderen Art quasi. Die letzten Vorstellungen gingen sprichwörtlich 23:30 und 0:00 Uhr über die Bühne, zwei davon sogar gratis und nicht in abgetrennten Séparées wie die anderen. Was es zu sehen gab? Eine Sängerin, deren (so schien es jedenfalls) eigener Großvater neben ihr auf der Bühne saß. Nichts ungewöhnliches soweit. Nur trug dieser Großvater ein langes rotes Abendkleid nebst schlohweißen Haaren und gab keinen Mucks von sich. Dazu spielte jemand Piano, während im Hintergrund eine Art Dirk Bach im quietschroten Gewichtheberanzug Grimassen schnitt. Puuh, darauf konnten wir uns keinen Reim bilden :-)). Interessanter war eh, was an der Bar abging. Da stand ein Mädel im weißen Kleid, trank, schaute, fiel um. Einfach so, wie vom Blitz getroffen. Nach ein paar Minuten hatte sie sich wieder aufgerappelt und ging ihrer Wege. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mein zweites Bier des Abends intus, großen Hunger und überhaupt keinen Bock auf ein weiteres Bierchen.

Eine Art Wendeltreppe führte im Inneren des Hofes empor, so dass man die ziemlich ungewöhnlichen Lampenschirme näher in Augenschein nehmen konnte. Es waren weiße Herrenunterhemden, die an Kleiderbügeln über die Glühbirnen gespannt und am Saum um einen Drahtring befestigt waren (siehe Bild).



Nach einem Besuch auf der Toilette (in welcher jeder Hund einen olfaktorischen Overkilltod gestorben wäre) trollten wir uns von dannen. 9 Uhr Abfahrt ins Fluggelände (zumindest für Jens).
Ich habe mich leider zu Vorbereitungen für den Einbau neuer Fenster breitschlagen lassen, ein Stündchen Mittagsschlaf gehalten und somit 14:30 Uhr den Anschluss an die erfolgreichen Streckenflieger des Tages verpasst.
Kurz vor Sonnenuntergang landeten zwei Heißluftballone auf unserer Wiese. Was für ein toller Anblick! Einer kam ganz dicht über die Wasseroberfläche geschwebt, kroch förmlich mit wenigen Metern Bodenabstand die Böschung hinauf und setzte ganz sanft neben dem Weg auf. Der zweite ließ einfach mehr Luft aus der Hülle und landete fast wie ein Heli. Ich hab gleich mal zugeschaut, wie man so einen Ballon wieder zusammenlegt und im Packsack verstaut.



Fazit: Eine sehr schöne Wanderung mit noch schöneren Begleiterinnen, ein interessanter Abend in Dresden und ein leider enttäuschender (selbstverschuldet) Sonntag. Beim nächsten Mal wird alles besser - zumindest fahre ich dann in dortigen 30er Zonen auch dreißig ;-)

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