Sonntag, 8. November 2009

Premiere am Jenzig

 

Gestern morgen erreichte mich eine SMS von Thomas mit der Anfrage, ob ich denn mit nach Jena kommen wöllte. Irgendeinen Sinn muss es also doch gehabt haben, dass ich nicht 3 Uhr aufgestanden und zum Fichtelberg gefahren bin...
...so starten wir 10.35 Uhr im Auto gen SW, um dem Jenzig einen Besuch abzustatten. Jena ist umgeben von bewaldeten Höhenzügen aus Kalkgestein, und auf einem dieser "Berge" befindet sich ein schöner Startplatz 380 m NN mit SSO bis SW-Exposition.

Hufeisenförmig sind die Berge rund um Jena (Johannisberg, Kernberge, Hausberg, Jenzig, Gleißberg) aus dem Buntsandstein und Muschelkalk herausmodelliert worden. Wer mit einem kleinen Auge für Geologie unterwegs ist, erkennt anhand der an den Südhängen sichtbaren Bänke der Terebratulazone und der Schaumkalkzone (beste Grüße an Prof. Heinisch) direkt den Anstieg der Muschelkalkschichten nach Osten hin.

Vom Lande- zum Startplatz gilt es 180 Höhenmeter per pedes zu überwinden - eine etwas angenehmere Wegstrecke als jene in Österreich. Oben angekommen trafen wir Bekannte u.a. aus Berlin, darunter Robert Bernat (Mitglied der Deutschen Gleitschirm-Nationalmannschaft). Die Locals stellten aber den ungleich höheren Flieger ... und Fliegerinnenanteil. Eine angenehme Tatsache, ist doch der Sport leider nach wie vor männerdominiert.

Eine straffe 4 blies uns ins Gesicht und bis auf Thomas machte keiner Anstalten, seine Ausrüstung auszupacken. So war er heute der (damit nicht ganz unzufriedene) Dummy für die Meute. Es ging gut raus und gut rauf. Im Geradeausflug sicher gleich 50 m Startüberhöhung und keine Kappenstörungen. Tja, aber dann begannen Adrenalin und Testosteron ihr Spiel um die größte Aufmerksamkeit und ließen den gesunden Menschenverstand ins Hintertreffen geraten. Kurzum, Thomas ballert aus der Steigzone ab gen West zum Jenzighaus. Das wäre auch eine schöne Session geworden, wenn, ja wenn er es denn zurückgeschafft hätte. Hat er aber nicht und so ging es ab zur Landewiese. Flugs wieder oben war er für den Zweitflug natürlich umso motivierter.

Ich habe mir das Spiel (in der Zwischenzeit mit mehreren Dummies) noch bis kurz nach halb 4 angeschaut und dann zusammen mit Stephan und Jens den Startplatzräumer gespielt.
47 scharfe Minuten sollen folgen. Das hat schon was, etliche gute Piloten starten raus und finden nicht so recht ins Aufwindband. Da kommt ein kleiner Windenflieger daher und markiert zusammen mit den zwei besten XC-Piloten des Jenaer Vereins bis zum Sonnenuntergang die Steigzonen der Ridge.
Wuuuuuuuhhhhhhuuuuuuuu!!!

Zweimal hatte ich die Freude, Cristoph und Istvan überhöht zu haben. Die Fotos sind ob des fortgeschrittenen Tages (und ob der "Auto"-Vorwahl im Kameramenü) aber nicht sonderlich toll geworden.
16.27 Uhr setze ich zur Landung an, kurz darauf folgen die beiden anderen. Es gibt Glühwein am Landeplatz und netten Schnack, Terminabsprachen für den kommenden Winter und das feste Versprechen, bald wieder vorbeizuschauen. Danke Jenzig!

PS: Das GPS sagt 17,6 km geflogene Strecke (in einem Bereich von 1,5 km Breite) und 103 m Startüberhöhung.

Der Link zum Flug: klick.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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