Dienstag, 18. Mai 2010

Unter Kontrolle

Am Vorabend des 16.05.10 wurde berichtet, dass auf dem Brocken 8 cm Neuschnee gefallen sind. Das wär doch mal wieder ein Projekt, 404 km in Summe, Schneefotos, toller Rückwind für die Heimfahrt ... in der Theorie vielleicht. Die Praxis hätte mich wahrscheinlich irgendwo nach 150 km im Gegenwind absterben und im Zug enden lassen. Nö nö, diese Tour ist besseren Bedingungen vorbehalten.

Da traf es sich gut, dass noch am selben Abend ein Anruf von C. ankam: "Morgen nach Thüringen?" Hmm, hört sich gut an, aber der Wind wird uns wohl eher nicht mit den Schirmen in die Luft lassen. Nach Rücksprache mit den locals wurde die Entscheidung dann widerwillig akzeptiert, wir bleiben da.

Von meiner avisierten Tour gen Muldental hatte ich C. gleich erzählt, er war begeistert und sagte einem Start für 8 Uhr zu.
Gesagt, getan, U. überredet und schon ging es mit einem (gefühlt) 40er-Schnitt der Kreisstadt der Herzen entgegen. Eine Bergbrezel hatte ich den Jungs vorgeschlagen, ohne zu ahnen, dass C. ein wahrer Bergfreak ist. Na toll, was nun? U. begleiten und C. als ersten oben ankommen lassen oder Schranken aufzeigen? Mal so, mal so, denn es gab ja der Hügel mehrerer zu bewältigen :-).

Mir hat dieses Gruppenfahren bis Großbothen ziemlich gut gefallen, allein auf der weiteren geplanten Tagesstrecke wollte leider niemand mehr mitkommen.
Also dreh ich solo in Richtung Thümmlitzwald ab und setze die begonnene Höhenmeterjagd fort. Gefolgt wird einem Track, der zum Männertag bereits von ein paar Leipziger Rennradlern in Angriff genommen wurde - 150 km, 2200 hm ab / bis Großbothen. Dies galt es zu toppen, klarer Fall.

Auf dem ersten Streckenabschnitt rollt man über Leisnig, Döbeln und Rosswein immer in Nähe der Freiberger Mulde, dabei ständig kleine Bögen einbauend, um auch ja keinen lohnenswerten Anstieg auszulassen. Da gibt es doch tatsächlich Leute, die Strecken mit möglichst vielen kleinen Stichen aushecken und sich am Ende diebisch über ihr Werk freuen. Und dann gibt es - wie passend - tatsächlich Leute, die diese Strecken abfahren und nach Möglichkeit noch erweitern wollen.

Hinter Rosswein begab ich mich ins "Heldental" auf kleine Exkursionsfahrt. Nun, das GPS verhieß einen besseren Weg als den im Originaltrack angepriesenen Schotter- Feldweg und so kam ich auf dem Striegistalweg zwar nicht unbedingt schnell voran, dafür aber garantiert pannenfrei und in einer wunderschönen kleinen Tal-Idylle mit Kuhherde, Bächlein (die Kleine Striegis) und saftig blühenden Frühlingswiesen.

Das nächste Highlight des Tages sollte die Burg Kriebstein werden, zuvor lugte ich aber noch über einen Gartenzaun in Moosheim und schoss das unten zu sehende (nicht ganz perfekt geratene) Diorama einer Modelleisenbahnlandschaft.
Kriebstein besiegelte gleichzeitig die Trennung vom vorgegebenen Track, denn der Schlossberg war in diesem nicht inkludiert und wenn ich schonmal dort bin ... man kennt mich.

Leider hatte der NW nicht gedreht, blies mit circa 20 km/h im Mittel genau aus der Zielrichtung und erforderte mit 50er-Spitzen auf den letzten 60 km ein gewisses Maß an Demut.
10 Riegel, 2 Liter Getränke, alles aufgebraucht. Solange die Grenzen mit kleinen Restkraftreserven ausgetestet werden und man dann noch bis zur Haustür kommt, ist alles gut. Vorgestern hätte es fast nicht mehr geklappt.














Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von dieser degradierenden Form der Werbung.




























Tourdaten:

* 236 km
* 2750 hm
* 9:48 h Fahrzeit
* 2:07 h Pausenzeit

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