Donnerstag, 9. Dezember 2010

Ich bin eine Eule

Der heutige Tag hat an meinem Standort genau 483 min von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gedauert. Das sind 512 min weniger als zur Sommersonnenwende.
Im Biologieunterricht kommen die Schüler mit dem Fremdwort Chronobiologie erstmals in Klassenstufe 8 und später nochmal in der Sek. II in Berührung und erfahren dabei u.a., dass die circadiane Rhythmik des Menschen sich eher an einem 25-Stunden- denn an einem 24-Stunden-Rhythmus orientiert und von bestimmten Photorezeptoren in den Augen gesteuert wird.

Amerikanische Forscher haben nun einen messbaren Zusammenhang zwischen der später im Leben gezeigten Tagesaktivität und der jeweiligen Tageslänge bei der Geburt eines (Mäuse)Kindes gefunden. Die kann entweder schon (ganz ohne Weckerjoch, rein natürlich) in den frühen Stunden des Tages beginnen - dann spricht man von den sogenannten Lerchen. Oder aber sich eher auf die sehr späten Stunden des Tages verschieben - das wären analog die Eulen.

Für die Studie wurden Mäusebabys von der Geburt bis zur Entwöhnung von der Mutter in künstlichen winterlichen (8 h Licht) oder sommerlichen (16 h Licht) Phasen aufgezogen. Nach dieser Zeit wurden alle Mäuse andauernder Dunkelheit ausgesetzt und das Aktivitäts-Verhalten analysiert.

Fazit: Die Lichtverhältnisse in der Zeit von der Geburt bis zur Entwöhnung hatten die Tiere entscheidend geprägt. Die "Wintermäuse" wiesen einen gegenüber den "Sommermäusen" deutlich nach hinten verschobenen Aktivitätsrhythmus auf. Auffällig war zudem ein stark schwankendes Aktivitätsmuster der "Wintermäuse" in Zeiten kurzer Tage: Sie sollen ein der menschlichen Winterdepression ähnliches Verhalten gezeigt haben.

Nun ja, Eulen hin, Lerchen her, ich kann auch früh aufstehen und zeitig schlafen gehen. Aber die Neigung zu Depressionen und Schizophrenie ... also das muss ich mit meinen Ichs nochmal diskutieren.

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