Sonntag, 3. April 2011

Unser erster Brevet in Sachsen

Ein Samstagmorgen im April,
selbst die Amseln sind noch still,
da schellt ein Wecker unterm Dach,
na klar, was sonst, das Staubkorn is wach.

Nach Müsli, Kakao und Radio geht es noch einmal auf das K**
und dann sogleich hinaus gen Ost,
doch diesmal - herrlich - ohne Frost.

Die Orte sind gar wohlbekannt,
sie liegen still am Wegesrand,
und nur die Katzen - grau und ohne Rast - sie lehren uns:
In dieser Welt bist du nur Gast.

Ich wartete 2 Minuten vor den Schranken, schaute hinauf zum Wärterhäuschen,
dort ging der Mensch grad Kaffee tanken,
und nach dem Kurbeln gab's ein Päuschen.

Der Radweg aus der Stadt hinaus führte durch die Au', stets gradeaus.
Die Felder dort am andern Ufer kenn ich sehr gut von früher her,
allein, meine alten Begleiter sehens lang nicht mehr,
denn ihre Uhr ist bereits aus.

Doch unsre Uhr, die läuft und läuft, wir müssen handeln,
uns verwandeln, uns bewegen, uns bekriegen, uns besiegen, uns auch lieben,
uns verlassen und uns hassen, uns vertragen und uns schlagen...

Wir trafen uns in einer Halle,
am Sportplatz war's, Bananen alle,
und tauschten dort, ganz insgeheim,
Namen gegen gelbe Kärtchen ein.





Der Mensch ist ein gar seltsam Tier,
trägt Lycra, Helm und Edge zur Tür,
wechselt ein paar liebe Worte ... und folgt dann der ganzen Horde.



Mein Begleiter - fast exakt - schaffte es erst kurz nach halb acht.
Da war die Meute schon im Rol(l)en, gen SO, zum Stempel holen.
Wir folgten ihr sodann sogleich, 4 Lieger und ich -
wenigstens einer mit Sitzfleisch.






Burg Kriebstein hieß das erste Ziel,
nett gelegen und mit viel, mit viel Sonne bis dahin,
verlief die Fahrt nach unsrem Sinn.




Wieder hinaus ging es ganz kurz, arg steil hinauf -
ich jetzt in kurz-kurz - um bald nach Westen durchzustarten,
denn Crossen, Kolkau, Göhren warten; auf die zwei Radler
mit dem guten Lauf.





Der Schatten hinter Kohren war - ich sag es ohne Phrasenlöcher - ganz wunderbar.
Denn mitten zwischen braunem Laube,
erstreckte sich ein Meer der Farbe: aus Buschwindröschen noch und nöcher.


Kopfsteinpflaster gehört verboten,
es rüttelt und schüttelt in den Ho***,
das Material wird arg gebeutelt, du suchst die perfekte Kettung,
die Gruppe bröselt und nur der Fußweg bietet kurze Rettung.

Haselbach und Lucka bald begrüßten uns nach Sprintarbeit.
Die Beute, die war uns gleich sicher, doch U.'s Leistung war früher frischer. ;-)
Doch breit sind wir noch lange nicht, Pegau wartet, Groitzsch ist in Sicht.

Ein Satz und es war gescheh'n, ich nahm die Stufen halb im Steh'n,
vergaß ganz kurz den Blick nach vorn und landete -
nicht ohne Zorn - zwar unbeschadet doch beschämt
auf dem Marktplatz, leicht gegrämt.

Nen Stempel gab es ziemlich schnell, kurz vor halb 3,
beim profitgierigen Pegauer Shell.
Kein Herz für Randonneure unterhält, wer stets die Kasse im Sinn behält.


200 km gemeinsamer Genuss, 1470 hm auch, nun war bald Schluss;
es wird die nächste Tour bald kommen, es wird wehtun, es wird spaßig,
es wird hart und es wird rasig, es wird still und ruhig sein,
denn jeder fährt gegen sich allein.

Die Strecke: klick.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Der Text und die Bilder - einfach genial! :-)
Klasse!
Gruß
sh