Montag, 4. Juli 2011

Fourth of July

"We, therefore, the Representatives of the united States of America, in General Congress, Assembled, appealing to the Supreme Judge of the world for the rectitude of our intentions, do, in the Name, and by Authority of the good People of these Colonies, solemnly publish and declare, That these United Colonies are, and of Right ought to be Free and Independent States; that they are Absolved from all Allegiance to the British Crown, and that all political connection between them and the State of Great Britain, is and ought to be totally dissolved; and that as Free and Independent States, they have full Power to levy War, conclude Peace, contract Alliances, establish Commerce, and to do all other Acts and Things which Independent States may of right do. And for the support of this Declaration, with a firm reliance on the protection of divine Providence, we mutually pledge to each other our Lives, our Fortunes and our sacred Honor."
(Quelle: www.archives.gov)

Die Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 bildet bis heute den Anlass für den nationalen Feiertag in den USA.

Als nun freie und unabhängige dreizehn Vereinigte Staaten von Amerika war man stolz darauf, nicht länger von der britischen Krone kontrolliert, stattdessen souverän im eigenen Handeln zu werden (in 2010 betrug das Handelsvolumen USA-UK unabhängige 98 Mrd. US-$).

Doch die eigentliche Einheit - sofern dieser Begriff hier überhaupt angemessen ist - fast des gesamten uns heute bekannten US-amerikanischen Staatsgebietes sollte erst nach dem bis dato verherrendsten Krieg auf US-Territorium erfolgen. In den Jahren 1861 bis 1865 lieferten sich Nord- und Südstaaten, lieferten sich Unionisten und Konföderierte einen Krieg um die wa(h)re Unabhängigkeit. Es ging um die Unabhängigkeit von Menschen. Es ging um das Ende der Sklaverei in den Südstaaten. Allerdings kämpfte der Norden nicht von Anfang an für die Befreiung der Sklaven; im Jahre 1862 jedoch beschloss Lincoln (und mit ihm der Kongress), die Sklavenbefreiung in den Staaten der Konföderation zur Kriegslosung zu erheben. Man kämpfte fortan für das hehre Ziel, die Verfassung der Gründerväter - welche, da muss man ehrlich sein, erst die Voraussetzungen für die Sklaverei schuf - quasi umzuwandeln in die "Freiheitscharta einer Republik" (William Gullen Bryant), in der "not a man shall be a slave" - kein Mensch mehr Sklave sein wird.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wissen wir nun zweierlei. Wir wissen, dass der Begriff der Unabhängigkeit in einer globalisierten und synchronisierten Welt an Bedeutung gewonnen hat. Und wir wissen, dass Unabhängigkeit nie ohne Abhängigkeit existieren wird.

Apropos Unabhängigkeit: Robert Gates hat zum Ende seiner Amtszeit die Freiheitsmedaille überreicht bekommen. Dabei würdigte Obama Gates als "bescheidenen amerikanischen Patrioten" und "einen der ausgezeichnetsten Staatsbediensteten". Woah, da läuft einem ein Schauer über den Rücken. Ein kalter Schauer.

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Ich bleibe beim Thema Unabhängigkeit im weitesten Sinne: Es geht um deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien. Krauss-Maffei Wegmann preist den Leopard 2A7+ als "Kampfpanzer des 21. Jahrhunderts". Die Kiste verfügt angeblich über eine gesteigerte Aufklärungsfähigkeit sowie einen Räumschild. Praktisch, praktisch. Mit diesen Babies können sich die Saudis also ganz handfest gegen Regime...ähh...Staatsfeinde wehren und nebenbei den Sand für neue After-oil-age-Bauten beiseite schippen. Darüberhinaus ist so ein Deal ein feines Konjutor...Konjuk...Kon...Wählergewinnungs-
programm. Aber ja. Die Bundesregierung muss ihn nur gut verkaufen - und von Steffen Seibert in gewohnt annähernd perfekter Zäpfchenform unter die Leute bringen lassen. Ungefähr so: "Die Bundesregierung unterstützt den politischen Wandel im arabischen Raum. Sie setzt sich für die Freiheit und Unabhängigkeit der dort lebenden Menschen ein [...] und gibt Hilfestellung auf verschiedenen bilateralen Ebenen. [...] Deutsche Automobilhersteller gehören zu den prestigeträchtigsten Marken in der Welt. [...] Die Bundesregierung begrüsst den wirtschaftlichen Austausch mit den Golfstaaten und ist stolz auf die hochqualifizierten deutschen Ingenieure und Facharbeiter, ohne deren Beitrag es keine derartige Zusammenarbeit geben würde. [...] Deutsche Firmen wie Porsche und Mercedes-Benz arbeiten schon heute eng mit den Staaten im Nahen und Mittleren Osten zusammen. [...] Saudi-Arabien ist für uns ein wichtiger Partner. Wirtschaftlich. Mehrere tausend neue Arbeitsplätze hier im Land werden durch eine von dieser Bundesregierung geförderte Anfrage der saudischen Regierung nach Produkten der deutschen Firma Krauss-Maffei Wegmann entstehen. Krauss-Maffei Wegmann liefert schon lange innovative Produkte für die deutsche Bundeswehr und wir als Bundesregierung freuen uns, dieses Know-How verstärkt im Ausland nachgefragt zu sehen. [...] Es ist ein deutscher Beitrag zur Freiheit und Unabhängigkeit in der Welt."

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Ein deutscher Beitrag zu Beginn des Zeitalters der erneuerbaren Energien war und ist der beschlossene Atomausstieg. Renate Künast frohlockt gar, noch zu Lebzeiten das Ende des Energiemix und "100% Erneuerbare" zu sehen; Horst Seehofer (er feiert heute übrigens seinen 62. Geburtstag) verkündet höchstpersönlich, auch im Bayernlande nach potentiellen Standorten für Atommüllendlager suchen zu lassen; Horst Seehofer verkündet, Moment, das hatte ich doch gerade schon. Stimmt, aber es ist einfach zu lustig. Denn im Nebensatz hatte er dazu vor ein paar Wochen gleich vorweggenommen, was Geologen doch erst erforschen sollen: "Es wird in Bayern keine geeigneten Standorte geben, das Gestein ist zu brüchig." Sauber, ein wahres Multitalent eben.

Deutlich weniger sauber sind nigerianische Uranminen. Deutschland importiert diese "Grüne Energie" (Volker Kauder) von den befreundeten Nachbarn Frankreich und Großbritannien - diese wiederum zu einem Großteil aus dem Niger. Manche werfen der Bundesregierung nun "vor, es sei ihr gleichgültig, dass beim Abbau des Urans die Lebensgrundlagen der Menschen im Niger ruiniert und ein korruptes Regime gestützt werden."

Aber dieser Vorwurf ist nicht fair, denn mit dem Abbau des Urans werden doch auch die Lebensgrundlagen der Menschen in Deutschland gesichert und ein demokratisches System unterstützt. Sind wir Deutsche denn weniger wert als die Menschen im Niger? Haben wir denn nicht das Recht auf billigen Strom und eine aufpolierte CO2-Bilanz? Eben. Und außerdem: Wir Deutschen sichern eure berufliche Zukunft. Hach, es tut so gut, Gutes zu tun.

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Und es tut so gut, glücklich verheiratete Menschen zu sehen. Die monegassische Neufürstin Charlène soll noch kurz vor der Eheschließung versucht haben, das Land (ja, es nennt sich so) zu verlassen. Sie wurde angeblich von der Polizei am Flughafen aufgegriffen und in den Palast zurückgeschickt. Öhm, was ist los?! Man stelle sich vor, Kate wäre in London am Flughafen...köstlich!!! Aber man kann sich auch nicht wirklich vorstellen, dass William ein Casanova wie Albert sein könnte. Ehrlich nicht. Aber du, Charlène, hättest es dir vorstellen können, hast es dir vorgestellt, es erneut bestätigt gefunden und dann im letzten Moment entschieden (really?), die Reißleine (oder wie heißt das im Schwimmsport?) zu ziehen? Grandios. Allerdings hättest du nicht bloß vom Startblock ins Wasser plumpsen dürfen. Nein, erst ein Tauchgang durch das Becken und ein anschließendes, delphingleiches Aus-dem-Wasser-springen, verbunden mit dem typischen breiten Grinsen auf dem Gesicht, hätten dich unsterblich gemacht (wie Grace Kelly). Jetzt wirst du nolens volens auf eine andere Art und Weise unsterblich: Durch Nachwuchs mit Albert.

So oder so, ich habe echten Respekt vor der Liebe. Sie ist unheimlich stark, unheimlich langlebig, unheimlich vielschichtig - die Liebe zum Geld.

Halt stopp! Da ich gerade so richtig romantisch drauf bin: Egon Bahr hat kürzlich auch geheiratet. Mit 89 schon eine respektable Leistung, ist es doch ein Alter, in dem sich die meisten anderen Männer längst zur Ruhe gesetzt (resp. gelegt) haben. Aber SPD-Politiker können eben länger. Und breiter.

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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - zum Schluss noch eine gute Nachricht fürs Klima.
Wallabys sind weniger klimaschädlich als Kühe. Das liegt, fanden US-Forscher heraus, an Bakterien im Verdauungstrakt der Kleinkänguruhs. Diese sorgen dafür, dass die Beuteltiere pro Einheit aufgenommener Futterenergie lediglich 20% der dabei von Kühen produzierten Methanmenge emittieren.

Jetzt wird daran geforscht, a) Kühe und Schafe mit dem Bakterium zu impfen; und b) die Milchproduktion von Känguruhs massiv zu steigern, bzw. sie effektiv am Verlassen der Mastanlagen zu hindern. Battle Cry of Freedom!!!

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