Dienstag, 17. Januar 2012

Nicht die erste Winterrunde 2012

10°C wie vor einem Jahr hatte es zwar an diesem Sonntag nicht, dafür aber trockene Straßen und in Zusammenhang mit einer schwachen Rückseite ab dem frühen Nachmittag Sonnenschein und spannende Lichtverhältnisse. Letztere brachten mich dann auch dazu, den Gepäckträger zu montieren, um die kleine Kameraausrüstung mitnehmen zu können.

1 Banane, 2 Thermosflaschen, 2 Lagen Klamotten, 10 Riegel, dicke Handschuhe und Motivation genügten für mein geplantes Dreieck zwischen Pleiße und Mulde. Der Wind war zu vernachlässigen und so rollte ich an einem trüben Vormittag zum dritten Mal im neuen Jahr Grimma entgegen. Die Landschaft beiderseits der Mulde ist einfach immer wieder einen Besuch wert - vielleicht gerade deswegen, weil sie nicht devastiert wurde. Sicher aber, weil sie Höhenmeter und quasi verkehrsberuhigte Zonen en masse bietet.

Fotos vom Vormittag hab ich nur in Form einer einzigen Blaupause angefertigt. Die genügt vollkommen.


Kurz nach 13 Uhr trat die Sonne dann schon (endlich!!!) fast sichtbar auf den Plan - genau pünktlich mit meinem Eintreffen in Rochlitz.



Zuerst Sitz der Markgrafen, später Gefängnis und dann Museum, hat das Schloß von Rochlitz eine bewegte Geschichte zu erzählen. Ich lauschte dieser für eine knappe Stunde auf der Hängebrücke neben dem Ortsteil Zassnitz, während die Wolken ihren Schabernack mit mir trieben.

(links: Rochlitzer Schloß | rechts: St.-Petri-Kirche)
(die Brücke in Bildmitte gehört zur stillgelegten Muldentalbahn,
die zwischen Glauchau und Wurzen verkehrte)
Was ich wirklich empfehlen kann, ist die nun folgende Radstrecke über Fischheim nach Wechselburg und weiter bis Göhren.

Hier der Link des Teilstücks für GPS-Smarties-und-iPhone-iPad-whatever-Fans:



Man beachte: Es wird Wegezoll verlangt.

Gebührenordnung der Hängebrücke in Sörnzig vom 08.02.1922



Kleine Hügel und Waldstücke liegen verstreut in der Landschaft und über allen "thront" als südlicher Ausläufer der nordwestsächsischen Rotliegend-Ablagerungen der Rochlitzer Berg. Sein Porphyr war und ist begehrt als Baumaterial zwischen Königsberg und Koblenz.

(Rochlitzer Berg in Bildmitte)
Einen Link zwischen Göhren und Rochlitz können übrigens die jeweils charakteristischen Bauwerke herstellen. Denn sowohl das Schloß von Rochlitz als auch das Göhrener Viadukt wurden unter Verwendung magmatischer Gesteine aus der Umgebung errichtet. Granite und Rochlitzer Porphyrtuff sind die Hauptbaumaterialien.

Das Göhrener Viadukt im Luftbild
[Bildquelle: www.rochlitzer-muldental.de]
In maximal 70 Metern Höhe und auf fast 400 Metern Länge überspannt diese drittgrößte Eisenbahnbrücke Sachsens seit nunmehr 140 Jahren bei Göhren das Muldental. Ein beeindruckendes Bauwerk.

Impressionen am Fuße des Göhrener Viadukts







(PS: Der Zug verkehrt am Sonntag zweimal stündlich ;-))

Der Rest des Tages ist schnell erzählt: etwa 100 km Heimweg, ein Stopp neben einem Jugendknast, eine Lichtmalerei.


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