Sonntag, 27. Juli 2014

Wo sind wir? | Folge 1

Immer dem [...]* nordwärts folgend, rollen wir parallel zum nach dem Rhein und vor der Weichsel elftlängsten Fluss Europas durch eine Agrar- und Weidelandschaft par excellence. Zahlreiche Kiesgruben säumen unseren Weg, unterbrechen selbigen sogar abrupt aufgrund von Deicharbeiten. Die mit Hape Kerkelings "Pilgerbibel" in gefühlt jedes Bein der Ü35-Frauen dieser Welt gekommene Selbstfindungswelle unterstützt die Anlage thematischer Wanderwege bis heute und beschert den tangierten Städten im besten Fall gesteigerte überregionale Aufmerksamkeit gepaart mit mehr (zahlenden) Gästen.

Während sich südlich und östlich von uns die labilen Luftmassen bereits zu Castellanuswolken auftürmen, schwitzen wir noch unter einer dünnen Cirrusdecke bei schwül-heißen 30 °C. Wasservorräte auffüllen ist an solchen Tagen eine der drängenden Tätigkeiten, welche uns dankenswerterweise in einer Naturschutzstation mit sorgfältig kuratierter Ausstellung gewährt wird. Kurz zuvor haben wir einen wichtigen sächsischen Binnenhafen sowie ein Renaissanceschloß auf einer den o.g. Fluss um 10 m überragenden Quarzporphyrkuppe besucht.

Ein 150 km² großes Erholungsgebiet, das eine größtenteils mit Kiefern und Birken bewachsene Sanderfläche einer Eisrandlage der Saalekaltzeit ist, macht ab 15.30 Uhr seinem Namen tatsächlich alle Ehre; wir begrüßen den Schatten und sehnen unserer Abkühlung in der Kleinen Kiesgrube entgegen. Bis zum Abend wird es noch trocken bleiben, erst ab 21 Uhr öffnen sich die Schleusen der Gewitterzellen auch hier in der Nähe des geophysikalischen Observatoriums aka Erdbebenmessstation.

*Gesucht werden sowohl der Name des Pilgerweges als auch der Standort des Schlosses.




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