Sonntag, 24. August 2014

See, Land, Stadt - ein Reisetagebuch

9. August

Die Kunst bei der Planung von MFGs besteht darin, mit minimalem Aufwand das Auto maximal zu füllen. Dies Kunststück gelang uns ab Pechbrunn bei Marktredwitz in der Tat, doch da hatten wir keine Ahnung, was noch kommen würde: Zahlreiche Staus zwangen uns hinter Regensburg zum Verlassen der Autobahn, sodass der Zeitplan unserer Mitfahrer in Gefahr geriet. Zu allem Überfluss wurde deren Zug ab Rosenheim durch SEV ersetzt - eine Entscheidung musste her. Die beiden im strömenden Regen absetzen und zum Tagesziel fahren oder einen Abstecher nach Kufstein einlegen? Drei (!) Minuten vor Abfahrt des Zuges erreichten wir den Bahnhof von Kufstein, verabschiedeten die Passagiere ... und zuckelten eine Viertelstunde später hinter 50 unüberholbaren Enten her. Was sollte diese Strafe denn bloß?!

Abendlicher Blick vom Balkon.

Erdtrabant über der Hochries (1570 m).

10. August

Die Tour um den Chiemsee hatte ich mir schon lange vorgenommen, jetzt in Begleitung des Schutzengels und bei Kaiserwetter war es endlich soweit.
Empfehlenswert für Rennradler ist der Uferweg nur bedingt, streckenweise grober Kalksteinschotter bekommt den schmalen Pneus jedenfalls nicht sonderlich gut. Will man in Wassernähe bleiben, müssen mitunter Passagen auf feinem Split aus dem dominierenden Gestein der Region einkalkuliert werden. In Prien wechselten wir das Transportmittel, bestiegen die Fähre nach Herrenchiemsee. Die Privatinsel von Ludwig II. zieht jedes Jahr Tausende Besucher aus aller Welt an, ich war bei meinen Panoramaversuchen umgeben von Amerikanern, Koreanern und Spaniern.

Unser Heimweg: Hart aber herzlich.

Mit den Rädern am Chiemsee.

Der Fischer und sein Fang.

Schloß Herrenchiemsee.


Die Details zählen.






Anlegestelle in Prien.

Die letzten Höhenmeter. Für heute.



11. August

Out of Rosenheim. Nackt im Kaufhaus, anregende Kräuter, ein Kloster und das Wunder des Lebens.

Morgendlicher Blick vom Balkon.

"Schuhbecks Gewürze" in Rosenheim.



Caramba!

Im Kapuzinerkloster St. Sebastian.


Geboren am 11. August 2014.

Die größeren Geschwister.

12 Kühe liefern 200 l Milch am Tag.



Stehversuch um 18:07.



12. August

Nun ja, ich hatte mir schon zu Hause eine "kleine" Wanderung überlegt, incl. eines "kurzen" Klettersteigs. Die trockenen Wetterfenster in dieser 33. Kalenderwoche waren häufig erst am Vorabend zu erkennen, Spontaneität demzufolge eine unverzichtbare Zutat für gelungene Outdoortage. Die ursprüngliche Tour führte von Samerberg zur Wasserwand und zurück. Die tatsächlich gelaufene führte von Samerberg zur Wasserwand, über ein paar Almen auf die Hochries und zurück ins Tal. Ich fühlte mich an jenem Abend zurecht schuldig.

Links im Bild: unser erstes Tagesziel - die Wasserwand (1363 m).

Panorama mit Kindlwand (1228 m).

Westliches Panorama vom Heuberg (1338 m).


Zwei Exemplare des Wildtieres 2012.

Rechts im Bild: die Wasserwand (1363 m).

Panorama von der Wasserwand (1363 m).



Das Gipfelkreuz auf dem Heuberg (1338 m).

Zwischen Hammermeister Alm und Triesdorfer Hütte.

Gefalteter Kalkstein.

Pölcheralm mit Karkopf (1496 m).



Riesenberg (1450 m) mit Chiemsee von der Hochries.



13. August

RELAXEN in Ruhpolding. Im Talkessel der Weißen Traun gelegen, hat sich der kleine Erholungsort seit den 1930er Jahren zum meistbesuchten der Chiemgauer Alpen entwickelt. Das Holzknechtmuseum, die Ruhpoldinger Madonna und die Biathlonarena haben wir leider nicht besucht. Dafür waren wir vor dem Alpenpanorama im Regen schwimmen und ließen bei vier Aufgüssen nicht nur die Seele baumeln.

14. August

Walk & Fly an der Hochries. Einmal zu Fuß hoch auf den Berg und unter einem Gleitschirm wieder runter. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen.



Nordstart auf der Hochries.



Grainbach.






Verhindert Milchklau.




Sooo...

...ooo...

...ooo...

...süß.


Wir wünschen dir ein gutes Leben als Milchkuh.



Unser ganz persönlicher Gruß von den Perseiden.

15. August

9.30 Uhr brechen wir unsere Zelte ab und fahren nach Würzburg. Ab München geniessen zwei Mitfahrer drei prächtige Staus auf den Autobahnen 9 und 3.
Über die Alte Mainbrücke gelangen wir in die Würzburger Innenstadt, die sich nicht so recht zwischen Asia-Läden und Stiftsgebäuden entscheiden konnte. Man wählte einen Mittelweg und pflasterte Freiräume mit Handyshops und Modegeschäften zu. Die alte Bischofstadt wurde so stadtplanerisch vergewaltigt. Auch die Festung Marienberg muss Umsatz generieren und ihre Gemäuer u.a. für Hochzeitsgesellschaften oder Tagungen zur Verfügung stellen. 1201 wurde mit dem Bau begonnen, bis 1719 hatten hier die Fürstbischöfe ihren Sitz.

Der Brückenheilige Johannes von Nepomuk auf der Alten Mainbrücke.



Links: Festung Marienberg, rechts: Weinverkauf in der Alten Mainmühle.

Würzburg mit der Alten Mainbrücke (185 m lang, 1703 eröffnet).



 Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung ("Käppele") südwestlich der Altstadt.

Festung Marienberg.

"Käppele" von der Festung Marienberg.

Die Location für Hochzeiten in Würzburg.

"In 2012 passierten 2481 beladene Güterschiffe mit einer Gütermenge von 6,21 Millionen Gütertonnen sowie 445 Fahrgastkabinenschiffe mit einer Gesamtzahl von 101.807 Personenplätzen die Schleuse Würzburg." (Quelle)


Würzburger Residenz - seit 1981 UNESCO Weltkulturerbe.

Im Hofgarten der Residenz.


 Kirche St. Johannes ("Stift Haug").

Alte Mainbrücke und Festung Marienberg.



Die Heilige Jungfrau Maria, dargestellt als Patrona Franconiae, auf der Alten Mainbrücke.


16. August

Der Weg zum Bäcker führte an einer Einladung zum Flohmarkt in "Klaras Garten" vorbei. Sollten Sie mal nach Erbshausen kommen: Unbedingt anschauen! Wir erfuhren, dass es zum Advent dort ganz besonders heimelig sein soll...

In "Klaras Garten".




Eine wahre Schatzkiste.




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