Freitag, 12. Dezember 2014

Türchen 12 | Adventskalender 2014

"Sturm im Dezember und Schnee,
dann schreit der Bauer Juchhe."

"Dezember kalt mit Schnee -
niemand sagt o weh!
Dezember warm -
dass Gott erbarm."

Wissenshäppchen für den Smalltalk am Glühweinstand:

Was schmerzt da beim Seitenstechen?

Ich gehe davon aus, dass meine Leser ein aktives Wochenende vor sich haben und ein paar Stunden mit Bewegung an der frischen Luft verbringen werden. Sicherlich ist dem einen oder der anderen schon das leidige Phänomen des Seitenstechens widerfahren, zu dessen Entmystifizierung wir heute beitragen wollen.

Die Trennwand zwischen Brust- und Bauchraum - das Zwerchfell - ist unser wichtigster Atemmuskel. Während körperlicher Anstrengung, wie beispielsweise einer Laufeinheit, verbrauchen insbesondere die Beine eine große Menge Sauerstoff. Andere Bereiche unseres Körpers werden nicht mehr ausreichend versorgt und erfahren einen Sauerstoffmangel. Dieser Effekt betrifft auch das Zwerchfell, das gleichzeitig aber aufgrund der tieferen und schnelleren Atmung überdurchschnittlich viel leisten muss. Die Folge sind stechende Schmerzen. Wer viel mit diesem Problem zu kämpfen hat, sollte erstens langsamer laufen, sodass eine ausreichende Sauerstoffversorgung gewährleistet wird. Zweitens sollte er sein Training nicht unmittelbar auf den Genuss einer Mahlzeit folgen lassen, denn dann benötigt der Magen besonders viel Blut zur Verdauung.

Warum verwenden nicht alle Länder die gleiche Stromspannung?

Jenseits des Atlantiks kommen in Kanada, den USA und Mexiko 110 V aus der Haushaltssteckdose, hierzulande 230 V. Während sich die USA bis heute nicht von den noch für Edisons Glühbirnen optimalen 110 V getrennt haben, wurde schon zur Mitte des 20. Jh. in Europa die Stromspannung von 110 V auf 230 V verdoppelt. Hintergrund: Reduktion der Stromstärke und somit Senkung der Energiekosten (P = U x I) durch geringere Übertragungsverluste. Warum sich die USA bis heute nicht dem europäischen System angeschlossen haben? Weil dort die Stromkosten genauso wie die Spritkosten irrelevant sind.

Was gefriert schneller: kaltes oder heißes Wasser?

Treffen zwei Medien mit sich voneinander unterscheidenden Temperaturen aufeinander, findet ein Wärmeübergang zum Zweck des wechselseitigen Ausgleichs statt. Je größer der Unterschied, desto größer das Bestreben, Energie abzugeben. Der schnelle Entzug von Wärmeenergie erfolgt durch eine hohe Verdunstungsrate. Wenn das zunächst heiße Wasser die Temperatur des kalten erreicht hat, wurde aufgrund der größeren Verdunstungsrate mehr Flüssigkeit verloren, ergo ist der Volumenverlust größer als beim ursprünglich kalten Wasser. Dass eine kleinere Menge Wasser schneller gefriert als eine größere ist plausibel. Weitere Ursachen sind Mineralstoffe, welche im heißen Wasser ausfallen und dadurch den Gefrierprozess gegenüber kaltem Wasser erleichtern. Dieser sogenannte "Mpemba-Effekt" wird durch größere Wassertiefen (ab 20 cm) und eine nur wenig unter dem Gefrierpunkt liegende Umgebungstemperatur begünstigt.

Warum enthält das Tote Meer so viel Salz?

Das Tote Meer liegt in Vorderasien, zwischen Jordanien, Israel und dem Westjordanland. Aufgrund seiner beeindruckenden Größe von 900 km² wird das im geologischen Sprachgebrauch "Endsee" (ein See ohne Abfluss) genannte Gewässer "Meer" genannt. Dessen Ufer bildet den tiefsten Punkt der Erdoberfläche, den man unter freiem Himmel erreichen kann. Der Jordan löst auf seinem Weg durch die Trockengebiete Mineralien aus dem Erdboden und lagert sie schließlich in einer geologischen Senke ab. Die Region um das Tote Meer ist extrem heiß und trocken, die Verdunstungsrate sehr hoch. Die Salze reichern sich im Wasser an und sorgen für einen Salzgehalt von ca. 30 % (zum Vergleich: Meerwasser hat ca. 3 %). Der Wasserspiegel liegt gegenwärtig bei 428 m u. NN, fällt jedoch wegen übermäßiger Wasserentnahme zur Trinkwasserproduktion und für die Landwirtschaft aus dem Jordan seit den 1980er Jahren stetig.

Kann sich die Menschheit selbst ernähren?

Noch drängender als das Problem der Überbevölkerung in den Städten durch den Anstieg der Weltbevölkerung sind die grundlegenden Schwierigkeiten der mangelhaften Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die schwierige Lage Äthiopiens fängt die Quintessenz der Hungersnöte auf dem afrikanischen Kontinent ein. Während der Hungersnot im Jahr 1985 litten 35 Millionen Afrikaner akuten Hunger. Einigen Schätzungen zufolge erleben 150 Millionen Afrikaner ein gewisses Maß an Hunger und Unterernährung selbst in den Jahren ohne Dürre.

Die simple Antwort auf die Frage, ob wir den Hunger in der Welt akzeptieren müssen, lautet: Nein, wir haben genug für alle zum Leben! Die komplexere Antwort lautet: Viele detaillierte wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Bevölkerung des ganzen Planeten angemessen untergebracht, ernährt und mit einem Lebensunterhalt versorgt werden könnte, sodass sie nicht mehr in Furcht vor Armut leben müsste. Der Schlüssel zur Zukunft ist das Konzept der nachhaltigen Entwicklung, dessen Kennzeichen die Beachtung langfristiger Kosten in Relation zu kurzfristigen Erfolgen ist unter der Maßgabe, die Ressourcen nicht überzustrapazieren.

Hunger und Unterernährung von derzeit etwa 805 Millionen Menschen resultieren nicht aus einem weltweiten Mangel an Ressourcen. Es besteht kein Zweifel, dass die Menschheit genügend Lebensmittel erzeugen kann. Die Frage ist nur: Welche Lebensmittel? Fleisch kann es nicht für jeden Menschen auf diesem Planeten an jedem Tag der Woche geben. Die Ernährungsgewohnheiten der Durchschnittsbevölkerung in Europa und den USA sind wider jegliche Vernunft - sie verbrauchen schlicht zuviele Ressourcen. Ja, sie handelt abgrundtief egozentrisch! Reduzierter Fleischkonsum, ein erhöhter Anteil pflanzlicher Kost, kurzum nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft, sind Schritt eins zur weltweiten Nahrungsverfügbarkeit in ausreichendem Maße. Schritt zwei ist eine Umverteilung der Ressourcen. Schritt drei die Verbesserung landwirtschaftlicher Produktionstechniken: Eine ausreichende Bewässerung und der Einsatz von Düngemitteln, die Anpflanzung der geeigneten Feldfrüchte und die Wiederaufforstung, um die Auswirkungen von Dürre und Desertifikation aufzufangen. Gehen Sie den nächsten Schritt?

Was ist an einem Aphel so heiß?

Die Antwort darauf findet sich hinter einem der nächsten Türchen.

Knobelei im Advent

Jedes Jahr aufs Neue sucht der Weihnachtsmann für die bevorstehenden hektischen Tage Unterstützung. Die Bewerberzahl ist groß, denn es gibt nichts schöneres, als anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings müssen die künftigen Wichtel vor Antritt ihrer Arbeit logisches Denkvermögen nachweisen, sollen doch in kurzer Zeit möglichst viele Geschenke verteilt werden. Haben Sie das Zeug zum Helfer des Weihnachtsmanns? Bis zum 21. Dezember veröffentlichen wir täglich ein kleines Rätsel. Wer am 4. Advent mindestens 10 Rätsel (über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag) lösen konnte, erhält an Heiligabend ein Päckchen mit Leckereien sowie weiteren Überraschungen. Viel Spaß beim Knobeln!

(12) Heute möchten wir ein Wort erraten haben,...

... bei dem sich etwas bewegt,
... das etwas enthält,
... das zu etwas führt,
... das etwas übersetzt,
... das aufgetragen wird.

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