Mittwoch, 17. Dezember 2014

Türchen 17 | Adventskalender 2014

"Laufen die Haselmäuse,
fehlt es im Januar am Eise."

"Mehr Kälte als der Fichtenbaum
erträgt der Rebstock lobesam,
wenn im Christmond trocken er einfriert."

Wann füttert man die Wildvögel? Im Sommer, im Winter, ganzjährig oder gar nicht?

Viele haben mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder vor ihrem Fenster, draußen im Garten oder anderswo einen Platz mit Leckereien für die heimische Avifauna eingerichtet. Dabei stellt sich dem kritischen Vogelfreund die Frage, welches Maß der Zufütterung wann und in welcher Form aus ökologischer Sicht am sinnvollsten ist.

Würden wir ausschließlich in einer intakten Umwelt mit naturnahen Lebensräumen und artenreicher Vegetationsstruktur leben - es gäbe keinen Grund, die Wildvögel zusätzlich durch Menschenhand zu versorgen. Tatsache ist aber, dass vor allem in stark urbanisierten Räumen das Nahrungsangebot für die gefiederten Gesellen erheblich eingeschränkt ist. Flächenversiegelung, monotone Thuja-Wüsten, im zwei-Wochen-Rhythmus gemähte Rasenflächen, Pestizideinsatz, fehlende Hecken, ungeeignete Parkbäume und nicht zuletzt mangelnde Nistmöglichkeiten sind insgesamt Gründe für eine reduzierte Artenvielfalt. Im ländlichen Raum mag die Flächenversiegelung einen geringeren Anteil haben, intensive Landwirtschaft, fehlende Brachen oder Feldrandgehölze sowie vom Menschen dominierte Gehölzzusammensetzungen sorgen dennoch auch hier für teils stark beeinträchtigte Futterverfügbarkeit.

Die Konsequenzen daraus lassen sich so zusammenfassen: Wer an einer artenreichen Umwelt interessiert ist, muss die nötigen Grundlagen schaffen. Jeder Kleingartenbesitzer etwa kann einen ersten wichtigen Schritt gehen, indem er heimischen Gehölzen wie diversen Obstbäumen, Eberesche, Haselnuss, Walnuss, Wildrose, Pfaffenhütchen oder Hecken einen Platz einräumt. Denn mit der Schaffung naturnaher Lebensräume verbessern sich automatisch Artenvielfalt und Nahrungsverfügbarkeit - u.a. bei den Wildvögeln.

Ein Blick in die Literatur liefert wertvolle Hintergründe zum Thema Wildvogelfütterung:
  • Meist profitieren in ihrem Bestand bei uns ungefährdete Arten wie z.B. Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, Buchfink, Grünfink, Amsel, Rotkehlchen oder der Buntspecht von den Fütterungen. Mit Ausnahme des Haussperlings ist der Beitrag zum Artenschutz daher überschaubar.
  • In England ist der Rückgang des Haussperlings vor allem in den Städten zu beobachten - trotz intensiver Fütterung.
  • Regelmäßige Fütterungen können Abhängigkeiten innerhalb von Wildvogelpopulationen erzeugen bis hin zu Verschiebungen im Zugverhalten.
  • Fütterungen im Winter können die Wintersterblichkeit innerhalb bestimmter Populationen positiv beeinflussen. Das ist allerdings keine Garantie für mehr Brutpaare im nächsten Frühjahr.
  • Die Fitness der Vögel kann durch Zufütterungen erhöht werden und in der Folge zu mehr Bruten führen.
  • Durch die Wahl des Vogelfutters trifft der Mensch eine ungewollte Auslese zugunsten von Körnerfressern und zuungunsten von Insektenfressern.
  • Ganzjährige Fütterungen zeigten bei Blau- und Kohlmeisen keine nachweisbaren Vor- oder Nachteile für den Bruterfolg.

[Quelle: NABU-Positionspapier zur Ganzjahresfütterung (PDF)]

Fazit: Die Schaffung artenreicher Lebensräume hat Vorrang vor der übermäßigen Direktfütterung unserer Wildvögel durch den Menschen! Wer den gefiederten Gesellen (und sich) dennoch eine Freude machen möchte, der achte bitte auf maßvolle Futtergabe und beschränke sich auf das Winterhalbjahr - insbesondere auf Tage mit Minustemperaturen und/oder Schnee.

Tipps zur richtigen Fütterung
  • Achten Sie auf eine trockene Darbietung des Futters, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Futtersilo statt Vogelhaus - so verringern Sie das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.
  • Wenn Futterhaus, dann täglich nur wenig Futter auslegen und bitte regelmäßig reinigen.
  • Platzieren Sie die Futterstelle sicher vor Katzen oder anderen Räubern.
  • Bieten Sie sowohl für Körner- als auch für Weichfutterfresser Alternativen an: Futtermischungen, Meisenknödel, Haferflocken, Obst.

Knobelei im Advent

Jedes Jahr aufs Neue sucht der Weihnachtsmann für die bevorstehenden hektischen Tage Unterstützung. Die Bewerberzahl ist groß, denn es gibt nichts schöneres, als anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings müssen die künftigen Wichtel vor Antritt ihrer Arbeit logisches Denkvermögen nachweisen, sollen doch in kurzer Zeit möglichst viele Geschenke verteilt werden. Haben Sie das Zeug zum Helfer des Weihnachtsmanns? Bis zum 21. Dezember veröffentlichen wir täglich ein kleines Rätsel. Wer am 4. Advent mindestens 10 Rätsel (über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag) lösen konnte, erhält an Heiligabend ein Päckchen mit Leckereien sowie weiteren Überraschungen. Viel Spaß beim Knobeln!

(17) Lediglich zwei Streichhölzer sollen so umgelegt werden, dass aus den drei Quadraten zwei entstehen:

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