Donnerstag, 4. Dezember 2014

Türchen 4 | Adventskalender 2014

"Auf Barbara die Sonne weicht,
auf Luzia (13.12.) sie wieder herschleicht."

"Genau wie der Barbaratag
auch der Christtag werden mag."

Sankt Barbara zählt zu den vierzehn heiligen Nothelfern und wird u.a. von Bergleuten, Dachdeckern, Glöcknern, Feuerwehrleuten sowie von Gefangenen als Schutzpatronin verehrt. Am heutigen Tag schneidet man von den Kirschbäumen die Barbarazweige, um sie anschließend in einer Vase ins Zimmer zu stellen und so rechtzeitig zum Weihnachtsfest einen bunten Gruß aus der dann in Winterruhe verharrenden Natur für das Christkind zu haben. Wichtig dabei: die Zweige langsam an die höheren Temperaturen im Haus gewöhnen; ein paar Tage im Flur bekommen den Knospen besser.

---

Immer wenn der erste Schnee im Dezember fällt, erinnere ich mich an ein besonderes Bild. Es zeigt den Autor eingemummelt in einen Anorak, während er aus seiner Schneehöhle wie ein kleiner schwarzer Eisbär (= Oxymoron) ins Freie äugt. Viele Jahre später, inzwischen hatte ich Rüdiger Nehberg persönlich kennengelernt, sollte es zu einer Neuauflage des damaligen Abenteuers kommen. Ich beschloss, bei Temperaturen von minus 20 °C im Freien zu übernachten. Einziger Schutz: Ein Schneehaufen und ein Schlafsack. Die Aktion erfolgte relativ spontan, sollte doch eine Survival-Situation nachgestellt werden, in der man sich beispielsweise auf einer langen Winterwanderung verlaufen hat und nun die Nacht überleben muss. Der Zeitbedarf für den Bau eines solchen Unterschlupfes ist abhängig vom - klar - Vorhandensein des Materials Schnee. Bedeckt er den Boden nur mit wenigen Zentimetern, verbraucht man zuviel Energie für das Anhäufen. Liegt er aber mindestens 30 Zentimeter hoch, kann in anderthalb Stunden die Behausung fertig sein. Beispiele für Unterkünfte im Schnee mit ansteigendem Zeitbedarf zur Errichtung:

(A) Schneekuppel

Diese Art Unterschlupf lässt sich in relativ kurzer Zeit und ohne große Anstrengung errichten - Sie benötigen dazu jedoch irgendein großes Kleidungsstück, einen Poncho oder eine Decke. Schichten Sie zunächst nicht zu lange Äste und Zweige zu einem Haufen und decken Sie diesen dann mit dem o.g. Material zu. Jetzt wird Schnee angehäufelt - den Eingang frei lassen - und verfestigt. Ist das geschehen, entfernen wir Holz und Decke, bilden daraus eine provisorische Tür(kugel) und legen uns im Innern auf ein Bett aus isolierenden Nadelzweigen.

(B) Schneehöhle

Diese Variante wählt man auf offenem Gelände mit tiefem, kompaktem Schnee. Suchen Sie hierzu eine dem Wind abgekehrte Lage an einem Abhang oder eine Uferböschung mit tiefen Schneeverwehungen. Die Stelle für den Eingang ist so zu wählen, dass er nicht von Schnee verschüttet wird und kein Wind in die Höhle eindringen kann. Verfestigen Sie zunächst den Schnee, graben Sie danach einen Tunnel von etwa 1 m Länge in den Schneehang. Dann höhlen Sie im rechten Winkel dazu beidseitig eine Kammer aus. Die Längsseite dieser Höhle muss im rechten Winkel zum Eingang liegen. Im Tunneleingang sammelt sich die kalte Luft am Boden, der eigentliche Schlafplatz wird erhöht angelegt.

(C) Iglu

Seit Jahrhunderten von den Eskimos verwendet, eignet sich das Iglu hervorragend als längerfristige Unterkunft im Winter. Ziehen Sie im Schnee einen Kreis mit einem Durchmesser von 2 bis 3 Metern, der den Innenraum bezeichnet. Schneiden Sie Schneeblöcke zu, circa 12 Stück. Fügen Sie eine erste Reihe Blöcke zu einem Kreis zusammen, wobei die Fugen der Blöcke radial aufs Zentrum des Iglus weisen. Als nächstes gibt man dieser Reihe eine spiralförmige Steigung - dabei spielt es keine Rolle, in welche Richtung diese Steigung weist. Stets bedenken: die Oberseite der Blöcke anschrägen, sonst wird man nie beim Setzen des Schlußblockes angelangen. Ist der Eingang fertig, wird der Innenraum "designed": Über einer tiefen Ebene am Eingang (Kaltluftsammler) erhebt sich eine höhere zum Kochen und darüber eine zum Schlafen. Verputzen Sie die Kuppel und alle Fugen mit Pulverschnee; von Vorteil ist ferner, rings um das Iglu zum Erosions- und Kälteschutz einen Windfang zu errichten. Lüftungslöcher sind obligatorisch.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten der improvisierten Schlafplätze in der Natur wie beispielsweise Baumgrubenhütte, Firsthütte, Schräg- oder Weidenkorbhütte. Bei späterer Gelegenheit werde ich hierzu meine Erfahrungen teilen.

Knobelei im Advent

Jedes Jahr aufs Neue sucht der Weihnachtsmann für die bevorstehenden hektischen Tage Unterstützung. Die Bewerberzahl ist groß, denn es gibt nichts schöneres, als anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings müssen die künftigen Wichtel vor Antritt ihrer Arbeit logisches Denkvermögen nachweisen, sollen doch in kurzer Zeit möglichst viele Geschenke verteilt werden. Haben Sie das Zeug zum Helfer des Weihnachtsmanns? Bis zum 21. Dezember veröffentlichen wir täglich ein kleines Rätsel. Wer am 4. Advent mindestens 10 Rätsel (über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag) lösen konnte, erhält an Heiligabend ein Päckchen mit Leckereien sowie weiteren Überraschungen. Viel Spaß beim Knobeln!

(4) In wie viele Teile kann ein Kreis mit drei geraden Linien maximal unterteilt werden?

Keine Kommentare: