Freitag, 25. Dezember 2015

Eine Weihnachtsexkursion in den Geopark Porphyrland

Erdgeschichte erlebbar machen ist das Ziel des Geoparks Porphyrland. Steinreich in Sachsen e.V., ein Verein mit Sitz in Grimma. In diesem Jahr hat er seine Bewerbungsabsichten bei der UNESCO als internationaler Geopark bekanntgegeben und hofft nun auf dafür unentbehrliche Unterstützung aus Berlin. Denn Empfehlungsschreiben der jeweiligen Regierung sind unabdingbar, um als nationaler Akteur in Paris überhaupt gehört zu werden.

Was macht diese Region zwischen Wurzen und Rochlitz, zwischen Mügeln und Naunhof so einzigartig? Ihre Einzigartigkeit reicht zurück bis ins Perm vor etwa 299 bis 251 Mio. Jahren. Die variskische Gebirgsbildung nähert sich damals ihrem Ende; insbesonders erhob sich die Uralkette, welche den nordatlantischen mit dem nordasiatischen Kontinent verband: Pangäa bildete sich. Ein warmes bis heißes Klima war vorherrschend, in den Binnenmeeren vollzog sich ein dramatischer Artenschwund (z.B. Aussterben der Trilobiten). An Land entstanden erste Nadelwälder im Bereich des heutigen Europa, das Klima begünstigte ferner die Expansion von Reptilien (die ersten Schildkröten erscheinen).

Der Nordwestsächsische Vulkanitkomplex entstand zur Zeit des Rotliegenden, einer lithostratigrafischen Einheit des Perms. Nomen est omen bestimmen rot gefärbte Sedimente und vulkanische Eruptivgesteine die geologischen Einheiten. Das damalige Festland war durch mehrere Becken und Senken gegliedert, in die die Flüsse den Abtragungsschutt der Gebirge transportierten. Das Klima wandelte sich von relativ feucht und sehr warm im Unterrotliegenden zu deutlich arid im Oberrotliegenden. In Verbindung mit tektonischen Bewegungen der variskischen G.bildung stehen die vulkanischen Ergüsse von z.B. Quarzporphyr (Rhyolith). In den folgenden Erdzeitaltern verwitterten die vulkanischen Gesteine stellenweise bis zu mehreren hundert Metern tief (Kaolinbildung in der Kreide), reichten Flachmeere bis ins heutige Sachsen (Braunkohlenbildung im Tertiär) und modellierte die Kraft der Gletscher das heutige Landschafts- und Gewässernetz heraus (Pleistozän).

Der Geopark Porphyrland möchte seinen Bewohnern und Gästen die Zusammenhänge zwischen Erdgeschichte und Gegenwart verständlich machen, ihnen die Einzigartigkeit dieser Region anhand ausgewählter Geotope (geolog. Wahrzeichen) exemplarisch vorführen und die feste Verbindung zwischen Mensch und Landschaft buchstäblich begreifbar machen. Besucherzentren, sogenannte Geoportale, stellen Geologie, Industriegeschichte und Kulturdenkmale vor.

Das Geotop Rochlitzer Berg


Blick in den Gleisbergbruch, ein ehem. Steinbruch auf dem Rochlitzer Berg.

Eine Quarzporphyrsäge.

Sörnzig und Fischheim südlich des Rochlitzer Berges an der Zwickauer Mulde.

Ich werde im kommenden Jahr weitere Geotope und Einrichtungen dieses Geoparks vor meiner Haustür vorstellen.

Geotop Rochlitzer Berg

Geopark Porphyrland

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