Mittwoch, 7. April 2010

Staatsbürger in Uniform

Die SZ hatte heute in ihrer Rubrik "Die Seite Drei" eine ziemlich charmante Reportage über Sinn und Unsinn des Alltags von Bundeswehrrekruten sowie die Diskrepanz zwischen Früher und Heute im militärischen Alltag.

Ich bringe im folgenden nur die besten Zitate.
[...] "Er hat 1993 angefangen bei der Bundeswehr, es war noch eine andere Armee damals: "Menschlichkeit stand noch nicht auf dem Dienstplan. Da gab es sicher mehr schlechte Erfahrungen als heute" Richtig. 1997 zum Beispiel: Da stand man gerne mal zwei Stunden still in der prallen Sonne, mit dem Befehl, aufzupassen, dass das Sanitätsgebäude nicht davonrennt. Da bekam man im Zuge der politischen Bildung den Satz diktiert: "Krieg ist grausam, aber der Sound ist geil." Da sagten Unteroffiziere zu kranken Soldaten, sie dürfen schon zum Arzt, klar, und an Heiligabend hätten sie dann übrigens Dienst. Da war die ABC-Schutzmaske das "Adolf-Eichmann-Gedächtnisgesicht." Da gab es einen Militärseelsorger, der im lebenskundlichen Unterricht Reinhard Mey vorspielte, "Meine Söhne geb ich nicht", und hinterher fragte, welche "Denkfehler" der "linke Musiker" da mache." [...]
(Roman Deininger, SZ Nr. 79, S. 3)
Hach ja, der Artikel-Autor Roman Deininger scheint eine nette Zeit bei der Truppe verlebt zu haben.

Was meint eigentlich ein Oberst aus dem Zentrum Innere Führung in Koblenz dazu?
"Wo kann denn ein Junge heute schon noch Junge sein?"
(Oberst Siegfried Morbe)
Recht hat er. Beim US-Militär zum Beispiel.


Quelle: http://www.collateralmurder.com/

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