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Dienstag, 31. Dezember 2013

Jahresabschluss 2013: Mit dem Rad nach Thale

Wir schreiben den 30. Dezember 2013, es ist sternenklar bei 1,5 °C, der Wind weht schwach mit 10 km/h aus Südwest. Die Hochdruckrandlage, unter der sich Deutschland schon seit fast zwei Wochen befindet, hat das Wetter wechselhaft gestaltet und immer wieder Tiefausläufer vom Atlantik mit Regenwolken gen Osten geschickt. Doch jetzt zeichnen sich endlich ein paar komplett trockene Tage ab - die will ich u.a. nutzen für eine letzte Rennradtour in diesem Jahr.
22.10 Uhr ist der kurze Schlaf nach dem Abendbrot beendet, 22.30 Uhr der 10 kg leichte Rucksack geschultert und das GPS eingeschaltet. Los geht’s.

Heilbäder und Chemieparks

Wo sich vor knapp 400 Jahren die Truppen von Gustav Adolf und Wallenstein gegenüberstanden, rollt nun das Rennrad durch eine Landschaft, die wenig heimelig wirkt. Weite Felder, eine Autobahn, Industriekomplexe. Mitteldeutschland besteht nicht nur aus Leuchttürmen wie Leipzig mit DHL, BMW und Porsche oder das bisweilen als Silicon Saxony titulierte Zentrum der Chipindustrie in Dresden. Je weiter ich mich der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt nähere, desto mehr dräuen jedenfalls die Probleme des ländlichen Raumes: Wegzug, Überalterung, Arbeitslosigkeit, Verfall. Der Chemiepark Leuna, 3 km nordwestlich von Bad Dürrenberg gelegen, stemmt sich seit Jahrzehnten gegen die soziale und demographische Katastrophe, beschäftigt auf einem Areal von 1300 ha heute über 9000 Menschen.

Sonntag, 29. September 2013

Projekt 421,95

Ich gebs ja zu: Die Entscheidung fiel relativ spontan. Angedacht war an dem WE zwar eine längere Tour, aber am Samstag und dann auch nicht allein. Der Berlin-Marathon findet jedoch am Sonntag statt. Hmm, klarer Fall, leider. Nach einigen Stunden Baumpflege am Samstag, packe ich gegen 17.30 Uhr meine Sachen für die kommende Tagestour. Die Nachttemperaturen riechen bereits nach Winter, denn in Senken kann das Wasser stellenweise den Gefrierpunkt erreichen. Ergo werden lang-lang (nein, nicht der Pianist :-)) getragen, die Helmmütze aus dem Schrank gekramt und die langen Handschuhe angezogen. Zwischen 20.30 Uhr und 0.30 Uhr sammle ich ein paar Stunden Schlaf, dabei wissend, dass ich dank des leicht erhöhten Adrenalinpegels keinen Wecker nötig habe. 0.45 Uhr blicke ich zum ersten Mal in die sternenklare Nacht, es hat 4 °C.

Montag, 26. August 2013

Zwischen Schulanfang und Brückenfest

Der 18 Tage alte Mond wirft das Sonnenlicht auf die abgeernteten Weizenfelder ringsum und sorgt im Duett mit einem unverändert aus südöstlicher Richtung wehenden Wind für die optimale Rahmung des sich seinem Ende zuneigenden Radausflugs. Ich setze die Titelliste des Vormittags fort und lasse mich sowohl von der warmen Stimme in den Ohren als auch von der (kühleren) Luft im Rücken treiben. Die Gedanken gehen auf die Reise, die Kilometer verfliegen, die Müdigkeit spielt keine Hauptrolle mehr. Panta rei.

Die Würfel sind gefallen

Am Vorabend des vergangenen Samstags fällt die Entscheidung. Nachdem mir Wetterbericht und innere Stimme grünes Licht gegeben haben, beginne ich damit, das GPS mit den Streckenkoordinaten und den MP3-Player mit Grimms Märchen zu füllen. Richtig gelesen. Ein kurzer Exkurs als Babysitter hatte mich in die Rolle des Märchenonkels versetzt und dabei intolerable Wissenslücken zu Tage gefördert. Was liegt also näher, als diese Lücken Krater quasi im Vorbeifahren zu füllen? Da ich meinem Autarkiegrundsatz bezüglich fester Nahrung treu bleiben und die Kamera samt Stativ einpacken möchte, ist diesmal obendrein der Rucksack mit an Bord. Außerdem habe ich so Gelegenheit dazu, Beinlinge und Jacke problemlos verstauen zu können.

Sonntag, 23. Juni 2013

Sonntagshügel

Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen sich Bauchgefühl und Vernunft nicht auf einen Nenner einigen können. Gewiss wäre es angebracht, einmal zum Brunch zu laden, einen gemeinsamen Nachmittag am Ufer der gefluteten Tagebaurestlöcher zu planen, weniger allein zu unternehmen.

Doch im Moment fühlt es sich so einfach besser an. Das mag mit zunehmend auseinanderklaffenden Erfahrungswelten zusammenhängen (ganz sicher!), das mag mit moralischen Ansprüchen zusammenhängen (sicher!), das mag mit persönlichen Veranlagungen zusammenhängen (wahrscheinlich!). Am heutigen Tag hätte ich ihr obendrein wieder eine Geburtstags-E-Mail schreiben können - so wie im letzten Jahr. Aber wozu sich erneut an der richtigen Formulierung, am passenden Zitat abmühen, wo man doch nicht mal eine Antwort erhält.

Raus mit dir

Bei sportlichen Windbedingungen mit 40er Böen und einem 20 km/h-Mittelwind aus W ließ ich mich auf den ersten 30 Kilometern bis zur Mulde bei Großbothen verblasen. Zwischen Sermuth und Podelwitz hatte sich die Freiberger Mulde während des Juni-Hochwassers ihr ganzes Auengebiet zurückerobert und Felder sowie Kreisstraße bis zum Waldrand überflutet. Allerhand angeschwemmter Unrat staute sich am Hindernis Leitplanke, kleine Seen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen mit darauf jagenden Graureihern schlossen sich dahinter bis zum jetzt wieder friedlichen Fluss an.

Dienstag, 2. April 2013

Ungewisse Gewissheiten

Neben dem Karsamstag bot der Ostermontag die "besten" Wetterbedingungen für eine Rennradeinheit an diesem langen Wochenende. Gegenwärtig bin ich ja schon froh, wenn es nicht schneit und die Straßen trocken sind. Temperaturen und Wind rangieren da erst an dritter bzw. vierter Stelle.

Das gestrige Programm sah 5 Stunden GA1, untermalt mit 3 Hügel- sowie 2 Flachlandintervallen vor.

Montag, 4. März 2013

Parallelwelten

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an Kenia denken? Safaris in der Masai Mara, Lodges, Victoriasee, Massai-Krieger, Rift Valley, Strände? Alles richtig, doch wichtige Punkte fehlen: Korruption, Auftragsmorde, Bürgerkrieg.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen haben in den letzten Monaten zu einer neuen Welle der Gewalt geführt, die von einflussreichen Politikern verstärkt wird. Die verschiedenen Lager ringen in diesem Land nicht vorrangig um die besten Konzepte, nein, sie Ringen um die Vorherrschaft der jeweils eigenen Ethnie.

Welche schockierenden Folgen das hat, konnte man am Samstag in einer eindrucksvollen Sendung im Deutschlandfunk hören:

Donnerstag, 17. Januar 2013

Frischlich

Impressionen einer kleinen winterlichen Wochenendrunde über Pahna - Frohburg - Roda - Geithain - Rochlitzer Berg - Königsfeld - Bad Lausick.

Stationen der Videoclips (in chronologischer Reihenfolge):

1. Brücke über die künftige A 72 zwischen Roda und Niedergräfenhain (1:25 min)
2. Damwildgehege in Niedergräfenhain (2:21 min)
3. Abfahrt von der B 175 zum Rochlitzer Berg (3:13 min)
4. Auf dem Rochlitzer Berg am Böhmestein (3:42 min)
5. Auf dem Rochlitzer Berg an der Panoramaaussicht (4:09 min)

96 km | 3:49 h | -2 °C | wolkig



Samstag, 12. Januar 2013

"Wer jagen will ..."

Eine der bei der aktuell wenig rennradaffinen Wetterlage selten auftretenden Regenpausen nutzte ich für den Auftakt zur diesjährigen Kilometerfresserei auf schmalen Reifen. Wie ein Hund im Gassimodus beschnupperte ich mein Revier und hielt nach Veränderungen Ausschau. Defekte Straßen mit Löchern so tief, dass ein Antrag auf Zulassung als Angelgewässer beim Landesverband Sächsischer Angler angezeigt wäre, gehören zur Großstadt wie zugeparkte Radwege und Glasscherben am Straßenrand.

[In Leipzig besonders schlimm betroffen ist übrigens der Stadtteil Plagwitz. Auf der Zschocherschen Straße etwa muss man auf bis zu sieben Zentimeter tiefe Krater achtgeben.]

Fährt man hingegen auf den Landstraßen und durch die Dörfer im Umkreis, bleiben unschöne Überraschungen für den Velozipedisten in den meisten Fällen aus.