Der Wind blies heute stärker als am vergangenen Wochenende (eine gute 4), dafür kam er aber immer noch aus südlicher Richtung und führte milde Luft in unsere Breiten. 8.19 Uhr (ziemlich spät, nicht wahr?) mache ich mich auf zur Befahrung eines Tourenvorschlags aus der Rennradliste Leipzig. Es geht in den Süden, zuerst zur Burg Gnandstein und dann weiter nach Lunzenau und Wechselburg. Malerische Dörfchen, Abfahrten mit 76 und Anstiege mit 15 (diesmal keine km/h) waren meine Begleiter entlang der Zwickauer Mulde.
Den Rochlitzer Berg diesmal links liegen lassend befahre ich neue Wege in Seelitz und Zettlitz. Ziemlich genau dem Flußlauf folgend rolle ich (manchmal hakenschlagend) weiter nach Colditz. Mario, du erinnerst dich sicher noch an Teile dieser Strecke zwischen Colditz und Rochlitz direkt an der Mulde - auch die Temperaturen waren fast wie damals.
Die geplante Tour führt ab Colditz direkt zurück in die Leipziger Tieflandsbucht. Ohne mich. Ich verlasse bei Schönbach die B107 und begebe mich zum Zusammenfluss von Zwickauer und Freiberger Mulde in Sermuth. Dieses Puzzleteil durfte nicht fehlen. Ein paar Dörfer (in erstaunlich vielen findet man Lama- und Straußengehege) weiter nördlich geht es in Neunitz an die Befahrung von Teilen der Grimmaer Bergbrezel sowie in Döben kurze Zeit später an die letzte flotte Abfahrt des Tages. Da ich aus erster Hand erfahren habe, dass in Leipzig gerade Plätzchen gebacken werden, frage ich an, ob ein Vorkoster benötigt wird. Otterwisch, Köhra, Großpösna, Prager Straße, Ostplatz. Das Krümelmonster ist da!
Nach leckeren Muffins, minimal an der Unterseite geschwärzten Plätzchen und ein wenig Traubensaft bin ich gestärkt für die letzten 23 km des Tages. Apropos, liebe Frauen, wenn ihr euch nach der Weihnachtszeit wieder unüberhörbar über die lästigen Zusatzpfunde beschwert und diese dann auch noch den euch angeblich mästenden Verwandten zuschreiben wollt, seid daran erinnert: Solange ihr mit "Zusatzpfunden" so ausseht wie unten, ist das völlig in Ordnung ;-). In diesem Sinne, allen LeserInnen eine schöne Vorweihnachtszeit.
Fazit: Im Radius von 50 km um das Energiezentrum des Leipziger Landes findet sich kein anspruchsvolleres und schöneres Rennradrevier. Es gibt hier noch so unendlich viel zu entdecken, dass ich mich schon jetzt auf den nächsten Besuch freue.
Ergänzende Informationen (incl. Höhenprofilen) zu den ersten 100 km finden sich hier: klick.
178 km / 1528 hm
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Sonntag, 29. November 2009
Sonntag, 22. November 2009
Samstagsfahrer
Gut Ding will Weile oder wie ging dieser Spruch doch gleich? Nach zwei (meist noch im Bett liegend) abgebrochenen Anläufen in den vergangenen Wochen schien gestern einfach alles zu passen. Ich war motiviert (nicht immer muss ein Berg im Vordergrund stehen ;-)), aber was fast noch wichtiger ist: Die Nachttemperaturen waren für den November mit 8°C ausgesprochen lau, am Tag sollten es 15°C werden und der Wind blies schwach aus Süd (perfekt für die Heimfahrt).
Mit diesen guten Rahmenbedingungen im Hinterkopf erwache ich 2.29 Uhr - eine Minute vor dem Klingeln des Weckers. Man kann das jetzt als gutes Omen, perfekte Harmonie von Körper und Geist ... oder einfach nur Zufall bezeichnen :-). Müsli einwerfen, DLF hören, 18 Riegel in die Taschen, Traubenzucker ins Getränk, Tür abschließen, Lampen einschalten, los gehts (3.26 Uhr). Ich muss im kommenden Jahr eine andere Route für die Fahrt zum Fichtelberg planen, denn auf der aktuellen vergeht die Zeit einfach nicht mehr. Noch 4:06 h bis zum Sonnenaufgang, Edeka- und Netto-LKW im Dienste der "Verbraucher" unterwegs, ein paar Zeitungsausträger: Sie alle bleiben um diese Zeit meine einzigen Begleiter auf dem ansonsten sehr stillen - nur vom Surren der Kette unterlegten - Weg gen Berge. Ich passiere hinter Crimmitschau den Kreisverkehr (Mario, ich wäre gerne wieder ein paar Runden gefahren), denke an eine gute Zeit zurück und freue mich auf die noch bessere in naher Zukunft!
In Zwickau beginnen mich die ersten Autos zu nerven, in Kirchberg (Mareike, um sieben war bei euch noch der Hund ... ähhh ... im Tiefschlaf) ist alles beim alten und in Lichtenau geht (pünktlich auf dem ersten Hügelchen) die Sonne auf. Orangetöne in allen Varianten, Rehe auf dem angrenzenden Feld, 93 km in den Beinen - und den langweiligen Teil der Strecke geschafft. Ab jetzt wird die Landschaft abwechslungsreicher und das Relief anspruchsvoller. Auf der kurzen Abfahrt nach Wolfsgrün bemerkt man deutlich einen Temperaturrückgang und ich bin froh, im Vorfeld dessen wieder mein Kopftuch unter den Helm gezogen zu haben. Dieses Spiel aus Ablegen des Kopfschutzes und anlegen des Kopfschutzes soll sich heute noch oft wiederholen, denn die Luft ist zu warm, um mit dem Ding bergan zu fahren, aber zu kalt, um die Abfahrt gesund ohne zu überstehen. Deshalb wird heuer erstmalig ein Stop in Bockau eingelegt. Heimlich schaue ich mich um, ob jemand am Fenster steht und denkt, "der Typ schiebt jetzt gleich den Berg hoch". Macht der Typ natürlich nicht.
Es geht noch ganz gut hinauf zum Jägerhaus, wenngleich ich bisher immer 39/25 gekettet hatte und nicht 39/28 wie heute. Egal, das sind Randnotizen (oder doch nicht?).
Eigentlich idiotisch: Man quält sich mühsam durch den Wald bergauf und ballert 2 km später wieder mit 80 Sachen ins Tal. Wie gewonnen, so zerr...
Freude macht sich breit, als meine Reifen die Rittersgrüner Straßen erreichen. Ist da vorn ein Radler zu sehen? Ein Mountainbiker kommt mir in kurzen Hosen entgegen - bin ich mit meinen 2 langen Hosen am Körper etwa schon verweichlicht? Bei Tellerhäuser stehen Warnschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 und 30 km/h, weil heute hier eine Treibjagd stattfindet. Ich möchte jetzt nicht mit den Gefühlen einer um ihr Leben rennenden Wildschweinrotte tauschen - und nicht von ihr platt gemacht werden. "Treibjagd" kenne ich sonst im Rad-Zusammenhang nur von den gemütlichen Touren zusammen mit Alex, Mario und Uwe.
Schon mit Blick auf den Grenzübergang, biegt die Straße scharf nach links ab und führt auf den letzten 2,5 km hinauf zum Gipfel des Fichtelberges. Biathleten und Langläufer trainieren hier in der Sommersaison auf einer perfekten Asphaltpiste im Wald. In Anbetracht all der Feuerwehren vor Ort fühle ich mich inmitten einer Großübung. Das ganze Prozedere hat allerdings einen ernsten Hintergrund, denn beim Schwenk um die nächste Kurve sehe ich die qualmenden Reste der Fichtelbergbaude. Brandstiftung wird als Ursache vermutet, denn das Gebäude war zum fraglichen Zeitpunkt menschenleer und die kommende Wintersaison steht vor der Tür. Homo homini lupus!
Nach dem Befüllen der Flaschen und einer halben Ewigkeit Gebastel am Reißverschluss meiner Jacke geht es endlich weiter in Richtung Marienberg. Die B 95 bis Annaberg ist nicht unbedingt als Radstrecke zu empfehlen, ermöglicht bei passendem Wind aber eine ansprechende Reisegeschwindigkeit. Wenn man ein Schild mit "15 km" liest und nach 2 Kilometern das nächste mit "15 km" zum selben Ort fühlt man sich ver******. Klar, im Auto stört das keinen, aber ich hab 150 km in den Beinen und will irgendwann ankommen!!! Das GPS hat mich dann gleich getröstet und die bösen Verkehrsplaner überführt. Hoch, runter, hoch, runter. Aus dem Zschopautal geht es wieder hinauf nach Großrückerswalde und weiter zu meinem Mittagsziel Marienberg. Von hier sind es 19 km Luftlinie bis zur Augustusburg. Aber ich hab ein Mittagstief.
Vor Jahren bin ich nach knappen 100 km auf einer Wiese eingeschlafen, weil ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht den Segen der Molkeriegel erkannt hatte. Heute schlafe ich für 10 Minuten - der Lifestyle-Mensch nennt es "power napping" - in einer Bushaltestelle. Das musste sein, mein Körper hat danach geschrien. Dieser kleine Kniff hat allerdings seine Tücken, gilt es doch dem Wunsch nach "weiteren 10 Minuten" energisch entgegenzutreten. Scheinbar hab ich die psychologisch wichtige Wegmarke "Augustusburg" erst passieren müssen, um die Reserveakkus anzapfen zu können. Es rollt flüssig, keine Schmerzen, keine Riegelengpässe, keine schlechte Laune mehr. Sonnenuntergang 16.16 Uhr - noch 8 Kilometer bis zur Hängebrücke von Sörnzig. Von den Feldern kommend sehe ich die aus dem Muldental aufsteigenden Nebel im letzten Abendlicht. Wunderschön.
Ich sammle die letzten nennenswerten Höhenmeter des Tages in völliger Dunkelheit auf dem Weg zum Rochlitzer Berg. Rascheln abseits des Weges, Mäuse im Laub, Rehe? Ich weiß es nicht. Noch 42 km, es rollt dank Südwindunterstützung immer besser und bis auf den Wackelkontakt in meiner Lampe stören keine unangenehmen Ereignisse die Fahrt nach Hause.
Für 301 Tageskilometer wird kurz vor dem Ziel noch ein kleiner Schlenker eingebaut. Es kommt eben doch auf die Länge an...
Die Tourdaten:
301 km
3839 hm
12:46 h / 15:03 h
Ein paar Profile:
Bockau
Antonshöhe
Fichtelberg
Rochlitzer Berg
Mit diesen guten Rahmenbedingungen im Hinterkopf erwache ich 2.29 Uhr - eine Minute vor dem Klingeln des Weckers. Man kann das jetzt als gutes Omen, perfekte Harmonie von Körper und Geist ... oder einfach nur Zufall bezeichnen :-). Müsli einwerfen, DLF hören, 18 Riegel in die Taschen, Traubenzucker ins Getränk, Tür abschließen, Lampen einschalten, los gehts (3.26 Uhr). Ich muss im kommenden Jahr eine andere Route für die Fahrt zum Fichtelberg planen, denn auf der aktuellen vergeht die Zeit einfach nicht mehr. Noch 4:06 h bis zum Sonnenaufgang, Edeka- und Netto-LKW im Dienste der "Verbraucher" unterwegs, ein paar Zeitungsausträger: Sie alle bleiben um diese Zeit meine einzigen Begleiter auf dem ansonsten sehr stillen - nur vom Surren der Kette unterlegten - Weg gen Berge. Ich passiere hinter Crimmitschau den Kreisverkehr (Mario, ich wäre gerne wieder ein paar Runden gefahren), denke an eine gute Zeit zurück und freue mich auf die noch bessere in naher Zukunft!
In Zwickau beginnen mich die ersten Autos zu nerven, in Kirchberg (Mareike, um sieben war bei euch noch der Hund ... ähhh ... im Tiefschlaf) ist alles beim alten und in Lichtenau geht (pünktlich auf dem ersten Hügelchen) die Sonne auf. Orangetöne in allen Varianten, Rehe auf dem angrenzenden Feld, 93 km in den Beinen - und den langweiligen Teil der Strecke geschafft. Ab jetzt wird die Landschaft abwechslungsreicher und das Relief anspruchsvoller. Auf der kurzen Abfahrt nach Wolfsgrün bemerkt man deutlich einen Temperaturrückgang und ich bin froh, im Vorfeld dessen wieder mein Kopftuch unter den Helm gezogen zu haben. Dieses Spiel aus Ablegen des Kopfschutzes und anlegen des Kopfschutzes soll sich heute noch oft wiederholen, denn die Luft ist zu warm, um mit dem Ding bergan zu fahren, aber zu kalt, um die Abfahrt gesund ohne zu überstehen. Deshalb wird heuer erstmalig ein Stop in Bockau eingelegt. Heimlich schaue ich mich um, ob jemand am Fenster steht und denkt, "der Typ schiebt jetzt gleich den Berg hoch". Macht der Typ natürlich nicht.
Es geht noch ganz gut hinauf zum Jägerhaus, wenngleich ich bisher immer 39/25 gekettet hatte und nicht 39/28 wie heute. Egal, das sind Randnotizen (oder doch nicht?).
Eigentlich idiotisch: Man quält sich mühsam durch den Wald bergauf und ballert 2 km später wieder mit 80 Sachen ins Tal. Wie gewonnen, so zerr...
Freude macht sich breit, als meine Reifen die Rittersgrüner Straßen erreichen. Ist da vorn ein Radler zu sehen? Ein Mountainbiker kommt mir in kurzen Hosen entgegen - bin ich mit meinen 2 langen Hosen am Körper etwa schon verweichlicht? Bei Tellerhäuser stehen Warnschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 und 30 km/h, weil heute hier eine Treibjagd stattfindet. Ich möchte jetzt nicht mit den Gefühlen einer um ihr Leben rennenden Wildschweinrotte tauschen - und nicht von ihr platt gemacht werden. "Treibjagd" kenne ich sonst im Rad-Zusammenhang nur von den gemütlichen Touren zusammen mit Alex, Mario und Uwe.
Schon mit Blick auf den Grenzübergang, biegt die Straße scharf nach links ab und führt auf den letzten 2,5 km hinauf zum Gipfel des Fichtelberges. Biathleten und Langläufer trainieren hier in der Sommersaison auf einer perfekten Asphaltpiste im Wald. In Anbetracht all der Feuerwehren vor Ort fühle ich mich inmitten einer Großübung. Das ganze Prozedere hat allerdings einen ernsten Hintergrund, denn beim Schwenk um die nächste Kurve sehe ich die qualmenden Reste der Fichtelbergbaude. Brandstiftung wird als Ursache vermutet, denn das Gebäude war zum fraglichen Zeitpunkt menschenleer und die kommende Wintersaison steht vor der Tür. Homo homini lupus!
Nach dem Befüllen der Flaschen und einer halben Ewigkeit Gebastel am Reißverschluss meiner Jacke geht es endlich weiter in Richtung Marienberg. Die B 95 bis Annaberg ist nicht unbedingt als Radstrecke zu empfehlen, ermöglicht bei passendem Wind aber eine ansprechende Reisegeschwindigkeit. Wenn man ein Schild mit "15 km" liest und nach 2 Kilometern das nächste mit "15 km" zum selben Ort fühlt man sich ver******. Klar, im Auto stört das keinen, aber ich hab 150 km in den Beinen und will irgendwann ankommen!!! Das GPS hat mich dann gleich getröstet und die bösen Verkehrsplaner überführt. Hoch, runter, hoch, runter. Aus dem Zschopautal geht es wieder hinauf nach Großrückerswalde und weiter zu meinem Mittagsziel Marienberg. Von hier sind es 19 km Luftlinie bis zur Augustusburg. Aber ich hab ein Mittagstief.
Vor Jahren bin ich nach knappen 100 km auf einer Wiese eingeschlafen, weil ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht den Segen der Molkeriegel erkannt hatte. Heute schlafe ich für 10 Minuten - der Lifestyle-Mensch nennt es "power napping" - in einer Bushaltestelle. Das musste sein, mein Körper hat danach geschrien. Dieser kleine Kniff hat allerdings seine Tücken, gilt es doch dem Wunsch nach "weiteren 10 Minuten" energisch entgegenzutreten. Scheinbar hab ich die psychologisch wichtige Wegmarke "Augustusburg" erst passieren müssen, um die Reserveakkus anzapfen zu können. Es rollt flüssig, keine Schmerzen, keine Riegelengpässe, keine schlechte Laune mehr. Sonnenuntergang 16.16 Uhr - noch 8 Kilometer bis zur Hängebrücke von Sörnzig. Von den Feldern kommend sehe ich die aus dem Muldental aufsteigenden Nebel im letzten Abendlicht. Wunderschön.
Ich sammle die letzten nennenswerten Höhenmeter des Tages in völliger Dunkelheit auf dem Weg zum Rochlitzer Berg. Rascheln abseits des Weges, Mäuse im Laub, Rehe? Ich weiß es nicht. Noch 42 km, es rollt dank Südwindunterstützung immer besser und bis auf den Wackelkontakt in meiner Lampe stören keine unangenehmen Ereignisse die Fahrt nach Hause.
Für 301 Tageskilometer wird kurz vor dem Ziel noch ein kleiner Schlenker eingebaut. Es kommt eben doch auf die Länge an...
Die Tourdaten:
301 km
3839 hm
12:46 h / 15:03 h
Ein paar Profile:
Bockau
Antonshöhe
Fichtelberg
Rochlitzer Berg
Themen:
2009,
Radtraining
Sonntag, 1. November 2009
Radeln im Herbst
Gestern lud die Sonne zu einer kleinen Ausfahrt nach Grimma ein. Zusammen mit Alex ging es vom Kanupark Auenhain aus in Richtung Mulde, um im Örtchen Döben ein paar Höhenmeter entlang der legendären "Bergbrezel" zu absolvieren :-). Allein wegen der dunkelroten Färbung des Buchenlaubes im Stadtwald hat sich die Fahrt gelohnt. Retour schwanden langsam die Kräfte und meine abschließende Runde um den Cospudener See wurde mit gefühlten 100 W abgerollt. Zum Glück haben mich nicht noch Inlineskater überholt...
Heute bin ich dann mal wieder zum Rochlitzer Berg gefahren. Der Südwind war nicht zu verachten und bescherte auf der Hinfahrt 20 km/h-Abschnitte. Übel.
Der Gipfel war erwartungsgemäß mit Sonntagsausflüglern überfüllt, dennoch fand sich ein schönes ruhiges Plätzchen am Porphyr-Lehrpfad um ein wenig die Finken im Geäst der Lärchen zu beobachten.
In den nächsten Tagen jagt ein Regengebiet das nächste, sodass ich mich dem anpassen und wieder die Schwimmhalle besuchen werde. Allen Lesern eine schöne Woche.
Heute bin ich dann mal wieder zum Rochlitzer Berg gefahren. Der Südwind war nicht zu verachten und bescherte auf der Hinfahrt 20 km/h-Abschnitte. Übel.
Der Gipfel war erwartungsgemäß mit Sonntagsausflüglern überfüllt, dennoch fand sich ein schönes ruhiges Plätzchen am Porphyr-Lehrpfad um ein wenig die Finken im Geäst der Lärchen zu beobachten.
In den nächsten Tagen jagt ein Regengebiet das nächste, sodass ich mich dem anpassen und wieder die Schwimmhalle besuchen werde. Allen Lesern eine schöne Woche.
Themen:
2009,
Radtraining
Sonntag, 18. Oktober 2009
Regentage
Endlich wieder Sonne und trockene Straßen! Heute Nachmittag bin ich nach einer Woche mit arktischer Luft und täglichem Regen wieder mit dem Rennrad unterwegs gewesen. Es war schön ... und sehr kalt. Meine allergische Reaktion auf eine ganz bestimmte Katze im Freundeskreis hat sich gestern (leider) wieder bewahrheitet. Es reicht schon die Nähe zu ihrer Schlafcouch und mir schnürt es die Luftröhre zu. Ein beklemmendes Gefühl. Da ich zu Hause selbst 3 Katzen habe, wird es sich nicht um eine einfache Katzenallergie handeln, sondern eher um die Reaktion auf bestimmte Proteine in ihrem Speichel, die dann mit den Haaren an besagtem Möbel hängenbleiben.
Mit dem abklingenden Gefühl, nur ein Drittel der Lunge füllen zu können, ging es einmal um den Cospudener See - Sikawild und Bisons besuchen - dann hinüber zum Markkleeberger See und abschließend zum Störmthaler See. Ja ja, das Leipziger Neuseenland macht seinem Namen alle Ehre. 50 km am Ende, im ruhigen GA1-Tempo mit 126er Puls gefahren (entspricht bei mir einem Puls von 119-149 Schlägen pro Minute), in zwei Stunden sind der Witterung und meinem Allgemeinbefinden angepasst gewesen. Die nächsten Tage verheißen viel Sonnenschein und auch die Höhenströmung dreht von Nord auf Süd bis Südwest. Endlich.
Mit dem abklingenden Gefühl, nur ein Drittel der Lunge füllen zu können, ging es einmal um den Cospudener See - Sikawild und Bisons besuchen - dann hinüber zum Markkleeberger See und abschließend zum Störmthaler See. Ja ja, das Leipziger Neuseenland macht seinem Namen alle Ehre. 50 km am Ende, im ruhigen GA1-Tempo mit 126er Puls gefahren (entspricht bei mir einem Puls von 119-149 Schlägen pro Minute), in zwei Stunden sind der Witterung und meinem Allgemeinbefinden angepasst gewesen. Die nächsten Tage verheißen viel Sonnenschein und auch die Höhenströmung dreht von Nord auf Süd bis Südwest. Endlich.
Themen:
2009,
Radtraining
Montag, 17. August 2009
Sonntagsfahrer
Noch bevor mich der Wecker 3.30 Uhr aus dem Reich der Träume reißen soll, liege ich bereits wach (leider nicht mehr als 4 Stunden Schlaf) und sinniere über den kommenden Tag.
Es ist Sonntag, der 16. August 2009, 4.10 Uhr, als ich das Licht in der Küche anknipse und mein Müsli einwerfe. Die Verpflegung ist bereits am Vorabend bereitgelegt worden (12 Molkeriegel, Cliff Bars und Sport Beans aus CA, 2 Gels, eine Banane). Nach dem Anbau eines provisorischen Rücklichts für die ersten 20 Kilometer des Tages, verlassen wir beide 4.45 Uhr das Haus.
Morgenstund hat...
Auf der Brücke über die Pleiße verpasse ich den dort hockenden Anglern einen veritablen Morgenschreck, denn alles was man von mir hörte war das Rollgeräusch zweier Rennradreifen :-)
Nach einer Überprüfung des GPS geht es südostwärts bis Borna und dann südlich weiter in Richtung Altenburg. Während des ersten kleinen Anstiegs - parallel am Schloßpark der Skatstadt entlang - steigt die Sonne über den Horizont. Es ist kurz nach 6 Uhr, als ich endlich den Stadtwald hinter mir gelassen und die tiefstehende Sonne an meiner Seite habe.
Weiter über Lehndorf und Gössnitz folge ich der B 93 bis eine Nebenstraße rechts nach Crimmitschau abzweigt. Interessantes fördert die Beobachtung meines Körpers zu Tage, denn just an immer der gleichen Stelle vor Ponitz zieht es mich zum Pinkeln an den Straßenrand. Soviel dazu. Dreiviertel sieben bin ich am letzten Kreisverkehr von Crimmitschau und kurble mich leicht bergan auf eine kleine Hochebene, die sich bis Dänkritz zieht. Nicht mehr weit ins Herz der Sachsenring-Trabbi-Stadt (aktuelles Modell: Trabant nT - ein reines Elektroauto) ist es, wenn man den Ausbildungsplatz der Zwickauer Hundestaffel hinter sich und die 8%-Abfahrt direkt vor Augen hat (Sachsenring und Hundestaffel in einem Satz muss man mir erstmal nachmachen ;-))
Ich liebe Eichen und Linden am Straßenrand. Danach sahen meine roten Reifen auf der Lauffläche komplett schwarz aus. Schnell weg hier. Wilkau-Hasslau (an diesem WE mit Stadtfest), A 72-Unterquerung, Kirchberg, ich komme. Elend lang ziehen sich die 10 Kilometer von Kirchberg (80. Tageskilometer) bis nach Bärenwalde, wo einen die erste Bergprüfung erwartet. Von 480 m NN geht es bis auf 633 m NN (Hundshübel). Ein kurzes Stück (300 m) befährt man die B 169, dann biegt meine Route rechts ab zur Talsperre Eibenstock. Der beliebte Bikertreff am Aussichtspunkt ist jetzt 8.47 Uhr noch verwaist (glücklicherweise, denn so kann ich entspannt - und nur leicht zitternd ob der Kälte im Wald - bis Wolfsgrün rollen).
Rübezahl
Die ersten Rennradler des Tages kommen mir entgegen, ich verlasse die B 283 bei Bockau und stelle mich der Auffahrt bis zum Jägerhaus. 340 hm auf einer Gesamtlänge von 6,5 km lassen meinen Schnitt gewaltig einbrechen. Heftig. Mehr Worte braucht es nicht.
Nächste Abfahrt, Höhe abmontieren, (Antons)Höhe aufbauen. Punkt 10 Uhr bin ich in Rittersgrün (118. Tageskilometer), mittendrin in der Auffahrt zum zweithöchsten Berg des Erzgebirges.
Mit Eric Clapton und seinem herrlichen Solo zu "Leila" in den Ohren kann ich die mittlerweile in Herden auftretenden Motorradfahrer ganz gut ertragen und meinen Rhythmus halbwegs ungestört strampeln. Tellerhäuser, danach die üble "Rampe", der Blick fällt auf den Gipfel. Wunderschön.
Am Olympiastützpunkt gegenüber der Sachsenbaude ist mächtig Betrieb. Ich sehe Autos mit österreichischen Kennzeichen, Athleten auf Sommerlangläufern entlang der Straße und wahre Trupps ihresgleichen auf der Trainingsstrecke im Wald. Einem älteren Radkollegen nehme ich fix 5 Minuten ab (*grins*), bevor auf einer Bank mit Blick gen Norden zwei "Ich-lebe-noch-SMS" verschickt werden. Meinen Wasservorrat hab ich so geplant, dass jetzt (11.04 Uhr) meine mitgeführten 2 Liter verbraucht sind. Auf dem Gäste-WC fülle ich nach, trinke einen halben Liter gleich vor Ort und verschwinde 11.37 Uhr wieder vom Gipfel.
Jachymov heißt das nächste Ziel, gleichzeitig Ausgangspunkt der langen Auffahrt zum Keilberg. Den Rat, mir doch im Panoramahotel für 4 Euro den Magen vollzuschlagen befolge ich nicht. Schließlich bin ich ja nicht als Touri hier!
"Kv?Tnovà" meint mein GPS zum Ortsnamen, in welchem ich die Hauptstraße verlassen und auf die Radstrecke 3005 abbiegen soll. Dann machen wir das doch. Es ist 12.08 Uhr, 478 m NN, über dreißig Grad warm - aufi gehts!!! 14 Kilometer lang ist die (landschaftlich reizvoll gelegene) Nebenstraße, die einen hinauf zum Gipfel befördert. Als Rennradfahrer ist man jedoch schnell extrem genervt über den aus gewalzter Schlacke zu bestehen scheinenden "Straßen"belag. Bei meiner Geschwindigkeit knapp über dem Lauftempo stört dies aber weitaus weniger als bei einer Abfahrt. DIESE Route würde ich dafür bergab nur mit dem MTB wählen.
Kurz und schmerzlos: nach 564 weiteren Höhenmetern in den Beinen können wir beide (denn wer hat mich denn die ganze Zeit getragen?!) die Aussicht zum 6 km entfernten Gipfel des Fichtelberges und zum nur noch 2 Kilometer entfernten Gipfel des Keilbergs geniessen. Wobei "geniessen" hier das falsche Wort ist, denn ich (und meine Sonnencreme) fließe(n) auf der kleinen Hochfläche förmlich dahin. Als Planungsgrundlage für den weiteren Tourenverlauf diente ein Track eines Chemnitzers - der aber anscheinend Mountainbiker ist. Ekelhaft, diese oben beschriebenen Straßen, man ist nur mit bremsen und umschiffen der gröbsten Krater beschäftigt. Auf Höhe Hammerunterwiesenthal war Schluss mit lustig, ich verlasse den geplanten Track und fahre wieder über die Grenze.
Auf Wolke sieben
Der B 95 über Bärenstein bis nach Annaberg-Buchholz folgend kann ordentlich Strecke gemacht und mein Zeitpolster etwas aufgebessert werden. Auf der B 101 geht es weiter bis zum Thermalbad Wiesenbad. 14.50 Uhr (203. Tageskilometer) treffe ich in besagtem Örtchen ein, erstaunt, dass der zu Edeka gehörende "Simmel" geöffnet hat. Amerikanische Verhältnisse? I wo, man hat eine Sondergenehmigung wegen des Bad- und Stadtfestes erhalten. Schön, denn so komme ich für 5 Euro zu allem, was das Radlerherz begehrt (und die Trikottaschen fassen). Ich folge dem Tal der Zschopau auf schattiger Straße und vorbei an fliegenfischenden Anglern erst bis Wolkenstein (mit dem Kletterrevier Wolkensteiner Schweiz) und dann weiter über Scharfenstein (mit einer tollen Burg) bis zur Stadt Zschopau. In diesem Gebiet muss ich unbedingt noch vor dem Herbst eine Wanderung unternehmen, denn mir hat es hier sagenhaft gut gefallen. Hinter der Stadt schlängelt sich die Straße schön schattig durch den Wald, bevor es mit Blick auf die Augustusburg wieder hinaus zwischen die abgeernteten Weizenfelder geht. Von Süden kommend scheint das Schloss wie eine Fata Morgana auf dem Feld zu thronen, jedoch wird der Spuk nach 2 km rasch aufgelöst und der Schlosswald sichtbar.
Keine Zeit für Planschereien
Die Abfahrt bis Erdmannsdorf lasse ich mir natürlich nicht entgehen, 16.46 Uhr ist es bei Ankunft im Ort und 296 m NN hoch. Auf 472 m NN muss man anschließend klettern, sonst entgeht einem die nächste Schussfahrt durch Euba ;-). Mein Getränkevorrat ist mittlerweile wieder auf 2 Liter geschrumpft, 250 Tageskilometer sind absolviert und die Badeteiche am Wegesrand werden mit eiserner Härte ignoriert. Das ist purer Selbstschutz, denn so wie ich mich kenne, schließt sich ein Nickerchen an, welches den Zeitplan (von wegen ankommen bei Tageslicht) torpedieren würde.
Was soll ich sagen, Nest an Nest reiht sich auf dem Weg bis kurz vor Rochlitz und ich bin ehrlich gesagt froh, in Königshain-Wiederau auf die B 107 wechseln zu können. Dem Abzweig Sörnzig darf jeder Radfahrer folgen, dem die schöne Hängebrücke über die Zwickauer Mulde und die kleine Straße hinauf zum Rochlitzer Berg zusagen. Das ist bei mir definitiv der Fall, zumal die Bank am Flussufer unwiderstehlich zum Genuß zweier geschmolzener Molkeriegel einlädt.
Exakt 18.40 Uhr machen wir beide uns an die Besteigung des letzten Hügels dieser Tour. 168 hm gilt es zu bewältigen, dann hat man die Porphyrsteinbrüche unter sich und kann mit einem Lächeln bis Königsfeld fast ohne Kurbeldrehung durch die Landschaft rollen. Wenige Meter hinter dem Ortseingangsschild von Bad Lausick sind die 300 Tageskilometer im Sack, es ist 19.35 Uhr, meine Beine wollen nur noch ruhig ausrollen. Die Beine schon. Hinter der letzten Ampel im Ort schaue ich mal wieder, ob meine Schnellspanner an den Laufrädern weiterhin geschlossen sind ... und entdecke einen "Konkurrenten". Na gut, Freundchen, noch sind ja ein, zwei Tropfen im Tank: Beschleunigen auf 52, abbiegen, Tempo bei 32 halten, den kleinen Hügel vor Beucha im Anschlag mit 30 wegbügeln, Aeroposition, Tiefschlag! Er geht vorbei und winkt mich in seinen Windschatten. Für meine Tagesleistung bekomme ich (immerhin) anerkennende Blicke und einen Klopfer auf die Schulter. Bis Kitzscher zieht er mich im Windschatten und biegt dann ab gen Eula. Schöne Grüße an dieser Stelle an den SV Eula 58!

Die Sonne steht schon tief hinter einer Wolke und wirft einen tollen Heiligenschein um den Wolkenrand. Angekommen am Röthaer Stausee lege ich mich als Tagesabschluss für ein paar Minuten auf die Bank und beobachte die jagenden Schwalben über dem Wasser.
Consumatum est - 20.33 Uhr ist Sonnenuntergang und wir sind ohne Pannen wieder zu Hause.
Tourdaten:
Es ist Sonntag, der 16. August 2009, 4.10 Uhr, als ich das Licht in der Küche anknipse und mein Müsli einwerfe. Die Verpflegung ist bereits am Vorabend bereitgelegt worden (12 Molkeriegel, Cliff Bars und Sport Beans aus CA, 2 Gels, eine Banane). Nach dem Anbau eines provisorischen Rücklichts für die ersten 20 Kilometer des Tages, verlassen wir beide 4.45 Uhr das Haus.
Morgenstund hat...
Auf der Brücke über die Pleiße verpasse ich den dort hockenden Anglern einen veritablen Morgenschreck, denn alles was man von mir hörte war das Rollgeräusch zweier Rennradreifen :-)
Nach einer Überprüfung des GPS geht es südostwärts bis Borna und dann südlich weiter in Richtung Altenburg. Während des ersten kleinen Anstiegs - parallel am Schloßpark der Skatstadt entlang - steigt die Sonne über den Horizont. Es ist kurz nach 6 Uhr, als ich endlich den Stadtwald hinter mir gelassen und die tiefstehende Sonne an meiner Seite habe.
Weiter über Lehndorf und Gössnitz folge ich der B 93 bis eine Nebenstraße rechts nach Crimmitschau abzweigt. Interessantes fördert die Beobachtung meines Körpers zu Tage, denn just an immer der gleichen Stelle vor Ponitz zieht es mich zum Pinkeln an den Straßenrand. Soviel dazu. Dreiviertel sieben bin ich am letzten Kreisverkehr von Crimmitschau und kurble mich leicht bergan auf eine kleine Hochebene, die sich bis Dänkritz zieht. Nicht mehr weit ins Herz der Sachsenring-Trabbi-Stadt (aktuelles Modell: Trabant nT - ein reines Elektroauto) ist es, wenn man den Ausbildungsplatz der Zwickauer Hundestaffel hinter sich und die 8%-Abfahrt direkt vor Augen hat (Sachsenring und Hundestaffel in einem Satz muss man mir erstmal nachmachen ;-))
Ich liebe Eichen und Linden am Straßenrand. Danach sahen meine roten Reifen auf der Lauffläche komplett schwarz aus. Schnell weg hier. Wilkau-Hasslau (an diesem WE mit Stadtfest), A 72-Unterquerung, Kirchberg, ich komme. Elend lang ziehen sich die 10 Kilometer von Kirchberg (80. Tageskilometer) bis nach Bärenwalde, wo einen die erste Bergprüfung erwartet. Von 480 m NN geht es bis auf 633 m NN (Hundshübel). Ein kurzes Stück (300 m) befährt man die B 169, dann biegt meine Route rechts ab zur Talsperre Eibenstock. Der beliebte Bikertreff am Aussichtspunkt ist jetzt 8.47 Uhr noch verwaist (glücklicherweise, denn so kann ich entspannt - und nur leicht zitternd ob der Kälte im Wald - bis Wolfsgrün rollen).
Rübezahl
Die ersten Rennradler des Tages kommen mir entgegen, ich verlasse die B 283 bei Bockau und stelle mich der Auffahrt bis zum Jägerhaus. 340 hm auf einer Gesamtlänge von 6,5 km lassen meinen Schnitt gewaltig einbrechen. Heftig. Mehr Worte braucht es nicht.
Nächste Abfahrt, Höhe abmontieren, (Antons)Höhe aufbauen. Punkt 10 Uhr bin ich in Rittersgrün (118. Tageskilometer), mittendrin in der Auffahrt zum zweithöchsten Berg des Erzgebirges.
Mit Eric Clapton und seinem herrlichen Solo zu "Leila" in den Ohren kann ich die mittlerweile in Herden auftretenden Motorradfahrer ganz gut ertragen und meinen Rhythmus halbwegs ungestört strampeln. Tellerhäuser, danach die üble "Rampe", der Blick fällt auf den Gipfel. Wunderschön.
Am Olympiastützpunkt gegenüber der Sachsenbaude ist mächtig Betrieb. Ich sehe Autos mit österreichischen Kennzeichen, Athleten auf Sommerlangläufern entlang der Straße und wahre Trupps ihresgleichen auf der Trainingsstrecke im Wald. Einem älteren Radkollegen nehme ich fix 5 Minuten ab (*grins*), bevor auf einer Bank mit Blick gen Norden zwei "Ich-lebe-noch-SMS" verschickt werden. Meinen Wasservorrat hab ich so geplant, dass jetzt (11.04 Uhr) meine mitgeführten 2 Liter verbraucht sind. Auf dem Gäste-WC fülle ich nach, trinke einen halben Liter gleich vor Ort und verschwinde 11.37 Uhr wieder vom Gipfel.
Jachymov heißt das nächste Ziel, gleichzeitig Ausgangspunkt der langen Auffahrt zum Keilberg. Den Rat, mir doch im Panoramahotel für 4 Euro den Magen vollzuschlagen befolge ich nicht. Schließlich bin ich ja nicht als Touri hier!
"Kv?Tnovà" meint mein GPS zum Ortsnamen, in welchem ich die Hauptstraße verlassen und auf die Radstrecke 3005 abbiegen soll. Dann machen wir das doch. Es ist 12.08 Uhr, 478 m NN, über dreißig Grad warm - aufi gehts!!! 14 Kilometer lang ist die (landschaftlich reizvoll gelegene) Nebenstraße, die einen hinauf zum Gipfel befördert. Als Rennradfahrer ist man jedoch schnell extrem genervt über den aus gewalzter Schlacke zu bestehen scheinenden "Straßen"belag. Bei meiner Geschwindigkeit knapp über dem Lauftempo stört dies aber weitaus weniger als bei einer Abfahrt. DIESE Route würde ich dafür bergab nur mit dem MTB wählen.
Kurz und schmerzlos: nach 564 weiteren Höhenmetern in den Beinen können wir beide (denn wer hat mich denn die ganze Zeit getragen?!) die Aussicht zum 6 km entfernten Gipfel des Fichtelberges und zum nur noch 2 Kilometer entfernten Gipfel des Keilbergs geniessen. Wobei "geniessen" hier das falsche Wort ist, denn ich (und meine Sonnencreme) fließe(n) auf der kleinen Hochfläche förmlich dahin. Als Planungsgrundlage für den weiteren Tourenverlauf diente ein Track eines Chemnitzers - der aber anscheinend Mountainbiker ist. Ekelhaft, diese oben beschriebenen Straßen, man ist nur mit bremsen und umschiffen der gröbsten Krater beschäftigt. Auf Höhe Hammerunterwiesenthal war Schluss mit lustig, ich verlasse den geplanten Track und fahre wieder über die Grenze.
Auf Wolke sieben
Der B 95 über Bärenstein bis nach Annaberg-Buchholz folgend kann ordentlich Strecke gemacht und mein Zeitpolster etwas aufgebessert werden. Auf der B 101 geht es weiter bis zum Thermalbad Wiesenbad. 14.50 Uhr (203. Tageskilometer) treffe ich in besagtem Örtchen ein, erstaunt, dass der zu Edeka gehörende "Simmel" geöffnet hat. Amerikanische Verhältnisse? I wo, man hat eine Sondergenehmigung wegen des Bad- und Stadtfestes erhalten. Schön, denn so komme ich für 5 Euro zu allem, was das Radlerherz begehrt (und die Trikottaschen fassen). Ich folge dem Tal der Zschopau auf schattiger Straße und vorbei an fliegenfischenden Anglern erst bis Wolkenstein (mit dem Kletterrevier Wolkensteiner Schweiz) und dann weiter über Scharfenstein (mit einer tollen Burg) bis zur Stadt Zschopau. In diesem Gebiet muss ich unbedingt noch vor dem Herbst eine Wanderung unternehmen, denn mir hat es hier sagenhaft gut gefallen. Hinter der Stadt schlängelt sich die Straße schön schattig durch den Wald, bevor es mit Blick auf die Augustusburg wieder hinaus zwischen die abgeernteten Weizenfelder geht. Von Süden kommend scheint das Schloss wie eine Fata Morgana auf dem Feld zu thronen, jedoch wird der Spuk nach 2 km rasch aufgelöst und der Schlosswald sichtbar.
Keine Zeit für Planschereien
Die Abfahrt bis Erdmannsdorf lasse ich mir natürlich nicht entgehen, 16.46 Uhr ist es bei Ankunft im Ort und 296 m NN hoch. Auf 472 m NN muss man anschließend klettern, sonst entgeht einem die nächste Schussfahrt durch Euba ;-). Mein Getränkevorrat ist mittlerweile wieder auf 2 Liter geschrumpft, 250 Tageskilometer sind absolviert und die Badeteiche am Wegesrand werden mit eiserner Härte ignoriert. Das ist purer Selbstschutz, denn so wie ich mich kenne, schließt sich ein Nickerchen an, welches den Zeitplan (von wegen ankommen bei Tageslicht) torpedieren würde.
Was soll ich sagen, Nest an Nest reiht sich auf dem Weg bis kurz vor Rochlitz und ich bin ehrlich gesagt froh, in Königshain-Wiederau auf die B 107 wechseln zu können. Dem Abzweig Sörnzig darf jeder Radfahrer folgen, dem die schöne Hängebrücke über die Zwickauer Mulde und die kleine Straße hinauf zum Rochlitzer Berg zusagen. Das ist bei mir definitiv der Fall, zumal die Bank am Flussufer unwiderstehlich zum Genuß zweier geschmolzener Molkeriegel einlädt.
Exakt 18.40 Uhr machen wir beide uns an die Besteigung des letzten Hügels dieser Tour. 168 hm gilt es zu bewältigen, dann hat man die Porphyrsteinbrüche unter sich und kann mit einem Lächeln bis Königsfeld fast ohne Kurbeldrehung durch die Landschaft rollen. Wenige Meter hinter dem Ortseingangsschild von Bad Lausick sind die 300 Tageskilometer im Sack, es ist 19.35 Uhr, meine Beine wollen nur noch ruhig ausrollen. Die Beine schon. Hinter der letzten Ampel im Ort schaue ich mal wieder, ob meine Schnellspanner an den Laufrädern weiterhin geschlossen sind ... und entdecke einen "Konkurrenten". Na gut, Freundchen, noch sind ja ein, zwei Tropfen im Tank: Beschleunigen auf 52, abbiegen, Tempo bei 32 halten, den kleinen Hügel vor Beucha im Anschlag mit 30 wegbügeln, Aeroposition, Tiefschlag! Er geht vorbei und winkt mich in seinen Windschatten. Für meine Tagesleistung bekomme ich (immerhin) anerkennende Blicke und einen Klopfer auf die Schulter. Bis Kitzscher zieht er mich im Windschatten und biegt dann ab gen Eula. Schöne Grüße an dieser Stelle an den SV Eula 58!
Die Sonne steht schon tief hinter einer Wolke und wirft einen tollen Heiligenschein um den Wolkenrand. Angekommen am Röthaer Stausee lege ich mich als Tagesabschluss für ein paar Minuten auf die Bank und beobachte die jagenden Schwalben über dem Wasser.
Consumatum est - 20.33 Uhr ist Sonnenuntergang und wir sind ohne Pannen wieder zu Hause.
Tourdaten:
- 323 km
- 4055 hm
- 13:43 h Fahrzeit
- 2:02 h Pausenzeit
- 76,6 km/h vmax
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2009,
Radtraining
Sonntag, 9. August 2009
On the road again
Nach einer Woche ohne ausdauersportliche Betätigung (vom 10 km-Marsch mit dem Gleitschirm auf dem Rücken mal abgesehen), konnte ich heute wieder ein paar Höhenmeter per Muskelkraft überwinden. Gemeinsam mit A. ging es nach Marienberg, welches uns praktischerweise als Startpunkt einer Tour in den Norden durch das Tal der Zschopau (und an den Seitenhügeln empor :-)) diente. Bis Wolkenstein verläuft die Strecke human und größtenteils bergab. Hier verlassen wir die B171 und radeln nordwestwärts bis Weißbach. Ziemlich kleine Strässchen (leider stellenweise mit miesen Teerflecken übersät) aber auch dafür entschädigende wunderschöne Ausblicke in oben genanntes Tal bleiben im Gedächtnis haften. Zschopau ist erreicht - und wird gleich wieder per Kraxeltour durch Miniwege verlassen. Ab jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Augustusburg, deren Erklimmung meine Begleitung heute nicht mitmachen wollte. Wir verabschieden uns in Schellenberg und Punkt 16 Uhr bin ich allein unterwegs in den Norden. Ich fahre anfänglich die Route vom 12.07.2008 ab (damals 200 km mit Mario), weiche aber in Oberlichtenau vom bekannten Kurs ab und fahre über Garnsdorf, Claußnitz, Sörnzig fast Luftlinie zum Rochlitzer Berg. Erschreckend niedrig ist der Wasserstand der Zwickauer Mulde, welche ich mittels Hängebrücke von Fischheim nach Sörnzig zum Nordufer hinüber quere.
10 Minuten benötigt man im halbwegs flotten Tempo von der Mulde bis zum "Gipfel" dieses 348 m NN hohen Porphyrberges. Mittlerweile ist es 5 vor 6, meine Trikottasche wieder befreit von Molkeriegelverpackungen und das Rad startbereit für die wilde Hatz nach Königsfeld. Ein Damwildgehege befindet sich rechts des Weges am Ortseingang von Köttwitzsch, man rollt weiter auf leicht abschüssiger Straße und muss erst in Königsfeld wieder Druck auf die Pedale bringen.

Ebersbach, Buchheim, Bad Lausick sind dank des netten Ostwindes schnell erreicht und die letzten Kilometer über Kitzscher und Espenhain kein Problem mehr. Am Nordufer des Hainer Sees wurde noch fleißig gebadet, wie unschwer am gut belegten Parkplatz und einer Stippvisite am Aussichtspunkt erkannt werden konnte. Wieder zurück am Stausee Rötha, fiel mir der Geruch verwesenden Fisches auf. Kein Wunder bei 50 cm Wassertiefe und kaum vorhandener Frischwasserzufuhr aus der Pleiße. Herr Bobbe, das wäre eine sinnvolle Verwendung der Flutgelder aus Dresden gewesen!!!
Tourdaten:
10 Minuten benötigt man im halbwegs flotten Tempo von der Mulde bis zum "Gipfel" dieses 348 m NN hohen Porphyrberges. Mittlerweile ist es 5 vor 6, meine Trikottasche wieder befreit von Molkeriegelverpackungen und das Rad startbereit für die wilde Hatz nach Königsfeld. Ein Damwildgehege befindet sich rechts des Weges am Ortseingang von Köttwitzsch, man rollt weiter auf leicht abschüssiger Straße und muss erst in Königsfeld wieder Druck auf die Pedale bringen.
Ebersbach, Buchheim, Bad Lausick sind dank des netten Ostwindes schnell erreicht und die letzten Kilometer über Kitzscher und Espenhain kein Problem mehr. Am Nordufer des Hainer Sees wurde noch fleißig gebadet, wie unschwer am gut belegten Parkplatz und einer Stippvisite am Aussichtspunkt erkannt werden konnte. Wieder zurück am Stausee Rötha, fiel mir der Geruch verwesenden Fisches auf. Kein Wunder bei 50 cm Wassertiefe und kaum vorhandener Frischwasserzufuhr aus der Pleiße. Herr Bobbe, das wäre eine sinnvolle Verwendung der Flutgelder aus Dresden gewesen!!!
Tourdaten:
- 1684 hm
- 130 km
- 5:15 h
- 71,7 km/h vmax
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2009,
Radtraining
Mittwoch, 29. Juli 2009
Langer Ausritt auf zwei Sätteln
Am 19. Juli wurde ich morgens kurz nach 8 abgeholt und gemeinsam mit Alex ging es in den Süden zum Reitturnier in Giegengrün. Circa 700 hm und 85 km Fahrstrecke trennten uns noch von den angepriesenen Gratisnudeln. Die Regenjacke hab ich Alex erfolgreich ausreden können, die Armlinge ebenso. Wir haben auf der ganzen Strecke einen netten SW als Counterpart anliegen und lassen es im Flachstück bis Altenburg kaum deutlich über 30 km/h rollen. Am Schloßpark in letztgenannter Stadt zeigen sich die ersten Bergqualitäten - oder auch nicht ;-). Trotz des sonntäglich ruhigen Verkehrs bin ich froh, hinter Gössnitz die B93 verlassen zu können und auf deutlich weniger frequentierten Sträßchen bis Crimmitschau zu kommen. Alex fühlt sich nicht sonderlich wohl im Hügelland südlich von Altenburg, kämpft aber wacker weiter. Die Rückfahrt beschäftigt ihn wohl mehr als mich - dabei haben wir doch später Rückenwind :-).
Zwickau ist erreicht und auf der schnellen Abfahrt hinunter in die Stadt lässt er mich glatt mit fast 80 Sachen stehen.
Rote Ampeln sind nur interessant, wenn man nicht ganz allein an die Kreuzung gelangt, bzw. wenn eines der beteiligten Wägelchen grün-weiß oder blau-weiß lackiert ist. Es rollt sich gut durch die Stadt, über die Zwickauer Mulde und dann rechts ab nach Wilkau-Hasslau. Ab da sind es noch 6 km bis Kirchberg und 11 km bis Giegengrün (übrigens: 103 EW). In Kirchberg taucht endlich ein Rennradfahrer auf, der in die gleiche Richtung unterwegs ist wie wir. Alex meint, dass er später nachkäme und so lasse ich mich erst überholen und setze dann dem Fremden nach. Dieser staunt, dass wir den ganzen Weg von Leipzig bis hierher gefahren sind (und wieder zurückfahren werden). Sein Tagesziel soll der Auersberg sein, der leider zu dieser Stunde unter einem bedrohlichen Wolkenmeer liegt. Wir verabschieden uns und biegen nach rechts ab gen Reiterhof. Zweimal gehts noch hoch, den Ortsschildsprint gibt es diesmal nicht, dafür aber wenige Regentropfen bei Eintreffen am Ziel.
Mareike schleppt bereits fleißig große Töpfe mit Nudeln von der angrenzenden Gaststätte in die kleine Halle neben dem Pferdestall. Hier versammeln sich nämlich die Besucher und Teilnehmer des Turniers, um lecker essen, schnacken und ein Bierchen geniessen zu können. Kaum sitzen wir bei Radler und Nudeln am Tisch, schüttet es für etwa 10 Minuten. Das nenn ich Timing!
Bevor uns allzu kalt wird, schauen wir uns fix die zwei Fohlen nebst der zu gewinnenden Preise im Stall an, um anschließend wieder gen Norden zu entschwinden. Pünktlich 13 Uhr rollen wir davon, diesmal auf einem anderen Weg bis nach Kirchberg, ab da aber identisch zur Hinfahrt.

Flott, flotter, Alex. Bei Ortsschildsprints macht man ihm so schnell nichts vor, es sei denn, man fährt ihn vorher am Hügel kaputt. Mein Tagesziel von 200 km kann ich nur mit einem Schlenker bis kurz vor Leipzig erreichen, der dann seinen Höhepunkt in einem Sprint auf die kleine Brücke über der A38 erreicht. Wieder nur zweiter Sieger.
205 Tageskilometer bei 1300 hm sind nicht extravagant, aber dennoch nett und besonders in Gesellschaft ein schönes Erlebnis.
Bis zum nächsten Mal!
Zwickau ist erreicht und auf der schnellen Abfahrt hinunter in die Stadt lässt er mich glatt mit fast 80 Sachen stehen.
Rote Ampeln sind nur interessant, wenn man nicht ganz allein an die Kreuzung gelangt, bzw. wenn eines der beteiligten Wägelchen grün-weiß oder blau-weiß lackiert ist. Es rollt sich gut durch die Stadt, über die Zwickauer Mulde und dann rechts ab nach Wilkau-Hasslau. Ab da sind es noch 6 km bis Kirchberg und 11 km bis Giegengrün (übrigens: 103 EW). In Kirchberg taucht endlich ein Rennradfahrer auf, der in die gleiche Richtung unterwegs ist wie wir. Alex meint, dass er später nachkäme und so lasse ich mich erst überholen und setze dann dem Fremden nach. Dieser staunt, dass wir den ganzen Weg von Leipzig bis hierher gefahren sind (und wieder zurückfahren werden). Sein Tagesziel soll der Auersberg sein, der leider zu dieser Stunde unter einem bedrohlichen Wolkenmeer liegt. Wir verabschieden uns und biegen nach rechts ab gen Reiterhof. Zweimal gehts noch hoch, den Ortsschildsprint gibt es diesmal nicht, dafür aber wenige Regentropfen bei Eintreffen am Ziel.
Mareike schleppt bereits fleißig große Töpfe mit Nudeln von der angrenzenden Gaststätte in die kleine Halle neben dem Pferdestall. Hier versammeln sich nämlich die Besucher und Teilnehmer des Turniers, um lecker essen, schnacken und ein Bierchen geniessen zu können. Kaum sitzen wir bei Radler und Nudeln am Tisch, schüttet es für etwa 10 Minuten. Das nenn ich Timing!
Bevor uns allzu kalt wird, schauen wir uns fix die zwei Fohlen nebst der zu gewinnenden Preise im Stall an, um anschließend wieder gen Norden zu entschwinden. Pünktlich 13 Uhr rollen wir davon, diesmal auf einem anderen Weg bis nach Kirchberg, ab da aber identisch zur Hinfahrt.
Flott, flotter, Alex. Bei Ortsschildsprints macht man ihm so schnell nichts vor, es sei denn, man fährt ihn vorher am Hügel kaputt. Mein Tagesziel von 200 km kann ich nur mit einem Schlenker bis kurz vor Leipzig erreichen, der dann seinen Höhepunkt in einem Sprint auf die kleine Brücke über der A38 erreicht. Wieder nur zweiter Sieger.
205 Tageskilometer bei 1300 hm sind nicht extravagant, aber dennoch nett und besonders in Gesellschaft ein schönes Erlebnis.
Bis zum nächsten Mal!
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2009,
Radtraining
Mittwoch, 8. Juli 2009
Oha
Vor zwei Tagen wollte ich abends ursprünglich nur eine normale Runde drehen mit ein paar Intervallen. Daraus wurden dann 250 hm auf 78 km in 2:20 h (und das alles noch OHNE Aerolenker, Mario ;-)). Kaum Wind, das näherkommende EZF und ein wenig Frust können in den Beinen wahre Wunder bewirken. Kleine Anstiege: über 30; kleine Abfahrten: über 40. Über Grimma - Köhra - Belgershain ging es wieder in Richtung Kraftwerk ... und die Beine schmerzten immer mehr. "Komm schon, lass ausrollen." "Das Ding ist im Sack - es reicht jetzt." "Warum eigentlich??" All das sind Abwägungen / Fragen, die sich unweigerlich einstellen, wenn, ja wenn die audiophile Ablenkung fehlt.
Meinen allergrößten Respekt haben die Langstreckenausdauerathleten. Egal ob Radfahrer bei Mehrtagesrennen oder Triathlet, ob Schwimmer oder Marathonläufer. Die mentale Stärke ist der Schlüssel zum Erfolg. Denn (sofern gleiche Rahmenbedingungen herrschen) ein austrainierter Körper ist auf diesem Level bei allen Teilnehmern eine Grundvoraussetzung. Bis zum Ziel hab ich übrigens auf den letzten 10 Kilometern noch 4 Sprints eingebaut bis die Beine so richtig schmerzten. Der Sinn? Die Frage ist der Sinn.
Meinen allergrößten Respekt haben die Langstreckenausdauerathleten. Egal ob Radfahrer bei Mehrtagesrennen oder Triathlet, ob Schwimmer oder Marathonläufer. Die mentale Stärke ist der Schlüssel zum Erfolg. Denn (sofern gleiche Rahmenbedingungen herrschen) ein austrainierter Körper ist auf diesem Level bei allen Teilnehmern eine Grundvoraussetzung. Bis zum Ziel hab ich übrigens auf den letzten 10 Kilometern noch 4 Sprints eingebaut bis die Beine so richtig schmerzten. Der Sinn? Die Frage ist der Sinn.
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2009,
Radtraining
Montag, 29. Juni 2009
Tausendundein Hügel
Der DWD vermeldete in seiner Kurzfrist-Prognose:
Genug der Vorrede, denn jetzt sollen endlich Hügel erklommen und verwunschene Winkel erkundet werden.
Ab Großbothen führte mich der Track ins Mittelsächsische Burgen- und Schlösserland entlang der Freiberger Mulde. 10%, 15%, 20%, 25% Steigung verhießen die Schilder in einigen Dörfern, worüber sich mein in letzter Zeit arg vernachlässigter Umwerfer freute.
Über kleine und größere Brücken (stellenweise nur für Fußgänger passierbar) nähert man sich zuerst Leisnig (böses Kopfsteinpflaster) und im Anschluss Polkenberg an - laut Schild soll es in dem Dorf 20% bergan gehen - bevor das Kloster Buch im gleichnamigen Örtchen mit einer malerischen Dorfkulisse lockt.
Das Muldental wurde verlassen und ein wenig erhöht schlängelte sich die Route nun über fast leere Straßen zwischen Feldern entlang (Reh und Steinmarder kreuzten meinen Weg), bevor die Zivilisation in Waldheim brutal zurückschlug. Ein großer Knast liegt rechts des Weges durch die Stadt, welche auf Nebensträßchen mit 14% glücklicherweise "schnell" verlassen werden konnte.
Kockisch ist DER Geheimtipp schlechthin auf der gesamten Route. Pittoresk (das ist nicht nur so dahingesagt) gelegen an einem Wehr der Zschopau, nähert man sich dem Dörfchen auf einer winzigen Uferstraße (Sackgasse!) am Waldesrand. Ein Stopp auf der Hängebrücke ist Pflicht.
Talsperre Kriebstein, Kriebethal, Tourenhighlight. 25% verheißt das Schild direkt an der Burg Kriebstein (23% sind es in Wahrheit), und dennoch wird jeder Radfahrer nach Bewältigung der 40 hm kleine Allmachtsgefühle spüren :-))
Zur Entspannung ging es recht flach weiter (und auch mal bergab) bis Geringswalde. Gegen 19 Uhr erreicht mich ein Anruf aus Leipzig - 21 Uhr Treff. "Uhh, ich bin gerade in Geringswalde - circa 10 km von Rochlitz entfernt. 21 Uhr wird knapp." Bei Wahl des direkten Weges wäre es nicht knapp geworden, jedoch sollten am Ende schon über 1800 hm zusammenkommen ;-)
Die B 176 bis Colditz ließ den Schnitt mal wieder ein wenig klettern, denn mit Rückenwind und leicht abschüssiger Straße rollte es vorzüglich. Der Track bog ab, wo ich noch nie abgebogen bin. Kopfsteinpflaster, Fußweg, Anstieg aus dem Nirgendwo. Die 17% hinauf zum Hainberg entlang des Schlossparks in Colditz waren (nicht ganz unglücklicherweise) die letzte Bergprüfung des Tages.
In Espenhain ereilte mich dann kurz nach 21 Uhr noch eine Panne am Hinterrad (das pfeifende Geräusch kam doch nicht von der Wasserleitung am Wegesrand) - tja, wer wechselt schon nicht gerne 7 km vor dem Ziel einen Schlauch...
"Aktuell liegt der größte Teil Deutschlands, nach Süden und SüdwestenÜbersetzt bedeutete dies für den vergangenen Samstag: Auf Straßenhöhe hängende Basis mit gelegentlichen Schauern und ganztägig kein einziger Strahl Sonnenschein. Dafür klebte überall (an Körper und Rad) bei relativ hohen Temperaturen und gesättigter Luft ein permanenter Feuchtigkeitsfilm.
hin noch unter einem sich von den Britischen Inseln nach Südosteuropa erstreckenden Höhentrog, während nördlich davon eine hochreichende Antizyklone verläuft.
Die für heute Abend für den Süden und Westen und bis zur Mitte noch aktuell bestehende Neigung zur Bildung von teils kräftigen Schauern und Gewittern klingt im Verlauf der Nacht zum Sonntag ab."
Genug der Vorrede, denn jetzt sollen endlich Hügel erklommen und verwunschene Winkel erkundet werden.
Ab Großbothen führte mich der Track ins Mittelsächsische Burgen- und Schlösserland entlang der Freiberger Mulde. 10%, 15%, 20%, 25% Steigung verhießen die Schilder in einigen Dörfern, worüber sich mein in letzter Zeit arg vernachlässigter Umwerfer freute.
Über kleine und größere Brücken (stellenweise nur für Fußgänger passierbar) nähert man sich zuerst Leisnig (böses Kopfsteinpflaster) und im Anschluss Polkenberg an - laut Schild soll es in dem Dorf 20% bergan gehen - bevor das Kloster Buch im gleichnamigen Örtchen mit einer malerischen Dorfkulisse lockt.
Das Muldental wurde verlassen und ein wenig erhöht schlängelte sich die Route nun über fast leere Straßen zwischen Feldern entlang (Reh und Steinmarder kreuzten meinen Weg), bevor die Zivilisation in Waldheim brutal zurückschlug. Ein großer Knast liegt rechts des Weges durch die Stadt, welche auf Nebensträßchen mit 14% glücklicherweise "schnell" verlassen werden konnte.
Kockisch ist DER Geheimtipp schlechthin auf der gesamten Route. Pittoresk (das ist nicht nur so dahingesagt) gelegen an einem Wehr der Zschopau, nähert man sich dem Dörfchen auf einer winzigen Uferstraße (Sackgasse!) am Waldesrand. Ein Stopp auf der Hängebrücke ist Pflicht.
Talsperre Kriebstein, Kriebethal, Tourenhighlight. 25% verheißt das Schild direkt an der Burg Kriebstein (23% sind es in Wahrheit), und dennoch wird jeder Radfahrer nach Bewältigung der 40 hm kleine Allmachtsgefühle spüren :-))
Zur Entspannung ging es recht flach weiter (und auch mal bergab) bis Geringswalde. Gegen 19 Uhr erreicht mich ein Anruf aus Leipzig - 21 Uhr Treff. "Uhh, ich bin gerade in Geringswalde - circa 10 km von Rochlitz entfernt. 21 Uhr wird knapp." Bei Wahl des direkten Weges wäre es nicht knapp geworden, jedoch sollten am Ende schon über 1800 hm zusammenkommen ;-)
Die B 176 bis Colditz ließ den Schnitt mal wieder ein wenig klettern, denn mit Rückenwind und leicht abschüssiger Straße rollte es vorzüglich. Der Track bog ab, wo ich noch nie abgebogen bin. Kopfsteinpflaster, Fußweg, Anstieg aus dem Nirgendwo. Die 17% hinauf zum Hainberg entlang des Schlossparks in Colditz waren (nicht ganz unglücklicherweise) die letzte Bergprüfung des Tages.
In Espenhain ereilte mich dann kurz nach 21 Uhr noch eine Panne am Hinterrad (das pfeifende Geräusch kam doch nicht von der Wasserleitung am Wegesrand) - tja, wer wechselt schon nicht gerne 7 km vor dem Ziel einen Schlauch...
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2009,
Radtraining
Montag, 22. Juni 2009
KW 25: 291 km / 1600 hm
In der vergangenen Woche bin ich nur knapp am Trainingsziel von 300 km vorbeigeschrammt - was meiner Form selbstverständlich nicht schaden soll...:-). Es ging auf die diesjährige wunderschöne NSC-Profi-Strecke mit über 1000 hm und einer persönlichen Zugabe (Rochlitzer Berg); mit Begleitung bis kurz vor Gera; sowie auf die üblichen Seenrunden.
Am gestrigen Sonntag sollte eigentlich ein Teamtriathlon stattfinden, zu welchem uns allerdings der Rennradfahrer ... und das trockene Wetter fehlten. Da hat man schon mal jemanden gefunden, der schwimmen würde und dann wird doch nichts daraus ;-)
Wegen des Störmthaler Seefestes und meiner Anwesenheit zum Bootschlepp war ich am WE eher faul. Das aktuelle Wetter lädt definitiv zum schwimmen ein (warum ist diese Disziplin eigentlich nicht am Ende dran?). Da hätte ich nämlich sicher ein paar Minuten Polster dringend nötig...
Am gestrigen Sonntag sollte eigentlich ein Teamtriathlon stattfinden, zu welchem uns allerdings der Rennradfahrer ... und das trockene Wetter fehlten. Da hat man schon mal jemanden gefunden, der schwimmen würde und dann wird doch nichts daraus ;-)
Wegen des Störmthaler Seefestes und meiner Anwesenheit zum Bootschlepp war ich am WE eher faul. Das aktuelle Wetter lädt definitiv zum schwimmen ein (warum ist diese Disziplin eigentlich nicht am Ende dran?). Da hätte ich nämlich sicher ein paar Minuten Polster dringend nötig...
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Radtraining
Donnerstag, 28. Mai 2009
Pro cold front surfer
Nun ja, das Wetter hatte heute so ziemlich alles zu bieten. Sonnenschein, blauer Himmel, phantastische Wolkengebirge, grauer Himmel mit Gewitter und Starkregen. Bin quasi zwischen diesen ganzen Phänomenen herumgeradelt(surft) und wurde erst kurz vor Ende der Tour von einem veritablen Wolkenbruch zu einer Zwangspause unter einem Feldahorn gezwungen. Schön war es dennoch ... das Bike sollte eh mal wieder gewaschen werden :-)
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Montag, 25. Mai 2009
Sogenannte Ausfahrten oder "Vergleichstests"
Hier der erste Bericht zum Saisonauftakt des "Teams": Mit viertelstündlicher Verspätung wurde kurz nach drei in der Scheffelstraße gestartet. Uwe hatte seine Bergsprints am Fockeberg wohl wieder etwas ausgedehnt, so dass die verlorene Zeit nun gleich zu Anfang wett gemacht werden musste.
Über Holzhäuser und Brandiser Straße ging es flott an die erste Querung der A14. Alex aka "Lokomotive" zeigte eine gut konservierte 2008er Form und führte die Mannschaft mit 44 über eine Schlaglochpiste, die mich fast aus den Pedalen haute...
Bis Brandis war ich dann vorn, glücklicherweise stark vom Rückenwind unterstützt, sodass sich die Krämpfe in Grenzen hielten. Eine wunderschöne Waldpassage folgte, bevor in Altenhain Uwe von einem Pkw arg behindert wurde. Beim Öffnen der Saskia-Team-Flasche verlor er den Schraubverschluss, der nur Sekunden später platt gefahren wurde. Ersatz wäre nicht vorhanden gewesen und das Rennen, äh, die Ausfahrt für ihn zu Ende. Glücklicherweise konnte das Problem mit Manneskraft behoben werden. Leider fielen die Bergpunkte am Ortsausgang nun zu gleichen Teilen an Alex und den Autor.
Nach einer erneuten A14-Querung geschah ein Lapsus, der uns bei den anstehenden Rennen gegen die internationale Konkurrenz keinesfalls widerfahren darf. Wir verpassten die Abzweigung. Ein kleiner Zwergenanstieg im Nirgendwo wartete - jetzt im Frühjahr darf ruhig noch das kleine Blatt gefahren werden (im Herbst aber werden die Umwerfer außer Betrieb genommen).
Naunhof, Albrechtshain, Fuchshain. Es rollte gut, mir versagte die Stimme, Alex schonte sich für die Jagd möglicherweise auftauchender Fitnessradler ... und Uwe hätten wir am liebsten geschlachtet.
Unterschätzen darf man Uwe jedoch keineswegs, denn er tankte trotz gelegentlichen Lamentierens wieder Energie - und zog uns zwei beim finalen Ortsschildsprint aus heiterem Himmel davon. Wir werden ihn in dieser Saison noch weiter im Kader halten.
Leipzig. Völkerschlachtdenkmal. Ende. Ohne den orkanartigen Gegenwind auf der Rücktour wäre mehr drin gewesen, allein es stand heute GA1 auf dem Programm und da darf man auch nicht zu viel verlangen ;-)
Über Holzhäuser und Brandiser Straße ging es flott an die erste Querung der A14. Alex aka "Lokomotive" zeigte eine gut konservierte 2008er Form und führte die Mannschaft mit 44 über eine Schlaglochpiste, die mich fast aus den Pedalen haute...
Bis Brandis war ich dann vorn, glücklicherweise stark vom Rückenwind unterstützt, sodass sich die Krämpfe in Grenzen hielten. Eine wunderschöne Waldpassage folgte, bevor in Altenhain Uwe von einem Pkw arg behindert wurde. Beim Öffnen der Saskia-Team-Flasche verlor er den Schraubverschluss, der nur Sekunden später platt gefahren wurde. Ersatz wäre nicht vorhanden gewesen und das Rennen, äh, die Ausfahrt für ihn zu Ende. Glücklicherweise konnte das Problem mit Manneskraft behoben werden. Leider fielen die Bergpunkte am Ortsausgang nun zu gleichen Teilen an Alex und den Autor.
Nach einer erneuten A14-Querung geschah ein Lapsus, der uns bei den anstehenden Rennen gegen die internationale Konkurrenz keinesfalls widerfahren darf. Wir verpassten die Abzweigung. Ein kleiner Zwergenanstieg im Nirgendwo wartete - jetzt im Frühjahr darf ruhig noch das kleine Blatt gefahren werden (im Herbst aber werden die Umwerfer außer Betrieb genommen).
Naunhof, Albrechtshain, Fuchshain. Es rollte gut, mir versagte die Stimme, Alex schonte sich für die Jagd möglicherweise auftauchender Fitnessradler ... und Uwe hätten wir am liebsten geschlachtet.
Unterschätzen darf man Uwe jedoch keineswegs, denn er tankte trotz gelegentlichen Lamentierens wieder Energie - und zog uns zwei beim finalen Ortsschildsprint aus heiterem Himmel davon. Wir werden ihn in dieser Saison noch weiter im Kader halten.
Leipzig. Völkerschlachtdenkmal. Ende. Ohne den orkanartigen Gegenwind auf der Rücktour wäre mehr drin gewesen, allein es stand heute GA1 auf dem Programm und da darf man auch nicht zu viel verlangen ;-)
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Donnerstag, 12. März 2009
Bassano im frühsommerlichen März
Die traditionelle Vereinsausfahrt in das winterliche Fliegermekka schlechthin fand in diesem Jahr vom 07.03. bis zum 15.03. statt. Frank, Torsten und ein Zulu-Pilot starteten am 06.03. abends 22:30 Uhr zu einer Nachtfahrt gen Semonzo. Freie Straßen, gutes Wetter, 8 Stunden Fahrzeit, traditioneller Begrüssungs-Cappuccino nach der Grenze. Es war alles wie immer.
8 Uhr schloss Elena den Fly-Park auf und vermittelte uns ein tolles Appartement direkt neben dem Landeplatz. Tja, Nickerchen machen oder den Berg antesten? Natürlich letzteres! Mit dem Rennrad ging es bis zum Übungsgelände, wo mir dann leider Schnee die Weiterfahrt verwehrte. Meine zwei WG-Genossen machten gerade ihre ersten Flüge, während ich den dringend benötigten Schlaf nachholte.
08.03.
Ein kleiner Abgleiter von 30 Minuten Dauer bescherte heute auch mir den fliegerischen Einstand, worauf es gleich mit dem Rad hinauf zum Übungsgelände ging. Die italianos staunten nicht schlecht, als sie einen kurz behosten Rennradler auf dem Rodelhang stehen sahen :-)
09.03.
Starker Nordwind in Zusammenhang mit einer anrückenden Kaltfront lies meinen Schirm heute im Packsack verbleiben. Frank hingegen genoss die starken Steigwerte und Torsten ärgerte sich am Abend, den Autoscooter verpasst zu haben.
Zusammen mit Thomas brach ich 14:50 Uhr zum Monte Grappa auf. Wir wählten die angeblich bis zum Monument befahrbare Westauffahrt und kurbelten munter drauflos. 300 m unterhalb des Gipfels bekam ich das Prädikat "verrückt" aufstempelt, denn mein Begleiter wollte schon umkehren. Dabei haben die Italiener doch extra für uns eine Bahn durch die 4 Meter Schnee gefräst ;-)
17:10 Uhr Ankunft auf dem Parkplatz unterhalb des Monuments, Beweisfotos geschossen, retour. Jetzt hätte ich mich nicht über Handschuhe oder Mütze geärgert ... aber es geht auch so.
56 km, die mich wieder in Richtung Grenzerfahrung brachten und im Gedächtnis noch lange haften bleiben.
Abends kam die ganze Meute im Garden Relais zusammen - argwöhnisch wurde ich bestaunt, obwohl die Leistung alles andere als herausragend war.


10.03.
Der bislang geilste Flug in meiner jungen Fliegerkarriere sollte sich heute einstellen. 666 Meter über Start auf 1500 NN, zusammen mit der österreichischen Nationalmannschaft unter ihren strahlend weißen Hochleistern. Bis zum Grappa konnte/wollte ich heute nicht fliegen, zumal es (mal wieder) keinen richtigen Flugplan gab. Außer diesem: Oben bleiben!
Talquerung hinüber gen Westen zur Antenna Costalunga, Höhe machen, Serpentinen fotografieren, merken, dass die Blase drückt, beschliessen, diesen schönen Flug zu beenden.
Yippiiiieehhh!!! Life is great, man!
Und am Nachmittag? Hinauf bis auf 1000 NN mit dem Rennrad. Ich liebe es.
11.03.
Der Tag des Abschieds (zumindest für uns drei) war gekommen. Torsten sattelte seinen Mantra-Tester, Frank seinen Maverick-Tester und ich meinen ausführlich getesteten Zulu. 300 Meter über Start, schöne Cumulanten, was tun? Flachland-Anschluss suchen. Gesagt, getan, zusammen mit Thomas ging es hinaus in die Ebene - nur der sehnlichst erwartete "piep" blieb uns verwehrt oder machte bereits nach 3 Sekunden wieder schlapp. Egal, 20 Minuten in der Luft sind auch ein Geschenk, bei Badewetter-Temperaturen am Landeplatz allemal.
30 Minuten nach der Landung fegten 40er Böen aus Ost, später aus West über das Gelände. Unangenehm, diese Frontdurchbrüche. Frank schaffte heute übrigens die Brenta-Querung: Herzlichen Glückwunsch!
17:30 Uhr Abfahrt gen Heimat, verzweifelte Suche nach einer Pizza im italienischen Hinterland, Schneesturm in Österreich und Bayern, ein leerer Tank, kaum Platz zum Schlafen ... ich freue mich schon auf die nächste Tour.
8 Uhr schloss Elena den Fly-Park auf und vermittelte uns ein tolles Appartement direkt neben dem Landeplatz. Tja, Nickerchen machen oder den Berg antesten? Natürlich letzteres! Mit dem Rennrad ging es bis zum Übungsgelände, wo mir dann leider Schnee die Weiterfahrt verwehrte. Meine zwei WG-Genossen machten gerade ihre ersten Flüge, während ich den dringend benötigten Schlaf nachholte.
08.03.
Ein kleiner Abgleiter von 30 Minuten Dauer bescherte heute auch mir den fliegerischen Einstand, worauf es gleich mit dem Rad hinauf zum Übungsgelände ging. Die italianos staunten nicht schlecht, als sie einen kurz behosten Rennradler auf dem Rodelhang stehen sahen :-)
09.03.
Starker Nordwind in Zusammenhang mit einer anrückenden Kaltfront lies meinen Schirm heute im Packsack verbleiben. Frank hingegen genoss die starken Steigwerte und Torsten ärgerte sich am Abend, den Autoscooter verpasst zu haben.
Zusammen mit Thomas brach ich 14:50 Uhr zum Monte Grappa auf. Wir wählten die angeblich bis zum Monument befahrbare Westauffahrt und kurbelten munter drauflos. 300 m unterhalb des Gipfels bekam ich das Prädikat "verrückt" aufstempelt, denn mein Begleiter wollte schon umkehren. Dabei haben die Italiener doch extra für uns eine Bahn durch die 4 Meter Schnee gefräst ;-)
17:10 Uhr Ankunft auf dem Parkplatz unterhalb des Monuments, Beweisfotos geschossen, retour. Jetzt hätte ich mich nicht über Handschuhe oder Mütze geärgert ... aber es geht auch so.
56 km, die mich wieder in Richtung Grenzerfahrung brachten und im Gedächtnis noch lange haften bleiben.
Abends kam die ganze Meute im Garden Relais zusammen - argwöhnisch wurde ich bestaunt, obwohl die Leistung alles andere als herausragend war.


10.03.
Der bislang geilste Flug in meiner jungen Fliegerkarriere sollte sich heute einstellen. 666 Meter über Start auf 1500 NN, zusammen mit der österreichischen Nationalmannschaft unter ihren strahlend weißen Hochleistern. Bis zum Grappa konnte/wollte ich heute nicht fliegen, zumal es (mal wieder) keinen richtigen Flugplan gab. Außer diesem: Oben bleiben!
Talquerung hinüber gen Westen zur Antenna Costalunga, Höhe machen, Serpentinen fotografieren, merken, dass die Blase drückt, beschliessen, diesen schönen Flug zu beenden.
Yippiiiieehhh!!! Life is great, man!
Und am Nachmittag? Hinauf bis auf 1000 NN mit dem Rennrad. Ich liebe es.
11.03.
Der Tag des Abschieds (zumindest für uns drei) war gekommen. Torsten sattelte seinen Mantra-Tester, Frank seinen Maverick-Tester und ich meinen ausführlich getesteten Zulu. 300 Meter über Start, schöne Cumulanten, was tun? Flachland-Anschluss suchen. Gesagt, getan, zusammen mit Thomas ging es hinaus in die Ebene - nur der sehnlichst erwartete "piep" blieb uns verwehrt oder machte bereits nach 3 Sekunden wieder schlapp. Egal, 20 Minuten in der Luft sind auch ein Geschenk, bei Badewetter-Temperaturen am Landeplatz allemal.
30 Minuten nach der Landung fegten 40er Böen aus Ost, später aus West über das Gelände. Unangenehm, diese Frontdurchbrüche. Frank schaffte heute übrigens die Brenta-Querung: Herzlichen Glückwunsch!
17:30 Uhr Abfahrt gen Heimat, verzweifelte Suche nach einer Pizza im italienischen Hinterland, Schneesturm in Österreich und Bayern, ein leerer Tank, kaum Platz zum Schlafen ... ich freue mich schon auf die nächste Tour.
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Sonntag, 1. März 2009
Spring break(down)
Yipiiieeh, die erste längere Trainingseinheit auf dem Rad in diesem Jahr liegt hinter mir und was soll ich sagen: Es war beängstigend gut (die Form, versteht sich). 150 km standen am Ende zu Buche, bei 1100 hm und teilweise nettem Rückenwind. Gestartet bin ich erst halb eins, so dass gegen Ende ein Licht am Rad recht nützlich gewesen wäre. Überquert wurden Zwickauer und Freiberger Mulde, der Rochlitzer Berg sowie die Hügel zwischen Zschadrass und Grimma. Eine Wiederholung wird bald folgen - dann hoffentlich mit Begleitung.
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Donnerstag, 5. Februar 2009
Vorfrühlingsgefühle auf dem Rennrad
Heute hatten wir sage und schreibe 12°C in der Sonne und kaum spürbaren Südwind. Da mein Renner in diesem Jahr bis jetzt immer bei eher besch... Wetterverhältnissen und für maximal 40 km bewegt wurde, machte ich mich auf, die bekannte Strecke über den Rochlitzer Berg und Grimma nach Veränderungen abzusuchen.
Auf den Nordhängen liegt noch Schnee, die Straßen waren größtenteils trocken - nur heute leider mit Vollidioten überfüllt! Muss man vor einer Hügelkuppe mit minimalem Seitenabstand überholen?! Ich denke, nein.
Der Körper hat einen guten Eindruck hinterlassen: schneller Pulsabfall, impulsiver Antritt, Motivation. So kann es weitergehen - auch im Hinblick auf meine ersten Rennen :-)
Auf den Nordhängen liegt noch Schnee, die Straßen waren größtenteils trocken - nur heute leider mit Vollidioten überfüllt! Muss man vor einer Hügelkuppe mit minimalem Seitenabstand überholen?! Ich denke, nein.
Der Körper hat einen guten Eindruck hinterlassen: schneller Pulsabfall, impulsiver Antritt, Motivation. So kann es weitergehen - auch im Hinblick auf meine ersten Rennen :-)
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