Mittwoch, 9. Januar 2013

Der Sternenhimmel im Januar | 2013

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++

Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der zweiten Januarhälfte um 22 Uhr MEZ
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]

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[Der Sternenhimmel im ... 2013]

Januar

Das Angenehme an der Astronomie ist ihre Berechenbarkeit. Die Sternbilder und ihre regelmäßigen scheinbaren Bahnen am irdischen Firmament sind dank umfangreicher Beobachtungen genauestens bekannt und haben Eingang gefunden in sog. Sternkataloge. Trotzdem - nicht zuletzt, weil Wiederholung bekanntlich der beste Lehrmeister ist - werde ich in diesem Jahr erneut für jeden Monat in Kurzform die wichtigsten Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Informationen zu Mond, Planeten und Sonne an dieser Stelle benennen.

Wintersechseck
Die Wintersternbilder sind im S versammelt. Sechs hellere Sterne fügt man zu einem übergeordneten Wintersechseck zusammen. Es besteht aus (im Uhrzeigersinn, oben beginnend): Kapella (im Fuhrmann), Aldebaran (das "rötliche Auge des Stiers"), Rigel ("Fußstern" im Orion), Sirius (bläulich-weiß funkelnd im Großen Hund), Prokyon (im Kleinen Hund) und Pollux (unsterblicher Bruder von Castor in den Zwillingen).

Im Sternbild Stier findet sich ein Grüppchen von Sternen, von dem man evtl. fälschlicherweise annehmen könnte, es handelt sich um den Kleinen Wagen. Doch so klein ist dieser wiederum auch nicht; außerdem befindet er sich als Zirkumpolarsternbild stets in Nähe des Himmelsnordpols - sein Deichselende ist nämlich der Polarstern.

Hyaden & Plejaden
S
Nein, vielmehr handelt es sich hierbei um den offenen Sternhaufen der Plejaden - der Mythologie nach die sieben Töchter des Elternpaares Atlas und Plejone. Mit bloßem Auge sind sechs Plejaden zu erkennen, bei sehr guten Sichtbedingungen neun. Etwa 200 Sterne gehören diesem Sternhaufen an, der 400 ly von der Erde entfernt ist. Übrigens: Die Plejaden sind mit einem Alter von 60 Millionen Jahren sehr junge Vertreter ihrer Zunft. Zieht man nämlich unsere Sonne als Vergleichsobjekt heran, dann ist diese mit ihren 5000 Millionen Jahren ein wahrer Methusalem. Ergo haben die Dinosaurier die Plejaden definitiv noch nicht gekannt. :-)

Der W wird von einigen Resten des herbstlichen Himmels eingenommen. Dazu gehören vor allem das Pegasusquadrat (auch Herbstviereck genannt) knapp rechts von exakt W und gleich darüber die Sternkette der Andromeda. Walfisch und Fische stehen im SW.

Ein Blick nach N zeigt die Zirkumpolarsternbilder (je nach Breitenlage sind von manchen nur einzelne Sterne zirkumpolar) Großer Wagen, Kleiner Wagen, Kassiopeia, Kepheus, Perseus, Luchs, Drache und Giraffe.

Am östlichen Himmel schließlich kündigen bereits die ersten Sternbilder den nahenden Frühling an. Dazu gehört insbesondere der Löwe (Hauptstern Regulus). Oberhalb des (Großen) Löwen kann man Kleinen Löwen und Luchs entdecken. Tief im OSO wird die Wasserschlange (Hauptstern Alphard) teilweise sichtbar. Etwa zwischen Alphard und Regulus liegt das aus drei Sternen bestehende Bild des Sextanten.

Für Beobachtungen der Milchstraße eignet sich der nördliche Winterhimmel nicht ideal. Wer es dennoch versuchen mag: Unsere Heimatgalaxie erstreckt sich von SSO durch das Wintersechseck etwa zum Zenit und dann weiter über die Zirkumpolarsternbilder nach NNO.

[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium.
Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im Januar

Der Mond hält sich am 10. Januar mit 360.050 km in Erdnähe (Perigäum) und am 22. Januar mit 405.300 km in Erdferne (Apogäum) auf.

Halbmond: 05. Januar
Neumond: 11. Januar
Halbmond: 19. Januar
Vollmond: 27. Januar

Den Goldenen Henkel kann man am 22. Januar zwischen 3 Uhr und 4 Uhr sehen.

Mondbegegnungen:

Venus --> am 10. Januar ab 7.30 Uhr im SO
Mars --> am 13. Januar ab 17 Uhr im SW
Jupiter --> vom 21. zum 22. Januar die ganze Nacht über
Saturn --> am 07. Januar um 3.40 Uhr im SO

Planeten im Januar

Merkur --> unsichtbar
Venus --> bis zum 19. Januar in der Morgendämmerung im SO
Mars --> bis zur Monatsmitte in der Abenddämmerung tief im SW für kurze Zeit sichtbar
Jupiter --> der hellste "Stern" der Januarnächte, sichtbar die ganze Nacht über
Saturn --> stetig bessere Morgensichtbarkeit, ab etwa 3 Uhr im SO
Uranus --> jede Nacht bis etwa 22 Uhr im Sternbild Fische
Neptun --> bis zur Monatsmitte nach Sonnenuntergang tief im WSW

Sonne im Januar

Jetzt werden die Tage allmählich wieder länger (um 1:07 h in diesem Monat), aufgrund der Zeitgleichung jedoch nicht gleichmäßig. Während sich nämlich der Sonnenaufgang um 23 Minuten verfrüht, verspätet sich der Sonnenuntergang um 44 Minuten.

Die Erde passierte am 2. Januar ihren sonnennächsten Punkt, das Perihel. An diesem Tag betrug der Abstand zur Sonne exakt 147.098.000 km. Anfang Juli, die Sonne wird sich dann in Erdferne (Aphel) befinden, braucht das Licht bis zu uns 17 Sekunden länger und die "Sonnenscheibe" wird 7 % kleiner erscheinen.

Sonnenaufgang 01. Januar: 8.01 Uhr
Sonnenuntergang 01. Januar: 16.02 Uhr

Sonnenaufgang 31. Januar: 7.38 Uhr
Sonnenuntergang 31. Januar: 16.46 Uhr

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