Freitag, 16. November 2012

10.000 B.C(hristmas).

Drei Fahrräder, vierundvierzig Wochen, zehntausendneunundsechzig Kilometer.

Seit 9 Jahren führe ich eine kleine Statistik zu meinen gefahrenen Wochen- und dementsprechend auch Jahreskilometern. Ich notiere die Strecken, die Erlebnisse, Trainingsfortschritte bzw. -stillstände, die wechselnden Stimmungslagen und die Resultate der immer parallel dazu stattfindenden Gedankenreisen.

So kommt es des öfteren vor, dass ich mich zwar nicht mehr exakt daran erinnern kann, wann ich zuletzt an dieser oder jener Stelle gewesen bin - was oder woran ich dort aber schonmal gedacht habe, erinnere ich meist genau.

2004: 6.730 km
2005: 6.223 km
2006: 6.784 km
2007: 5.336 km
2008: 8.284 km
2009: 7.420 km
2010: 8.024 km
2011: 10.528 km
2012: > 11.000 km

Über 10.000 Kilometer im Jahr fahre ich erst seit 2011 und deswegen ist das Datum des Überschreitens dieser willkürlichen Grenze für mich trotzdem noch etwas besonderes. Hauptsächlich der Entschluss, jetzt konsequent die im Alltag notwendigen Wege mit dem Rad zu absolvieren, hat mir diesen statistisch signifikanten Zuwachs der jährlichen Fahrleistung beschert. Dementsprechend muss ich auch anerkennen, dass neben dem moderaten Training meines Herz-Kreislauf-Systems keine berauschenden Verbesserungen eintreten werden. Um letztere zu erreichen ist der Anteil der harten Einheiten mit Intervallen, Tempospielen, Rennbelastungen etc. einfach nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Das hat verschiedene Gründe, denen allen im Kern eines gemeinsam ist: der zum Scheitern verurteilte Wunsch des Überdauerns. Einmal erreicht, möchte man, möchte ich, ein gewisses Level nicht mehr verlassen, genauer: Man möchte es nur nach oben verlassen. Doch egal wie stark der Wille, wie mannigfaltig die Möglichkeiten, wie lieb die Unterstützer - es werden die Kräfte schwinden. Irgendwann werde ich vor diesen Aufzeichnungen sitzen, mich wahrscheinlich nicht mehr wirklich gut an den Tag ihrer Entstehung erinnern und beim erneuten Lesen an die damalige Zeit denken. Dann werde ich es hoffentlich nicht bereuen, den Wettkampf-Affen im Käfig gehalten und das Puzzle allein zusammengesetzt zu haben.

Damit die Freigänge von Tier und Halter nicht zur Blamage geraten, konzentriere ich mich u.a. weiter verstärkt auf eine gesunde Ernährung, die einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zum Ziel hat und mich optimal mit Mineralstoffen versorgt. Um zu überprüfen, inwieweit ich mich dabei korrekt verhalte und um potentiell folgenreiche Irrtümer auszuschließen, habe ich meinen Körper vor zwei Wochen testen lassen. Das Ergebnis war zufriedenstellend - ich bin nicht übersäuert - bei einigen Parametern ist aber noch ein wenig Luft bis zu den absoluten Spitzenwerten. Gemessen wurden die Abwehrkräfte, die Stoffumsatzregulation, der Trainingszustand, der Bindegewebszustand und der Schutz vor oxidativem Stress. Gerade letztgenannter Wert ist interessant in Bezug auf die Fähigkeit des Organismus, sich vor Freien Radikalen zu schützen.

Ich ernähre mich ausgewogen, was bedeutet, sich in etwa an die 50-30-20-Regel zu halten:
50 % kohlenhydratreiche Kost, 30 % eiweißreiche Kost und 20 % fettreiche Kost.

Vollkorngetreide, Gemüse, Obst, Salat, stilles Mineralwasser, Fisch, Milch- und Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie ungesättigte Pflanzenöle stehen auf dem Speiseplan (ich werde an dieser Stelle keine Details zu den Portionsgrößen preisgeben ;-)). Auf Alkohol verzichte ich seit etlichen Jahren, auf Fleisch zweifelhafter Herkunft sowieso. Zweifelhafte Herkunft? Also wenn ich den Jäger kenne, der mir das Reh oder den Hasen bringt, dann ist das keine zweifelhafte Herkunft. Ich mag Wildfleisch sehr, auf den Teller kommt es aber maximal einmal im Quartal.

Ein durchschnittlich aktives Leben ist mit diesem groben Ernährungsplan ohne Abstriche möglich. Wer mehr von seinem Körper verlangt, muss ihm auch mehr geben, zum Beispiel Mineralstoffe wie Magnesium oder Zink als Nahrungsergänzung. Maßgebend sollte bei aller Vernunft aber letztendlich immer das eigene Wohlbefinden sein. Denn wenn der Körper nach Zucker giert, muss man ihm Zucker geben - gleiches gilt für den Affen.

Am schwierigsten zu beantworten ist deshalb vielleicht allein diese Frage: Wann genau brauche ich was?

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