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Freitag, 3. März 2017
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Mein 2015
Das alte Jahr begann dort, wo das vorherige endete – im Riesengebirge.
Es waren schöne Tage, bei denen ich aber einmal mehr viel zu sehr mit mir als mitden dem Menschen neben mir beschäftigt war. Der dunkle Schleier sollte sich in den nachfolgenden Monaten immer dichter auf mein Gesicht legen und fast jeglichen Lebensmut erdrücken. Ich schuf mir ein Gefängnis, aus dem stetig weniger Türen hinausführten.
Meine Wut auf stumpfe Deutschtümelei gipfelte in mehreren Beiträgen zu den "Montagsspaziergängen" [sic!] in Dresden und anderen deutschen Städten.
An den Ursachen wurde im heute zu Ende gehenden Jahr auf höchster politischer Ebene wieder nichts bereinigt, dafür wurden Zehntausende Freiwillige im ganzen Land auf der untersten politischen Ebene aktiv, um einer in unserer Generation nie gesehenen Flüchtlingszahl menschenwürdig begegnen zu können.
Es waren schöne Tage, bei denen ich aber einmal mehr viel zu sehr mit mir als mit
Meine Wut auf stumpfe Deutschtümelei gipfelte in mehreren Beiträgen zu den "Montagsspaziergängen" [sic!] in Dresden und anderen deutschen Städten.
An den Ursachen wurde im heute zu Ende gehenden Jahr auf höchster politischer Ebene wieder nichts bereinigt, dafür wurden Zehntausende Freiwillige im ganzen Land auf der untersten politischen Ebene aktiv, um einer in unserer Generation nie gesehenen Flüchtlingszahl menschenwürdig begegnen zu können.
Dienstag, 29. Dezember 2015
Jon Blais – Westward Bound
Live...
More than your neighbors.
Unleash yourself upon the world and go places.
Go now.
Giggle, no, laugh.
No...stay out past dark.
And bark at the moon like the wild dog that you are.
Understand that this is not a dress rehearsal.
This is it...your life.
Face your fears and live your dreams.
Take it in.
Yes, every chance you get...
Come close.
And, by all means, whatever you do...
Get it on film.
***
Lebe...
Mehr als deine Nachbarn.
Lasse dich selbst auf die Welt los und besuche viele Orte.
Breche jetzt auf.
Kichere, nein, lache.
Nein...gehe abends aus.
Und belle den Mond an wie der wilde Hund, der du bist.
Begreife, dass das keine Probe ist.
Das ist es...dein Leben.
Stelle dich deinen Ängsten und lebe deine Träume.
Nimm es in dich auf.
Ja, jede Chance, die du bekommst...
Ergreife sie.
Und was immer du tust...
Halte es in Bildern fest.
Jon Blais (1971 – 2007)
Freitag, 4. Dezember 2015
Türchen 4 | Adventskalender 2015
"Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich."
– Dietrich Bonhoeffer
"Wie nahe sind uns manche, die tot sind, und wie tot sind uns manche, die leben."
– Wolf Biermann
"Wäre der Tod nicht, es würde keiner das Leben schätzen; man hätte vielleicht nicht einmal einen Namen dafür."
– Jakob Boßhart
– Dietrich Bonhoeffer
"Wie nahe sind uns manche, die tot sind, und wie tot sind uns manche, die leben."
– Wolf Biermann
"Wäre der Tod nicht, es würde keiner das Leben schätzen; man hätte vielleicht nicht einmal einen Namen dafür."
– Jakob Boßhart
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Samstag, 14. November 2015
Herbst im Elbsandsteingebirge
Nach dieser Tour vor nunmehr schon wieder vier Jahren war es an der Zeit, gemeinsam zur selben Jahreszeit an jenen Ort zurückzukehren, dem ich (m)eine positive Lebenswende zu verdanken habe.Wir fahren mit den Rädern vom Nationalparkbahnhof Bad Schandau zur Schrammsteinbaude im Zahnsgrund, dem Ausgangspunkt einer Halbtageswanderung auf/um die Schrammsteine.
![]() |
Der Lilienstein von der S-Bahn aus gesehen. |
![]() |
Ankunft in Bad Schandau. |
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Samstag, 3. Januar 2015
Samstag, 20. Dezember 2014
Türchen 20 | Adventskalender 2014
"Wenn den Christian recht friert,
Maria im Schnee gebiert."
"Im Dezember sollen Eisblumen blühn,
Weihnachten sei nur auf dem Tische grün."
"Es gibt kein Glück ohne Wissen. Aber das Wissen vom Glück bringt Unglück; denn sich glücklich wissen heißt wissen, daß Glück Zeit ist und daß Zeit unweigerlich vergeht." (Fernando Pessoa)
Alle gezeigten Aufnahmen können in unterschiedlichen Größen erworben werden.
Fragen Sie mich einfach.
Fragen Sie mich einfach.
Knobelei im Advent
Jedes Jahr aufs Neue sucht der Weihnachtsmann für die bevorstehenden hektischen Tage Unterstützung. Die Bewerberzahl ist groß, denn es gibt nichts schöneres, als anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings müssen die künftigen Wichtel vor Antritt ihrer Arbeit logisches Denkvermögen nachweisen, sollen doch in kurzer Zeit möglichst viele Geschenke verteilt werden. Haben Sie das Zeug zum Helfer des Weihnachtsmanns? Bis zum 21. Dezember veröffentlichen wir täglich ein kleines Rätsel. Wer am 4. Advent mindestens 10 Rätsel (über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag) lösen konnte, erhält an Heiligabend ein Päckchen mit Leckereien sowie weiteren Überraschungen. Viel Spaß beim Knobeln!
(20) Finden Sie heraus, wie das fünfte Symbol aussehen muss?
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Dienstag, 9. Dezember 2014
Türchen 9 | Adventskalender 2014
"Weißer Dezember, viel Kälte darein,
bedeutet, das Jahr soll fruchtbar sein."
33 Gründe, das Leben fortzusetzen:
Knobelei im Advent
Jedes Jahr aufs Neue sucht der Weihnachtsmann für die bevorstehenden hektischen Tage Unterstützung. Die Bewerberzahl ist groß, denn es gibt nichts schöneres, als anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings müssen die künftigen Wichtel vor Antritt ihrer Arbeit logisches Denkvermögen nachweisen, sollen doch in kurzer Zeit möglichst viele Geschenke verteilt werden. Haben Sie das Zeug zum Helfer des Weihnachtsmanns? Bis zum 21. Dezember veröffentlichen wir täglich ein kleines Rätsel. Wer am 4. Advent mindestens 10 Rätsel (über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag) lösen konnte, erhält an Heiligabend ein Päckchen mit Leckereien sowie weiteren Überraschungen. Viel Spaß beim Knobeln!
(9) Wie geht diese Ziffernfolge weiter: 1 4 4 1 6 4 6 2 4 2 4 1 2 ?
Donnerstag, 27. März 2014
Warum ich?
Gestern Abend nicht mehr erreichbar, wurde heute Morgen sofort zurückgerufen. Ein Freund wollte mit mir reden. Über seine Frau. Über ihre Krankheit. Hautkrebs.
Schon seit Kindestagen trägt sie auf dem Rücken Leberflecken, wie wohl die meisten von uns. Einer von ihnen sah aus wie eine Warze und wurde bereits mehrfach von einem Arzt unter die Lupe genommen - ohne Befund. Nun die anfänglich niederschmetternde Nachricht: Wir müssen operieren. Genaue Ergebnisse zum Befall der Lymphknoten stehen noch aus, sodass bis Anfang der nächsten Woche weiter Unklarheit und Bangen im Raum stehen.
Ein guter Freund verlor durch den Krebs seinen Vater. Viel zu früh. Lange bevor dieser die Chance erhalten konnte, mit seinen Enkeln zu spielen. Lange bevor die Zeit als Rentner mit Konstruieren, Lesen, Reisen und Tüfteln richtig Fahrt aufzunehmen begann. Dann im November letzten Jahres die nächste Hiobsbotschaft: M. hat einen Hirntumor. Heutzutage sind die Statistiken zur durchschnittlichen Überlebensrate der jeweiligen Karzinome schnell zur Hand. Beim Hirntumor stehen die Chancen auf Heilung sehr gut. Aber stehen die Chancen bei mir deshalb automatisch auch sehr gut? Nein.
Schon seit Kindestagen trägt sie auf dem Rücken Leberflecken, wie wohl die meisten von uns. Einer von ihnen sah aus wie eine Warze und wurde bereits mehrfach von einem Arzt unter die Lupe genommen - ohne Befund. Nun die anfänglich niederschmetternde Nachricht: Wir müssen operieren. Genaue Ergebnisse zum Befall der Lymphknoten stehen noch aus, sodass bis Anfang der nächsten Woche weiter Unklarheit und Bangen im Raum stehen.
Ein guter Freund verlor durch den Krebs seinen Vater. Viel zu früh. Lange bevor dieser die Chance erhalten konnte, mit seinen Enkeln zu spielen. Lange bevor die Zeit als Rentner mit Konstruieren, Lesen, Reisen und Tüfteln richtig Fahrt aufzunehmen begann. Dann im November letzten Jahres die nächste Hiobsbotschaft: M. hat einen Hirntumor. Heutzutage sind die Statistiken zur durchschnittlichen Überlebensrate der jeweiligen Karzinome schnell zur Hand. Beim Hirntumor stehen die Chancen auf Heilung sehr gut. Aber stehen die Chancen bei mir deshalb automatisch auch sehr gut? Nein.
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Freitag, 14. Februar 2014
Sonntag, 26. Januar 2014
Brötchen holen
Guten Morgen. 8 Uhr, die Kirchenglocken läuten und ich rolle gerade die letzten Meter bis zum warmen Haus. Vor vier Minuten ist die Sonne aufgegangen, es ist bitterkalt, aber ein Lächeln zeigt sich auf meinen von einer partiell vereisten Skimaske verdeckten Lippen.
Hinter dem Fenster mit Ostblick im Obergeschoss wird meine Ankunft schon ungeduldig erwartet. Im Erdgeschoss ebenso; denn dieser großartige Labradorrüde hat tatsächlich gespürt, dass da ein Gast früh eintreffen wird.
Und, bist du jetzt angekommen? Ich glaube schon.
***
Soweit der Idealfall. Tatsächlich habe ich keine Ahnung, wo ich mich morgen früh um 8 Uhr befinden werde, denn dieser Beitrag wird am Vorabend geschrieben - es ist aktuell 21.54 Uhr. Bevor ich mehrere Stunden bei Dunkelheit, -15 °C und Gegenwind auf dem Rennrad sitzen werde...
Hinter dem Fenster mit Ostblick im Obergeschoss wird meine Ankunft schon ungeduldig erwartet. Im Erdgeschoss ebenso; denn dieser großartige Labradorrüde hat tatsächlich gespürt, dass da ein Gast früh eintreffen wird.
Und, bist du jetzt angekommen? Ich glaube schon.
***
Soweit der Idealfall. Tatsächlich habe ich keine Ahnung, wo ich mich morgen früh um 8 Uhr befinden werde, denn dieser Beitrag wird am Vorabend geschrieben - es ist aktuell 21.54 Uhr. Bevor ich mehrere Stunden bei Dunkelheit, -15 °C und Gegenwind auf dem Rennrad sitzen werde...
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Dienstag, 24. Dezember 2013
Fröhliche Weihnachten
Das Staubkorn wünscht seinen Besuchern eine schöne Weihnachtszeit mit der Familie, dem Partner, den Freunden - und vielen Geschenken.
Christian
Christian
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Sonntag, 15. Dezember 2013
Eine Harzwanderung am dritten Advent
Sie war tapfer. Weckerklingeln am Sonntagmorgen um 6 Uhr, Radfahrt, 7.20 Uhr Zustieg am neuen Tiefgleis des Leipziger Hauptbahnhofes. Das erste Tagesziel - erreicht. :-)
Umstieg in Halle (Saale). |
Freitag, 6. Dezember 2013
Zum Nikolaus
Heut ist der Tag des Nikolaus,
Tatst du auch deine Schuhe raus?
Wollt dich des Nachts doch nicht mehr wecken
Und konnt sie heute nicht entdecken.
In deine Schuhe, schmuck und sauber,
Hätt ich so gerne was hineingezaubert.
Doch wären sie ja eh nicht groß genug
Für all das, was ich bei mir trug.
Drum schreib ich in Worten, als Gedicht,
Was ich erdacht hab mir für dich:
Mein liebend Herz möcht ich dir schenken,
Dazu mein stetes An-Dich-Denken.
Ein Päckchen mit vollstem Vertrauen,
Und dass du weißt: Du kannst auf mich bauen.
Ein Fläschlein Verständnis will ich dir geben
Und ein Behältnis voll glückliches Leben.
Den Wunsch, dass sich deine Träume erfüllen,
Den wollt ich in goldene Folie hüllen.
Eine Schachtel voll wildem Verlangen
Hätt ich an deinen Türgriff gehangen.
Die Kiste Erinnerung wiegt noch nicht schwer,
Der Dank dafür jedoch doppelt - oder mehr.
Um mein Gefühl wurd' eine Schleife gebunden,
Drauf steht: Schön, dass wir uns gefunden!
Hübsch verpackt auch die Hoffnung auf viel Zeit mit dir -
Natürlich in Regenbogen-Glitzer-Papier.
Obendrauf das Geschenk mit Zärtlichkeit drin
Und mit dem Versprechen, dass ich für dich da bin.
Alles Schöne der Welt wollt ich vor deine Türe legen:
Glück, Freude, Gesundheit, von deinem Engel den Segen.
Ein Schmuckkästchen mit dem Wertvollsten was noch bliebe:
Von mir nur für dich, geb dir meine Liebe.
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Sonntag, 1. Dezember 2013
Gedanken zum 1. Advent
Winterzeit
(von Poldi Lembcke)
Ist das Jahr denn schon vorüber?
Gestern war noch Sommerzeit.
Heute tönen Weihnachtslieder
und der Wald ist tief verschneit.
Den See bedeckt ein Tuch aus Eis
und klirrend kalt ist manche Nacht.
Wie Zucker hat der weiße Reif
sich auf den Bäumen festgemacht.
Natur wird still, legt sich zur Ruh,
will frische Kraft gewinnen.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu,
ein Neues wird beginnen.
(von Poldi Lembcke)
Ist das Jahr denn schon vorüber?
Gestern war noch Sommerzeit.
Heute tönen Weihnachtslieder
und der Wald ist tief verschneit.
Den See bedeckt ein Tuch aus Eis
und klirrend kalt ist manche Nacht.
Wie Zucker hat der weiße Reif
sich auf den Bäumen festgemacht.
Natur wird still, legt sich zur Ruh,
will frische Kraft gewinnen.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu,
ein Neues wird beginnen.
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Donnerstag, 14. November 2013
Ecce homo (IV)
"[...] Sie legt ihren Kopf auf seine Schulter, schließt ihre Augen; seine Hand streicht sanft über ihren Hals. Zeichen der Vertrautheit. Schöne Momente. Fröhliche Weihnachten." - Ecce homo (II)Ein knappes Jahr ist vergangen. Innere Einkehr. Freundschaften, an den Rand der Auslöschung getrieben. Es vollzieht sich ein Wandel; unaufhaltsam wie die Jahreszeiten, genauso sichtbar, in derselben Weise vertraut wie neu zugleich. An den Bäumen erwarten die frischen Knospen geduldig den Winter. Sie brauchen die Kälte, um die Wärme zu erleben. Botaniker nennen diesen Sachverhalt nüchtern Vernalisation.
Wie unromantisch...
Und was brauchen wir Menschen? Brauchen wir die Kälte womöglich gleichermaßen? Brauchen wir einen langen Winter, um ein wunderschönes Frühjahr zu erleben? Du jedenfalls bist für solche Fragen viel zu klug. Du kennst deinen aktuellen Standort und Du hast eine Ahnung vom nächsten. Du bist aufmerksamer Zeuge deiner Zeit, ein guter Zuhörer, schneller Denker, und öffnest einem die Augen für bis dato Übersehenes. Man hört, dass es 100 Bekanntschaften bedarf. Also ganz ehrlich: Kennen Sie einen derart emsigen Herpetologen? Ich auch nicht.
Was ist Perfektion? Ein gemeinsames Frühstück? Zum Beispiel mit Gesprächen über die mediale/juristische Verfolgung eines Bundespräsidenten a. D., Parteizugehörigkeiten und die Unfähigkeit der Piraten, Mehrheiten zu gewinnen? Japp. Das ist Perfektion. Schleier vor den Gedanken verschwinden wie die herbstlichen Morgennebel, lösen sich auf, um den neuen Tag gutzuheißen. Der Alltag hat ihn wieder, doch diesmal begegnet er ihm mit einem Lächeln und deutlich weniger Sorgenfalten auf der Stirn. Leben heißt Zweifeln; indes ist das Leben kein Zweifel. Darf es nicht sein. Leben heißt Wagen, Gewinnen, Schenken, Teilen, Verlieren. Vom Anfang bis zum Ende.
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Ecce homo,
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Mittwoch, 6. November 2013
Joanna | DOK Leipzig 2013
Er möchte die Hand kurz wegziehen, wird aber gebeten, sie bitte weiter genauso liegen zu lassen - unbewegt auf ihren unfreiwillig kurzen Haaren. Wir befinden uns in einem Haus im ländlichen Polen, unter dessen niedrigem Dach sich eine kleine Familie den Traum vom Wohnen in der Natur verwirklicht. Joanna, 36, steht offiziell im Mittelpunkt dieser Geschichte, obwohl den Part eigentlich ihr Sohn Jaś einnimmt, dessen aufgeweckter Charakter, eindrucksvolle Eigenwilligkeit und unverstellte Liebe zur Mutter den Zuschauer bereits in den ersten Minuten in seinen Bann zieht. Kann man ein Leben in 45 Minuten schneiden, wie es die Regisseurin Aneta Kopacz hier getan hat?
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Freitag, 1. November 2013
Das Leben ist schön
Auszug aus einer E-Mail an den Autor vom 30. Oktober 2013:
"[...] Vielleicht erinnerst Du Dich ja: wir sahen uns im Frühjahr [...] Vielleicht habe ich da erzählt (ich hab’s so vielen Leuten erzählt …), daß ich mich wegen der Lungenkrebserkrankung meiner Frau auf das Wesentliche konzentrieren muß und deshalb damals schon anderthalb Jahre nicht mehr in der Luft war. Nun: es hat genau 26 Monate gedauert. Gott sei Dank: meine Frau ist derzeit so gut gestellt, daß ich sie neun Tage in der Obhut der Familie lassen konnte, ohne diese zu überfordern. Sie ist derzeit sehr schön stabil und einigermaßen mobil. So hatte ich den Rücken frei, um endlich, endlich wieder zu fliegen. Am letzten Sonntag bin ich heil und glücklich von einer begleiteten Flugwoche in Südtirol zurückgekehrt. Ich habe tatsächlich, wirklich und allen Ernstes wieder unter der Tüte gehangen! Airborne again!!
Warum ich das erzähle: ich ahne, was Dich bewegt. Deshalb will ich an Dich und die Deinen denken, will für euch beten, wie andere für uns gebetet haben. Schon allein das Wissen um Freunde und Bekannte, die an uns denken, uns ggf. in ihre Gebete einschließen, hat uns die nötige Kraft gegeben und die Geduld, die man braucht, um die ganze Sch**** auszuhalten. Auch wenn es immer wieder wirklich heftig turbulent zugeht. [...]
Dieses Leben ist leider nicht immer schön. Aber es ist auch schön! Und wenn wir fliegen, erfahren wir das hautnah! Also halt‘ durch, halt Dich fest an denen, die Dich tragen/stützen/mögen/lieben und vielleicht mit Dir fliegen – und lebe „aus den guten Zeiten“. Dafür, wie Du, dankbar zu sein, ist nicht das Schlechteste. Und auch damit hast Du natürlich recht: das Beste kommt erst noch. Das ist eine ausgemachte Sache. [...] H."
Montag, 28. Oktober 2013
200 Jahre Völkerschlacht | Lichtinstallation "Cosmogole"
Zwischen dem 18. und 20. Oktober 2013 wurde an drei Abenden vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal eine Lichtinstallation mit Namen "Cosmogole" aufgeführt. Dieses deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt war Teil der Gedenkwoche 200 Jahre Völkerschlacht.
Der Künstler Philipp Morvan aus Frankreich hat seine Lichtskulptur mithilfe der Bundeswehr - sie baute dafür extra eine Pontonbrücke - im "See der Tränen" vor dem Denkmal errichten lassen. Im Zentrum steht eine LED-besetzte Kugel mit 3 Metern Durchmesser, rundherum sind 60 weitere Leuchtkörper mit unterschiedlicher Größe befestigt. Insgesamt misst der Bau 14 Meter Breite und wiegt eine dreiviertel Tonne.
Ich war am Abend des 19. Oktober zwischen 19 Uhr und 0 Uhr vor Ort, habe fotografiert, gefilmt, geplaudert. Eine Auswahl der Fotos gibt es nun hier zu sehen, wie immer verbunden mit dem Hinweis: Wer die Panoramen in Originalauflösung sehen und ggf. drucken möchte (max. 200 Megapixel), schreibt mir bitte eine kurze Nachricht.
Mit wem ich geplaudert habe? Nun, einmal mit bemitleidenswerten Smartphone-Knipsern, denen ich einen Link zu meinem fertigen Fotoalbum ans Herz gelegt und deshalb ein paar E-Mail-Adressen notiert habe. Wesentlich interessanter war allerdings der Treff mit einem Mann Anfang 60, in dessen Folge ich Zeuge einer ganzen Lebensgeschichte werden sollte. Ich muss ein verborgenes Talent besitzen, dass sich mir Menschen offenbaren. Vielleicht sollte ich auf Psychiater umsatteln...
Seit diesem Jahr in Rente, streifte mein Gesprächspartner an jenem Abend durch die milde Nacht und schaute sich wie etwa 5000 andere die wenig spektakuläre Leuchtshow an. Unsere Wege kreuzten sich gegen 22.30 Uhr bei der gemeinsamen Hilfe für einen Rollstuhlfahrer. Er, der Rolli, wollte nämlich auch gerne ein Erinnerungsfoto und bat darum, wir sollten seine Kompaktkamera aus dem Rucksack nehmen und für ihn fotografieren (seine Handbewegungen waren ebenfalls eingeschränkt). Kein Problem. Ich nahm die kleine Panasonic, schraubte sie auf mein Stativ und kitzelte aus den Einstellungen das Maximum heraus. 3 Aufnahmen, 3 verschiedene Blickwinkel, 3 verschiedene Brennweiten. Gern geschehen, schönen Abend noch.
Ich war am Abend des 19. Oktober zwischen 19 Uhr und 0 Uhr vor Ort, habe fotografiert, gefilmt, geplaudert. Eine Auswahl der Fotos gibt es nun hier zu sehen, wie immer verbunden mit dem Hinweis: Wer die Panoramen in Originalauflösung sehen und ggf. drucken möchte (max. 200 Megapixel), schreibt mir bitte eine kurze Nachricht.
Mit wem ich geplaudert habe? Nun, einmal mit bemitleidenswerten Smartphone-Knipsern, denen ich einen Link zu meinem fertigen Fotoalbum ans Herz gelegt und deshalb ein paar E-Mail-Adressen notiert habe. Wesentlich interessanter war allerdings der Treff mit einem Mann Anfang 60, in dessen Folge ich Zeuge einer ganzen Lebensgeschichte werden sollte. Ich muss ein verborgenes Talent besitzen, dass sich mir Menschen offenbaren. Vielleicht sollte ich auf Psychiater umsatteln...
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Dienstag, 8. Oktober 2013
Wieder da
Am 12. Mai 2013 ging das Staubkorn offline. Es war das erste Mal seit seiner Geburt. Diese Metapher passt insofern besonders gut, als dass sie einen Entwicklungsprozess impliziert, der theoretisch erst mit dem Tod endet; praktisch - u.a. durch die Verbreitung von Gedanken, Überzeugungen und Thesen - aber kein definierbares Ende kennt. Das ist eine schöne Vorstellung.
Im Gegensatz zu ontogenetischen Entwicklungsprozessen veränderten sich meine Inhalte weniger offensichtlich. Ich wurde zunehmend unzufrieden mit den Ergebnissen und stellte das Bloggen letztendlich vollständig ein. Was die Unzufriedenheit ausgelöst hat? Es waren die tausend mir wichtigen Themen; die etwa einhundert ausgeschnittenen Zeitungsartikel, welche sich neben dem Schreibtisch auf dem Boden angesammelt haben und auf ihre Verarbeitung warteten; die brillant recherchierten Postings auf Wissenschaftsblogs; die Unklarheit über meine Mission; die fehlende Zeit für die Produktion lesenswerter Geschichten.
Ich musste entscheiden, ob ich mein Kind umbringe, oder ob ich es beim Erwachsenwerden unterstütze.
Ich habe mich für das Leben entschieden. Manchem Leser mögen diese Zeilen fremd sein, er wird nicht nachvollziehen können, was Zweifel auslösen können; ja: welche Gefahren sie bergen. Zweifel können zu einer völligen Stagnation führen. Sie verwischen den eigenen Fokus, lassen Trugbilder erscheinen und objektive Relevanzkriterien in den Hintergrund treten. Wenn man allein ist, muss der innere Kompass besonders zuverlässig arbeiten - andernfalls findet man seinen Weg nie. Der Kompass dieses Blogs wurde nun neu kalibriert und dem Autor gefällt, was er da am Horizont erkennt. Mir wichtigen Themen - Energiewende, Klimawandel, nachhaltige Lebensführung - wird sich ausführlicher gewidmet werden, Persönliches wird bleiben, Irrelevantes verschwinden.
Auch das Thema Fotografie hat seinen festen Platz, wenngleich sich hier noch viele unkonkrete Projekte tummeln. Meinen reportagehaften Schnappschüssen mit mannigfaltigem Themenbezug bleibe ich treu. Jedenfalls sehe ich gegenwärtig nicht die Gefahr, in künstlerisch abstrakte Abgründe zu entschwinden. ;-)
Wer begründete Selbstzweifel behält und unbegründete über Bord zu werfen im Stande ist, gewinnt Zeit und Raum für effektive Reflektionsprozesse. Insofern haben Zweifel auch ihre positiven Seiten. Wer gehofft hat, das Staubkorn würde in der Zeit der Abwesenheit seinen missionarischen Eifer verlieren, den muss ich enttäuschen. Gerade dieser Treibstoff ist es nämlich, der mich auf (junge) Menschen eingehen und sie im besten Falle positiv aus dem Unterricht entlässt. Nun hat dieses Blog selbstverständlich nicht die Absicht, eine Lehrveranstaltung zu sein (zu werden) - gegen die Hoffnung, mit guten Argumenten Bewusstseins- und Verhaltensänderungen zu bewirken, stemme ich mich hingegen nicht...
Ein mittelfristiges Ziel für dieses Blog ist noch die Gewinnung einer Zweitautorin (im besten Alma mater Lipsiensis-Verständnis). Im Dialog könnten dann Geschichten entstehen, von denen ich heute nicht zu träumen wage.
Christian
PS: Danke für eure Geduld.
Im Gegensatz zu ontogenetischen Entwicklungsprozessen veränderten sich meine Inhalte weniger offensichtlich. Ich wurde zunehmend unzufrieden mit den Ergebnissen und stellte das Bloggen letztendlich vollständig ein. Was die Unzufriedenheit ausgelöst hat? Es waren die tausend mir wichtigen Themen; die etwa einhundert ausgeschnittenen Zeitungsartikel, welche sich neben dem Schreibtisch auf dem Boden angesammelt haben und auf ihre Verarbeitung warteten; die brillant recherchierten Postings auf Wissenschaftsblogs; die Unklarheit über meine Mission; die fehlende Zeit für die Produktion lesenswerter Geschichten.
Ich musste entscheiden, ob ich mein Kind umbringe, oder ob ich es beim Erwachsenwerden unterstütze.
Ich habe mich für das Leben entschieden. Manchem Leser mögen diese Zeilen fremd sein, er wird nicht nachvollziehen können, was Zweifel auslösen können; ja: welche Gefahren sie bergen. Zweifel können zu einer völligen Stagnation führen. Sie verwischen den eigenen Fokus, lassen Trugbilder erscheinen und objektive Relevanzkriterien in den Hintergrund treten. Wenn man allein ist, muss der innere Kompass besonders zuverlässig arbeiten - andernfalls findet man seinen Weg nie. Der Kompass dieses Blogs wurde nun neu kalibriert und dem Autor gefällt, was er da am Horizont erkennt. Mir wichtigen Themen - Energiewende, Klimawandel, nachhaltige Lebensführung - wird sich ausführlicher gewidmet werden, Persönliches wird bleiben, Irrelevantes verschwinden.
Auch das Thema Fotografie hat seinen festen Platz, wenngleich sich hier noch viele unkonkrete Projekte tummeln. Meinen reportagehaften Schnappschüssen mit mannigfaltigem Themenbezug bleibe ich treu. Jedenfalls sehe ich gegenwärtig nicht die Gefahr, in künstlerisch abstrakte Abgründe zu entschwinden. ;-)
Wer begründete Selbstzweifel behält und unbegründete über Bord zu werfen im Stande ist, gewinnt Zeit und Raum für effektive Reflektionsprozesse. Insofern haben Zweifel auch ihre positiven Seiten. Wer gehofft hat, das Staubkorn würde in der Zeit der Abwesenheit seinen missionarischen Eifer verlieren, den muss ich enttäuschen. Gerade dieser Treibstoff ist es nämlich, der mich auf (junge) Menschen eingehen und sie im besten Falle positiv aus dem Unterricht entlässt. Nun hat dieses Blog selbstverständlich nicht die Absicht, eine Lehrveranstaltung zu sein (zu werden) - gegen die Hoffnung, mit guten Argumenten Bewusstseins- und Verhaltensänderungen zu bewirken, stemme ich mich hingegen nicht...
Ein mittelfristiges Ziel für dieses Blog ist noch die Gewinnung einer Zweitautorin (im besten Alma mater Lipsiensis-Verständnis). Im Dialog könnten dann Geschichten entstehen, von denen ich heute nicht zu träumen wage.
Christian
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