Donnerstag, 31. Dezember 2015

Mein 2015

Das alte Jahr begann dort, wo das vorherige endete – im Riesengebirge.

Es waren schöne Tage, bei denen ich aber einmal mehr viel zu sehr mit mir als mit den dem Menschen neben mir beschäftigt war. Der dunkle Schleier sollte sich in den nachfolgenden Monaten immer dichter auf mein Gesicht legen und fast jeglichen Lebensmut erdrücken. Ich schuf mir ein Gefängnis, aus dem stetig weniger Türen hinausführten.

Meine Wut auf stumpfe Deutschtümelei gipfelte in mehreren Beiträgen zu den "Montagsspaziergängen" [sic!] in Dresden und anderen deutschen Städten.

An den Ursachen wurde im heute zu Ende gehenden Jahr auf höchster politischer Ebene wieder nichts bereinigt, dafür wurden Zehntausende Freiwillige im ganzen Land auf der untersten politischen Ebene aktiv, um einer in unserer Generation nie gesehenen Flüchtlingszahl menschenwürdig begegnen zu können.

Kleine Exkursionen und ein toller Kurzurlaub im Harz (!!!) bereiteten mir große Freude; wenngleich ich diese nicht immer offen gezeigt habe. Warum? Weil ich vor den richtigen stets die falschen Schritte sehe. Weil ich mehr will, als aktuell möglich ist. Weil ich ungeduldig und sprunghaft bin. Die positive Nachricht: All das ist wandelbar.

Von einem nachhaltigen Lebensstil zu sprechen wäre vermessen, auf dem Feld der Alltagsmobilität jedenfalls stehen 7.250 km mit dem Stadtrad zu Buche. Auch mit dem Rennrad wurde etwas gerollert.

Dieses Gespräch im März geht mir seitdem nicht aus dem Kopf:
"Ziele?", fragt Hansi plötzlich. Äh, so einige, allerdings weiß ich nicht, ob diese "Ziele" tatsächlich sinnvoll sind, bzw., besser, ob deren Legitimation meinen strengen Prüfkriterien standhält. Sie schaut mich an und sagt: "Wenn ich könnte, würde ich jeden Tag Sport machen, mich so richtig verausgaben. Ich möchte so gern, allein der Körper ist nicht mehr dazu in der Lage." Mein Blick schweift über unsere Räder zum Fenster, die Kleinstädte ziehen vorbei, die Sonne wird in 40 Minuten untergehen, ich denke über ihre Worte nach.

Ja, wenn ich könnte, würde ich jeden Tag Sport machen, ... lernen, ... bereisen, ... bauen. Ich kann. Was also hindert mich?!"

Was also hindert mich? Die Beantwortung jener Frage schon vor langer Zeit hätte mir die schlimmsten Tages des Jahres rund um meinen Geburtstag ersparen können. Auf sportlicher Ebene wurde ich meinen Erwartungen nicht gerecht, auf kulinarischer hingegen übertrafen wir sie. :-)

Sport, Ernährung, Reisen standen leider viel zu selten im Mittelpunkt.

Das wichtigste Datum: 19. August.
Das traurigste Datum: 25. November, 16.25 Uhr.
Die wichtigste Lektion: Einen dunklen Schleier muss man gemeinsam abstreifen.
Die eisigsten Fotos: 13. August.

2016?
"Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance."
– Victor Hugo

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