Dienstag, 29. Juni 2010

Glühwürmchen, Venus und Vollmond

Viele Jahre ist es her, dass mein Teleskop das Haus zuletzt verlassen hat. Ein Besuch in der Sternwarte Schkeuditz brachte nun - quasi als für zusätzlichen Sauerstoff sorgender Windstoß - das glimmende Feuer wieder zum brennen. Flugs die Mondkarte vom Staub befreit, den Reflektor ebenso, Tee in die Thermoskanne gefüllt und kurz vor Mondaufgang losmarschiert zum See.

Unterwegs tanzten die Glühwürmchen für mich im Wald, einige davon allerdings eher unfreiwillig in Spinnennetzen - als Lebendköder für Artgenossen. Hier sieht man auch, welche Plagegeister mich als Zielobjekt auserkoren hatten.




Angekommen auf meinem halbwegs mückenfreien Beobachtungsplatz (leicht erhöhte Lage, Golfrasen als einzige Vegetation im 50 m-Radius und warmer Asphaltweg) wurde sogleich die Venus ins Visier genommen. Bis 23.45 Uhr bildet unser innerer Nachbarplanet das dominante Objekt am Firmament. Meine Aufnahme entstand 22.56 Uhr.


Nach einer 180°-Drehung strahlte mich der noch fast volle Mond gleich zweimal an. Zum ersten in Personalunion und zum zweiten als Reflexion auf der Wasseroberfläche. Warum fasziniert dieser Anblick die Menschen wohl so?




Nun aber zu den Sternen und, ja, zum Großen Wagen. Für Einsteiger ist es immer noch das am einfachsten zu findende Sternbild und für Neugierige gibt es neben den 7 markant "angeordneten" Sternen spannendes zu entdecken.




Über dem mittleren Deichselstern Mizar sehen wir Alkor; und bereits in einem kleinen Fernrohr ab 5 cm Spiegeldurchmesser einen weiteren Stern 4. Größe. Ein Doppelstern für Einsteiger. Alle Sterne, auch Alkor, gehören räumlich zusammen. Wobei "räumlich" im einsteinschen Sinne relativ ist: 60 Lichtjahre beträgt ihr Abstand.



Keine Kommentare: