Mittwoch, 3. November 2010

Post für Sie

Na, heute auch schon ängstlich gehofft, DHL,GLS und UPS mögen doch bitte auf keinen Fall vor der Tür halten und klingeln?

Also ich schon. Dabei ist die Angelegenheit ja zwiespältig und eigentlich müsste man diese(n) armen Irren trösten. Andererseits, warum schicken die die Pakete nicht an wirklich wichtige Empfänger?!
An Sarah Palin zum Beispiel. Der neue Stern am unendlichen blau-rot-weißen Himmel der Elefanten bringt nicht nur eigenhändig Elche zur Strecke (letztere dürfen in Fairbanks übrigens auf den Bürgersteigen der Stadt NICHT der geschlechtlichen Liebe nachgehen. Das Gesetz untersagt es ihnen.), nein, er bringt auch zunehmend mehr potentielle Wählerstimmen für eine angestrebte Präsidentschaft hinter sich zusammen.

Das ist ja das Faszinierende an Amerika. In Kalifornien wurde gerade ein österreichischer Bodybuilder und Action-Mime in den Post-Gouverneurs-Ruhestand geschickt; für dessen Nachfolge hatte sich u.a. eine milliardenschwere Frau beworben. Meg Whitman hat EBAY von 1998 bis 2008 von einem Hinterhofunternehmen zum globalen Marktführer für Internetauktionen gemacht und jetzt 160 Mio. US-$ aus ihrem Privatvermögen in den Wahlkampf gesteckt. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und gewonnen hat Jerry Brown. Der war schon einmal Gouverneur von Kalifornien - in den 70er Jahren - und liefert den Beweis dafür, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann. Ätsch.

Zurück zum Geld: Koch Industries - laut dem Sohn des Firmengründers "das größte Unternehmen, von dem Sie nie etwas gehört haben" - erwirtschaftet 100 Mrd. US-$ Jahresumsatz. Und investiert in die Tea-Party-Bewegung sowie in Climate change-Leugner.



Mächtige Gegner für Obamas Projekte; er wird um eine Steigerung des opportunistischen Anteils in seinem Tun nicht herumkommen. Politik bedeutet, Mehrheiten hinter sich zu scharen. Das war im Wahlkampf seine große Stärke. Wie sehr er sich in den kommenden 2 Jahren dafür verbiegen muss wird sich zeigen. Will er wiedergewählt werden, sehr.
Doch bei all dem Bullshit gibt es (regionale) Hoffnung: Murkowski wurde von Palin ausgebootet ... und hat jetzt gegen den Tea-Party-Kandidaten Miller gewonnen.

Was war sonst noch los? Ah, in Schmalkalden hat sich ein Loch aufgetan und Peter Thiel plant, 20 Menschen unter 20 Jahren jeweils 100.000 US-$ in die Hand zu drücken, wenn er von ihren Business-Plänen überzeugt ist. Tja, jetzt hab ich so oft wie noch nie in einem Post "US-$" geschrieben, da ist es an der Zeit, das Wa(h)re zu erkennen: Im US-Bundesstaat Vermont ist es illegal, die Existenz Gottes zu leugnen. Amen und gute Nacht.

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