Freitag, 14. Dezember 2012

Was läuft da schief?

Auf marathon4you wurde kürzlich von Andreas Butz ein interessanter Beitrag zu den seiner Meinung nach 12 häufigsten Fehlern rund um einen Marathon veröffentlicht. Speziell interessiert den Autor, warum so viele Hobbyläufer auf den letzten Kilometern "einbrechen" und ihre beabsichtigte Zielzeit somit verfehlen. Beleuchtet werden das Training, der Wettkampf sowie die Ernährung.

VORBEREITUNG

Fehler 1: Zu kurze Vorbereitungszeit
Fehler 2: Zu wenig lange Dauerläufe
Fehler 3: Zu schnelle Dauerläufe
Fehler 4: Zu viele Wettkämpfe
Fehler 5: Kohlenhydratzufuhr bei langen Läufen
Fehler 6: Zu kurze Regeneration vor dem Marathon

Foto: M. R.

 

WÄHREND DES MARATHONS

Fehler 7: Falsche Selbsteinschätzung
Fehler 8: Zu schnelle erste 5 Kilometer
Fehler 9: Orientierung an GPS-Daten

 



WETTKAMPFERNÄHRUNG

Fehler 10: Falsches Essen einen Tag vor dem Wettkampf
Fehler 11: Am Wettkampftag kurzkettige anstelle von langkettigen KH zum Frühstück
Fehler 12: Mehr hochkonzentrierte Sportlernahrung als Wasser

[Der Link zum Beitrag auf marathon4you.de]

Erfahrene Läufer wird diese Zusammenstellung sicher nicht überraschen, ich denke aber, besonders wir Hobbyläufer sind gut beraten - wollen wir wirklich besser werden - uns an die Hinweise zu halten. Ganz klar muss ich für mich konstatieren: Eine Vorbereitungsphase könnte man sich zur Abwechslung auch mal antun...

Okay, aufmerksame Leser werden jetzt fragen, was das hier ist. Das ist nichts anderes als Nervenberuhigung gewesen und trug in seiner Unmittelbarkeit wohl kaum zu einer Leistungssteigerung bei (siehe Fehler 1 und 6). Dass ich nicht ganz untalentiert bin, einen Marathon quasi aus der normalen Grundlagenausdauer heraus in 3:30 h laufen konnte, macht einerseits Spaß.

Andererseits erinnere ich mich gut an die Worte eines jungen Informatik-Professors, der - ich erwähnte mein fabuliertes Ziel von Sub 3 h - in seiner bewährt analytisch trockenen Art sinngemäß äußerte: "Tausende laufen unter 3 h, man ist immer Teil der Masse. Das ist nichts besonderes." Solche Worte, gerade aus solchem Mund, sind verständlicherweise wenig förderlich für das Ego.

[Obwohl man laut A. Butz von den "95 %" zu den "5 %" wechseln würde, bleibt man selbstverständlich Teil der 100 % :-)]

Trotzdem hatte er natürlich Recht und wies indirekt auf einen nicht seltenen Fehler bei unseren Tätigkeiten hin: Die falsche Motivation.





2011 gewinnt Jakob Stiller bei seiner Marathonpremiere (!) in 2:27:58 h

Der Autor 2010 in Leipzig im Ziel - inmitten seiner Freunde
Für wen unterwerfe ich mich einem Trainingsplan? Für wen opfere ich Freizeit und verzichte ich auf Zeit mit Freunden? Für wen bringe ich mich an die körperliche Leistungsgrenze und arbeite daran, diese noch zu verschieben? Für diese Frau? Für diesen Mann? Für diese Gruppe? Oder für mich? Wahrscheinlich wird es immer ein Mix der Motivationen sein, der uns frühmorgens, im Winter, spätabends, bei Nieselregen, mit schlechter Laune, mit nervend schnellen Trainingspartnern, im Frühling, am Meer, im Sommer, in der Stadt, entlang von Flüssen, im Wald, allein, bei Sonnenschein, zu zweit, im Laufverein, mit Hund, im Herbst ... in die Laufschuhe schlüpfen und starten lässt.

2013 hoffentlich wieder (dann zu viert) an der Strecke
Foto: A. L.
Eines aber sollte jedem klar sein: Nur, wenn du etwas überwiegend (!) für dich selbst verwirklichen willst, wirst du auch vollen Einsatz bringen.

Eine Auswahl bisher in diesem Blog veröffentlichter Berichte rund um das Thema Marathon:

* Das Wunder von Altenburg
* Gesagt, getan
* Warum Marathon?
* Mein erster Leipzig Marathon
* Impressionen vom 35. Stadtwerke Leipzig Marathon
* Spontan zum Rennsteig

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