Mittwoch, 19. Dezember 2012

Wo bin ich? | Folge 3

Auf diesem Leipziger Weihnachtsmarkt geht es ziemlich alternativ zu - im besten Wortsinn.
Handgefertigte Einzelstücke oder limitierte Kleinstauflagen machen das Stöbern zwischen kapitalismuskritischen Comics, liebevoll gestalteten Kinderspielen, ökologisch und fair hergestellter Bekleidung, duftenden Marmeladen, Keramik und bedruckten Jutebeuteln zu einer reizvollen Angelegenheit fernab von Südtiroler Glühwein und Scientology-Puppen.

[Vor 3 Jahren kam in Leipzig der Verdacht auf, ein Stand mit Puppen auf dem hiesigen zentralen Weihnachtsmarkt würde mit seinen Umsätzen Scientology unterstützen.
Die Vorwürfe haben sich erhärtet, wie der Anwalt Ingo Heinemann nach Recherchen auf seiner Website bekannt gab:
"Somit steht fest, dass die Inhaber der Kumquats-Firma Scientologen sind und erhebliche Beträge an Scientology gespendet haben. Damit ist auch die in der Presse übliche Kurzfassung berechtigt, dass mit dem Kauf der Puppen indirekt Scientology unterstützt wird." (Quelle: www.ingo-heinemann.de)
Vorsicht ist sicher geboten, aber - wie aus dem oben verlinkten LVZ-Artikel ersichtlich - man sollte nicht die Falschen verurteilen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer der bundesweit angebotenen Puppen haben nämlich am allerwenigsten von einem Boykott (siehe auch die Kommentare zum LVZ-Artikel). Und wenn man unbedingt eine solche Puppe haben möchte, kann man ja die Adresse eines missliebigen Nachbarn angeben...

PS: Auch in diesem Jahr sind sie wieder da]

Ein paar schöne Geschenkideen hab ich wohl gefunden, jedoch an ihrem Platz belassen. Denn richtiges Schenken ist eine Kunst; man muss den Empfänger genau kennen, man muss dessen Umfeld genau kennen ... man muss wissen, was andere sich für sie/ihn ausgesucht haben. Ich würde mich in dieser Beziehung als Perfektionist beschreiben, also als jemand, der sich in einer Sache regelrecht verlieren kann - und mit dem Ergebnis dann trotzdem nicht zufrieden ist. Artikel, Briefe, Bücher, Designs, Fotos, Kalender, Postkarten - alles Dinge, die unendlich viel Zeit verschlingen. Wenn man sich nicht entscheiden kann. Die Kraft, zu sagen: "Hey, das ist perfekt, lass es so!", entsteht erst mit der Zeit, dann, wenn sich ein eigener Stil etabliert hat. Oder früher, wenn man in seiner Arbeit bestärkt wird. Denn dadurch werden mitunter unnötige Irrwege vermieden, werden Ressourcen für neue Projekte frei.

Ich durfte nach der Hochzeit im Sommer einen Blick in das (vom dafür engagierten Fotografen gestaltete) Buch werfen. Er hat seinen Job gemacht - wie unzählige Male davor - aber das Ergebnis war für die Auftraggeber nicht zur vollsten Zufriedenheit ausgefallen. Woran das gelegen hat? Sein Stil passte nicht zu den beiden. Dasselbe was für Maler, Journalisten, Lyriker, Poeten, Sänger, Erzieher, Lehrer, Vorgesetzte ... im Allgemeinen gilt, gilt grundsätzlich auch für Fotografen. Wohl das größte Lob für einen Fotografen besteht darin, anhand seiner Bilder erkannt zu werden. Wenn Bilder beginnen, eine Handschrift zu entwickeln, wird der "Schreiberling" nicht nur entspannter, er wird auch produktiver. Die einzige Schwierigkeit besteht dann bloß noch darin, einen großen Kreis von Freunden seines Stils zu finden...

So, nach all dem Vorgeplänkel mache ich Platz für ein paar neue Fotos. Mögen sie den einen oder die andere dazu animieren, sich dort einmal selbst umzuschauen und das Besondere zu finden.
Edit (21.12.2012): Der Connewitzer Weihnachtsmarkt ist in der Adventszeit von 14 bis 20 Uhr (am Wochenende von 12 bis 21 Uhr) im Werk 2 geöffnet.

Inmitten des Leipziger Stadtteils Connewitz befinden sich an der Kochstraße die Gebäude der aus den 1850er-Jahren stammenden ehemaligen Gasmesserfabrik. Zwei Hallen werden seit 1992 als Locations für Theateraufführungen, Vorträge, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder Tagungen angeboten.

Eigentümer der Immobilie ist die Stadt Leipzig, seit 1997 existiert jedoch ein Leihvertrag, der die Nutzung des Geländes durch den Verein "WERK 2 - Kulturfabrik Leipzig e.V." bestimmt.

Heuer feiert die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen mit Festwochen von September bis Dezember. Dabei darf natürlich der Weihnachtsmarkt nicht fehlen, der in diesem Jahr übrigens seine achte Auflage erfährt.






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