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Freitag, 3. Juli 2015

Ein Gartendinner in der ANNALINDE | 26.06.2015

Haben Sie Lust auf Gemüse und Kräuter aus eigenem Anbau, auf Brot aus dem Lehmbackofen, auf Vogelgezwitscher, Sommertheater und ökologische Landwirtschaft? Ja? Aber? Sie glauben, dass alles gibt es nur auf dem Land, weit weg von der Großstadt, irgendwo im Nirgendwo? Nun, in Leipzig ist das anders - hier ist das "gute Landleben" Ihr direkter Nachbar: Unter dem Dach der ANNALINDE gGmbH in Leipzig-Lindenau.

Was kann schöner sein, als...
Frisch prämiert mit dem Leipziger Agenda-Preis 2015 in der Kategorie Unternehmen wurde aus dem Projekt einer Handvoll junger, engagierter Menschen zur urbanen Landwirtschaft innerhalb weniger Jahre ein immer breiter aufgestellter Dienstleister in den Bereichen Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltschutz; Jugend- und Altenhilfe; Kunst und Kultur; Erziehung und Berufsbildung; bürgerschaftliches Engagement.

Das Areal hinter dem Felsenkeller beherbergt Bäume und Hochbeete mit großer Sortenvielfalt vom Apfel bis zur Zucchini, es gibt ein Gewächshaus, einen Kompost, Rasenflächen, Bienenstöcke, eine Schaukel, ein Baumhaus. Ort des Rückzugs vom Großstadttrubel und Lernort gleichermaßen will die ANNALINDE sein. Seit kurzem gehört eine ehemalige Stadtgärtnerei mit 3.000 m² Fläche zur Gesellschaft, die dort gezogenen Jungpflanzen finden direkten Eingang in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Ziel ist die Selbstversorgung inmitten der Stadt und die Vermittlung von Wissen rund um den Komplex geschlossene Kreisläufe mit den zentralen Merkmalen regionale Produktion + regionaler Konsum.

Sonntag, 19. April 2015

39. Stadtwerke Leipzig Marathon - ein Erlaufungsbericht

  • 9.057 Starter auf Strecken zwischen 4 km und 42 km,
  • 2.827 Anmeldungen für den Halbmarathon,
  • 772 Anmeldungen für den Marathon,
  • 531 Männer und 86 Frauen erreichen das Ziel auf der längsten Distanz,
  • Sieger wird ein Äthiopier aus Leipzigs Partnerstadt Addis Abeba in 2:21:53 h,
  • Siegerin eine Deutsche aus Leipzig in 2:57:35 h.

Fünf Jahre ist es her, dass ich selbst erstmalig im Startbereich dieser Veranstaltung Aufstellung bezog, vier Jahre liegen jene Eindrücke schon wieder zurück.

In der Zwischenzeit ist abseits der Laufstrecke viel passiert, u.a. ein Ereignis in dessen Folge sich meine Sicht auf verschiedene Lebensbereiche verändert hat. Unsere Zeit ist begrenzt, wir müssen mit der eigenen Persönlichkeit Frieden schließen, mit ihr zusammenarbeiten, sie respektieren. Wir müssen unsere Ziele klar benennen und dafür aktiv eintreten. Was ich will? Nun, dieser Blog ist ein großes Puzzlespiel. In unregelmäßigen Abständen erscheint ein neues Stück, das zu einem der vorherigen passt. Irgendwann bilden diese Teile ein großes Ganzes, das sich das Leben des Autors nennt.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Einer von Zehntausenden gegen Ausländerfeindlichkeit und braune Parolen

Drei Hubschrauber kreisen über Leipzig, die Innenstadt wimmelt nur so von Polizei-Transportern, Personalien werden kontrolliert, Hundertschaften marschieren durch die Straßen. Ja, der von LEGIDA herbeigesehnte Ordnungsstaat ist heute Nachmittag in der größten Stadt Sachsens zum Greifen nah. 44 Hundertschaften aus dem gesamten Bundesgebiet wurden nach Leipzig abkommandiert, um Gewaltausbrüche zu verhindern und den angemeldeten Demonstrationen zu ihrem demokratisch verbrieften Recht zu verhelfen. Immerhin, für Polizeipräsident Bernd Merbitz ist dieses massive Aufgebot ein "trauriger Höhepunkt im Jahr des 1000. Geburtstags der Messestadt."

Circa 5.000 Polizisten am 21. Januar 2015 in Leipzig.

Ich fahre in die Innenstadt, um mir selbst ein Bild von der Lage zu machen. Eine Frau von Anfang 70 steht mit ihrem Fotoapparat fassungslos vor den 50 "Sixpacks" am Wilhelm-Leuschner-Platz und hat sichtlich Angst: "Wenn das mal gut geht heute Abend. Die Vermummten sind besonders gefährlich, die randalieren immer." Ich schaue schweigend auf das Großaufgebot - über 5.000 Polizisten. "Wissen Sie, wo die alle herkommen?", werde ich gefragt. "Nein." "Ich habe mit einem Polizisten aus Rostock gesprochen, der sagte, bundesweit wurden seine Kollegen zusammengerufen." Später vor dem Bundesverwaltungsgericht kann ich mich selbst davon überzeugen, hier parken nämlich drei Transporter mit RPL-Kennzeichen nebst einem MZ-Krankenwagen. Muss ein Krankenwagen aus Mainz nach Leipzig fahren?

Freitag, 31. Oktober 2014

Best of Pyro Games 2014 | Leipzig, Alte Messe

Klarstellung: Feuerwerke sind Geld- und Ressourcenverschwendung, beeinträchtigen obendrein die Luftqualität und lokale Fauna. Das folgende Bild- und Videomaterial entstand ohne Aufwendung privater Mittel einzig zum Zweck der Dokumentation.

Ort: Alte Messe Leipzig
Datum: 31.10.2014
Zeit: 20 Uhr bis 21.20 Uhr

Kamera: Pentax K-5 mit Kit-Objektiv bei 18 mm | ISO 400 | F/5 | 1,6 bis 2,5 sec | Fernsteuerung mit Spiegelvorauslösung
Postproduktion: Entwicklung aus RAW in ACR, Windows Movie Maker




Samstag, 25. Oktober 2014

Ein Rundflug über Leipzig mit dem Air Service Sachsen

Gestartet vom Mini-Airport Halle/Oppin ging es heute an Bord einer Cessna 172 Skyhawk im Uhrzeigersinn einmal rund um das mitteldeutsche Wirtschaftszentrum und die nach Berlin zweitgrößte Stadt der neuen Bundesländer.

Im Norden und Nordwesten von Leipzig befinden sich einige der größten Arbeitgeber der Region, allen voran das europäische Luftdrehkreuz von DHL. Geflogen und gearbeitet wird hier vornehmlich nachts, weshalb wir 32 Maschinen am Boden stehen sahen.

Das europäische Luftdrehkreuz von DHL.

Dienstag, 2. September 2014

Wachstum neu denken | Degrowth 2014 in Leipzig

Es waren einmal die 50er Jahre. Hohe jährliche Wachstumsraten - zwischen 7 % und 12 % - des realen Sozialprodukts, steigender materieller Wohlstand sowie der Abbau der Arbeitslosigkeit trotz Zustroms von Flüchtlingen und Arbeitsmigranten (Arbeitslosenquoten 1950: 10,4 %; 1965: 0,7 %) prägten das deutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. Dazu beigetragen haben neben günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (in jener Zeit wurde der Grundstein zum deutschen "Exportweltmeister" gelegt) und ausländischen Finanzhilfen vor allem die soziale Marktwirtschaft in Verbindung mit einer Währungsreform und der Leistungsbereitschaft, dem Aufbauwillen von Arbeitern wie Unternehmern gleichermaßen.

Die Nachkriegsrezession 1966/67 führte zu einer ersten Trübung des grenzenlosen Optimismus, knapp die Hälfte der etwa eine Million zählenden ausländischen Arbeitskräfte kehrte Deutschland den Rücken. Vorläufig, denn nach Ende der Rezessionsphase stiegen die Zuwanderungszahlen erneut stark an. Schon 1973 waren 2,6 Millionen ausländische Beschäftigte in Deutschland tätig - deren Familien eingeschlossen lebten ca. 3,5 Millionen Ausländer in der Bundesrepublik. Die Ölkrise bewirkte keine große "Rückreisewelle", vielmehr verlängerten infolge eines Anwerbestopps zahlreiche Menschen ihre Aufenthaltsgenehmigung.

Zum 31.12.2012 lebten 6.640.290 Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland, das entsprach 8,2 % der Gesamtbevölkerung.

Freitag, 11. Juli 2014

Klassik airleben im Rosental | Ein Abend im Londoner Westend

Zwischen 2003 und 2010 fanden alljährlich zum Ende der Gewandhaus-Saison kostenlose Open Air-Konzerte im Leipziger Rosental statt. Mit der Veranstaltungsreihe "Klassik airleben im Rosental" verband man Musik auf höchstem Niveau, gespielt von einem der besten Orchester der Welt unter freiem Himmel im Herzen der Stadt.

Vor der Bühne wurden die Picknickdecken ausgebreitet, die Klappstühle aufgestellt, die Weinflaschen entkorkt und wurde gemütlich mit Freunden in entspannter Atmosphäre den Klängen gelauscht. 2011, 2012 und 2013 fanden sich keine Sponsoren, sodass die Tradition unterbrochen werden musste - bis sich in diesem Jahr ein zum VW-Konzern gehörender Hersteller von fahrbaren Statussymbolen bereit erklärte, sein bestehendes Engagement für das Gewandhausorchester auf diese Konzerttradition auszuweiten.

Freitag, 9. Mai 2014

The Rake's Progress | Oper Leipzig

Zugegeben, ich hatte ein schlechtes Gewissen. Die Institution Oper steht in meinen Augen nämlich für Avantgarde und eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Prozessen, deren Ansatz ich nicht vollumfänglich teilen kann. Umso länger brauchte ich für die Zusage, mit Pressekarte ausgestattet, der Aufführung von Igor Strawinskis The Rake's Progress in Leipzig beizuwohnen. Nur gut zur Hälfte gefüllt war der Saal, als wir kurz vor 19.30 Uhr im Parkett links Platz nahmen. Lange Streifen mit silbern glänzender Folie hingen hinter dem Orchestergraben - ein bühnenbildnerisches Detail, dem im Zuge der Darbietung verschiedene Rollen zugedacht sein werden.

Vor 67 Jahren wurde Strawinski in Chicago durch den Gemäldezyklus A Rake’s Progress von William Hogarth zum Schreiben eines Stückes inspiriert, in dessen Kern die verführerische Macht des Geldes über Anstand, Gewissen und Moral des einfachen Bürgers behandelt wird. Tom Rakewell (Norman Reinhardt) bekommt in einer Vorstadtidyllehölle mit gemähtem Rasen, Grill und Autoputzsamstag vom Teufel in Postzustellerkostüm persönlich ein verführerisches Angebot in faustscher Tradition: Ich gebe dir die Welt, du gibst mir deine Seele.

Im Brief befindet sich die Information, der Erbe eines vermögenden Onkels geworden zu sein. Schnell verdrängt ist Anne (Marika Schönberg), das Mädchen, das nur darauf wartet, von ihm endlich ehrlich geliebt zu werden. Schnell verdrängt ist die Heimat. Denn es lockt die große Welt. Es locken Londons Bordelle, hemmungslose Partys, Prass und Verschwendung.

Freitag, 1. November 2013

Das Leben ist schön

Auszug aus einer E-Mail an den Autor vom 30. Oktober 2013:
"[...] Vielleicht erinnerst Du Dich ja: wir sahen uns im Frühjahr [...] Vielleicht habe ich da erzählt (ich hab’s so vielen Leuten erzählt …), daß ich mich wegen der Lungenkrebserkrankung meiner Frau auf das Wesentliche konzentrieren muß und deshalb damals schon anderthalb Jahre nicht mehr in der Luft war. Nun: es hat genau 26 Monate gedauert. Gott sei Dank: meine Frau ist derzeit so gut gestellt, daß ich sie neun Tage in der Obhut der Familie lassen konnte, ohne diese zu überfordern. Sie ist derzeit sehr schön stabil und einigermaßen mobil. So hatte ich den Rücken frei, um endlich, endlich wieder zu fliegen. Am letzten Sonntag bin ich heil und glücklich von einer begleiteten Flugwoche in Südtirol zurückgekehrt. Ich habe tatsächlich, wirklich und allen Ernstes wieder unter der Tüte gehangen! Airborne again!!

Warum ich das erzähle: ich ahne, was Dich bewegt. Deshalb will ich an Dich und die Deinen denken, will für euch beten, wie andere für uns gebetet haben. Schon allein das Wissen um Freunde und Bekannte, die an uns denken, uns ggf. in ihre Gebete einschließen, hat uns die nötige Kraft gegeben und die Geduld, die man braucht, um die ganze Sch**** auszuhalten. Auch wenn es immer wieder wirklich heftig turbulent zugeht. [...]

Dieses Leben ist leider nicht immer schön. Aber es ist auch schön! Und wenn wir fliegen, erfahren wir das hautnah! Also halt‘ durch, halt Dich fest an denen, die Dich tragen/stützen/mögen/lieben und vielleicht mit Dir fliegen – und lebe „aus den guten Zeiten“. Dafür, wie Du, dankbar zu sein, ist nicht das Schlechteste. Und auch damit hast Du natürlich recht: das Beste kommt erst noch. Das ist eine ausgemachte Sache. [...] H."

Montag, 28. Oktober 2013

200 Jahre Völkerschlacht | Lichtinstallation "Cosmogole"

Zwischen dem 18. und 20. Oktober 2013 wurde an drei Abenden vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal eine Lichtinstallation mit Namen "Cosmogole" aufgeführt. Dieses deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt war Teil der Gedenkwoche 200 Jahre Völkerschlacht.

Der Künstler Philipp Morvan aus Frankreich hat seine Lichtskulptur mithilfe der Bundeswehr - sie baute dafür extra eine Pontonbrücke - im "See der Tränen" vor dem Denkmal errichten lassen. Im Zentrum steht eine LED-besetzte Kugel mit 3 Metern Durchmesser, rundherum sind 60 weitere Leuchtkörper mit unterschiedlicher Größe befestigt. Insgesamt misst der Bau 14 Meter Breite und wiegt eine dreiviertel Tonne.

Ich war am Abend des 19. Oktober zwischen 19 Uhr und 0 Uhr vor Ort, habe fotografiert, gefilmt, geplaudert. Eine Auswahl der Fotos gibt es nun hier zu sehen, wie immer verbunden mit dem Hinweis: Wer die Panoramen in Originalauflösung sehen und ggf. drucken möchte (max. 200 Megapixel), schreibt mir bitte eine kurze Nachricht.

Mit wem ich geplaudert habe? Nun, einmal mit bemitleidenswerten Smartphone-Knipsern, denen ich einen Link zu meinem fertigen Fotoalbum ans Herz gelegt und deshalb ein paar E-Mail-Adressen notiert habe. Wesentlich interessanter war allerdings der Treff mit einem Mann Anfang 60, in dessen Folge ich Zeuge einer ganzen Lebensgeschichte werden sollte. Ich muss ein verborgenes Talent besitzen, dass sich mir Menschen offenbaren. Vielleicht sollte ich auf Psychiater umsatteln...

Seit diesem Jahr in Rente, streifte mein Gesprächspartner an jenem Abend durch die milde Nacht und schaute sich wie etwa 5000 andere die wenig spektakuläre Leuchtshow an. Unsere Wege kreuzten sich gegen 22.30 Uhr bei der gemeinsamen Hilfe für einen Rollstuhlfahrer. Er, der Rolli, wollte nämlich auch gerne ein Erinnerungsfoto und bat darum, wir sollten seine Kompaktkamera aus dem Rucksack nehmen und für ihn fotografieren (seine Handbewegungen waren ebenfalls eingeschränkt). Kein Problem. Ich nahm die kleine Panasonic, schraubte sie auf mein Stativ und kitzelte aus den Einstellungen das Maximum heraus. 3 Aufnahmen, 3 verschiedene Blickwinkel, 3 verschiedene Brennweiten. Gern geschehen, schönen Abend noch.

Montag, 15. April 2013

LVB-Aktionstag "Rein in den Frühling - Leipzig ohne Auto entdecken"

Wenn man sich als Ehrenamtler schon den ganzen Tag bei bestem Wetter auf PR-Mission befindet, will man wenigstens ein paar Schnappschüsse für das private Tagebuch einfangen.

Zu sehen sind Aufnahmen vom 14. April 2013 aus Leipzig, entstanden im Rahmen des LVB-Aktionstages "Rein in den Frühling - Leipzig ohne Auto entdecken" auf dem Augustusplatz.

Interessenverein Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e.V.
Lotta & Stina
Junior Big Band der Musikschule Leipzig "Johann Sebastian Bach"



Freitag, 15. Februar 2013

Wählt Löcher!

Es ist jeden Winter dasselbe Trauerspiel: Straßen verwandeln sich nach den ersten Frostwechseln in Kraterlandschaften und die städtischen Bauhöfe rücken dem Ganzen reichlich hilflos mit Kaltasphalt und Gummistiefeln auf die Pelle. Wenn am kommenden Sonntag in Leipzig die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters stattfindet, ist nicht zu erwarten, dass der neue alte Amtsinhaber am 18. Februar mehr Gelder zur Sanierung der kommunalen Infrastruktur in die Hand nehmen wird. Dabei wäre es dringend nötig, denn es soll tatsächlich Menschen geben, die sich in der Stadt nicht inmitten einer schützenden Karosserie fortbewegen.

Mich persönlich etwa nervt es ungemein, wenn nach Schneefällen die Radwege neben den Fahrspuren nicht geräumt werden. Klar, der Schnee muss irgendwohin - aber muss er unbedingt auf die Radwege geschoben werden? Nein, muss er nicht. Der Räumdienst ist genauso verpflichtet, die Radwege freizuhalten, wie die Fahrbahn. Wenn das nicht zu schaffen ist, dann muss der Dienst eben 2 Stunden früher beginnen. Simple Sache das. Räumfahrzeuge lieben außerdem Streusplit und kippen diesen Reifenkiller Nr. 2 (nach Glasscherben) bevorzugt tonnenweise auf Radwegen aus. Schon mal darüber nachgedacht, den ganzen Mist auch wieder einzusammeln? ZEITNAH EINZUSAMMELN? Natürlich nicht. Der Dreck bleibt liegen, aggregiert sich brav mit weiterem Unrat und darf/kann dann nicht mehr zum Streuen wiederverwendet werden. Prima.

Montag, 14. Januar 2013

Nachtrag: Die Sächsische Bergparade zu Gast in Leipzig | 22.12.2012

Bereits zum sechsten Mal innerhalb von 12 Jahren beehrten die Musikerinnen und Musiker, die Uniformträgerinnen und Uniformträger, die Bergbrüder und Bergschwestern jene auf den ersten Blick nur für ihren Kohlebergbau bekannte Stadt im Nordwesten Sachsens.

Fünf Bergmannskapellen aus dem Erzgebirge mit 202 Musikern und 507 Uniformträgern waren an der großen Bergparade beteiligt, die sich am Samstag, dem 22. Dezember 2012 durch die Leipziger Innenstadt bewegte.

Schon Mitte des 19. Jhd. engagierten sich Leipziger Kaufleute und Bahnpioniere im erzgebirgischen Kohlerevier. Albert Dufour (ein Leipziger Bankier) war damals der erste, der die wirtschaftliche Bedeutung erkannte und 1845 ein größeres Steinkohlebergwerk in Lugau kaufte. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es der Stadt Leipzig vor allem um die sichere Versorgung ihres Gaswerkes mit Steinkohle aus dem Erzgebirge. 1919 kaufte die Stadt deshalb für über 23 Millionen Mark Oelsnitzer Bergbauaktien und wurde Hauptaktionär der Schächte "Gewerkschaft Deutschland". Es waren auch Leipziger Ingenieure, die eine Vielzahl der Schächte sowie eine Bergarbeitersiedlung planten. Insgesamt acht Schächte in und bei Oelsnitz gehörten zu den Stadtwerken und unterstanden der Aufsicht des Leipziger Rathauses.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sorgte ein Volksentscheid am 22. August 1946 dafür, dass die Stadt ihre Unternehmen im Erzgebirge verlor, da diese als "Rüstungs- und Kriegsgewinnlerbetriebe" eingestuft wurden.

Höhepunkt einer jeden Parade ist zweifelsohne das Abschlusskonzert auf dem Augustusplatz, welches in voller Länge auf dem zweiten der unten verlinkten Videos sowohl zu sehen als auch zu hören ist. Unter der Leitung von Landesbergmusikdirektor Jens Bretschneider spielten die Musiker vor der prächtigen Kulisse der Oper Leipzig mehrere Stücke, dabei umringt von Tausenden Besuchern auf dem Augustusplatz. Der Vorsitzende des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, Dr. Henry Schlauderer, zeigte sich folglich auch zufrieden mit der Anteilnahme, indem er bekundete: "Wir sind gern hier. Die Resonanz und das Interesse sind doch auch für uns überwältigend. Jedenfalls hoffen wir, und spüren das auch, dass wir Ihnen damit eine Freude bereiten konnten."



Mittwoch, 19. Dezember 2012

Wo bin ich? | Folge 3

Auf diesem Leipziger Weihnachtsmarkt geht es ziemlich alternativ zu - im besten Wortsinn.
Handgefertigte Einzelstücke oder limitierte Kleinstauflagen machen das Stöbern zwischen kapitalismuskritischen Comics, liebevoll gestalteten Kinderspielen, ökologisch und fair hergestellter Bekleidung, duftenden Marmeladen, Keramik und bedruckten Jutebeuteln zu einer reizvollen Angelegenheit fernab von Südtiroler Glühwein und Scientology-Puppen.

[Vor 3 Jahren kam in Leipzig der Verdacht auf, ein Stand mit Puppen auf dem hiesigen zentralen Weihnachtsmarkt würde mit seinen Umsätzen Scientology unterstützen.
Die Vorwürfe haben sich erhärtet, wie der Anwalt Ingo Heinemann nach Recherchen auf seiner Website bekannt gab:
"Somit steht fest, dass die Inhaber der Kumquats-Firma Scientologen sind und erhebliche Beträge an Scientology gespendet haben. Damit ist auch die in der Presse übliche Kurzfassung berechtigt, dass mit dem Kauf der Puppen indirekt Scientology unterstützt wird." (Quelle: www.ingo-heinemann.de)
Vorsicht ist sicher geboten, aber - wie aus dem oben verlinkten LVZ-Artikel ersichtlich - man sollte nicht die Falschen verurteilen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer der bundesweit angebotenen Puppen haben nämlich am allerwenigsten von einem Boykott (siehe auch die Kommentare zum LVZ-Artikel). Und wenn man unbedingt eine solche Puppe haben möchte, kann man ja die Adresse eines missliebigen Nachbarn angeben...

PS: Auch in diesem Jahr sind sie wieder da]

Ein paar schöne Geschenkideen hab ich wohl gefunden, jedoch an ihrem Platz belassen. Denn richtiges Schenken ist eine Kunst; man muss den Empfänger genau kennen, man muss dessen Umfeld genau kennen ... man muss wissen, was andere sich für sie/ihn ausgesucht haben. Ich würde mich in dieser Beziehung als Perfektionist beschreiben, also als jemand, der sich in einer Sache regelrecht verlieren kann - und mit dem Ergebnis dann trotzdem nicht zufrieden ist. Artikel, Briefe, Bücher, Designs, Fotos, Kalender, Postkarten - alles Dinge, die unendlich viel Zeit verschlingen. Wenn man sich nicht entscheiden kann. Die Kraft, zu sagen: "Hey, das ist perfekt, lass es so!", entsteht erst mit der Zeit, dann, wenn sich ein eigener Stil etabliert hat. Oder früher, wenn man in seiner Arbeit bestärkt wird. Denn dadurch werden mitunter unnötige Irrwege vermieden, werden Ressourcen für neue Projekte frei.

Ich durfte nach der Hochzeit im Sommer einen Blick in das (vom dafür engagierten Fotografen gestaltete) Buch werfen. Er hat seinen Job gemacht - wie unzählige Male davor - aber das Ergebnis war für die Auftraggeber nicht zur vollsten Zufriedenheit ausgefallen. Woran das gelegen hat? Sein Stil passte nicht zu den beiden. Dasselbe was für Maler, Journalisten, Lyriker, Poeten, Sänger, Erzieher, Lehrer, Vorgesetzte ... im Allgemeinen gilt, gilt grundsätzlich auch für Fotografen. Wohl das größte Lob für einen Fotografen besteht darin, anhand seiner Bilder erkannt zu werden. Wenn Bilder beginnen, eine Handschrift zu entwickeln, wird der "Schreiberling" nicht nur entspannter, er wird auch produktiver. Die einzige Schwierigkeit besteht dann bloß noch darin, einen großen Kreis von Freunden seines Stils zu finden...

So, nach all dem Vorgeplänkel mache ich Platz für ein paar neue Fotos. Mögen sie den einen oder die andere dazu animieren, sich dort einmal selbst umzuschauen und das Besondere zu finden.
Edit (21.12.2012): Der Connewitzer Weihnachtsmarkt ist in der Adventszeit von 14 bis 20 Uhr (am Wochenende von 12 bis 21 Uhr) im Werk 2 geöffnet.

Inmitten des Leipziger Stadtteils Connewitz befinden sich an der Kochstraße die Gebäude der aus den 1850er-Jahren stammenden ehemaligen Gasmesserfabrik. Zwei Hallen werden seit 1992 als Locations für Theateraufführungen, Vorträge, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder Tagungen angeboten.

Eigentümer der Immobilie ist die Stadt Leipzig, seit 1997 existiert jedoch ein Leihvertrag, der die Nutzung des Geländes durch den Verein "WERK 2 - Kulturfabrik Leipzig e.V." bestimmt.

Heuer feiert die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen mit Festwochen von September bis Dezember. Dabei darf natürlich der Weihnachtsmarkt nicht fehlen, der in diesem Jahr übrigens seine achte Auflage erfährt.

Freitag, 23. November 2012

Auf dem Leipziger Südfriedhof

Der mit 78 ha größte innerstädtische Friedhof Leipzigs ist zugleich einer der größten parkähnlichen Friedhöfe in Deutschland. Der Architekt Hugo Licht (1841-1923) entwarf die Anlage gemeinsam mit dem städtischen Gartendirektor Otto Wittenberg, der Bau begann 1885. Insgesamt über eine halbe Million Menschen fanden hier in den Jahren ihre letzte Ruhestätte (das entspricht in etwa der gesamten gegenwärtigen Einwohnerzahl Leipzigs).

Sein Zentrum markiert ein zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtetes eindrucksvolles Gebäudeensemble, bestehend aus Krematorium, Kapellenanlage und Kolumbarium (ein Bauwerk zur Aufbewahrung von Urnen und Särgen). Unübersehbar ist der 63 m hohe Glockenturm, der nicht von Ungefähr den Charakter einer romanischen Klosteranlage betonen soll.

Das Wegenetz der sich unmittelbar an den Gebäudekomplex anschließenden Abteilungen ähnelt im Grundriss einem Lindenblatt. Die Planer fanden mit dieser Gestaltung einen Weg, den slawischen Ursprung Leipzigs - "Der Ort, an dem die Linden stehen" - in Erinnerung zu behalten.

Doch nicht nur der Mensch findet im weitläufigen Areal seine Ruhe, auch für die Natur wurden ganz eigene Rückzugsgebiete geschaffen. Und zumindest für die hiesige Eichhörnchenpopulation besteht keine Not, über den Winter zu kommen. Im Gegenteil, sie schwelgen dermaßen im Nahrungsüberfluss, dass man auf den Bänken gar unberührte (von den Menschen vorgeknackte!) Nussdepots liegen sieht. Einen Überfluss an Farben wird es gewiss im nächsten Frühjahr wieder geben - denn dann blühen die über 9000 Rhododendren.

Alle gezeigten Motive befinden sich entlang dieses Weges:



[Eine Liste beigesetzter Persönlichkeiten]


[Übersichtskarte zur Lage der Abteilungen als PDF]

Zu sehen sind im Folgenden 59 Fotos.








Donnerstag, 28. Juni 2012

Live dabei | Waldis Club vom 12.06.2012

Livesendung aus dem Bayerischen Bahnhof in Leipzig.
Gäste waren: Bettina Tietjen, Sebastian Krumbiegel, Fredi Bobic und Matze Knop.

Zu sehen sind 51 Fotos: