Sonntag, 23. November 2014

23. November 2014

Heute vor 10 Jahren demonstrierten in Kiew 500.000 Menschen für Viktor Juschtschenko, den prowestlichen Bewerber um die Präsidentschaft.

Der Wahlkampf 2004 löste ein offenes Kräftemessen zwischen dem prorussischen Kandidaten Janukowitsch und der Opposition aus. Letztere stand für eine grundlegende Veränderung in Richtung Demokratie, während ihr Gegenpart die postkommunistischen Strukturen erhalten wollte. Wahlbetrug führte zum "Sieg" des von Russland favorisierten Janukowitsch. Die Farbe Orange wurde daraufhin zum Symbol für den Widerstand gegen die Manipulation einerseits und das Dioxin-Attentat auf Juschtschenko andererseits. Die Massenproteste der Orangenen Revolution hatten Neuwahlen und den Wahlsieg Juschtschenkos zur Folge.

Der amtierende ukrainische Präsident Petro Poroschenko steht genauso wie seine Vorgänger zwischen den Fronten amerikanischer und russischer Interessen. Die USA investierten seit 1990 - Zerfall der Sowjetunion - schon über 25 Milliarden US-Dollar in eine stärkere Anbindung der Ukraine an den Westen. Putin weiß das und wehrt sich mit allen Mitteln bis hin zum Völkerrechtsbruch. Doch was bei der Annexion der Krim noch funktioniert hat, wird im Osten der Ukraine keine Wiederholung finden. Denn Obamas stärkste Waffen sind mitnichten behäbige Panzer oder Söldner - es sind die unbegrenzten Möglichkeiten der modernen Wirtschaftskriegsführung.

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