Sonntag, 15. Februar 2009

Mach's noch einmal, Ewa!


Ewa Wisnierska hat ihre Teilnahme an der WM im Gleitschirmfliegen in Valle de Bravo (Mexiko) vorzeitig beendet - nach dem Tod des Schweizers Stefan Schmoker während des sechsten Tasks fiel die Entscheidung.

Ursprüngliches Ziel war die Erringung des Weltmeistertitels und danach der Rücktritt von der Wettkampfkarriere. Ob Ewa in zwei Jahren einen erneuten Anlauf unternehmen wird, steht zum heutigen Zeitpunkt noch in den Sternen.

In der gerade gesendeten ZDF-Sportreportage war wieder die Rede von "Risikosportarten". Liebe Redakteure, lasst euch eines sagen: Es gibt eine profunde Ausbildung in den Themen Luftrecht, Meteorologie, Technik, Flugtechnik / Verhalten in besonderen Fällen. Dazu kommen mindestens 40 Höhenflüge als Alleinflüge, davon mindestens 25 unter Fluglehreraufsicht. Es werden praktische Prüfungen für die Startarten Windenschlepp und Hangstart verlangt - abzulegen vor einem zertifizierten Prüfer des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beauftragten DHV.

Der zuerst erworbene Schein ist der A-Schein, welcher nur zum Fliegen in der Nähe des Start- und Landeplatzes berechtigt. Möchte ein Pilot Streckenflüge unternehmen, kommt er um einen weiteren Ausbildungsschritt nicht herum: Den Erwerb der B-Lizenz. Erneute, vertiefte Theorieeinheiten sind verpflichtend (unter anderem mit Meteorologie und Navigation), ebenso wie anspruchsvolle Manöver mit dem Schirm unter Fluglehreraufsicht bzw. die Teilnahme an einem Sicherheitstraining über Wasser.

Gemessen am weltweiten Maßstab sind diese Anforderungskriterien führend - mit weitem Abstand. Die meisten Unfälle passieren durch Unaufmerksamkeit und schlechte Vorbereitung. Es obliegt jedem Piloten, sich auf einen Flug bestmöglich vorzubereiten - das Wissen dazu wurde ihm vermittelt, die nötige Erfahrung gibt es leider nirgendwo zu "kaufen".

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