Donnerstag, 12. März 2009

Bassano im frühsommerlichen März

Die traditionelle Vereinsausfahrt in das winterliche Fliegermekka schlechthin fand in diesem Jahr vom 07.03. bis zum 15.03. statt. Frank, Torsten und ein Zulu-Pilot starteten am 06.03. abends 22:30 Uhr zu einer Nachtfahrt gen Semonzo. Freie Straßen, gutes Wetter, 8 Stunden Fahrzeit, traditioneller Begrüssungs-Cappuccino nach der Grenze. Es war alles wie immer.

8 Uhr schloss Elena den Fly-Park auf und vermittelte uns ein tolles Appartement direkt neben dem Landeplatz. Tja, Nickerchen machen oder den Berg antesten? Natürlich letzteres! Mit dem Rennrad ging es bis zum Übungsgelände, wo mir dann leider Schnee die Weiterfahrt verwehrte. Meine zwei WG-Genossen machten gerade ihre ersten Flüge, während ich den dringend benötigten Schlaf nachholte.

08.03.

Ein kleiner Abgleiter von 30 Minuten Dauer bescherte heute auch mir den fliegerischen Einstand, worauf es gleich mit dem Rad hinauf zum Übungsgelände ging. Die italianos staunten nicht schlecht, als sie einen kurz behosten Rennradler auf dem Rodelhang stehen sahen :-)

09.03.

Starker Nordwind in Zusammenhang mit einer anrückenden Kaltfront lies meinen Schirm heute im Packsack verbleiben. Frank hingegen genoss die starken Steigwerte und Torsten ärgerte sich am Abend, den Autoscooter verpasst zu haben.
Zusammen mit Thomas brach ich 14:50 Uhr zum Monte Grappa auf. Wir wählten die angeblich bis zum Monument befahrbare Westauffahrt und kurbelten munter drauflos. 300 m unterhalb des Gipfels bekam ich das Prädikat "verrückt" aufstempelt, denn mein Begleiter wollte schon umkehren. Dabei haben die Italiener doch extra für uns eine Bahn durch die 4 Meter Schnee gefräst ;-)
17:10 Uhr Ankunft auf dem Parkplatz unterhalb des Monuments, Beweisfotos geschossen, retour. Jetzt hätte ich mich nicht über Handschuhe oder Mütze geärgert ... aber es geht auch so.
56 km, die mich wieder in Richtung Grenzerfahrung brachten und im Gedächtnis noch lange haften bleiben.
Abends kam die ganze Meute im Garden Relais zusammen - argwöhnisch wurde ich bestaunt, obwohl die Leistung alles andere als herausragend war.

10.03.

Der bislang geilste Flug in meiner jungen Fliegerkarriere sollte sich heute einstellen. 666 Meter über Start auf 1500 NN, zusammen mit der österreichischen Nationalmannschaft unter ihren strahlend weißen Hochleistern. Bis zum Grappa konnte/wollte ich heute nicht fliegen, zumal es (mal wieder) keinen richtigen Flugplan gab. Außer diesem: Oben bleiben!
Talquerung hinüber gen Westen zur Antenna Costalunga, Höhe machen, Serpentinen fotografieren, merken, dass die Blase drückt, beschliessen, diesen schönen Flug zu beenden.
Yippiiiieehhh!!! Life is great, man!

Und am Nachmittag? Hinauf bis auf 1000 NN mit dem Rennrad. Ich liebe es.

11.03.

Der Tag des Abschieds (zumindest für uns drei) war gekommen. Torsten sattelte seinen Mantra-Tester, Frank seinen Maverick-Tester und ich meinen ausführlich getesteten Zulu. 300 Meter über Start, schöne Cumulanten, was tun? Flachland-Anschluss suchen. Gesagt, getan, zusammen mit Thomas ging es hinaus in die Ebene - nur der sehnlichst erwartete "piep" blieb uns verwehrt oder machte bereits nach 3 Sekunden wieder schlapp. Egal, 20 Minuten in der Luft sind auch ein Geschenk, bei Badewetter-Temperaturen am Landeplatz allemal.
30 Minuten nach der Landung fegten 40er Böen aus Ost, später aus West über das Gelände. Unangenehm, diese Frontdurchbrüche. Frank schaffte heute übrigens die Brenta-Querung: Herzlichen Glückwunsch!
17:30 Uhr Abfahrt gen Heimat, verzweifelte Suche nach einer Pizza im italienischen Hinterland, Schneesturm in Österreich und Bayern, ein leerer Tank, kaum Platz zum Schlafen ... ich freue mich schon auf die nächste Tour.

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