Montag, 29. Juni 2009

Tausendundein Hügel

Der DWD vermeldete in seiner Kurzfrist-Prognose:
"Aktuell liegt der größte Teil Deutschlands, nach Süden und Südwesten
hin noch unter einem sich von den Britischen Inseln nach Südosteuropa erstreckenden Höhentrog, während nördlich davon eine hochreichende Antizyklone verläuft.
Die für heute Abend für den Süden und Westen und bis zur Mitte noch aktuell bestehende Neigung zur Bildung von teils kräftigen Schauern und Gewittern klingt im Verlauf der Nacht zum Sonntag ab."
Übersetzt bedeutete dies für den vergangenen Samstag: Auf Straßenhöhe hängende Basis mit gelegentlichen Schauern und ganztägig kein einziger Strahl Sonnenschein. Dafür klebte überall (an Körper und Rad) bei relativ hohen Temperaturen und gesättigter Luft ein permanenter Feuchtigkeitsfilm.

Genug der Vorrede, denn jetzt sollen endlich Hügel erklommen und verwunschene Winkel erkundet werden.

Ab Großbothen führte mich der Track ins Mittelsächsische Burgen- und Schlösserland entlang der Freiberger Mulde. 10%, 15%, 20%, 25% Steigung verhießen die Schilder in einigen Dörfern, worüber sich mein in letzter Zeit arg vernachlässigter Umwerfer freute.
Über kleine und größere Brücken (stellenweise nur für Fußgänger passierbar) nähert man sich zuerst Leisnig (böses Kopfsteinpflaster) und im Anschluss Polkenberg an - laut Schild soll es in dem Dorf 20% bergan gehen - bevor das Kloster Buch im gleichnamigen Örtchen mit einer malerischen Dorfkulisse lockt.

Das Muldental wurde verlassen und ein wenig erhöht schlängelte sich die Route nun über fast leere Straßen zwischen Feldern entlang (Reh und Steinmarder kreuzten meinen Weg), bevor die Zivilisation in Waldheim brutal zurückschlug. Ein großer Knast liegt rechts des Weges durch die Stadt, welche auf Nebensträßchen mit 14% glücklicherweise "schnell" verlassen werden konnte.

Kockisch ist DER Geheimtipp schlechthin auf der gesamten Route. Pittoresk (das ist nicht nur so dahingesagt) gelegen an einem Wehr der Zschopau, nähert man sich dem Dörfchen auf einer winzigen Uferstraße (Sackgasse!) am Waldesrand. Ein Stopp auf der Hängebrücke ist Pflicht.

Talsperre Kriebstein, Kriebethal, Tourenhighlight. 25% verheißt das Schild direkt an der Burg Kriebstein (23% sind es in Wahrheit), und dennoch wird jeder Radfahrer nach Bewältigung der 40 hm kleine Allmachtsgefühle spüren :-))

Zur Entspannung ging es recht flach weiter (und auch mal bergab) bis Geringswalde. Gegen 19 Uhr erreicht mich ein Anruf aus Leipzig - 21 Uhr Treff. "Uhh, ich bin gerade in Geringswalde - circa 10 km von Rochlitz entfernt. 21 Uhr wird knapp." Bei Wahl des direkten Weges wäre es nicht knapp geworden, jedoch sollten am Ende schon über 1800 hm zusammenkommen ;-)

Die B 176 bis Colditz ließ den Schnitt mal wieder ein wenig klettern, denn mit Rückenwind und leicht abschüssiger Straße rollte es vorzüglich. Der Track bog ab, wo ich noch nie abgebogen bin. Kopfsteinpflaster, Fußweg, Anstieg aus dem Nirgendwo. Die 17% hinauf zum Hainberg entlang des Schlossparks in Colditz waren (nicht ganz unglücklicherweise) die letzte Bergprüfung des Tages.

In Espenhain ereilte mich dann kurz nach 21 Uhr noch eine Panne am Hinterrad (das pfeifende Geräusch kam doch nicht von der Wasserleitung am Wegesrand) - tja, wer wechselt schon nicht gerne 7 km vor dem Ziel einen Schlauch...

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