Freitag, 18. Dezember 2009

2009 war das

Es ist Donnerstag, der 18. Dezember des Jahres 2059, und ich möchte an ein Ereignis erinnern, das vor 50 Jahren zu genau dieser Zeit die Medien bestimmte.
Der vor 8 Jahren verstorbene ehemalige US-Präsident Barack Obama war am letzten Gipfeltag ins dänische Kopenhagen gereist und (so wird es von den Historikern gesehen) hat zusammen mit China hinter verschlossenen Türen einen Vertrag geschnürt, dem die Entwicklungsländer (eine veraltete Bezeichnung, die heute nur noch Simbabwe verdient) nichts entgegenzusetzen hatten. Maximal 500 ppm atmosphärischen CO2 waren als Ziel für das Jahr 2050 verbindlich vereinbart worden.

Ein unter damaligen Gesichtspunkten völlig illusorischer Wert ist heute mit 463 ppm Realität. Übrigens: Habt ihr gewusst, wie die dänische Regierung den Gipfel als "Klima-neutral" deklarieren konnte? Nicht lachen. Durch die Modernisierung einer Ziegelsteinfabrik in Bangladesh (das sparte 40.000 t CO2 ein) und den Betrieb der Staatskarossen mit Bioethanol einer sächsischen Firma (Choren). Einzig Obama brachte wie immer seine eigene ROZ 95-fressende Fahrzeugflotte mit. Safety first ...pardon... power first.

Maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Bekämpfen der globalen Erwärmung hatte der Durchbruch der Erneuerbaren Energien ab 2018, gefolgt vom ersten Fusionsreaktor 2035. Deutschland belegt mit einem Weltmarktanteil von 68% an Hochleistungsphotovoltaikanlagen den zweiten Platz hinter China und wird - endlich - in 5 Jahren das letzte verbliebene Kohlekraftwerk in der Lausitz vom Netz nehmen.
Wahnsinn, vor 25 Jahren überschritten wir die "magische" 50%-Marke des Stromanteils aus regenerativen Energien. Meine Enkel fahren heute alle wie selbstverständlich mit Elektroautos durch die Gegend. Ich mag diese Dinger aber nicht, denn man kann nicht mehr selbst steuern, sondern wird von einer Armada an Sensoren auf der Spur gehalten und immer nur effizient von A nach B transportiert. Da lobe ich mir doch die guten alten Zeiten, als ich noch auf öffentlichen Straßen im Winter driften konnte.

Wenn ich mich nachher auf das Rennrad setze, werd ich sicher wieder an den immer noch ältesten Ironman-Teilnehmer der Geschichte denken: ein 80-jähriger Australier vor 50 Jahren. Dass wir heute im deutschen Winter auf Hawaii leben ist da doch eine nette Ironie der Geschichte :-) (dieses Zeichen nannte man früher einen "Smiley"). Seit 101 Jahren wird hier auf dem Mauna Loa übrigens der CO2-Gehalt der Atmosphäre gemessen und glücklicherweise steigt dieser in den kommenden Jahren nicht mehr an. Apropos, heute gibt es in Deutschland noch 30 Schneetage. Sicher auch ein Grund, warum sich mein guter Freund Mario schon vor Jahrzehnten in den französischsprachigen Teil der Schweiz zurückgezogen hat. Kaum zu glauben: Dieser Haudegen fährt auch im hohen Alter noch Snowboard und schickt mir regelmäßig Bilder von seinen Weltreisestationen.

Oh, ich bekomme gerade eine Nacken-Massage von meiner lieben Frau. Dieses Wort mag sie nicht und ich eigentlich auch nicht, im Alter müssen wir jedoch nicht mehr alles so verbissen sehen wie früher, als es gemeinsam um die Rettung der Welt durch gute Ausbildung des Nachwuchses ging. Ich soll endlich aufhören zu schreiben...

Allen Lesern in Deutschland, die noch Weihnachten feiern, wünschen wir ein Frohes Fest und ein wenig Schnee. Wir zwei verabschieden uns jetzt bei Pazifikblick auf die Veranda.

Aloha kākou
Peg & Chris

Keine Kommentare: