Montag, 18. Januar 2010

Premiere am Jägerberg

Zu schön, wenn passender Soaringwind auf einen Samstag fällt. Zu fünft in einem Auto - irgendjemand muss doch etwas für die CO2-Bilanz tun - machten wir uns vorgestern kurz vor dem Mittag auf nach Jena. Angesagt war Südostwind, der lag am Jenzig auch perfekt an, jedoch leider einen Tick zu stark.

Da sich aber rund um Jena viele Fluggebiete befinden, wurde sogleich die passende Option in den Ring geworfen: Der Jägerberg. Von seinen 290 m NN aus schaut man quasi auf die Rückseite des Jenzig. Zwischen Start- und Landeplatz hat man 80 Meter Höhenunterschied - die sind aber erst nach einer Landung zu überwinden, denn es gibt einen Parkplatz auf Startniveau.

Wie dem auch sei, noch während unseres mühsamen Weges vom Parkplatz durch den Schnee bis zum Startplatz hing bereits der erste Dummy in der Luft. Es geht hier also. Sicher sind der geringere Höhenunterschied, aber auch die schützende Rückseite des Jenzig Parameter für fliegbare Bedingungen an diesem Tag. Der SO hatte kleine Schwächephasen, welche die Cracks rechtzeitig erahnten und on top landeten. Nach ausführlicher Beobachtung hab ich mich dann 14.30 Uhr auch in die Lüfte erhoben. Ein Traum in Weiß unter mir, bunte Schirme neben mir, die zwischen Wolkenlücken durchschimmernde Sonne über mir - ja, durchaus Momente zum Wohlfühlen. Okay, Höhe kann man also machen, das ist beruhigend. Es trägt hier und dort, okay: Auf zur südlichen Spitze der Ridge. Alles passt, ich erwische kein Saufloch und kann wieder gut Höhe aufbauen.

Da wir uns in einer präfrontalen Luftmasse bewegten (vor einer Warmfront) müssen sich im Zuge einfließender bodennaher Warmluft Konvektionsvorgänge ereignet haben.
Oder einfacher (und wahrscheinlich richtiger): Die Ortschaft im Tal hatte einen Wärmevorsprung gegenüber der Umgebung und uns somit die kleinen Höhenflüge ermöglicht. Jedenfalls ging es mit bis zu 3 m/sec aufwärts. 3 Vollkreise hintereinander = 180 m Startüberhöhung. Zu schön. Das war Tages-Höhenrekord *freu*.
Aber eine Stunde in der Luft bei Minusgraden reicht dann doch aus, weshalb ich nicht ganz unglücklich über das Flugende auf der Lande(schnee)wiese bin. Yo, zum Toplanden fehlte vor der Flaute einfach die Erfahrung. Der Wiederaufstieg durch den Wald brachte dafür ein paar weitere schöne Winterflugbilder von den Vereinskollegen über mir sowie eine willkommene Gelegenheit, die Füße und Hände aufzuwärmen.

Den Tag haben wir abschließend - wie kann es in Thüringen anders sein - mit Rostbrätl und Speckbemme in einem schönen Gasthaus ausklingen lassen. Carpe diem.








































Daten zum Flug:

* 60 Minuten Airtime
* 21,8 km geflogene Strecke (in einem 1 km breiten Korridor)
* 21,4 km/h im Schnitt
* 58 km/h maximal
* 180 m Startüberhöhung

Der Link dazu: klick.

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