Montag, 8. Oktober 2012

Alles ist Challenge

Eine Woche ist gerade zu Ende gegangen mit der Erkenntnis, dass es tatsächlich noch Nachrichten gibt, die überraschen können. Die Meldung von Dirk Bachs Tod zum Beispiel. Sicher, die stets quietschbunt gedresste Frohnatur mit dem Bekanntheitsgrad eines Helmut Kohl hatte beileibe nicht die Statur eines Modelathleten - eine, wohl die einzige Gemeinsamkeit mit dem Kanzler der Einheit, dem Kanzler der Deutschen, dem Kanzler Europas, dem Kanzler der Freiheit, dem ... egozentrischen, herrischen, patriarchalischen Krösus, dem dessen enge Verflechtung mit der Wirtschaft, zahlreiche politische Kellerleichen und eine tatenlos dem Freitod preisgegebene Ehefrau sowie die verstoßenen Söhne zweifelsohne zu einem respektablen Denkmal gereichen werden -, dafür aber die Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen und sie für kurze Zeit ihres Alltags zu entreißen.

Es braucht dieses Land mehr von der Statur eines Dirk Bach. Es braucht dieses Land Menschen mit dem Mut, auf Konventionen zu schei*** und ihr Ding durchzuziehen. Markus Lanz zum Beispiel (siehe unten).

Dirk Bach war authentisch. Er versteckte seine Homosexualität nie, war nie überangepasst, war nie eine andere Person als Dirk Bach. Seine schauspielerische Liebe galt dem Theater, Geld konnte und kann man aber nur im Fernsehen verdienen. Also passte er sich an und übertrug Theaterrollen in TV-Formate. Viele Zuschauer sahen in ihm nur einen Spaßmacher, sahen in ihm "den Dicken, der das Dschungelcamp moderiert." Das wusste er. Und das war ihm sogar ganz recht. Denn mit dem Heiligenschein der Harmlosigkeit versehen, ist man außer Verdacht, giftige Pfeile zu verschießen. Dirk Bach war ein Meister der Beobachtung, ein Meister der Improvisation. Er hatte einen wachen Geist und machte sich über die Regeln unseres Medienbetriebs lustig. Auf seine Art. Spürbar verändert hat er damit nichts, denn das Dschungelcamp bekam ständig Frischfleisch geliefert für eine dem Voyeurismus verfallene und sich mit Schadenfreude über ihr eigenes erbärmliches Leben hinwegtröstende Zuschauerschar.

Dirk Bach starb am 1. Oktober im Alter von nur 51 Jahren in Berlin, kurz vor der Premiere des neuen Theaterstücks von Axel Hacke am Schloßparktheater. Der kleine König der deutschen Komik wird stets ein Großer bleiben.

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Am Mittwoch- und Donnerstagabend lief in der ARD die Verfilmung von Uwe Tellkamps Roman "Der Turm". Der Autor erzählt darin die Geschichte einer Dresdner Mittelschichtsfamilie in den letzten Jahren der DDR. Es geht um die Spannungen zwischen eigenen moralischen Ansprüchen und menschlichen Bedürfnissen, es geht um unterdrückte Leben, es geht um indoktrinierte Lebensentwürfe, es geht um das richtige Leben im falschen, es geht um das Erwachsenwerden, um Abgrenzung, um Grenzüberwindung und unerfüllte Sehnsüchte. Tellkamp sprach anlässlich der Filmpremiere am Tag der Deutschen Einheit vor dem Dresdner Landtag. In seiner Rede warnte er vor den Gefahren der Globalisierung:
"Heute müssen wir die Langsamkeit, die natürlichen Zyklen von Reifung gegen ein Höher, Schneller, Weiter verteidigen, das sich verselbstständigt; ein faustisches Prinzip Wachstum, das eines offenbar nicht mehr weiß: wofür."
Der Satz gefällt mir. Und er findet sich so in zig Varianten in diesem Blog wieder. Mal direkt, mal indirekt, mal in Bildform, mal in Form eines Zitats. Immer aber geht es um eine Kritik an unkritischen Menschen. Immer geht es um eine Kritik an Menschen, die bequem sind. Evolution ist Veränderung, Evolution ist alles andere als Stillstand, Evolution ist ständige Bewegung und Experimentierfreude. Soweit nichts neues. Doch womit experimentieren wir da gerade? In vollstem Bewusstsein experimentieren wir mit unserer Existenz. Naja, das ist so nicht ganz richtig: Wir experimentieren bloß mit einigen hundert Millionen Menschenleben irgendwo in den Küstengebieten dieser Erde und irgendwo in sich von humid zu semiarid bis arid wandelnden Regionen. Übertreibung? Klar, man kann es auch unter dem Aspekt "natürliche Zyklen der Extinktion" betrachten. Nicht der Rede wert also. Weitermachen!

Wir erkennen die "natürlichen Zyklen von Reifung" und handeln doch diesem Wissen zuwider.
Warum ist das so? Warum stellen wir uns nicht tagtäglich die Frage nach dem Warum und dem "Wofür"? Warum muss ich noch immer Menschen bei (Kurzstrecken)fahrten mit dem Pkw ertragen; warum muss ich noch immer Bekannte beim Grillen von Fleisch (+ aus Massentierhaltung) ertragen; wofür soll das Gejammer über Gelenkbeschwerden von Anfang Dreißigjährigen gut sein; warum macht die Bahn das Fahren mit ihr nicht attraktiver anstatt es ständig zu verteuern; warum bitteschön soll ich ein iPhone benötigen?

Wenn die Menschen wüssten, wieviele Experimente tagtäglich in ihrem Erbgut abliefen, sie wären schockiert. Dabei handeln unsere Gene lediglich nach einem simplen Prinzip: Es geht immer besser. Die Bekämpfung von Krankheitserregern etwa erfordert von unserem Immunsystem alles andere als Trägheit, stattdessen die permanente Bereitschaft zur Veränderung, zum Lernen. Neue Antigene (Oberflächenmerkmale von Mikroorganismen bspw.) werden präsentiert und müssen bewertet werden. Neue Antikörper werden produziert und dem "Immungedächtnis" hinzugefügt, um bei einer erneuten Bedrohung schnell zu reagieren und eine Krankheit im Keim zu ersticken usw. [siehe unten im EXKURS: Die spezifische Immunabwehr]

Und die Menschen? Man bekommt den Eindruck, die vielen Summen ihrer Gene wollen sich nicht verändern, wollen sich nicht verbessern, wollen nicht lernen und Wissen anwenden. Regelmäßig Laufen gegen die Verfettung und volle Wartezimmer? Vegetarische Ernährung gegen die Ausbeutung tierischen Lebens und die Belastung unserer Umwelt? Ökologisch heizen mit regenerativen Energien gegen den Neuaufschluss von Tagebauen? Nutzung des ÖPNVs und des Fahrrads? Mehr davon! Sucht euch neue Götter, sucht euch zukunftsfähige Götter! Egal was, aber torpediert nicht permanent die Versuche der Vernünftigen und Änderungswilligen, eine lebenswerte Zukunft zu ... erhalten.

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Lebenswerte Zukunft ist ein gutes Stichwort: Die Türkei beschiesst Syrien. Nach dem Einschlag einer in Syrien abgefeuerten Granate in einem türkischen Grenzdorf feuerte die türkische Artillerie über den Zaun. Man erinnert sich an den Juni, als die syrische Flugabwehr einen türkischen Kampfjet vom Himmel holte und damit Kriegsängste in ganz Europa schürte. Jetzt ist die NATO gefragt, den seit Monaten fruchtlos laufenden Gesprächen endlich Taten folgen zu lassen. Das ewige Gerede trägt anscheinend keine Früchte, die Syrer leiden nach wie vor unter einem Diktator. Es ist an der Zeit, gemeinsam für die Menschenrechte einzutreten. Aktiv einzutreten.

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Ziemlich aktiv war auch der neue "Wetten, dass..?"-Moderator Markus Lanz. Hyperaktiv sozusagen, denn er wollte mehr, als er konnte.

Der gebürtige Südtiroler mit einem Faible für die Fotografie und das Schreiben fiel mir erst mit Beginn seiner Arbeit für das ZDF auf. Dort übernahm er vor 4 Jahren vertretungsweise (ab 2009 dauerhaft) die Talkshow von Johannes B. Kerner und verjüngte diese nicht nur durch seine eigene Person. Barrieren zwischen Moderator und dessen Talkgästen verschwanden (der Schreibtisch etwa), die Fragen wurden ernster genommen, der Neue schien sich wirklich für seine Gesprächspartner zu interessieren.

Heute hat man den Eindruck, Lanz ist in seiner Talkshow angekommen und mit deren Konzept zufrieden. Ich jedenfalls schalte bei spannenden Gästen regelmäßig rein und freue mich über interessante Einblicke in interessante Leben. Sicher, die Runde müsste bisweilen kleiner sein und es müsste sich mehr Zeit für scheinbar weniger prominente Gäste genommen werden - das Intimitätslevel eines alpha-Forums kann und will die Show ob ihres expliziten Unterhaltungscharakters aber eh nie erreichen.

Lanz ist ein Perfektionist, der in seiner Show ebenso an den Moderationskärtchen klebt wie bei seinen Reisen hinter dem Kamerasucher. Alles für den perfekten Moment. By the way:
Sehr geehrter Herr Lanz,

sollten Sie irgendwann einmal über diesen Beitrag stolpern und zu diesem Zeitpunkt rein zufällig gerade noch eine Begleitung für die nächste Grönland-Reportage suchen - hier kann man mich kontaktieren. :-)

Mir war aufgrund meiner Musterungsergebnisse zwar keine Gebirgsjägerkarriere vergönnt, doch bin ich sicher, mich körperlich und mental ebenfalls auf das Zwiegespräch zwischen Europäer und Inuit, zwischen Kamera und grandioser Landschaft einlassen zu können.

Mit weiter aufmerksamen Grüßen,
das Staubkorn
Am Abend dieses 6. Oktober nun war für mich vor allem spannend, einen Menschen bei dessen nächstem Karriereschritt zu beobachten und herauszufinden, inwieweit er mit dem Erwartungsdruck zurechtkommen wird bzw. wie weit er sich von den erwähnten Kärtchen zu lösen vermag.

Spritzig kam er die Showtreppe in Düsseldorf herunter, begrüßt von einem dankbaren Publikum mit tosendem Applaus. Wie zu erwarten, blieb das Outfit konventionell und Lanz seinem bewährten, körperbetonten Stil treu - allerdings ohne Krawatte und dafür mit weit geöffnetem Hemdskragen. Weniger stimmig war der kurze Einspieler davor: Ankunft mit Ralf Schumacher im DTM-Wagen mit Powerslide (Sechsjährige gehören also auch zur Zielgruppe, was?!), Alfons Schuhbeck und Tim Mälzer (könnte man wohlmeinend als Parodie auf deren selbst verstehen), Ilka Bessin ... waaahhhh!!!

Die erste Neuerung bestand darin, alle Gäste gleich am Anfang mitsamt ihrer Wettkandidaten auf die Bühne zu holen. Die prominenten Gäste nahmen auf einer (drehbaren) Couch Platz, während die Wettkandidaten im Hintergrund auf ihren Auftritt warteten. Die Idee ist nett, hat aber ihre Tücken: Denn wo Gottschalk sich früher jedem Gast einzeln widmen konnte, muss Lanz nun plötzlich mit allen zurechtkommen und alle irgendwie ins Gespräch bringen. Die beabsichtigte Erhöhung von Interaktion und Unterhaltungswert ist eine Gratwanderung, die sehr stark von den jeweiligen Gästen abhängt. Bei der Premiere hat es nicht gut funktioniert.

Desweiteren hat die drehbare Couch ihre Tücken. Denn sowohl die Gäste selbst als auch die Zuschauer benötigen einen festen Fixpunkt. Größere Nähe zu den Zuschauern im Saal und den Wetten hin oder her. Wenn schon beweglich, dann müssen Zuschauer wie auch Gäste wissen, wann "rumgefahren" wird. Bei der Premiere wären manche fast von der Plattform gestürzt.

Die Zahl der Wetten hat sich auf sechs erhöht, dennoch blieben mir diese in der Rückschau am allerwenigsten in Erinnerung. Wer das Ziel verfolgt, die Wetten verstärkt in den Fokus zu stellen - was löblich ist -, der muss ihnen auch genügend Zeit einräumen. Ich hatte den Eindruck, die Wetten waren bei dieser 200. Ausgabe von "Wetten, dass..?" eher schmückendes Beiwerk und mitunter lästige Unterbrechung der Lanz'schen Talkrunde. Genauso wie die neue "Lanz-Challenge". Dazu kam plötzlich die auf RTL vergötterte Wuchtbrumme Cindy aus Marzahn mit einem Bollerwagen herangerollt und bat den sichtlich überraschten Moderator zu sich.

Bei dieser Aufgabe, die Lanz vorab kennt, muss er gegen einen Kandidaten aus dem Publikum antreten. Gewinnt der Zuschauer, bekommt er einen Preis. Am Samstag war es eine Schiffsreise im Wert von 10.000 EUR. Kann man machen, wirkt auch sympathisch, muss beim nächsten Mal bloß besser in die Sendungsstruktur integriert werden.

Außer bei zwei Wetten (Slackline und Rudern) lieferten die Kandidaten leider keine Spannungsmomente. Im Gegenteil. Manche (Hundehaare, Morsen mit den Ohren) waren gar so langweilig, dass man umschalten musste. Und die Kinderwette? Kinderkram im Wortsinn mit einem echt selbstbewussten Kerlchen. Der wird mal was aus sich machen.

Markus Lanz moderierte die Wetten sicher herunter - es sollte aber nicht zuviel verlangt sein, für diese Auftritte auf Kärtchen zu verzichten. So schafft man die Grundlage für Charme, Natürlichkeit und Witz. Dass er letzteren hat, bewies er mit der "Strafaufgabe" für Wotan Wilke Möhring bei dessen Hundewette. Kurz bevor ich umschaltete, schlug Lanz nämlich einen Bogen von der Waldorf-Vergangenheit Möhrings zu dessen Wetteinsatz: Er sollte bei einer Niederlage seinen Namen tanzen. Herrlich! Ich musste tatsächlich laut lachen. Überhaupt war Möhring an diesem Abend mit seiner spontanen, witzigen und authentischen Art purer Zucker für die Show. Die engere Verknüpfung von Gast und Wettkandidat ist eine gute Innovation.

Zurück zu den Couchgästen. Lanz versuchte, zu viel von seiner Talkshow hierher zu kopieren und scheiterte damit ganz klar. Denn die guten Fragen hatten einfach einen falschen Rahmen und manche Gäste schienen sich auch unwohl dabei zu fühlen. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man gezielt talkt oder gezielt smalltalkt. Ein Entertainer ist in erster Linie kein Journalist, sondern ein Unterhalter. Den Bogen zwischen beiden Welten vermag Lanz aber in Zukunft gewiss zu schlagen.

Bleibt zu hoffen, dass Cindy aus Marzahn nur Premierengast war und sich Lanz einen anderen Sidekick suchen wird; nichts gegen sie persönlich - aber Brachialkomik passt nicht ins Sendungskonzept. Bleibt zu hoffen, dass Michael Kessler künftig die Außenwetten entweder in wechselnden Rollen moderiert oder dass Olli Dietrich wieder ins Boot geholt wird. Bleibt zu hoffen, dass Talk und Wetten einen Rhythmus finden, von dem das Publikum eingefangen und die Gäste entspannt werden.

PS: Ich schalte wieder ein, wenn Michelle Hunziker zurück an Bord ist. Oder Beth Ditto. Oder beide.

EXKURS: Die spezifische Immunabwehr

Die Hauptmechanismen des Immunsystems sind die angeborene (unspezifische) und die adaptive (spezifische) Immunabwehr. Die Prozesse angeborener Immunabwehr kommen dann in Gang, wenn Antigene aufgrund von Verletzungen die mechanischen Barrieren des Körpers durchdringen konnten. Allen Mechanismen der angeborenen Immunabwehr ist dabei zueigen, dass sie sich nicht gegen eine bestimmte Art Erreger richten, sondern auf ein breites Spektrum von Fremdstrukturen reagieren. In erster Linie dienen sie dazu, die Infektion so lange zu kontrollieren, bis spezifische Abwehrmechanismen greifen.

Die spezifische Immunabwehr ist der anpassungs- und lernfähige Teil des Immunsystems. Dabei unterscheidet man zwischen humoraler und zellulärer Immunreaktion. Unter humoraler Abwehr (lat. humor = Feuchtigkeit) versteht man jene Mechanismen, die unter Produktion und Abgabe von Antikörpern vonstatten gehen. Sie richtet sich vor allem gegen Bakterien und wird von den B-Lymphozyten ausgeführt. Die zelluläre Immunreaktion wird hingegen durch Immunzellen bewerkstelligt, die über Rezeptoren ihre Zielstrukturen (virusinfizierte Zellen, Tumorzellen) erkennen. Zu ihr zählen die B- und T-Lymphozyten. Von den Zellen des Immunsystems besitzen nur Lymphozyten die Fähigkeit, Antigene zu erkennen und spezifisch darauf zu reagieren (B-Lymphozyten mit der Synthese von Antikörpern, T-Lymphozyten mit der Ausbildung von zellulären Immunreaktionen und der Synthese von regulierenden Botenstoffen).

Die B-Lymphozyten reifen bei Vögeln in der Bursa fabricii (einer dorsalen Enddarmausfaltung), bei Säugern im Knochenmark. Treffen B-Zellen auf ein Antigen (etwa ein bestimmtes Bakterium), dann entwickeln sich daraus Plasmazellen, die den spezifischen Antikörper für das jeweilige Antigen produzieren und in das Blutplasma abgeben. Antigen-Antikörper-Komplexe markieren das Antigen für andere Immunzellen, die an der Zerstörung beteiligt sind. Antikörper (Immunglobuline) sind Eiweißmoleküle mit Zuckeranteilen, die man in fünf Klassen unterteilt. Bei der Immunreaktion treten sie in zeitlicher Folge auf:
  • IgM: werden beim Erstkontakt mit einem Erreger eingesetzt, da sie viele Antigene auf einmal präsentieren (= zeigen) können
  • IgG: werden beim Zweitkontakt mit dem Antigen produziert und sind maßgeblich für eine schnelle Immunantwort
  • IgA: verhindern das Eindringen von Mikroorganismen in den Körper (kommen in den Schleimhautsekreten vor)
  • IgD: deren genaue Aufgabe ist unklar, sie sind aber oft mit B-Lymphozyten gekoppelt
  • IgE: sind an der Bekämpfung von Würmern und anderen Parasiten beteiligt. Ferner koppeln sie sich an bestimmte Zellbestandteile und verbleiben über Jahre hinweg im Körper. Binden sie dann ein Allergen, so kann es zur Ausschüttung von Histamin und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen (Allergien) kommen.
Die T-Lymphozyten werden auch T-Zellen genannt, weil sie im Thymus heranreifen und dort lernen, zwischen körpereigen und körperfremd zu unterscheiden. Wie oben schon geschrieben, sind die T-Zellen für zellvermittelnde Immunreaktionen zuständig. Sie erkennen also keine freien, sondern nur zellgebundene Antigene: In die Zelle eingedrungene Viren, Bakterien, Protozoen, körpereigene Tumorzellen oder etwa durch Transplantation übertragene Fremdzellen. Jede Körperzelle besitzt spezifische Merkmale, die Autoantigene, die auch als MHC-Moleküle (Abkürzung für major histocompatibility complex, Haupthistokompatibilitätskomplex) bezeichnet werden. Zellen mit den körpereigenen MHC-Molekülen werden vom Immunsystem nicht angegriffen. Dringt ein körperfremdes Antigen in den Organismus ein, wird es von den T-Zellen nicht sofort wahrgenommen. Erst müssen körpereigene Zellen (z.B. Makrophagen) den T-Zellen das Antigen präsentieren, weshalb diese Zellen auch als antigenpräsentierende Zellen bezeichnet werden. An dieses Antigen dockt der T-Lymphozyt mit seinem speziellen T-Zell-Rezeptor an und wird aktiv.

Wie bei den Antikörpern unterscheidet man auch bei den T-Zellen verschiedene Typen:
  • T-Helferzellen: regen B-Lymphozyten zur Umwandlung in Plasmazellen an
  • T-Killerzellen: zerstören kranke (z.B. virusinfizierte) Zellen sowie in den Körper eingedrungene Mikroorganismen
  • T-Gedächtniszellen: prägen sich die Merkmale der in den Körper eingedrungenen Antigene ein, sodass bei erneutem Kontakt die Immunreaktion schnell erfolgen kann
  • Regulatorische T-Zellen: hemmen die Aktivität der T-Killerzellen, damit diese nicht damit beginnen, gesunde Zellen zu vernichten

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist bekannt, dass die Leute immer fetter werden.
American Airlines muss daher schon XXL-Sitze anbieten.
Und: Männer (inkl. LANZ) gewöhnen sich daran und wollen auch nur noch fette Tussen... (das Bild im Kopf wird eben dahingegen verändert, dass "Fette" immer normaler werden).
Zudem: Durch weibliche Hormone und Weichmacher werden nicht nur die Hirne weicher, sondern auch das Geschlecht immer zweifelhafter...
ALSO:
Das ist die ganz einfache sozioneurobiologische Erklärung für die Welt von heute...

Christian hat gesagt…

Ähm, ja. Zum ersten Absatz nur soviel: Jetzt ist mir auch klar, warum American Airlines insolvent ist. Die haben nämlich nur noch halb soviele Passagiere befördern können, weil man denen ja für einen XXL-Sitz nicht den doppelten Preis (wie es eigentlich angebracht wäre*) berechnet hat.

Die Begrifflichkeit "fette Tussen" verbiete ich mir in meinem Blog! Mir liegt es nämlich fern, Menschen aufgrund ihres Äußeren zu beleidigen bzw. zu verurteilen. Denn selbst eine Kunstfigur wie "Cindy aus Marzahn" steht für Ideale ein. Mit ihrem offen zur Schau getragenen Frontalangriff auf anerkannte Schönheitsideale leistet sie hinter der Maske ungeschönter Alltagsbeobachtungen nämlich insgeheim einen Beitrag zur fortschreitenden Liberalisierung der Gesellschaft.

Wenn ich oben a) "Verfettung" und b) "Wuchtbrumme" zu Papier bringe, so ist dies bei a) der Hilflosigkeit und bei b) meinem Pennälerhumor zu verdanken. Hilflosigkeit deshalb, weil die Menschen sämtliche b e e i n f l u s s b a r e n Risikofaktoren kennen (oder leicht lernen können) und trotzdem in zunehmendem Maße beispielsweise an Typ-2-Diabetes erkranken, was zu erheblichen (und in sehr vielen Fällen vermeidbaren!) Kosten für das Gesundheitssystem führt.
http://www.diabetesstiftung.de/fileadmin/docs/code_2.pdf

"Die im Jahr 1998 durch Patienten mit einem Typ-2-Diabetes in Deutschland verursachten Kosten betrugen 31,4 Mrd. DM. Den größten Anteil mit 61 % trugen die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen." (S. 1 im zuvor verlinkten Dokument)

Und die Zahl der Kranken steigt weiter an.
http://www.idf.org/diabetesatlas/5e/europe

PS: Den Beleg für die Hormon- und Weichmachertheorie konnte ich soeben lesen. Vielen Dank dafür.

* Warnung: Freilebender Sarkasmus