Montag, 14. Januar 2013

Ecce homo (III)

An einem Sonntagmorgen findet sich bei uns der SachsenSonntag im Briefkasten - eine Werbezeitung mit Anzeigen von Nageldesignern, dem regionalen Elektronikmarkt sowie weiteren Gewerben; dazu kommen lokale Veranstaltungstipps, ein Sportteil und Geburtstagsgrüße im Stile von "Die Geithainer Schützengesellschaft gratuliert ihren Mitgliedern Frau D. W., Herrn P. R., Herrn L. K., Herrn M. Z., Herrn U. K. sowie Herrn N. L. im Monat Januar recht herzlich zum Geburtstag." Gäbe es nicht die illustren Porträts unter der Rubrik "Sonntagsfrühstück" auf einer der ersten Seiten, ich hätte keine Veranlassung, den Umweg vom Briefkasten zum Altpapier über den Küchentisch einzuschlagen.

Am 13. Januar 2013 konnte man jenen Seiten eine Story über "Amokalex" entnehmen, ein Rocker mit New Yorker Wurzeln und wohl einmaliger Vita. Die Großeltern waren Russen, kamen nach Deutschland; die Eltern wanderten 1950 in die USA aus, 10 Jahre später wurde er geboren. Er begleitete seinen Vater - einen erfolgreichen Jazzmusiker - zu Konzerten, lernte so schon früh verschiedenste Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennen. Und deren Sprachen. Nebenbei wurde er mit 8 "jüngster Solist für ukrainischen und russischen Volkstanz", hatte Auftritte in der Carnegie Hall, zur Amtseinführung Reagans und bei der Einweihung des World Trade Centers.

Die Beatles waren ein Wendepunkt in seinem Leben. Er begann, Schlagzeug und Gitarre zu lernen, gründete seine erste Band, wurde zweiter bei einem Song Contest hinter Bon Jovi und trat als Vorband von Aerosmith auf. Nur Musik? Falsch. Der Mann hat mehrere Berufsabschlüsse (u.a. als Elektroniker) und soll 10 Sprachen sprechen. Seine Liebe zur Audiobastelei brachte ihn 1985 nach Deutschland, wo er mit einem Rekord für die lauteste Hifi-Anlage in Pkws (146,3 db!) für Aufsehen sorgte. 17 Jahre später begann Alexander "Amok Alex" Rudzinski  (der Spitzname rührt übrigens von einer Filmrolle her) mit Radio, sendet seit 6 Jahren regelmäßig aus Leipzig. Wöchentlich von Mo. bis Fr., 14 - 17 Uhr, geht er live mit der "Amok-Alex-Show" auf Sendung und beeindruckt mit seiner ungekünstelten, ehrlichen, bisweilen zu direkten Art. Ein Original eben.

www.project-reloaded.com

PS: Ein Interview mit Alexander Rudzinski auf rocktimes.de
PPS: Als DJ trifft man ihn im FlowerPower Leipzig jeden Mittwoch ab 22 Uhr. Nächster Termin ist der 16. Januar.

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