Montag, 14. Januar 2013

Nachtrag: Die Sächsische Bergparade zu Gast in Leipzig | 22.12.2012

Bereits zum sechsten Mal innerhalb von 12 Jahren beehrten die Musikerinnen und Musiker, die Uniformträgerinnen und Uniformträger, die Bergbrüder und Bergschwestern jene auf den ersten Blick nur für ihren Kohlebergbau bekannte Stadt im Nordwesten Sachsens.

Fünf Bergmannskapellen aus dem Erzgebirge mit 202 Musikern und 507 Uniformträgern waren an der großen Bergparade beteiligt, die sich am Samstag, dem 22. Dezember 2012 durch die Leipziger Innenstadt bewegte.

Schon Mitte des 19. Jhd. engagierten sich Leipziger Kaufleute und Bahnpioniere im erzgebirgischen Kohlerevier. Albert Dufour (ein Leipziger Bankier) war damals der erste, der die wirtschaftliche Bedeutung erkannte und 1845 ein größeres Steinkohlebergwerk in Lugau kaufte. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es der Stadt Leipzig vor allem um die sichere Versorgung ihres Gaswerkes mit Steinkohle aus dem Erzgebirge. 1919 kaufte die Stadt deshalb für über 23 Millionen Mark Oelsnitzer Bergbauaktien und wurde Hauptaktionär der Schächte "Gewerkschaft Deutschland". Es waren auch Leipziger Ingenieure, die eine Vielzahl der Schächte sowie eine Bergarbeitersiedlung planten. Insgesamt acht Schächte in und bei Oelsnitz gehörten zu den Stadtwerken und unterstanden der Aufsicht des Leipziger Rathauses.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sorgte ein Volksentscheid am 22. August 1946 dafür, dass die Stadt ihre Unternehmen im Erzgebirge verlor, da diese als "Rüstungs- und Kriegsgewinnlerbetriebe" eingestuft wurden.

Höhepunkt einer jeden Parade ist zweifelsohne das Abschlusskonzert auf dem Augustusplatz, welches in voller Länge auf dem zweiten der unten verlinkten Videos sowohl zu sehen als auch zu hören ist. Unter der Leitung von Landesbergmusikdirektor Jens Bretschneider spielten die Musiker vor der prächtigen Kulisse der Oper Leipzig mehrere Stücke, dabei umringt von Tausenden Besuchern auf dem Augustusplatz. Der Vorsitzende des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, Dr. Henry Schlauderer, zeigte sich folglich auch zufrieden mit der Anteilnahme, indem er bekundete: "Wir sind gern hier. Die Resonanz und das Interesse sind doch auch für uns überwältigend. Jedenfalls hoffen wir, und spüren das auch, dass wir Ihnen damit eine Freude bereiten konnten."



Keine Kommentare: