Freitag, 1. März 2013

Der Sternenhimmel im März | 2013

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++

Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der ersten Märzhälfte um 22 Uhr
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]

Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember

[Der Sternenhimmel im ... 2013]

Januar, Februar, März

[Sichtbarkeit am Abendhimmel | Bildquelle]
Komet C/2011 L4 (Pan-STARRS)

Nach längerer Zeit (1996 Hyakutake und 1997 Hale-Bopp) erscheint endlich wieder einmal ein heller Komet. Wobei "hell" natürlich relativ ist: die scheinbare Helligkeit schwankt diesmal zwischen den Magnituden 5 und 2.

Eine 2. Magnitude genügt, um ein Objekt außerhalb von Städten ohne Feldstecher zu sehen. Der Name beinhaltet das Jahr der Entdeckung (Juni 2011), das C bedeutet, dass seine Umlaufzeit um die Sonne mehr als 200 Jahre beträgt.

Das optimale Sichtbarkeitsfenster öffnet sich am 12. März gegen 19 Uhr im W. Der Mond ist an diesem Datum beim Auffinden dienlich (+ Fernglas), denn die sehr schmale Sichel unseres dann zunehmenden Trabanten befindet sich bei ausgestrecktem Arm eine halbe Handbreite über dem Kometen.
Sichtbarkeit am Morgenhimmel | Bildquelle]

Der Komet steigt täglich höher und kann mit guter Optik bis in den April beobachtet werden. Frühaufsteher aufgepasst: Ab dem 22. März sieht man ihn zusätzlich gegen 5 Uhr tief im NO.

[Was waren doch gleich die Unterschiede zwischen Asteroiden, Meteoriten und Kometen?]

[Eine Anleitung zum Import von C/2011 L4 (Pan-STARRS) in Stellarium]



C/2011 L4 (Pan-STARRS) am 13. März um 19 Uhr im W
C/2011 L4 (Pan-STARRS) am 22. März um 5 Uhr im NO
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Frühlingsdreieck
Der Frühling steht vor der Tür. Nicht nur hier auf der nördlichen Hemisphäre, nein, auch am Sternenhimmel. Die Wintersternbilder Orion, Großer Hund und Stier sind gerade noch bis Ende April/Anfang Mai im SW-W zu beobachten. Halten Sie doch noch einmal Ausschau nach den Plejaden und Hyaden, rechts unterhalb von Aldebaran. Auch der Sirius hat einen abendlichen Blick zum Himmel verdient. Man findet ihn sehr leicht, denn er ist der hellste von der Erde aus beobachtbare Stern.

Die Zwillinge stehen gegenwärtig hoch im W (direkt über Orion) und werden erst Mitte Juni von der nächtlichen Bühne verschwinden.

W
Im N findet man das um 90° nach rechts gekippte Himmels-W der Kassiopeia, daneben Kepheus und Drache. Darüber rollt der Kleine Wagen, dessen Deichselspitze den Polarstern markiert.

Arktur im Bärenhüter zeigt im SO bereits als ein Teil des Frühlingsdreiecks das Ende des Winters an. Regulus (Löwe) und Spica (Jungfrau), die zwei anderen Teile, sieht man um Mitternacht - am besten in den mondfreien Nächten um den 11. März - hoch über dem Saturn stehen.

N
Wer Glück hat, der kann im S den lichtschwachen Krebs (zwischen Löwe und Zwillingen) erkennen. Die Chancen dafür steigen bei Beobachterstandorten außerhalb der lichtverschmutzten Städte. Von SO hinauf zu den Zwillingen schlängelt sich die Wasserschlange empor, begleitet von den kleinen Sternbildern Rabe, Becher und Sextant.



Milchstraße
Die Milchstraße geht im S über den Horizont herauf und verläuft durch die Sternbilder Großer und Kleiner Hund, Einhorn, Orion, Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan nach N.

[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium. Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im März

Der Mond befindet sich sowohl am 5. März mit 369.960 km als auch am 31. März mit 367.500 km in Erdnähe (Perigäum). Das Apogäum (Erdferne) wird am 19. März bei 404.260 km erreicht.

Halbmond: 03. März
Neumond: 11. März
Halbmond: 19. März
Vollmond: 27. März

Mondbegegnungen:

Stern Spica --> am 1. März um 6.30 Uhr (nächste Annäherung) und am 28. März (21 Uhr)
Jupiter --> am 16. März bis etwa 23.30 Uhr
Saturn --> am 2. März von Mitternacht bis Sonnenaufgang und am 29. März (ab 21.40 Uhr)

Mond und Jupiter am 16. März um 21 Uhr

Mond und Saturn am 29. März um 23 Uhr
Planeten im März

Merkur --> unsichtbar
Venus --> unsichtbar
Mars --> unsichtbar
Jupiter --> bis etwa 1 Uhr das hellste Objekt (nach dem Mond) am Himmel
Saturn --> verfrüht seinen Aufgang von 0 Uhr auf 22 Uhr im Monatslauf
Uranus --> unsichtbar
Neptun --> unsichtbar

Sonne im März

Am 20. März um 12.02 Uhr MEZ ist astronomischer Frühlingsbeginn - also der Zeitpunkt, an dem die Sonne auf ihrer scheinbaren Jahresbahn den Äquator nordwärts überquert (der Schnittpunkt der aufsteigenden Sonnenbahn heißt Frühlingspunkt). Am Südpol bedeutet dies das Ende des Polartages, am Äquator den ersten von zwei Zenitständen des Jahres, in den mittleren Breiten "Tagundnachtgleiche" und am Nordpol das Ende der Polarnacht.

[Wegen der Lichtbrechung in der Erdatmosphäre findet die physikalische "Tagundnachtgleiche" bereits am 17. März statt.]

Der Tag wird im März um 1:58 h länger, infolge der Zeitumstellung geht die Sonne am Monatsende jedoch fast zur gleichen Zeit auf wie am Monatsanfang.

Sonnenaufgang 1. März: 6.57 Uhr
Sonnenuntergang 1. März: 17.48 Uhr

Sonnenaufgang 31. März: 6.50 Uhr
Sonnenuntergang 31. März: 19.39 Uhr

Einen kleinen Exkurs zur Zeitumstellung findet man hier.

Auszug:
"[...] Die Ölkrise von 1973 wird heute als Auslöser dafür gedeutet, erneut über die Einführung einer Sommerzeit mit dem Nebeneffekt der Energieeinsparung nachgedacht zu haben. Deutschland geriet dann Ende der 1970er gewissermaßen in Zugzwang - zahlreiche Nachbarn hatten bereits eine Sommerzeit eingeführt - und so führten auch BRD und DDR zeitgleich 1980 die Sommerzeit wieder ein.

Den Schlussakkord in dieser Zeitsymphonie setzt das Jahr 1996. Es markiert die Vereinheitlichung sämtlicher europäischer Sommerzeiten mit jeweiligem Beginn am letzten Sonntag im März und Ende am letzten Sonntag im Oktober.

Was bringt die Sommerzeit?

Kurz: Nichts.

In einer Antwort der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion bezüglich der "Auswirkungen der Zeitumstellung infolge der Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit"
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/15/054/1505459.pdf

heißt es:

"Im Hinblick auf den Energieverbrauch bietet die Sommerzeit keine Vorteile. Die
durch das Umweltbundesamt recherchierten Erkenntnisse wiesen schon vor gut
10 Jahren auf den Umstand hin, dass von einer Zeitumstellung auf die Sommerzeit
keine positiven Energieeinspareffekte zu erwarten sind. Danach wird die
Einsparung an Strom für Beleuchtung, insbesondere bei vermehrtem Einsatz
effizienter Beleuchtungssysteme, durch den Mehrverbrauch an Heizenergie
durch Vorverlegung der Hauptheizzeit überkompensiert. Neue Erkenntnisse
hierzu liegen der Bundesregierung nicht vor. [...]

Aus umweltpolitischer Sicht besteht keine Notwendigkeit für eine Beibehaltung
der mitteleuropäischen Sommerzeit in Deutschland (s. a. Antwort zu Frage 2). [...]"
Fortsetzung

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