Sonntag, 1. September 2013

Der Sternenhimmel im September | 2013

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++

Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der zweiten Septemberhälfte um 22 Uhr

[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]

Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember

[Der Sternenhimmel im ... 2013]

Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September

Vielleicht gerade weil die Sommersternbilder unaufhaltsam weiter in Richtung W ziehen, sollten wir jetzt im Spätsommer den wunderschönen Anblick von Schwan und Sommerdreieck in den noch milden Nächten geniessen.
Kreuz des Nordens und Sommerdreieck

Dazu gesellt sich ab etwa 22 Uhr tief im SO wieder der Stern Fomalhaut, den man von Mitteleuropa aus bis in den Januar hinein beobachten kann. Das "Maul des Fisches" ist der hellste Stern im Südlichen Fisch und 25 Lichtjahre von uns entfernt. Als Aufsuchhilfe für Fomalhaut kann das kaum zu übersehende Pegasusquadrat (= Herbstviereck) dienen; verlängert man nämlich dessen rechte Seite nach unten, gelangt der Blick automatisch auf Fomalhaut.

Von Pegasus zu Fomalhaut

Das Pegasusquadrat im September um 21 Uhr
Wie man von Pegasus über Andromeda zum hellsten Stern der Nordhemisphäre - Kapella - gelangt, verdeutlicht die nächste Skizze:

Aufsuchskizze: Kapella - Pegasus - Fomalhaut


Unter günstigen Beobachtungsbedingungen ist nördlich der 4 Andromeda-Hauptsterne ein schwach leuchtender Nebelfleck zu erkennen. Es ist die Galaxie M 31 - die Andromedagalaxie.
400 Mrd. Sterne, 3 Mio. Lichtjahre entfernt: M 31






Im S finden wir den Wassermann, den ("hochfliegenden") Adler, den sich jetzt schon wieder früh versteckenden Schützen und den Steinbock. Das auch als "Südliches Tor der Sonne" bezeichnete Sternbild dürfte den meisten als einer der beiden Wendekreise bekannt sein.

[Wendekreise werden die beiden um 23° 27' nördlich bzw. südlich vom Äquator entfernten Kleinkreise der Himmelssphäre genannt, an denen die Sonne ihre scheinbare jährliche Bewegungsrichtung umkehrt. Der nördliche Wendekreis, der Wendekreis des Krebses (Deklination +23° 27'), wird um den 21. Juni, der südliche, der Wendekreis des Steinbocks (Deklination -23° 27') um den 21. Dezember erreicht. Der Wendekreis des Krebses befand sich früher im Sternbild Krebs und liegt gegenwärtig im Sternbild Zwillinge, der Wendekreis des Steinbocks befindet sich derzeit im Sternbild Schütze. Ursache für diese Verschiebung ist die Kreiselbewegung der Erde.]

Wie im vergangenen Jahr, so weise ich auch heuer wieder auf einen kleinen Sehtest hin: Der Hauptstern des Steinbocks, Alpha Capricorni, ist ein Doppelstern und kann bei optimaler Dunkelheit (+ Sehkraft) auch als ein solches Doppel identifiziert werden. Bei mir klappt's...

Sehtest: Der Doppelstern Alpha Capricorni
Die Milchstraße geht im SW über den Horizont herauf und erstreckt sich über Schütze und Adler Richtung Sommerdreieck zum Zenit. Von dort aus verläuft sie über die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia, Perseus und Fuhrmann zum NO-Horizont.

Sie wollen wissen, wann man die Planeten, Sternbilder und andere Himmelsobjekte wo sehen kann? Hier: www.stellarium.org. Viel Spaß beim Entdecken!

[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium.
Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]


Mond im September

Das Apogäum wird am 27. September mit 404.310 km Distanz erreicht, in Erdnähe kommt unser Trabant am 15. September mit 367.390 km. Der Goldene Henkel wird am 15. September von 17 Uhr bis 19 Uhr zu sehen sein.

Neumond: 5. September
Halbmond: 12. September
Vollmond: 19. September
Halbmond: 27. September

Mondbegegnungen:

Venus --> am 8. September in der Abenddämmerung bis ca. 20.15 Uhr im W
Jupiter --> am 27./28. September ab 0 Uhr die ganze Nacht
Saturn --> am 9. September in der Abenddämmerung bis ca. 20.45 Uhr im W
Spica --> am 8. September in der Abenddämmerung bis ca. 20.15 Uhr im W

Planeten im September

Merkur --> unsichtbar
Venus --> in der Abenddämmerung bis ca. 20 Uhr (am Monatsende) im W
Mars --> ab ca. 3 Uhr im O
Jupiter --> ab 1 Uhr hellstes Himmelsobjekt (neben dem Mond) im O
Saturn --> in der Abenddämmerung bis ca. 20.30 Uhr im W
Uranus --> die ganze Nacht von 21 Uhr bis 6 Uhr im Sternbild Fische mit Fernglas sichtbar
Neptun --> die ganze Nacht im Sternbild Wassermann mit Teleskop sichtbar

Sonne im September

Die Tage werden in diesem Monat um 1:51 h kürzer, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um über 11° ab und die Sonnenuhren zeigen am 1. September die Wahre Ortszeit an.

[Stimmen Wahre Ortszeit und Mittlere Ortszeit überein, dann beträgt die Zeitgleichung Null. Eine Sonnenuhr unterliegt den Schwankungen der Himmelsmechanik (variabler Abstand Erde - Sonne, Neigung der Erdachse) und deshalb differiert die von ihr abgelesene Zeit um +/- 15 Minuten von der Mittleren Ortszeit.

Nach der Mittleren Ortszeit an einem beliebigen Ort, ist es dort 12 Uhr Mittags, wenn die auf einer über das Jahr gemittelten Tageslänge basierende Uhr dies anzeigt. Diese Uhr weicht - wie oben erwähnt - um bis zu 15 Minuten (+/-) von der Wahren Ortszeit ab (die Sonne erreicht also bis zu 15 Minuten vor bzw. nach 12 Uhr (Mittlere Ortszeit) den höchsten Punkt ihrer scheinbaren Tagesbahn).

Mit der Einführung von Zonenzeiten wurde die Mittlere Ortszeit eines bestimmten Bezugsmeridians maßgeblich für die Zeitmessung im Bereich von idealerweise 7,5° beiderseits des Bezugsmeridians. Das hat den Vorteil, dass sich die Mittlere Ortszeit in Orten an den Zeitzonengrenzen nur um maximal 30 Minuten von der (für die ganze Zeitzone gültigen) Mittleren Ortszeit des jeweiligen Bezugsmeridians unterscheidet. In der Realität gibt es für diese Regel jedoch zahlreiche Ausnahmen, da sich zum einen Ländergrenzen nicht an Längengrade halten und sich zum anderen sehr große Staaten zur Vereinfachung ihrer souveränen und wirtschaftlichen Aufgaben für den Verzicht auf einige Zeitzonen entschieden haben.

Die für Mitteleuropa maßgebliche Mitteleuropäische Zeit (MEZ) definiert die Mittlere Ortszeit für Orte auf dem 15° Ost-Meridian (der unter anderem genau durch Görlitz verläuft). Gegenwärtig haben wir Sommerzeit (MESZ = MEZ + 1) und daher steht die Sonne genaugenommen am 1. September um 13 Uhr MESZ nur auf 15° Ost genau im Süden.

12 Uhr UTC bedeutet: Die Mittlere Sonne (= Mittlere Ortszeit) steht auf dem 0°-Meridian von Greenwich. Die Differenz MESZ-UTC beträgt 2 Stunden - also steht die Sonne um 14 Uhr MESZ (= 12 Uhr UTC) wieder über dem 0°-Meridian.

Eine Abweichung von einem Längengrad +/- bedeutet jeweils 4 Minuten Zeitunterschied zwischen Lokal- und Zonenzeit.]

Sonnenaufgang 1. September: 6.21 Uhr
Sonnenuntergang 1. September: 19.59 Uhr

Sonnenaufgang 30. September: 7.07 Uhr
Sonnenuntergang 30. September: 18.54 Uhr

Am 22. September beginnt um 22:44 MESZ der astronomische Herbst. Die Sonne überquert zu diesem Zeitpunkt den Himmelsäquator südwärts und steht an Orten am Erdäquator mittags genau im Zenit. Am Südpol geht die Sonne am 20. September auf und läutet den Polartag ein, während sie am Nordpol am 24. September verschwindet und die Polarnacht beginnt. Die zeitliche Differenz von 4 Tagen ist der Lichtbrechung in der Atmosphäre geschuldet, die es ermöglicht, unter den geometrischen Horizont sehen zu können. Dieser Effekt bewirkt außerdem, dass die "wahre" Tagundnachtgleiche (= Equilux) in unseren Breiten erst am 25. September eintritt.

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