Freitag, 2. Oktober 2015

Kommentar: Unbelehrbar

Oskar Lafontaine zum erfolgreichen deutschen "Stabilisierungseinsatz" (Peter Struck) am Hindukusch.

"Die deutsche „Verteidigungsministerin“ von der Leyen, die gerne richtige Kriegsministerin sein will, stellt den geplanten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan im nächsten Jahr in Frage. Sie warnt vor einem zu frühen Truppenabzug. Ist denn noch immer nicht genug? In Afghanistan kamen 54 junge deutsche Soldaten ums Leben. Wofür? Von einer Stabilisierung der Lage in der Region kann wirklich nicht die Rede sein. Rund 1,3 Millionen Menschen sind durch den sogenannten „Krieg gegen den Terror“ allein in Afghanistan, im Irak und in Pakistan bislang getötet worden, nach Angaben der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ im März 2015. Dieser Krieg wird von vielen selbst als Terror empfunden – und hat Terrororganisationen wie Al Quaida und ISIS Auftrieb gegeben. Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat den internationalen Kriegseinsatz in Afghanistan schon vor vier Jahren für gescheitert erklärt. Der Einsatz habe zwar „den politischen Zweck, Solidarität mit den Vereinigten Staaten zu üben, erfüllt. Wenn man aber das Ziel zum Maßstab nimmt, ein Land und eine Region zu stabilisieren, dann ist dieser Einsatz gescheitert“, sagte er. In Deutschland sind selbst die Militärs klüger als die Politiker. Das Ganze ist ein Beispiel für die Ideologisierung und Unbelehrbarkeit der deutschen Politik."
(Oskar Lafontaine)
Quelle: NachDenkSeiten

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