Anfang Juni, wir saßen abends auf der Couch, fragte sie mich plötzlich, ob ich in Roth starten will. In Roth? Ich? Bei der weltgrößten Langdistanz? Als Staffelradfahrer? Das nenne ich mal ein unmoralisches Angebot für jemanden, der meist solo ein wenig durch die Landschaft kullert. Aber sie hätte mich nicht gefragt, würde sie nicht dieses Leuchten in meinen Augen kennen, das immer dann aufflackert, wenn es um große Herausforderungen und nicht alltägliche Projekte geht.
Maximal 5 Stunden will ich fahren - kann ich das ohne spezielles Training?
Ich brauche ein Zeitfahrrad - wo krieg ich das jetzt schnell her?
Die zweite Frage klärte sich nur wenige Tage nach meiner Staffelzusage während der Streckenbefahrung zum 1. neuseenMAN an der Schladitzer Bucht. Dort lernte ich nämlich Ralf Dittmann vom RADHaus Leipzig kennen - einem Laden, der sich u.a. auf die Ausrüstung von Triathleten spezialisiert hat und einige Hawaii-Starter zu seinen Kunden zählt. Wie es der Zufall wollte, stand aktuell eine Zeitfahrmaschine von Fuji im Stall und suchte einen neuen Besitzer. Am 6. Juli war schließlich der große Tag: 19 Uhr betrat ich Ralfs Laden und gemeinsam passten wir das Baby auf meine Körpermaße an. Ab diesem Abend war ich - temporärer - Besitzer eines Vollcarbon-Zeitfahrrades.