Sonntag, 18. Oktober 2009

Große Hilflosigkeit

Wie kann man einem Menschen beistehen, dessen Leben sich krebsbedingt unweigerlich vorzeitig dem Ende nähert und der noch dazu täglich auf die Hilfe von anderen angewiesen ist? Polio von frühester Kindheit an, Metallschienen an den Beinen, eine entfernte Blase aufgrund eines Karzinoms und nun die niederschmetternde Diagnose: Metastasen in den Lymphknoten. Sein schier unglaublicher und immens beeindruckender Lebenswille beginnt zu schwinden, ich stehe hilflos am Krankenbett und muss auf das Tun und Machen von Weißkitteln vertrauen. Chemotherapie ja/nein? Wie geht es mit dem Grundstück weiter?

Er will nach Hause.
Fragen im Raum.
Stille im Zimmer.
Ich will nicht schon wieder einen Freund verlieren.
Tränen laufen.

Dieses Blog wurde gestartet, um als Informationsquelle für Freunde zu dienen, mit denen ich mich leider nicht täglich zum Gespräch treffen kann. Aber es soll mir auch als Tagebuch und psychischer Beistand dienen (so wie jetzt wieder geschehen), indem es meine Gedanken abspeichert und in die Welt hinausträgt. Ganz naiv nach dem Motto: Geteilter Schmerz ist halber Schmerz und geteilte Freude ist doppelte Freude. Du magst darüber schmunzeln; ich hingegen habe den Schritt bis heute nicht bereut.

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