Sonntag, 3. Januar 2010

Twenty-ten

Mit aktuell den Ärzten im Ohr kann die Stimmung kaum besser sein. Deshalb möchte ich diesen hellen Moment nutzen und meine Gedanken zum Ende der Nullerjahre aufschreiben.

Schreckliches Wort, oder? "Nullerjahre". Alles braucht einen Namen. Die globale Paranoia hatte ihren Höhepunkt gleich zu Beginn des Jahrzehnts erreicht und scheint wohl auch im kommenden nicht zu schwinden. Wir müssen wachsam sein, denn die schöne weiße Winterlandschaft da draußen ist nicht unberührt und unschuldig. Unter der Oberfläche lauern Gefahren, jeder Schritt muss überlegt werden und kann nachvollzogen werden.

Spuren im Schnee vergehen nur, wenn neuer Schnee fällt oder der alte durch eine Änderung der Umweltbedingungen verschwindet. Womit ich beim Eisbär wäre.
Welch tolles Symbol hat sich die globale Gemeinschaft da wieder herausgepickt. Unser Symbol für den Klimawandel schlechthin. Aber im Gegenzug zum Eisbär können sicher die wenigsten Menschen 80 km im offenen Meer schwimmend zurücklegen. Auch nicht die Bewohner Ozeaniens. Wir müssen es schaffen, eine Zukunft ohne Kohle, Öl und Gas einzuleiten, eine Zukunft des globalen Handelns und Unterstützens, eine Zukunft des tieferen Verständnisses unseres Daseins und eine Zukunft der Vernunft.

Die Welt schaute auf den ersten schwarzen Präsidenten, der vor dem Kapitol in Washington auf die Verfassung schwor und mit einem "So help me god." schloss. Nietzsche schreibt in seinem Buch "Die fröhliche Wissenschaft" den Satz "Gott ist tot!", dem entgegne ich: Nun, Nietzsche ist definitiv tot (selbstverständlich nur in stofflicher Hinsicht). Der Glaube an Gott oder (die traurige Realität eines Gotteskriegers) der geheuchelte Glaube an Gott beeinflusst unsere Gesellschaft in keiner geringen Weise. Dennoch werden Religionen nie überflüssig sein, denn die Menschen brauchen verbindende Elemente und gemeinsame Pole, an denen sie ihre moralischen Kompasse ausrichten können.

Ich wünsche mir, dass die großen religiösen Führer und Vordenker ihren Einfluss verstärkt zum Wohle der Menschheit einsetzen und weniger zum eigenen Machterhalt. Die wahren Propheten sitzen nicht auf Bergen im Nahen Osten oder meditieren in einer Höhle in Laos. Sie sitzen in den Universitäten und schmieden die stärksten Waffen des Menschen: WISSEN + VERSTÄNDNIS.

In diesem Sinne, öffnet die Augen, geniesst das Leben und eure Freunde / Partner, bleibt gesund ... und nutzt öfter das Fahrrad.

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