Samstag, 14. November 2015

Herbst im Elbsandsteingebirge

Nach dieser Tour vor nunmehr schon wieder vier Jahren war es an der Zeit, gemeinsam zur selben Jahreszeit an jenen Ort zurückzukehren, dem ich (m)eine positive Lebenswende zu verdanken habe.Wir fahren mit den Rädern vom Nationalparkbahnhof Bad Schandau zur Schrammsteinbaude im Zahnsgrund, dem Ausgangspunkt einer Halbtageswanderung auf/um die Schrammsteine.

Der Lilienstein von der S-Bahn aus gesehen.

Ankunft in Bad Schandau.


Alle gezeigten Aufnahmen können als Prints mit unterschiedlichen Maßen erworben werden – die Panoramen beispielsweise bis zum Format 200 x 50 cm. Sprechen Sie mich an.


Der historische Personenaufzug nach Ostrau.




Der Schießgrund leitet hinauf zum Falkenstein, wo wir links abbiegen und uns am Fuße der Torsteine entlang bis zum Mittelwinkel über den bunten Wanderweg treiben lassen. Meine Gedanken sind nicht vollends hier unten im teilentlaubten Wald, meine Gedanken sind 90 Meter weiter oben – ich bin zwischen zwei Ansprüchen hin- und hergerissen. Denn der Wille, wertvolle Zeit aktiv zu teilen, konkurriert mit dem Willen, diese weltweit einmalige Landschaft in ihrer Schönheit einzufangen.

Der Falkenstein.


Rast auf dem Schrammsteinweg.

Im Vorübergehen entstehen selten gute Fotos, im Vorübergehen entstehen nie intensive Gespräche. Für beides muss man Muße aufbringen, für beides sind Konzentration, Leidenschaft und Hingabe unabdingbare Zutaten. Ich kämpfe mit dem Frust, getrieben vom schwindenden Tageslicht ein paar aussagekräftige Fotos zu produzieren.

Torsteine und Falkenstein.


Hohe Liebe (401 m NN).





Die Affensteine.





Ich kämpfe mit dem Frust, sie minutenlang allein stehenlassen zu müssen, während ich abseits des Pfades dürre Äste von einer Lärche entferne, um die Affensteine einmal mehr abzulichten. Ich denke nach über ihre Worte, das Motiv doch heute schon "sehr oft" aufgenommen zu haben. Warum bin ich also noch nicht zufrieden? Weil es immer besser geht und meine Zweifel am bereits Erreichten sehr stark sind. Den Moment einfach mal geniessen, die Beine hochlegen, die wärmende Sonnenstrahlung auf einem Millionen Jahre alten Sandstein ganz bewusst spüren – für mich ist das Arbeit.


Affensteine vom Gratweg.



Schrammsteine vom Gratweg.


Sie gehen auf dem Jägersteig ins Tal.


Ein Foto von der Tante geht noch.



Der Name Quadersandstein verweist auf typischerweise waagerecht geschichteten Sandstein, den hier im Gebiet SW-NO- und SO-NW-gerichtete senkrechte Klüfte durchziehen. Liegen die Felsen frei, greifen exogene Verwitterungsprozesse, die zu Rundungen und so speziellen Formenbildungen wie z.B. Waben oder Sanduhren führen. Seit dem Tertiär werden die hiesigen Landschaftsformen überwiegend durch die Tätigkeit von Bächen und Flüssen geschaffen. Der geologische Spannungszustand des Sandsteins sorgt(e) in Verbindung mit unterschiedlicher Widerständigkeit des Gesteins schließlich für eindrucksvolle Felsbildungen. Die festeren Sandsteinbänke lösten sich an den senkrechten Klüften – es entstanden die teilweise über hundert Meter hohen Felswände der Vorderen Sächsischen Schweiz.



Auf dem Schrammsteinweg in Richtung Breite-Kluft-Aussicht werde ich ruhiger, akzeptable Aufnahmen sind im Kasten, die Schatten werden länger.




Breite-Kluft-Aussicht.







Wir folgen dem Elbleitenweg, um unsere Runde zu komplettieren, parallel mahnt die avisierte Zugfahrt zu Disziplin.




Wie man zwei Ansprüche kombinieren kann? Beim Blick aus dem S-Bahn-Fenster schmunzle ich über diese Frage, denn still und heimlich wurde längst das Ziel für einen der nächsten Kurzurlaube beschlossen.


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