Dienstag, 1. Dezember 2015

Türchen 1 | Adventskalender 2015

"O heilige Natur! Wie oft musst du der Mode weichen und Menschensatzungen Platz machen."
– Caspar David Friedrich

Der schwedische Chemiker Svante August Arrhenius erkannte bereits im späten 19. Jh. die Bedeutung des Kohlendioxids für das Klima der Erde, 1895 präsentierte er seine Theorie zum Treibhausgaseffekt. Einen wissenschaftlich fundierten Nachweis der positiven Korrelation zwischen veränderter Landnutzung sowie dem Verbrennen fossiler Energieträger und steigender atmosphärischer CO2-Gehalte lieferte erstmals Charles David Keeling Ende der 1950er-Jahre. Die Keeling-Kurve gilt seitdem als Beleg der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung; seit 1988 werden die globalen Erkenntnisse zum menschengemachten Klimawandel vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zusammengefasst und im 6-Jahres-Rhythmus publiziert.

Wie oben erwähnt, darf man nicht nur die reinen Emissionen im Blick haben, sondern muss gleichsam auf die Landnutzung achten. Mehr als zwei Drittel des globalen Kohlenstoffs sind in den Wäldern und Graslandschaften gespeichert - schwinden sie (unter anderem deswegen!), verlieren wir wertvolle Speicher, die Jahrzehnte zur Wiederherstellung benötigen.

Längst spüren wir die Auswirkungen global steigender Temperaturen auch hier in Mitteleuropa vor der eigenen Haustür. Die Winter werden tendenziell milder und feuchter, die Sommer weisen einen steigenden Trend bei der Anzahl der Hitzetage auf, die Vegetationsperiode verlängert sich, Zugvögel ändern ihr Verhalten, neue Arten breiten sich aus, Dürren gefährden die Stabilität ganzer Staaten und wirken grenzüberschreitend.

Deutschland will es in den kommenden 35 Jahren schaffen, 80 - 95 % seiner Treibhausgasemissionen gegenüber dem Referenzjahr 1990 einzusparen. Ein zweifelsohne ambitioniertes Ziel für den Pionier der Energiewende. Die EU hat sich dazu verpflichtet, ihre Emissionen im Zeitraum 2013 bis 2020 um 20 % bezogen auf 1990 zu reduzieren.

Treibhausgasemissionen in Deutschland seit 1990 nach Gasen. Quelle: UBA

Reicht das aus, um die globale Erwärmung auf maximal 2 °C bis zum Ende des Jahrhunderts zu begrenzen? Nein, es sind lokale Beiträge, zwar im nationalen Rahmen, dennoch räumlich/mengenmäßig begrenzt. Aber es sind wichtige Ziele, bei deren schrittweiser Umsetzung uns die Weltgemeinschaft beobachtet.

Unsere deutsche Energiewende darf nicht scheitern, sie ist ein globales Vorbild, obschon mit vielerlei Problemen behaftet. Deshalb gilt: Der Zeitpunkt zum Handeln, der Zeitpunkt für eine politisch gewollte und gegen Lobbyarbeit (global!) massiv verteidigte "Große Transformation", ist jetzt. Es ist unsere Lebensaufgabe und ich freue mich über die zahlreichen Signale aus der Gesellschaft, etwas anpacken zu wollen, unseren (fossil)energiehungrigen Lebensstil zu verlassen, sparsamer und – kein Paradox – reicher zu leben.

Seien Sie gespannt auf einen bunten Adventskalender der Nachhaltigkeit.

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