Mittwoch, 9. Dezember 2015

Türchen 9 | Adventskalender 2015

Douglas Tompkins ist tot. Mit Bestürzung las ich heute Mittag diese Nachricht – die Welt hat mit ihm einen großen Umweltschützer und Kämpfer für Nachhaltigkeit verloren.

Im Alter von 47 Jahren verkaufte der Gründer so erfolgreicher Marken wie The North Face und Esprit 1990 seine Firmenanteile, um fortan in Argentinien und Chile riesige Landflächen für den Naturschutz und/oder die Rückgewinnung des ursprünglichen (im Wortsinn) Zustandes zu erwerben. Er focht erbitterte Kämpfe mit Regionalregierungen und Unternehmen aus, verhinderte die Zerschneidung unberührter Regenwälder durch Straßen oder Hochspannungstrassen, etablierte u.a. nachhaltigen Tourismus in Öko-Lodges.

Seine Foundation for Deep Ecology
  • setzt sich für Umweltbildung ein,
  • vermittelt ein Bewusstsein für den Wert jeder einzelnen Art im globalen ökosystemaren Gefüge,
  • verurteilt menschliche Überlegenheitsvorstellungen,
  • kritisiert scharf die (noch) vorherrschende Meinung, der Markt könne mit stetigem Wachstum jedes (Umwelt-)Problem lösen,
  • sieht traditionelle Lebensweisen durch Globalisierung und Technisierung bedroht,
  • wünscht sich weniger blinden Glauben an steten technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt,
  • sieht Überbevölkerung als eines der größten Menschheitsprobleme an.

Mit seinem "Pumalín-Park" – einem der größten privaten Schutzgebiete der Welt – hat er sich ein Denkmal gesetzt, wertvolle regionale Jobs geschaffen und zu Lebzeiten eine Menge Nachahmer inspiriert.

Dieser Mensch eckte mit seinen radikalen Ansichten oft an, auch und gerade, wenn er sich gegen den Mainstream stellte und unseren typischen westlichen Lebensstil gnadenlos brandmarkte. Ja, er hatte Ecken und Kanten. Ohne die hätte er aber auch nicht das leisten können, was er geleistet hat.

Mögen seine Familie und das große Team weiter erfolgreich an der Umsetzung seiner Vision arbeiten.

Bericht (ZEIT ONLINE) und Interviews (FAZ, ZEIT ONLINE)

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