Dienstag, 2. Dezember 2014

Türchen 2 | Adventskalender 2014

"Dezember dunkel und nicht sonnenklar
verheißt ein gutes, ein fruchtbar Jahr."

Gestern ist sie gestartet, die UN-Klimakonferenz in Lima. Bis zum 12. Dezember tagen in der peruanischen Hauptstadt nun die Vertreter der Staaten mit dem Ziel, ein neues Klimaabkommen im nächsten Jahr in Paris verabschieden zu können. In den kommenden zwei Wochen werden rechtliche Grundlagen, Maßnahmen zum Klimaschutz sowie konsensfähige Ziele auf Basis vergleichbarer Bezugsgrößen der verschiedenen Länder diskutiert und so hoffentlich einige der Hürden von Kopenhagen aus dem Weg geräumt - um ein erneutes Scheitern 2015 in Paris auszuschließen. Verbindliche Reduktionsziele der globalen Treibhausgasemissionen müssen möglichst rasch beschlossen werden, denn die menschengemachte Erwärmung der Erde mit schon heute spürbaren Implikationen muss auf ein Minimum begrenzt werden. Am 5. Dezember wird das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) den Emissions Gap Report 2014 veröffentlichen, indem zum vierten Mal in Folge die Lücke zwischen den von der Staatengemeinschaft bis dato zugesagten Emissionsminderungen und denen, die nötig wären, um die Erderwärmung auf maximal 2 °C bis zum Ende des Jahrhunderts zu begrenzen, deutlich wird.

Natürliche und anthropogene Klimaveränderungen - vorgestellt von Prof. Stefan Rahmstorf (PIK Potsdam)


Die deutsche Energiewende ist in aller Munde, ihr Sinn unstrittig. Allein die Umsetzung stagniert aufgrund vielfältiger Machtspiele zwischen Wirtschaft, Politik und Bürgern. Doch abseits der parteiideologisch aufgeheizten Diskurse, wo denn nun beispielsweise die neuen Starkstromtrassen verlaufen sollen, wird eine Frage weitaus weniger kontrovers im öffentlichen Raum behandelt: unser aktueller Stromverbrauch. Statt nämlich offen von staatlicher Seite für die Senkung der Produktion (und damit u.a. die schnellere Überwindung fossiler Kraftwerksleistung) zu werben, will man nicht vom historischen Wachstumsbegriff abweichen. Mehr, besser, effizienter heißt die Maxime. Weniger, besser, effizienter sollte sie heißen! Wir müssen uns vom Überfluss der Überflussgesellschaft befreien. Leichter als gedacht:

Neue Windkraftwerke, neue Solarparks, neue Biomasseanlagen verbrauchen zuallererst Rohstoffe - fossile Rohstoffe und Seltene Erden. Das dadurch emittierte CO2 verschwindet keineswegs bei Inbetriebnahme solcher Bauwerke. Im Gegenteil steigt der CO2-Ausstoß durch eine Ausweitung des Stromangebotes, sofern kein paralleler Rückbau konventioneller Kraftwerksleistung erfolgt. Sinken schließlich die Strompreise, weil die Erneuerbaren kostenlos zur Verfügung stehen, kann obendrein eine ungewollte Spirale ihren Anfang nehmen. Geringere Kosten für Strom setzen Mittel in der Haushaltskasse frei, um beispielsweise zusätzliche (Elektro-)Geräte zu konsumieren. Deren Produktion benötigt ihrerseits wieder ... genau. Jeder zusätzliche Euro im Portemonnaie verursacht mindestens 1 kg CO2.

Mein persönlicher Stromverbrauch (2-Personen-Haushalt) liegt gegenwärtig bei ca. 700 kWh im Jahr. Damit haben wir schon heute einen Verbrauch weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (3.500 kWh für 2-Personen-Haushalte) realisiert. Angenommen unsere Gesellschaft begnügt sich mit dem schon heute verfügbaren Ökostromanteil von ca. 28 % - was dann? Revolution? Die Wirtschaft muss sich an den Menschen anpassen und nicht umgekehrt! Die Wirtschaft soll unser Leben unterstützen, ja, aber sie soll es nicht bestimmen.

Wir verbrauchen Ressourcen, als ob wir mehrere Planeten zur Verfügung haben. Aber wir haben sie nicht (und es wäre das Ende aller vertretbaren Wissenschaft, nach dem Heimat- einen fremden Planeten auszubeuten). Nur eine freiwillige Deckelung unseres Konsumniveaus in den Industriestaaten kann die Lebensbedingungen für weitaus ärmere Menschen verbessern. Denn wir sind schlechte Vorbilder! Und wir sind ignorant. Die Industrialisierung hat uns einen Virus eingepflanzt, der die Politik fortan glauben lässt, alles sei möglich - wenn nur das Wirtschaftswachstum immer weiter anhält. Diesen Trugschluss müssen wir als Gesellschaft aus unseren Köpfen bekommen. Wir müssen ein Lob auf die Suffizienz, auf materiellen Verzicht von höchster Stelle vorgetragen/vorgelebt bekommen. Wir müssen den Wachstumsbegriff neu denken.

CO2-Rechner des Umweltbundesamtes

Wissenswertes zum Tage

Am 2. Dezember 1942 löst Enrico Fermi die erste kontrollierte Kettenreaktion aus. Mit dem Manhattan-Projekt beginnt das Zeitalter der Kernenergie, das das Leben von Millionen Menschen beeinflussen wird. Die einen werden drei Jahre später binnen Sekunden verdampft, die anderen bis heute für dumm verkauft.

Deutschland hat mit dem Ausstieg aus der Atomenergie nach Fukushima richtig gehandelt - nur: Warum bedarf es immer erst solcher Katastrophen? Warum kann eine aufgeklärte Gesellschaft sich nicht zu ihren Schwächen bekennen und die Finger im Vorhinein von unbeherrschbaren Risikotechnologien lassen? England plant gegenwärtig ein neues AKW mit Unterstützung der EU, die Endlagerfrage ist auch dort nicht gelöst. Der Kampf für eine nachhaltige Gesellschaft muss an allen Fronten geführt werden.

"Die Macht hat stets, wer zahlt."
(Bertolt Brecht)

Knobelei im Advent

Jedes Jahr aufs Neue sucht der Weihnachtsmann für die bevorstehenden hektischen Tage Unterstützung. Die Bewerberzahl ist groß, denn es gibt nichts schöneres, als anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings müssen die künftigen Wichtel vor Antritt ihrer Arbeit logisches Denkvermögen nachweisen, sollen doch in kurzer Zeit möglichst viele Geschenke verteilt werden. Haben Sie das Zeug zum Helfer des Weihnachtsmanns? Bis zum 21. Dezember veröffentlichen wir täglich ein kleines Rätsel. Wer am 4. Advent mindestens 10 Rätsel (über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag) lösen konnte, erhält an Heiligabend ein Päckchen mit Leckereien sowie weiteren Überraschungen. Viel Spaß beim Knobeln!

(2) Wenn der Bäcker auf jeden Tisch in seiner Backstube einen Stollen legt, dann bleibt ein Stollen übrig. Legt er hingegen auf jeden Tisch zwei Stollen, so bleibt ein Tisch leer. Wie viele Tische und wie viele Stollen sind vorhanden?

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