Ursprünglich geplant für die ARD-Themenwoche, möchte ich den heutigen Tag nutzen, um meinen Beitrag in die Welt zu entlassen.
Vor ungefähr 12 Jahren hatte ich einen schweren Autounfall, der mit einem Totalschaden am Pkw einherging. Alles was ich heute noch erinnere, ist dieser entgegenkommende Lkw, die Kurve, der Baum, Blackout. Ich hatte zwei Passagiere an Bord, wir haben alle unverletzt überlebt - obwohl man das beim Anblick des Wracks nicht unbedingt erwartet hätte. Ich habe nach diesem Ereignis mitunter an Schutzengel geglaubt, daran, dass da irgendjemand eine Hand über mich, eine Hand über uns gehalten hat. Und auch heute glaube ich in brenzligen Situationen noch gern an diesen Schutzengel von damals.
Er wird mich jetzt sicher nicht ungesichert am Fels abrutschen lassen; er wird mir jetzt sicher bei 80 km/h keine Speiche um die Ohren fliegen lassen; er wird dem anderen Piloten sicher eine geheime Anweisung geben, in die richtige Richtung abzudrehen, damit wir nicht zusammenstoßen. Er wird dem Autofahrer sicher flüstern, dass hier ein Fahrrad Vorfahrt hat und dessen Fahrer keine große Lust auf Hechtsprünge über Motorhauben verspürt. Er wird sicher darauf aufpassen, dass sich in meinem Körper kein Krebs unbemerkt ausbreitet...
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Montag, 10. Dezember 2012
Montag, 16. Juli 2012
Weg damit
Holm Putzke heißt der Mann, der den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland auf die Dattelpalme bringt. Dieter Graumann befürchtet nämlich, Juden würden in die "Illegalität" getrieben und "jüdisches Leben" sei am Ende "hier gar nicht mehr möglich."
Harter Tobak. Doch beginnen wir von vorn.
Am 7. Mai 2012 hat das Landgericht Köln die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Straftat gewertet. Das Gericht kritisierte insbesondere die durch den Eingriff irreparable Veränderung des kindlichen, des menschlichen Körpers und wertete die Beschneidung aus religiösen Gründen folgerichtig als Körperverletzung. Im konkreten Fall ging es um einen vierjährigen muslimischen (!) Jungen, bei dem infolge der Prozedur Komplikationen aufgetreten waren. Der behandelnde Arzt konnte nicht zur Rechenschaft gezogen werden (O-Ton aus dem Urteil: "Der Angeklagte handelte jedoch in einem unvermeidbaren Verbotsirrtum und damit ohne Schuld"), weil bis dato Rechtsunsicherheit in Zusammenhang mit diesen Eingriffen bestand und noch immer besteht.
Harter Tobak. Doch beginnen wir von vorn.
Am 7. Mai 2012 hat das Landgericht Köln die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Straftat gewertet. Das Gericht kritisierte insbesondere die durch den Eingriff irreparable Veränderung des kindlichen, des menschlichen Körpers und wertete die Beschneidung aus religiösen Gründen folgerichtig als Körperverletzung. Im konkreten Fall ging es um einen vierjährigen muslimischen (!) Jungen, bei dem infolge der Prozedur Komplikationen aufgetreten waren. Der behandelnde Arzt konnte nicht zur Rechenschaft gezogen werden (O-Ton aus dem Urteil: "Der Angeklagte handelte jedoch in einem unvermeidbaren Verbotsirrtum und damit ohne Schuld"), weil bis dato Rechtsunsicherheit in Zusammenhang mit diesen Eingriffen bestand und noch immer besteht.
Montag, 5. Dezember 2011
Krankenhausgespräch
Darf ich fragen, wie alt Sie sind? Nun, unter Einbeziehung der Statistiken zur Internetnutzung in Deutschland, wahrscheinlich unter 60.
Gestern habe ich mit einem Mann fast genau diesen Alters (59) gesprochen. Es war im Krankenhaus und er saß gerade beim Abendbrot - 2 Stück Butter, 2 Scheiben Toastbrot mit Mortadella, 2 Scheiben Toastbrot mit Streichkäse, ein Becher Joghurt, 400 ml Wasser (die Ration ist für jeden Patienten definiert und - in einem Wirtschaftsbetrieb üblich - den Bedürfnissen angemessen). Soll heißen: Er bekommt, was er zum Funktionieren braucht. Punkt.
Jedenfalls wollte ich wissen, welches Leiden ihn plagt. Defekte am Bewegungsapparat waren ausgeschlossen (zumindest im Rahmen der gesellschaftlich anerkannten Parameter) - also musste ein innerer Schaden vorliegen. Viele Menschen haben innere Schäden, liegen aber nicht gleich auf der Station für "Innere Medizin"; wie sollte der Herr Bahr das auch vor den Lobbys rechtfertigen? Eben.
Also? Ein Defibrillator wurde ihm in diesem Jahr implantiert, jetzt fand eine Nachuntersuchung statt. Ich musste spontan - eine meiner ganz ganz großen Schwächen (neben der, gegenüber schönen Frauen keine eigene Meinung mehr zu besitzen) - an die abertausend Kinder in Pakistan, Indien, Bangladesh,... denken, deren Alltag darin besteht, barfuss und ohne Handschuhe, auf Müllkippen nach Metallresten zu suchen. Die auch in Entwicklungsländern ansteigende Recyclingquote macht ihnen das Leben zusätzlich schwer. Wir haben also auf der einen Seite Kinder, deren Kindheit mit 5, 6 Jahren beendet ist und auf der anderen Seite den durchschnittlichen männlichen Mitteleuropäer, der ein paar Kilo Übergewicht mit sich trägt, eine Brille benötigt, eine handwerkliche Ausbildung hat, im Mehrfamilienhaus wohnt, verheiratet ist, ein Kind hat, angestellt ist, irgendwann im Leben geraucht hat, unauffällig dahinlebt.
Ein netter Mann. Er wird einen selbst zwar nie in Frage stellen, aber das spielte zu diesem Zeitpunkt keine Rolle. Denn eine intensive Freundschaft war nicht mein Anliegen. Vielmehr war ich neugierig, wie lange die Akkus halten (a), wie sich eine "Reanimation" anfühlt (b), wie häufig es sie schon geben musste (c), welche anderen Indikationen neben den Herzrhythmusstörungen vorliegen (d), ob sich etwas am Lebenswandel seit der OP geändert hat (e).
Zu a): Zwischen 3 und 6 Jahren.
Zu b): "Wie ein Blitzschlag" (kenn ich auch nicht). "Es gibt einen Hieb und man sieht ein helles Licht. Das war's schon."
Zu c): Zweimal (zuletzt beim Einräumen des Kühlschranks).
Zu d): Bypässe, Stents, künstlicher Bluter.
Zu e): Er hat das Rauchen aufgegeben (nach immerhin 44 Jahren), trinkt nicht mehr, läuft zweimal die Woche je 20 Minuten um den Block.
Sein Sohn raucht - "Der ist ja auch erst 23.", seine Schwiegertochter raucht ebenfalls. Das Abendprogramm bestand (nach Eigenaussage) aus Schwer verliebt, Bauer sucht Frau, Jahresrückblick mit Günther Jauch. Man könne dabei so herrlich lachen.
Wissen Sie was: Ein jeder lebt sein Leben nach seiner Façon und das ist auch gut so. Aber: Wenn der Drang sich weiterzuentwickeln, sich mit anderen zu messen, sich auszutoben, sich zu reflektieren, sich nackt im Spiegel anzuschauen, sich zu bilden, sich als Vorbild zu versuchen, verkümmert ist, dann ist auch das Leben verkümmert und erloschen.
Gestern habe ich mit einem Mann fast genau diesen Alters (59) gesprochen. Es war im Krankenhaus und er saß gerade beim Abendbrot - 2 Stück Butter, 2 Scheiben Toastbrot mit Mortadella, 2 Scheiben Toastbrot mit Streichkäse, ein Becher Joghurt, 400 ml Wasser (die Ration ist für jeden Patienten definiert und - in einem Wirtschaftsbetrieb üblich - den Bedürfnissen angemessen). Soll heißen: Er bekommt, was er zum Funktionieren braucht. Punkt.
Jedenfalls wollte ich wissen, welches Leiden ihn plagt. Defekte am Bewegungsapparat waren ausgeschlossen (zumindest im Rahmen der gesellschaftlich anerkannten Parameter) - also musste ein innerer Schaden vorliegen. Viele Menschen haben innere Schäden, liegen aber nicht gleich auf der Station für "Innere Medizin"; wie sollte der Herr Bahr das auch vor den Lobbys rechtfertigen? Eben.
Also? Ein Defibrillator wurde ihm in diesem Jahr implantiert, jetzt fand eine Nachuntersuchung statt. Ich musste spontan - eine meiner ganz ganz großen Schwächen (neben der, gegenüber schönen Frauen keine eigene Meinung mehr zu besitzen) - an die abertausend Kinder in Pakistan, Indien, Bangladesh,... denken, deren Alltag darin besteht, barfuss und ohne Handschuhe, auf Müllkippen nach Metallresten zu suchen. Die auch in Entwicklungsländern ansteigende Recyclingquote macht ihnen das Leben zusätzlich schwer. Wir haben also auf der einen Seite Kinder, deren Kindheit mit 5, 6 Jahren beendet ist und auf der anderen Seite den durchschnittlichen männlichen Mitteleuropäer, der ein paar Kilo Übergewicht mit sich trägt, eine Brille benötigt, eine handwerkliche Ausbildung hat, im Mehrfamilienhaus wohnt, verheiratet ist, ein Kind hat, angestellt ist, irgendwann im Leben geraucht hat, unauffällig dahinlebt.
Ein netter Mann. Er wird einen selbst zwar nie in Frage stellen, aber das spielte zu diesem Zeitpunkt keine Rolle. Denn eine intensive Freundschaft war nicht mein Anliegen. Vielmehr war ich neugierig, wie lange die Akkus halten (a), wie sich eine "Reanimation" anfühlt (b), wie häufig es sie schon geben musste (c), welche anderen Indikationen neben den Herzrhythmusstörungen vorliegen (d), ob sich etwas am Lebenswandel seit der OP geändert hat (e).
Zu a): Zwischen 3 und 6 Jahren.
Zu b): "Wie ein Blitzschlag" (kenn ich auch nicht). "Es gibt einen Hieb und man sieht ein helles Licht. Das war's schon."
Zu c): Zweimal (zuletzt beim Einräumen des Kühlschranks).
Zu d): Bypässe, Stents, künstlicher Bluter.
Zu e): Er hat das Rauchen aufgegeben (nach immerhin 44 Jahren), trinkt nicht mehr, läuft zweimal die Woche je 20 Minuten um den Block.
Sein Sohn raucht - "Der ist ja auch erst 23.", seine Schwiegertochter raucht ebenfalls. Das Abendprogramm bestand (nach Eigenaussage) aus Schwer verliebt, Bauer sucht Frau, Jahresrückblick mit Günther Jauch. Man könne dabei so herrlich lachen.
Wissen Sie was: Ein jeder lebt sein Leben nach seiner Façon und das ist auch gut so. Aber: Wenn der Drang sich weiterzuentwickeln, sich mit anderen zu messen, sich auszutoben, sich zu reflektieren, sich nackt im Spiegel anzuschauen, sich zu bilden, sich als Vorbild zu versuchen, verkümmert ist, dann ist auch das Leben verkümmert und erloschen.
Eine Frau und ein Sohn sind nicht das Ende. Sie sind verdammt nochmal der Anfang!
Mittwoch, 24. August 2011
Pro Halbwissen
In der Public Library of Science Medicine wurden Fragebögen mit jeweils 10 Fragen zu den häufigsten Krankheiten hinterlegt.
Haben Sie diese medizinischen Fakten parat?
(Nach Öffnen eines Links rechts oben auf "Download: PDF" klicken.)
Vorsorge gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Demenz
Diabetes Mellitus
Erkältung
Gebärmutterhalskrebs
Hautkrebs
HIV
Krankheitserfindung
Lungenkrebs
MS
Schizophrenie
Schlaganfall
Tabakabhängigkeit
Haben Sie diese medizinischen Fakten parat?
(Nach Öffnen eines Links rechts oben auf "Download: PDF" klicken.)
Vorsorge gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Demenz
Diabetes Mellitus
Erkältung
Gebärmutterhalskrebs
Hautkrebs
HIV
Krankheitserfindung
Lungenkrebs
MS
Schizophrenie
Schlaganfall
Tabakabhängigkeit
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