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Samstag, 1. Dezember 2012

Der Sternenhimmel im Dezember

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++

Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der ersten Dezemberhälfte um 22 Uhr
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

Donnerstag, 1. November 2012

Der Sternenhimmel im November

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++

Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der ersten Novemberhälfte um 22 Uhr
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Montag, 1. Oktober 2012

Der Sternenhimmel im Oktober

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++
"Wir sind die Zeugen, durch die sich das Universum seiner eigenen Pracht und Herrlichkeit bewusst wird."
(Katja Kullmann)
Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der ersten Oktoberhälfte um 22 Uhr
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[Der Sternenhimmel im ... 2012]

SO
Der Bereich zwischen SW und SO wird von den Herbststernbildern eingenommen. Vor allem die in mittlerer und geringerer Höhe befindlichen sind aber so sternarm, dass bei mäßigen Beobachtungsverhältnissen keines derselben aus dem dann dunkelgrauen Nichts heraus identifiziert werden kann. Auch Wassermann und Fische gehören dazu; beide können jeweils links und rechts unterhalb des Pegasusquadrats erspäht werden.

Sommerdreieck und Südlicher Fisch
Zu Beginn des Monats stört der noch volle Mond bei der Beobachtung des südlichen Himmels, spätestens zur Monatsmitte hin erhält man aber - Wolkenfreiheit und wenig Lichtverschmutzung vorausgesetzt - einen schönen Einblick in den Oktoberhimmel.

Weiter in Richtung W stößt man zuerst auf den bereits aus dem Vormonat bekannten Stern Fomalhaut im Südlichen Fisch (jetzt am besten sichtbar) und dann zwischen 30° und 60° auf das Sommerdreieck.

Auch der Steinbock kann, tief im SW, noch aufgefunden werden. Kleinere Sommersternbilder mit nur leuchtschwachen Sternen sind ferner: Delphin, Füllen, Füchschen und Pfeil. Im NW ist der Herkules noch knapp vollständig sichtbar, während vom Schlangenträger und der Schlange nur noch Teile über den W-Horizont ragen.

NW
Den N ziert der Große Wagen in seiner tiefsten Stellung des Jahres - zwischen 10° und 20° über Horizont. Ab November steigt er wieder zum Zenit empor, den er im April erreicht haben wird.

Zusammen mit einigen Sternen, die sich auf der rechten Seite des Großen Wagens befinden, entsteht der Große Bär.

Eine gedankliche Verlängerung des hinteren Teils des Großen Wagens um den Faktor 5 "nach oben" führt automatisch zum Polarstern. Dieser ist gleichzeitig die Deichselspitze des Kleinen Wagens/Kleinen Bären, der sich nach links unten anschließt.

Die Kassiopeia, das Himmels-W, ähnelt gegenwärtig eher einem M und steht fast im Zenit. Etwa in halber Höhe zwischen Horizont und Zenit kann der Perseus im O ausgemacht werden, gemeinsam mit einigen Vorboten des Winterhimmels: Fuhrmann, Stier, Zwillinge. Letztere erfordern jetzt im Oktober noch etwas Geduld, denn erst ab etwa 1 Uhr nachts sind sie gut sichtbar. Auch Orion, der Himmelsjäger, schickt sich an, bald den Winterhimmel zu dominieren.

O
Die Milchstraße zieht im W über den Horizont herauf, verläuft über Sommerdreieck und Kassiopeia zum Zenit, von dort aus schließlich durch Perseus, Fuhrmann, Stier und Zwillinge weiter gen NO-Horizont

Milchstraße
[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium.
Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im Oktober

Halbmond: 08. Oktober
Neumond: 15. Oktober
Halbmond: 22. Oktober
Vollmond: 29. Oktober

Den Goldenen Henkel kann man am 25. Oktober zwischen 16 und 21 Uhr erspähen.

Mondbegegnungen:

Venus und Regulus eng beieinander
Venus --> am 12. Oktober von 5 bis 7 Uhr im O
Mars --> am 18. Oktober gegen 19 Uhr im W
Jupiter --> am 05. Oktober von 22 bis etwa 0 Uhr im O

Planeten im Oktober

Merkur --> unsichtbar
Venus --> der "Morgenstern" zieht bis zum 07. Oktober jeden Morgen dicht an Regulus im Löwen vorbei
Mars --> nach Einbruch der Dunkelheit tief im WSW
Uranus im Sternbild Fische
Jupiter --> sichtbar ab etwa 20 Uhr und bis zum Venusaufgang der hellste Planet am Himmel
Saturn --> unsichtbar
Uranus --> die ganze Nacht im Sternbild Fische zu sehen
Neptun --> die ganze Nacht (schon mit einem Fernglas) im Sternbild Wassermann sichtbar



Sonne im Oktober

Die Dämmerung setzt jetzt immer früher ein - von 20 Uhr am Monatsanfang verfrüht sie sich auf 18 Uhr am Monatsende. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um über 11° ab, die Tage werden in diesem Monat um 1:49 h kürzer.

Am 28. Oktober endet die Sommerzeit.

Sonnenaufgang 01. Oktober: 7.09 Uhr
Sonnenuntergang 01. Oktober: 18.52 Uhr

Sonnenaufgang 31. Oktober: 6.57 Uhr
Sonnenuntergang 31. Oktober: 16.51 Uhr

APPENDIX

Neudefinition der Astronomischen Einheit

Eines der wichtigsten Längenmaße im Sonnensystem, die Astronomische Einheit (AE), ist durch einen kürzlich gefassten Beschluss der Internationalen Astronomischen Union als fester Wert definiert worden: 149.597.870.700 Meter (das sind 9 Meter mehr als beim bis dato berechneten Wert).

Damit entfällt die bisherige Berechnung, nach der die AE als Radius einer kreisförmigen Umlaufbahn, auf der ein Objekt mit vernachlässigbarer Masse die Sonne in 2π/k Tagen umläuft, definiert wurde.

[k = Gauß'sche Gravitationskonstante]

Der Grund für den Wechsel von einer Variablen zu einer Konstante liegt in der Vereinfachung der Arbeit von Astronomen. Denn die alte Definition hatte zwei Schwachstellen: Einmal die abnehmende Masse der Sonne und einmal die Relativitätstheorie, welche u.a. dazu zwingt, die Gauß'sche Gravitationskonstante für Beobachter außerhalb der Erde anzupassen.

Außerdem werden heutzutage Entfernungen im All unter Zuhilfenahme von Satelliten und Teleskopen mittels Laser- und Radarmessungen (siehe dazu auch die hier im APPENDIX verlinkten Videos) direkt bestimmt. Die AE verbleibt aber als wichtige Bezugs- und Umrechnungsgröße fester Bestandteil der astronomischen Arbeit.

Donnerstag, 6. September 2012

Der Sternenhimmel im September

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++

Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der ersten Septemberhälfte um 22 Uhr
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[Der Sternenhimmel im ... 2012]

Die Astronomie-Software Stellarium

Vor meiner monatlichen Reise über den Sternenhimmel möchte ich ein sehr gutes Programm für an der Astronomie Interessierte vorstellen.

Stellarium ist Open Source und bringt den Himmel auf den eigenen Rechner. Die Software simuliert den Anblick des Sternenhimmels für jeden beliebigen Ort auf der Erde zu jeder beliebigen Zeit. Man hat ferner die Möglichkeit, sich verschiedene Koordinatensysteme als Orientierungshilfe einblenden zu lassen sowie zwischen unterschiedlichen Projektionsarten zu wechseln.

Linien zeigen bei Bedarf Äquator, Ekliptik und Meridian ebenso wie die Sternbilder. Letztere können obendrein in Bildform ihres Namens - also der Wassermann als Wassermann usw. - eingeblendet werden und helfen dadurch besonders dem Einsteiger dabei, schnelle Erfolge bei der nächtlichen Orientierung in den unendlichen Weiten zu erzielen.

Man kann sich astronomische Objekte wie Nebel und Planeten anzeigen lassen und dann beispielsweise im Zeitraffer oder in Echtzeit deren scheinbaren Lauf am Himmel verfolgen.

Man kann nach Objekten suchen, man kann den Mondaufgang in Kathmandu beobachten, man kann das Kreuz des Südens in der Antarktis sehen. Man kann aber auch die Erde verlassen und den Himmelsanblick von einem anderen Standort als der Erde aus simulieren. Etwa von der Sonne, dem Mond, allen Planeten und zahlreichen Monden des Sonnensystems aus, man kann... schaut es euch am besten selbst an. Es lohnt sich!

[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium.
Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

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Am Sternenhimmel ist Spätsommer - noch prägen die Sommersternbilder das abendliche Himmelszelt - aber das Sommerdreieck hat sich schon weiter gen W verschoben.

Tief im S finden wir jetzt das "Südliche Tor der Sonne" - ein Trivialname für den Steinbock, der daran erinnert, dass sich in diesem Sternbild einst der Winterpunkt befand. Daher kommt übrigens auch der Name "Wendekreis des Steinbocks".

[Wendekreise werden die beiden um 23° 27' nördlich sowie südlich vom Äquator entfernten Kleinkreise der Himmelssphäre genannt, an denen die Sonne ihre scheinbare jährliche Bewegungsrichtung umkehrt. Der nördliche Wendekreis, der Wendekreis des Krebses (Deklination +23° 27'), wird um den 21. Juni, der südliche, der Wendekreis des Steinbocks (Deklination -23° 27') um den 21. Dezember erreicht. Der Wendekreis des Krebses befand sich früher im Sternbild Krebs und liegt gegenwärtig im Sternbild Zwillinge, der Wendekreis des Steinbocks befindet sich derzeit im Sternbild Schütze. Ursache für diese Verschiebung ist die Kreiselbewegung der Erde.]

Ein kleiner Sehtest: Der Hauptstern des Steinbocks, Alpha Capricorni, ist ein Doppelstern und kann bei optimaler Dunkelheit/Sehkraft auch als ein Doppel identifiziert werden.

Position von Alpha Capricorni im Steinbock, rechts dessen Ansicht im Teleskop (70 x)
Über 400 Mrd. Sterne, 3 Mio. Lichtjahre entfernt: Die Andromeda-Galaxie M 31
Der Große Wagen (der "hintere Teil" des Großen Bären) ist zum NW-Horizont gesunken, die Kassiopeia steigt weiter im NO empor. Hoch am O-Himmel fällt ein großes Sternenquadrat auf. Es ist der Hauptteil des Pegasus und wird Herbstviereck genannt. Dessen linker oberer Stern ist der Hauptstern der Andromeda.

Unter günstigen Beobachtungsbedingungen ist nördlich von den 4 Hauptsternen der Andromeda ein schwach leuchtender Nebelfleck zu erkennen. Es ist die Galaxie M 31 - die Andromedagalaxie, unsere Nachbargalaxie.

Von September bis etwa Anfang Januar können wir von Mitteleuropa aus tief im S (max. 10° über Horizont) einen sehr hellen Stern mit Namen "Fomalhaut" beobachten. Übersetzt bedeutet das "Maul des Fisches" und mit 25 Lichtjahren Entfernung ist der hellste Stern im Südlichen Fisch unserer Sonne sogar relativ nah. Hellster Stern am nächtlichen Himmel bleibt allerdings Capella im Fuhrmann.

Fomalhaut im Südlichen Fisch
Die Milchstraße geht im SW über den Horizont herauf und erstreckt sich Richtung Sommerdreieck zum Zenit. Von dort aus verläuft sie über die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia, Perseus und Fuhrmann zum NO-Horizont herab. Im SW ist die Milchstraße am hellsten, im NO am schwächsten.

Milchstraße und Sommerdreieck
[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im September

Halbmond: 08. September
Neumond: 16. September
Halbmond: 22. September
Vollmond: 30. September

Den Goldenen Henkel kann man am 26. September zwischen 2 und 3 Uhr erspähen.

Mondbegegnungen:

Venus --> am 12. September gegen 6.30 Uhr
Mars --> am 19. September gegen 20 Uhr
Jupiter --> am 08. September gegen 6 Uhr

Planeten im September

Merkur --> unsichtbar
Venus --> der "Morgenstern" erreicht seine größte Höhe über Horizont in diesem Monat
Mars --> nach Einbruch der Dunkelheit tief im WSW
Jupiter --> sichtbar ab etwa 22 Uhr und bis zum Venusaufgang der hellste Planet am Himmel
Saturn --> nach Einbruch der Dunkelheit tief im WSW, ab Mitte des Monats vollständig unbeobachtbar
Uranus --> Opposition am 29. September, die ganze Nacht im Sternbild Fische zu sehen
Neptun --> die ganze Nacht (schon mit einem Fernglas) im Sternbild Wassermann beobachtbar

Sonne im September

Die Sonne verlässt am 16. September das Sternbild Löwe und wechselt in das Sternbild Jungfrau, ihre Mittagshöhe nimmt um über 11° ab, die Tage werden in diesem Monat um 1:51 h kürzer.

Sonnenaufgang 01. September: 6.22 Uhr
Sonnenuntergang 01. September: 19.59 Uhr

Sonnenaufgang 30. September: 7.07 Uhr
Sonnenuntergang 30. September: 18.53 Uhr

Am 22. September beginnt um 16.49 MESZ der astronomische Herbst. Die Sonne überquert zu diesem Zeitpunkt den Himmelsäquator südwärts und steht an Orten am Erdäquator mittags genau im Zenit. Am Südpol geht die Sonne am 20. September auf und läutet den Polartag ein, während sie am Nordpol am 24. September verschwindet und die Polarnacht beginnt. Die zeitliche Differenz von 4 Tagen ist der Lichtbrechung in der Atmosphäre geschuldet, die es ermöglicht, unter den geometrischen Horizont sehen zu können. Dieser Effekt bewirkt außerdem, dass die "wahre" Tagundnachtgleiche in unseren Breiten erst am 25. September eintritt.

Mittwoch, 1. August 2012

Der Sternenhimmel im August

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Planeten, Sonne und Mond beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++


Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der 1. Augusthälfte um 22 Uhr
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]
Der Sommersternenhimmel entfaltet im August seine volle Pracht. Hoch im Süden ist das Sommerdreieck mit den drei hellen Sternen Wega, Deneb und Atair zu sehen. Wega funkelt in bläulich-weißem Licht und bildet gemeinsam mit Arktur die zwei hellsten Fixsterne der nördlichen Hemisphäre.

Weiter in Richtung SSO-Horizont findet man den Steinbock kurz vor dessen Meridiandurchgang. Diesen bereits hinter sich haben die anderen Sommersternbilder im SSW-SW: Schütze, Herkules, Schlangenträger, Schlange und Nördliche Krone. Ganz knapp über dem S-Horizont steht Antares, der Hauptstern im Skorpion.

[Der Stern Antares ist 600 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat einen Durchmesser von über 1 Milliarde km. Zum Vergleich: Die Sonne hat einen Durchmesser von 1,4 Millionen km. Stünde Antares an der Stelle unserer Sonne, würde er weit über die gegenwärtige Marsbahn hinausreichen.]

Im W leuchtet orange Arktur im Bärenhüter als ein Rest des Frühlingshimmels; er "treibt" den Großen Bären einmal täglich um den Polarstern. Im NNW finden wir den Großen Wagen, dessen gedanklich verlängerte Deichsel auf Arktur weist. Tief im NNO befindet sich der Fuhrmann mit Kapella, weiter nordöstlich und höher Perseus, in halber Höhe zwischen Horizont und Zenit die Kassiopeia. Zwischen Wega und dem Polarstern kann man den Drachen ausmachen.

Der O-Himmel füllt sich allmählich mit Herbststernbildern, allen voran dem Pegasusquadrat. Dessen linker oberer Stern ist der Hauptstern der Andromeda, die sich von dort aus nach links in einer Sternenkette erstreckt. Tief im SO sehen wir den Wassermann, an den sich nach links hin die Fische anschließen.

Die Milchstraße kann im August (wie im Juli) sehr gut beobachtet werden. Sie erstreckt sich etwa von SSW über den Schützen und das Sommerdreieck bis zum Zenit, von da weiter über Kepheus, Kassiopeia, Perseus und Fuhrmann nach NNO zum Horizont.

[Übersicht zu den Sternbildern]

[Vom 09. bis 13. August werden die Perseiden aktiv. Als schönster und intensivster Meteorstrom des Jahres bescheren sie uns bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Die Meteore sind Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle und erreichen Geschwindigkeiten von 60 km/s.]

Mond im August

Zweimal können wir in diesem Monat den Vollmond beobachten - ein seltenes Phänomen, das die Amerikaner übrigens "Blue Moon" nennen. Das geflügelte Wort "I will marry you, my lady, when the moon is blue" lässt den Termin einer eventuellen Hochzeit folglich bis zu 2,5 Jahre in die Ferne rücken.

Vollmond: 02. August
Halbmond: 09. August
Neumond: 17. August
Halbmond: 24. August
Vollmond: 31. August

Mondbegegnungen:

Merkur --> abnehmende Sichel kurz vor Neumond am 16. August gegen 5.30 Uhr
Venus --> abnehmende Sichel am 14. August gegen 3 Uhr
Jupiter --> abnehmende Sichel am 12. August gegen 1.30 Uhr
Saturn --> am 21. August bis 22 Uhr

Planeten im August

Merkur --> Morgensichtbarkeit für etwa eine halbe Stunde gegen 5 Uhr. Ab dem 26. August unsichtbar
Venus --> Sichtbarkeit in der Morgendämmerung im O
Mars --> nach Einbruch der Dunkelheit im WSW
Jupiter --> sichtbar ab der zweiten Nachthälfte im O, wandert in der ersten Augustwoche 5° nördlich an Aldebaran vorbei
Saturn --> nach Einbruch der Dunkelheit tief im WSW, ab Ende des Monats unbeobachtbar
Uranus --> in der zweiten Nachthälfte im S
Neptun --> Opposition am 24. August, dann die ganze Nacht (schon mit einem Fernglas) beobachtbar

Sonne im August

Die Tage werden in diesem Monat um 1:45 h kürzer.

Sonnenaufgang 01. August: 5.32 Uhr
Sonnenuntergang 01. August: 20.59 Uhr

Sonnenaufgang 31. August: 6.19 Uhr
Sonnenuntergang 31. August: 20.01 Uhr

Die Sonne wandert weiter auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn entlang, die Mittagshöhe nimmt um 9° ab. Am 10. August verlässt die Sonne das Sternbild Krebs und wechselt in das Sternbild Löwe, am 22. tritt sie in das Tierkreiszeichen Jungfrau ein.

Montag, 2. Juli 2012

Der Sternenhimmel im Juli

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Planeten, Sonne und Mond beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche.+++


Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der 1. Augusthälfte um 22 Uhr
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]
Der Sommersternenhimmel entfaltet im August seine volle Pracht. Hoch im Süden ist das Sommerdreieck mit den drei hellen Sternen Wega, Deneb und Atair zu sehen. Wega funkelt in bläulich-weißem Licht und bildet gemeinsam mit Arktur die zwei hellsten Fixsterne der nördlichen Hemisphäre.

Weiter in Richtung SSO-Horizont findet man den Steinbock kurz vor dessen Meridiandurchgang. Diesen bereits hinter sich haben die anderen Sommersternbilder im SSW-SW: Schütze, Herkules, Schlangenträger, Schlange und Nördliche Krone. Ganz knapp über dem S-Horizont steht Antares, der Hauptstern im Skorpion.

[Der Stern Antares ist 600 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat einen Durchmesser von über 1 Milliarde km. Zum Vergleich: Die Sonne hat einen Durchmesser von 1,4 Millionen km. Stünde Antares an der Stelle unserer Sonne, würde er weit über die gegenwärtige Marsbahn hinausreichen.]

Im W leuchtet orange Arktur im Bärenhüter als ein Rest des Frühlingshimmels; er "treibt" den Großen Bären einmal täglich um den Polarstern. Im NNW finden wir den Großen Wagen, dessen gedanklich verlängerte Deichsel auf Arktur weist. Tief im NNO befindet sich der Fuhrmann mit Kapella, weiter nordöstlich und höher Perseus, in halber Höhe zwischen Horizont und Zenit die Kassiopeia. Zwischen Wega und dem Polarstern kann man den Drachen ausmachen.

Der O-Himmel füllt sich allmählich mit Herbststernbildern, allen voran dem Pegasusquadrat. Dessen linker oberer Stern ist der Hauptstern der Andromeda, die sich von dort aus nach links in einer Sternenkette erstreckt. Tief im SO sehen wir den Wassermann, an den sich nach links hin die Fische anschließen.

Die Milchstraße kann im August (wie im Juli) sehr gut beobachtet werden. Sie erstreckt sich etwa von SSW über den Schützen und das Sommerdreieck bis zum Zenit, von da weiter über Kepheus, Kassiopeia, Perseus und Fuhrmann nach NNO zum Horizont.

[Übersicht zu den Sternbildern]

[Vom 09. bis 13. August werden die Perseiden aktiv. Als schönster und intensivster Meteorstrom des Jahres bescheren sie uns bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Die Meteore sind Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle und erreichen Geschwindigkeiten von 60 km/s.]

Mond im August

Zweimal können wir in diesem Monat den Vollmond beobachten - ein seltenes Phänomen, das die Amerikaner übrigens "Blue Moon" nennen. Das geflügelte Wort "I will marry you, my lady, when the moon is blue" lässt den Termin einer eventuellen Hochzeit folglich bis zu 2,5 Jahre in die Ferne rücken.

Vollmond: 02. August
Halbmond: 09. August
Neumond: 17. August
Halbmond: 24. August
Vollmond: 31. August

Mondbegegnungen:

Merkur --> abnehmende Sichel kurz vor Neumond am 16. August gegen 5.30 Uhr
Venus --> abnehmende Sichel am 14. August gegen 3 Uhr
Jupiter --> abnehmende Sichel am 12. August gegen 1.30 Uhr
Saturn --> am 21. August bis 22 Uhr

Planeten im August

Merkur --> Morgensichtbarkeit für etwa eine halbe Stunde gegen 5 Uhr. Ab dem 26. August unsichtbar
Venus --> Sichtbarkeit in der Morgendämmerung im O
Mars --> nach Einbruch der Dunkelheit im WSW
Jupiter --> sichtbar ab der zweiten Nachthälfte im O, wandert in der ersten Augustwoche 5° nördlich an Aldebaran vorbei
Saturn --> nach Einbruch der Dunkelheit tief im WSW, ab Ende des Monats unbeobachtbar
Uranus --> in der zweiten Nachthälfte im S
Neptun --> Opposition am 24. August, dann die ganze Nacht (schon mit einem Fernglas) beobachtbar

Sonne im August

Die Tage werden in diesem Monat um 1:45 h kürzer.

Sonnenaufgang 01. August: 5.32 Uhr
Sonnenuntergang 01. August: 20.59 Uhr

Sonnenaufgang 31. August: 6.19 Uhr
Sonnenuntergang 31. August: 20.01 Uhr

Die Sonne wandert weiter auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn entlang, die Mittagshöhe nimmt um 9° ab. Am 10. August verlässt die Sonne das Sternbild Krebs und wechselt in das Sternbild Löwe, am 22. tritt sie in das Tierkreiszeichen Jungfrau ein.

Freitag, 1. Juni 2012

Der Sternenhimmel im Juni

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Planeten, Sonne und Mond beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als   10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche+++
Der mitteleuropäische Sternhimmel in der ersten Junihälfte um Mitternacht
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]
Der Juni zählt für Astronomen nicht zu den besten Monaten, weil wegen der langanhaltenden Dämmerung und der vor allem im nördlichen Mitteleuropa kaum mehr erreichbaren vollkommenen Dunkelheit nur schwer Sternbeobachtungen angestellt werden können.

Wer es dennoch in den sehr späten Abendstunden/sehr frühen Morgenstunden versuchen mag, der findet von SW bis W die Frühlingssternbilder: Frühlingsdreieck, Wasserschlange (nur deren Schwanz), Waage (SSW).

Nunmehr tief im NW bis NNW sind die Reste des Winterhimmels sichtbar. Dazu gehören die Zwillinge, der Fuhrmann sowie der Kleine Hund.

Im N steht tief über dem Horizont der Perseus, rechts darüber die Kassiopeia ("Himmels-W").

Sommerdreieck [Bildquelle]
Die Sommersternbilder sind nahezu vollständig zwischen S und O versammelt. Wega (Leier), Atair (Adler) und Deneb (Schwan) bilden hier das Sommerdreieck.

Der Schwan kann auch als großes Kreuz (mit Deneb an der Spitze) gedeutet werden (--> Kreuz des Nordens).

Kreuz des Nordens [Bildquelle]
Tief im SO sehen wir Reste des Skorpions sowie einen ersten Teil des Schützen (er ist das einzige typische Sommersternbild, das zur angegebenen Beobachtungszeit nicht vollständig gesehen werden kann).

Hoch im S finden wir die Nördliche Krone, darunter den Kopf der Schlange mit dem Stern Unuk. Von dort aus schlängelt sich die Schlange in östlicher Richtung und verliert sich kurz vor dem zentralen Teil des Sternbilds Adler. Die Schlange wird vom Schlangenträger in einen Vorder- und Hinterleib getrennt. Über dem Schlangenträger sieht man den Hauptstern des Herkules (Ras Algethi).

Die Milchstraße zieht sich mit abnehmender Helligkeit von SSO - O - N - NNW. Die größte Helligkeit erreicht sie im Schützen, die kleinste im Fuhrmann.

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im Juni

Vollmond: 4. Juni
Halbmond: 11. Juni
Neumond: 19. Juni

Die variable Schattengrenze auf dem Mond führt zu interessanten Lichtbedingungen, die in der Geschichte der Astronomie zu nicht weniger interessanten Namen geführt haben: Den "Goldenen Henkel" kann man am Abend des 29. Juni erneut zwischen 17 und 20.30 Uhr auf dem zunehmenden Mond ausmachen. Dabei ragen die Spitzen des Ringgebirges in die Mondnacht hinein.

In diesem Monat begegnet der Mond scheinbar den Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.

Merkur --> zunehmende Mondsichel am 21. Juni in der Abenddämmerung
Venus --> abnehmende Mondsichel am 18. Juni zwischen 5 und 6 Uhr in der Morgendämmerung (links von der Venus)
Mars --> am 26. Juni bis nach Mitternacht
Jupiter --> am 17. Juni in der Morgendämmerung
Saturn --> am 28. Juni die ganze Nacht über

Planeten im Juni

Merkur --> ab Anfang Juni in der Abenddämmerung über dem WNW-Horizont sichtbar (optimal: 10. bis 15. Juni!)

Venus --> VENUSTRANSIT AM 6. JUNI (siehe Appendix)
Ende der Abendsichtbarkeit am 2. Juni, Beginn der Morgensichtbarkeit am 13. Juni.

Mars --> Helligkeit und Höhe über SO-Horizont nehmen stark ab.

Jupiter --> In der Morgendämmerung im ONO sichtbar.

Saturn --> bis in die frühen Morgenstunden sichtbar.

Uranus --> geht in der Morgendämmerung im OSO auf.

Neptun --> steht im Sternbild Wassermann, geht gegen Mitternacht auf und gelangt maximal 25° über den SO-Horizont.

Sonne im Juni

Die Tage werden in diesem Monat um 17 Minuten länger.

Sonnenaufgang 1. Juni: 5.01 Uhr
Sonnenuntergang 1. Juni: 21.15 Uhr

Sonnenaufgang 30. Juni: 4.58 Uhr
Sonnenuntergang 30. Juni: 21.29 Uhr

Was für ein spannender Monat! Nicht nur werden wir Zeuge des letzten Venustransits in diesem Jahrhundert, sondern wir dürfen uns auch schon wieder auf die bevorstehende Sommersonnenwende freuen. Am 21. Juni erreicht die Sonne nämlich um 1:09 Uhr MESZ den nördlichsten Punkt ihrer scheinbaren jährlichen Bahn: es beginnt der astronomische Sommer.

Bereits die alten Germanen feierten dieses Datum und aus dem Mittelalter sind zahlreiche Berichte überliefert, die belegen, dass sich sogar Geistliche, Adel, Bürger und Bauern an Sonnwendfeuern versammelten.

Wenn er auch als erster Sommermonat gilt, so kann der Juni meteorologisch doch noch für Überraschungen sorgen. Beispielsweise mit der Schafskälte. Dahinter verbirgt sich ein meist in der ersten Monatshälfte erfolgender Kälteeinbruch aufgrund einer nordwestlichen Höhenströmung, die maritime Polarluft nach Mitteleuropa transportiert. Den um diese Zeit erstmals im Jahr geschorenen Schafen bleibt nichts anderes übrig, als das Frösteln über sich ergehen zu lassen und darauf zu hoffen, dass der Siebenschläfertag bessere Neuigkeiten bereit hält.

PS: Am 12. Juni ergibt die Zeitgleichung erneut Null

APPENDIX

Venustransit am 6. Juni 2012 - der letzte in diesem Jahrhundert

--> Livestreams im www
--> Daten zum Venustransit für ausgewählte Orte

Wie kommt das?

Die Planeten umkreisen die Sonne auf elliptischen Bahnen. Sogenannte untere Planeten (Merkur und Venus) bewegen sich zwischen Erde und Sonne und kommen als einzige für einen Transit - die Bewegung eines Himmelskörpers vor dem Hintergrund eines anderen Himmelskörpers - vor der Sonne infrage.

[Der nächste Merkurtransit ist am 9. Mai 2016]

Die Venus, unser innerer Nachbarplanet, befindet sich etwa alle 584 Tage zwischen Erde und Sonne (untere Konjunktion) und theoretisch kann an diesen Tagen ein Venustransit stattfinden. Theoretisch, denn praktisch kommt die Neigung der Venusbahn hinzu. Nur wenn die Venus bei einer unteren Konjunktion auch die Ebene der Erdbahn schneidet, kommt es zum Transit - und das ist (in dieser Reihenfolge) nach 8, 105, 8, 121, 8, 105,... Jahren der Fall.



Wenn nun am 6. Juni 2012 die Venus ab Sonnenaufgang vor der Sonne als schwarzer Punkt zu sehen sein wird, dann werden wir Zeuge eines äußerst seltenen Ereignisses. Denn bei der Venus können nur maximal zwei derartige Ereignisse pro Jahrhundert stattfinden.

Man geht davon aus, dass erst sechs Venusdurchgänge überhaupt beobachtet worden:
1639, 1761, 1769, 1874, 1882, 2004. Denn davor war (bei den Maya bspw.) zwar wahrscheinlich schon Wissen über die Planetenbahnen, aber noch keine Technik zur Beobachtung vorhanden.

Beobachtung

Am 6. Juni von 5.10 Uhr bis 6.55 Uhr direkt entweder durch eine Sonnenfinsternis-Brille, durch ein mit Schutzfolie versehenes Fernglas, durch ein Teleskop mit entsprechendem Schutzfilter oder in einem Observatorium (informieren Sie sich über öffentliche Veranstaltungen); indirekt durch eine Lochkamera (für Bauanleitungen siehe die Links unten) oder im Internet (hier eine Linkliste).

Leider bekommen wir in Mitteleuropa nur den letzten Teil des Venustransits zu sehen, da die Sonne zu spät aufgeht. In Asien und Amerika hat man jedoch die Chance, den Venustransit vollständig zu beobachten.

Was uns der Venustransit verrät

Um mehr über die Größenverhältnisse und weitere Daten unseres Sonnensystems (u.a. präzisere Bahnberechnungen des Mondes) in Erfahrung zu bringen, ist es nötig, den Abstand Erde-Sonne möglichst genau zu kennen. Im 18. Jahrhundert wusste die Wissenschaft schon viel über die Planetenbahnen (etwa ihre Radien), über Winkelgeschwindigkeiten und Umlaufzeiten; aber sie kannte immer noch nicht den Abstand zu unserem Zentralgestirn. Doch um endlich handfeste und vergleichbare Entfernungsmesswerte zu erhalten, musste die Astronomische Einheit (AE) = die Entfernung Erde-Sonne berechnet werden.


Die AE ist in gewisser Weise ein Generalschlüssel zum Verständnis des Aufbaus unseres Sonnensystems und des gesamten Weltalls - mit Kenntnis der AE verwandeln sich quasi Verhältnisse in reale Zahlenwerte.

Johannes Kepler (1571 - 1630) entwickelte die Keplerschen Gesetze der Planetenbewegung, auf deren Grundlage es möglich wurde, die Vorgänge im Sonnensystem besser zu verstehen und vorherzusagen:
1. Jeder Planet bewegt sich in einer Ellipse, in einem ihrer Brennpunkte steht die Sonne
2. Die Verbindungslinie Sonne-Planet überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen
3. Die Quadrate der Umlaufzeiten verhalten sich wie die dritten Potenzen ihrer mittleren Abstände von der Sonne
Kepler war es auch, der mit Winkelmessungen zwischen dem Mars und einem Fixstern eine erste grobe Abschätzung der AE vornahm. Doch der Wert war sehr ungenau und nicht zu gebrauchen. Erst 54 Jahre später gelang es dem Astronom Cassini, einen deutlich genaueren Messwert für die Sonnenparallaxe zu erhalten.

[Als Parallaxe bezeichnet man einen Winkel, den zwei Geraden bilden, die von verschiedenen Standorten aus nach dem gleichen Punkt gerichtet sind. Ist der Abstand der Beobachtungsstandorte (die Basislinie) voneinander bekannt, kann die Entfernung zum Punkt ermittelt werden.]


[PS: Heute werden mit Satelliten Parallaxen von Fixsternen mikrobogensekundengenau bestimmt. Das entspricht Distanzen von Lichtjahren!]

--> Wie misst man Entfernungen im All? (alpha-Centauri)
1716 schließlich schlug der Astronom Edmond Halley vor, den Venustransit von 1761 als Grundlage für die AE-Bestimmung zu nutzen. Er selbst sollte diesen Transit nicht mehr erleben, doch die von ihm entwickelte Methode schrieb 19 Jahre nach seinem Tod Wissenschaftsgeschichte.

Halleys Methode: Die genauen Zeitspannen zwischen 2. Kontakt (die Venus löst sich nach vollständigem Eintritt in die Sonnenscheibe von deren Innenrand) und 3. Kontakt (die Venus berührt von innen kommend erneut den Innenrand der Sonnenscheibe) werden an unterschiedlichen Standorten gemessen, um damit den Weg der Venus über die Sonnenscheibe für den jeweiligen Beobachtungsort festzulegen. Zwei Beobachter an weit voneinander entfernten Orten werden unterschiedliche Zeiten für den Transit messen. In Kombination mit der bereits im 18. Jh. bekannten Winkelgeschwindigkeit der Venus lässt sich für jeden Beobachtungsort die genaue Lage des Venuspfades vor der Sonne bestimmen.

Diese Pfade unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Länge nämlich in ihrer Lage, sodass letztlich genau diese Lagedifferenz als Ersatz für andere Referenzpunkte (wie Sonnenflecken o.ä.) zur Berechnung der Parallaxen von Venus und Sonne herangezogen werden kann (Infos zur Berechnung siehe Links unten).

Halleys Methode zur Parallaxenbestimmung
während eines Venustransits | Quelle: Backhaus, S. 15


Was Halley nicht mehr erleben konnte: 1761 startete das erste große internationale Forschungsprogramm in der Geschichte der Menschheit. Zahlreiche Schiffe verließen ihre europäischen Häfen und segelten zu fernen Zielen, um dort den Venustransit zu beobachten und Daten zu sammeln.





[Es ging einmal nicht primär um die Ausbeutung fremder Kulturen oder die Vergrößerung des eigenen Machtbereichs, sondern um die schlichte wissenschaftliche Neugier. "Wie weit ist die Sonne von der Erde; wie weit ist die Venus von der Erde entfernt?", waren große wissenschaftliche Fragestellungen der Zeit. Dafür riskierten zahlreiche Menschen ihr Leben. Beeindruckend - heute mehr noch als damals. Wir sollten uns jeden Tag daran erinnern, in welcher Zeit wir heute leben und dankbar sein für die großen Errungenschaften der Wissenschaft.]

Acht Jahre später, 1769, brachen erneut Expeditionen auf, darunter auch ein gewisser Herr James Cook, der auf Tahiti bei perfekten meteorologischen Bedingungen den damaligen Venustransit beobachten durfte. Einzig die Einheimischen bereiteten etwas Stress, sahen sie doch die wissenschaftlichen Apparaturen als zerlegungswürdig an, worüber fast ein Kampf mit möglicherweise tödlichem Ausgang entbrannte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Links:

Dienstag, 8. Mai 2012

Der Sternenhimmel im Mai

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Planeten, Sonne und Mond beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche+++
Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der zweiten Maihälfte um 22 Uhr
[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2012]
Im Mai stehen die bekanntesten Frühlingssternbilder - darunter das Frühlingsdreieck - im Bereich zwischen S und SW.

Die Wasserschlange kann in unseren Breiten nur in diesem Monat vollständig beobachtet werden, ihr Kopf (mit dem Hauptstern Alphard) befindet sich im WSW, der Schwanz ist im SO gerade erst aufgegangen. Etwas oberhalb des Schwanzendes der Wasserschlange findet man im SSO die Waage.

Im W und NW sind die Reste des Winterhimmels sichtbar. Dazu gehören die Zwillinge, der Fuhrmann sowie der Kleine Hund.

Tief im N findet man die bekannte Kassiopeia, auf deren linker Seite der Perseus steht und darüber die Giraffe. Auf der rechten Seite ist Kepheus zu entdecken.

Im Zenit steht der letzte Deichselstern des Großen Wagens. Verlängert man diese "Deichsel" gedanklich in Richtung S gelangt man erst zu Arktur im Bärenhüter und bei Beibehaltung des Bogens später auch zu Spika in der Jungfrau.

Zwischen dem Großen und Kleinen Wagen schlängelt sich der Drache hindurch.

Das Kreuz des Nordens [Bildquelle]
Den Bereich NO - O - SO schmücken bereits die Sommersternbilder Adler, Herkules, Leier, Nördliche Krone, Schlangenträger, Schlange und Schwan. Der Schwan kann auch als großes Kreuz gedeutet werden (Kreuz des Nordens).

Die Milchstraße bleibt in ihrer ungünstigen Beobachtungsposition, flach über dem Horizont von OSO - O - N - WNW. Der Mai bietet die schlechtesten Beobachtungsbedingungen unserer Heimatgalaxie im ganzen Jahr.

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im Mai

Vollmond: 6. Mai
Halbmond: 12. Mai
Neumond: 21. Mai

Den größten Vollmond des Jahres konnte ich wegen 8/8-Wolkenbedeckung leider nicht live sehen. Am 6. Mai 2012 durchlief unser Trabant nämlich den erdnächsten Punkt seiner jährlichen Bahn um den Schwerpunkt der Achse Erde-Mond.

Am 28. November erreicht der Mond den erdfernsten Punkt auf dieser Bahn - und wird 15 % kleiner als im Mai erscheinen.

Die variable Schattengrenze auf dem Mond führt zu interessanten Lichtbedingungen, die in der Geschichte der Astronomie zu nicht weniger interessanten Namen geführt haben. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte "Goldene Henkel", bei dem es sich um vom Sonnenlicht angestrahlte Kraterränder handelt, die an die Form eines Henkels erinnern und in die Mondnacht hineinragen.

Am 31. Mai kurz vor Monduntergang kann man zwischen 2 und 2.30 Uhr dieses Lichtspiel beobachten.

In diesem Monat begegnet der Mond scheinbar den Planeten Mars und Saturn. Am 28. Mai bilden Mars, Regulus (Hauptstern im Löwen) und Mond ein fast gleichseitiges Dreieck.

Drei Tage später, am 31. Mai, läuft der zunehmende Mond an Saturn vorbei. Zwischen Planet und Mond kann die Spica (Hauptstern in der Jungfrau) gefunden werden.

Planeten im Mai

Merkur --> unsichtbar.

Venus --> beendet ihre Abendsichtbarkeit bis Anfang Juni (Vormerken: VENUSTRANSIT!). Gleichzeitig nimmt der Durchmesser zu und die Phase ab (die Sichelgestalt kann infolgedessen mit bloßem Auge ausgemacht werden).

Mars --> Helligkeit und Höhe über Horizont nehmen stark ab.

Jupiter --> unsichtbar.

Saturn --> kulminiert im Mai während der Abenddämmerung und kann im Sternbild Jungfrau (Hauptstern Spica) gefunden werden. Ein Teleskop zeigt die Ringebene.

Uranus --> geht in der Morgendämmerung auf.

Neptun --> gelangt in der Morgendämmerung bis 15° über den SO-Horizont.

Sonne im Mai

Die Tage werden in diesem Monat um 1:26 h länger.

Sonnenaufgang 1. Mai: 5.44 Uhr
Sonnenuntergang 1. Mai: 20.30 Uhr

Sonnenaufgang 31. Mai: 5.01 Uhr
Sonnenuntergang 31. Mai: 21.13 Uhr

Nachdem die Sonnenuhren im April wenigstens an einem Tag mit der Mittleren Ortszeit übereinstimmten kommt es im Mai bereits wieder zu einer sich vergrößernden Abweichung zwischen Wahrer und Mittlerer Ortszeit - die Sonne steht Mittags erst nach 12 Uhr im Zenit.

Mittwoch, 11. April 2012

Der Sternenhimmel im April

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Planeten, Sonne und Mond beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche+++
Der mitteleuropäische Sternenhimmel in der 2. Aprilhälfte um 22 Uhr


[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]
[Der Sternenhimmel im ... 2012]
Der April ist der günstigste Monat zur Beobachtung der Frühlingssternbilder. Im Bereich zwischen SO und SW findet man das schon bekannte Frühlingsdreieck mit seinen Sternen Regulus, Spika und Arktur. Es ist ein fast rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel bei Spika. Den Löwen stellt man sich liegend vor, den Kopf auf der rechten Seite. Arktur steht am Fuß eines V's, das den Bootes bildet. Zwischen Löwe und Bootes kann man bei guten Sichtbedingungen übrigens das Haar der Berenike sowie die Jagdhunde erspähen.

[Den Namen "Haar der Berenike" verdankt dieses Sternbild einer Sage, wonach die ägyptische Prinzessin Berenike ihr Haar geopfert haben soll, um von den Göttern den Sieg ihres Heeres zu erflehen. Die Haare seien danach zum Himmel in Form eines Sternennests aufgestiegen.]

Spika befindet sich bildlich ebenfalls an einem Fuß - allerdings an dem eines nach rechts geneigten Y. Der offene Teil des Y weist dabei in Richtung Sternbild Großer Löwe. Der Name lässt auf einen Bruder schließen; und diese Vermutung erweist sich als richtig, denn knapp oberhalb des Großen findet man den Kleinen Löwen.

Unterhalb von Löwe und Jungfrau sieht man die kleinen Sternbilder Sextant, Becher und Rabe.

Die Wasserschlange steht tief am Horizont zwischen SO und SW, ihr Hauptstern Alphard ist am südwestlichen "Ende" zu finden.

Im W und NW ist mit den Zwillingen, dem Fuhrmann, Kleinem Hund und Krebs noch ein Teil des Wintersternhimmels präsent - Orion ist teilweise untergegangen.

Wandert der Blick von Orion weiter in Richtung N, entdeckt man zuerst den Perseus und im N schließlich die Kassiopeia.

Unser Rundumblick geht weiter von N nach NO - wo Herkules, Schwan und Leier bereits den Sommer ankündigen - und endet schließlich im O mit Schlange und Schlangenträger (ebenfalls Sommersternbilder).

Die Milchstraße kann im April nicht günstig beobachtet werden: Von WSW zieht sie sich über den tieferen W-, NW,- N- und NO-Himmel durch die Sternbilder Kleiner Hund, Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia und Schwan.

PS: Wo befindet sich der Große Wagen gegenwärtig?

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im April

Vollmond: 6. April
Halbmond: 13. April
Neumond: 21. April

Frühaufsteher können am Morgen des 20. April die schmale Mondsichel ab 5.15 Uhr letztmalig vor Neumond in der Morgendämmerung suchen. Zwei Tage später ist sie dann bereits wieder - ebenfalls etwas Beobachtungsglück vorausgesetzt - in der Abenddämmerung bis 22 Uhr in scheinbarer Jupiternähe zu finden.

Planeten im April

Der Planetenreigen aus Venus, Jupiter, Mars und Saturn bleibt uns erhalten.

Merkur --> unsichtbar.

Venus --> erreicht aktuell die größte Horizonthöhe und ist neben dem Vollmond das (kursiv) dominierende Himmelsobjekt.

Mars --> nach seiner Oppositionsstellung im März kann er im April ideal am Abendhimmel beobachtet werden. Gegen 22 Uhr steht er hoch im S.

Jupiter --> ist noch während der Abenddämmerung sichtbar, verfrüht seinen Untergang bis zum Monatsende aber. Am 22. April befindet sich die schmale Mondsichel abends in Jupiternähe.

Saturn --> erreicht am 15. April seine Oppositionsstellung und ist dann die gesamte Nacht im Sternbild Jungfrau sichtbar. Versuchen Sie doch einmal, die Ringe des Saturn zu entdecken.

Uranus --> unsichtbar.

Neptun --> unsichtbar.

Sonne im April

Die Tage werden in diesem Monat um 1:48 h länger.

Sonnenaufgang 1. April: 6.47 Uhr
Sonnenuntergang 1. April: 19.41 Uhr

Sonnenaufgang 30. April: 5.46 Uhr
Sonnenuntergang 30. April: 20.28 Uhr

Dass Sonnenuhren als tägliches Zeitmaß zu ungenau sind, habe ich schon einmal erwähnt.

Am 15. April, 12. Juni, 1. September und 24. Dezember trifft diese Aussage im Jahr 2012 jedoch nicht zu - denn dann stimmen Wahre Ortszeit und Mittlere Ortszeit überein; die Zeitgleichung beträgt Null. Eine Sonnenuhr unterliegt den Schwankungen der Himmelsmechanik (variabler Abstand Erde - Sonne, Neigung der Erdachse) und deshalb differiert die von ihr abgelesene Zeit um +/- 15 Minuten von der Mittleren Ortszeit.
Steht also am 15. April (und an den anderen genannten Daten) die Sonne um 12 Uhr genau im Süden?
Erstens: Nach der Wahren Ortszeit (Lokalzeit) an einem beliebigen Ort, ist es dort 12 Uhr Mittags, wenn die Sonne den höchsten Punkt ihrer scheinbaren Tagesbahn erreicht hat. Völlig unabhängig, ob das ein 15. April ist oder ein anderes Datum.

Zweitens: Nach der Mittleren Ortszeit an einem beliebigen Ort, ist es dort 12 Uhr Mittags, wenn die auf einer über das Jahr gemittelten Tageslänge basierende Uhr dies anzeigt. Diese Uhr weicht - wie oben erwähnt - um bis zu 15 Minuten (+/-) von der Wahren Ortszeit ab (die Sonne erreicht also bis zu 15 Minuten vor bzw. nach 12 Uhr den höchsten Punkt ihrer scheinbaren Tagesbahn). Außer an den erwähnten vier Kalendertagen im Jahr.

Drittens: Mit der Einführung von Zonenzeiten wurde die Mittlere Ortszeit eines bestimmten Bezugsmeridians maßgeblich für die Zeitmessung im Bereich von 7,5° beiderseits des Bezugsmeridians.

Das hat den Vorteil, dass sich die Mittlere Ortszeit in Orten an den Zeitzonengrenzen nur um maximal 30 Minuten von der (für die ganze Zeitzone gültigen) Mittleren Ortszeit des jeweiligen Bezugsmeridians unterscheidet. In der Realität gibt es für diese Regel jedoch zahlreiche Ausnahmen, da sich zum einen Ländergrenzen nicht an Längengrade halten und sich zum anderen sehr große Staaten zur Vereinfachung ihrer souveränen und wirtschaftlichen Aufgaben für den Verzicht auf einige Zeitzonen entschieden haben.

Die für Mitteleuropa maßgebliche Mitteleuropäische Zeit (MEZ) definiert die Mittlere Ortszeit für Orte auf dem 15° Ost-Meridian (der unter anderem genau durch Görlitz verläuft). Gegenwärtig haben wir Sommerzeit (MESZ = MEZ + 1) und daher steht die Sonne genaugenommen am
15. April um 13 Uhr MESZ  nur auf 15° Ost genau im Süden.

12 Uhr UTC bedeutet: Die Mittlere Sonne (= Mittlere Ortszeit) steht auf dem 0°-Meridian von Greenwich. Die Differenz MESZ-UTC beträgt 2 Stunden - also steht die Sonne um 14 Uhr MESZ (= 12 Uhr UTC) wieder über dem 0°-Meridian.
[Die Zone der MEZ reicht von 31° O bis zum westlichsten Punkt des spanischen Festlandes bei 9° W. Das sind 25° mehr als die üblichen 15° (360° / 24 h = 15° / 1 h) zwischen den Zeitzonen. Folglich weicht bspw. an der spanischen Atlantikküste die Wahre Ortszeit um 1:30 h von der Mittleren Ortszeit auf 15° O ab (bei Sommerzeit um 2:30 h).]
Beispielzeiten für den Tageshöchststand der Sonne am 15. April in der Zone der MESZ:

Breslau (17° O) = 12.52 Uhr
Wien (16° 22' O) = 12.55 Uhr
Görlitz (15° O) = 13 Uhr
Dresden (13° 44' O) = 13.05 Uhr
Berlin (13° 23' O) = 13.06 Uhr
München (11° 34' O) = 13.13 Uhr
Hamburg (10°O) = 13.20 Uhr
Köln (6° 57' O) = 13.32 Uhr
[Eine Abweichung von einem Längengrad +/- bedeutet jeweils 4 Minuten Zeitunterschied zwischen Lokal- und Zonenzeit.]

Samstag, 10. März 2012

Der Sternenhimmel im März

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Planeten, Sonne und Mond beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost.

Als Unterstützung beim schnelleren Auffinden der Sternbilder empfehle ich den Kauf eines kleinen Himmelsführers mit beigefügter drehbarer Sternkarte. Dieses praktische Hilfsmittel misst meist nicht mehr als 10 cm im Durchmesser und findet Platz in jeder Jacken- oder Handtasche+++
Der nördliche Sternhimmel in der zweiten Märzhälfte um 22 Uhr

[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]
[Der Sternenhimmel im ... 2012]
Die Wintersternbilder sind in diesem Monat gerade noch vollständig im SW und W zu beobachten. Sechs helle Sterne bilden das ... ihr könnt es singen? Gut so. :-)

Okay, dann eben eine andere Übung. Zu Orion. Dessen verlängerte Gürtellinie weist nach rechts oben in Richtung Aldebaran (Hauptstern im Stier) und nach links unten auf Sirius (Hauptstern im Großen Hund). Dies ist übrigens der hellste Stern, der von der Erde aus beobachtet werden kann.

Nach wie vor auffällig sind außerdem die beiden Zwillingshauptsterne Castor und Pollux, die gemeinsam mit Kapella (Fuhrmann) noch im Zenit stehen.
Im NW ragen Widder sowie ein kleiner Teil der Andromeda über den Horizont. Darüber steht das Zirkumpolarsternbild Perseus. Kassiopeia findet man jetzt im NNW und den Kepheus fast exakt im N, zwischen Horizont und Polarstern.

Im NNO steht (verkehrt herum) der Große Wagen bereits auf halber Höhe und auch der Drache ist - halbe Höhe zwischen Horizont und Zenit - zu sehen.

Im SO künden die Frühlingssternbilder vom Ende des Winters: Allen voran der Löwe, dessen Hauptstern Regulus gemeinsam mit Spika (Jungfrau) und Arktur (Bootes) das Frühlingsdreieck
bildet.
Frühlingsdreieck
Arktur findet man übrigens am Anfang leichter, wenn man die Deichsel des Großen Wagens etwa dreimal bis zu einem hellen Stern im O (nicht weit über dem Horizont) verlängert.

Unterhalb von Löwe und Jungfrau sehen wir die kleinen Sternbilder Sextant, Becher und Rabe sowie einen Großteil der Wasserschlange (Hauptstern Alphard).

Die Milchstraße zieht von SSW durch die Sternbilder Schiff, Argo, Großer und Kleiner Hund, Einhorn, Orion, Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan nach N.

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im März

Aufmerksam machen muss ich in diesem Monat auf ein seltenes und spektakuläres Ereignis (zumindest in unseren Breiten). Denn kurz nach Neumond kann man am Abend des 23.03. etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang die scheinbar flach liegende Mondsichel ("wie ein Boot") tief im WNW erkennen.

[Bildquelle]
Wie kommt das? Nun, die Mondbahn ist gegenüber der Ekliptik geneigt und dementsprechend ändern sich die Positionen des Neumondes in Bezug zur Sonne. Es kann also vorkommen, dass der Neumond scheinbar senkrecht über der Sonne steht - und wir eine bootsähnliche Sichel sehen können. Stimmen diverse Voraussetzungen (z.B. Position des Mondes zur Ekliptik, Jahreszeit, Monduntergangszeit, Neigung der Sichel), können wir in Mitteleuropa einen Hauch der astronomischen Tropen erhaschen. Außerdem vormerken: Den 25. und den 26. März. Denn an diesen Daten kann man Venus, Jupiter und die schmale Mondsichel gemeinsam am Firmament bewundern.

Planeten im März

Noch immer dominieren Venus und Jupiter den Abendhimmel - ab dem 25. März sogar bis nach Mitternacht.

Merkur --> die Zeit der besten Abendsichtbarkeit des Jahres endet am 15.03. (bei guten Bedingungen ist er bis dahin während der Dämmerung noch tief im W zu sehen)

Venus --> vergrößert ihren scheinbaren Durchmesser und erreicht im März die größten Deklinationswerte. Dabei wechselt sie von den Fischen (Monatsanfang) über den Widder in den Stier (Monatsende). Einen Termin muss man sich vormerken: den 13.03. Dann nämlich beträgt der Abstand zu Jupiter geringe 3°.

Mars --> befindet sich in Oppositionsstellung und kann mit Anbruch der Dämmerung im O als rötlicher "Stern" inmitten des Löwen beobachtet werden.

Jupiter --> wird am 13.03. von Venus überholt und befindet sich im Sternbild Widder.
Mit einem Fernglas können die vier größten Monde beobachtet werden.

Saturn --> verfrüht seinen Aufgang im OSO auf 21 Uhr und kann im Sternbild Jungfrau gefunden werden. Wer ein Teleskop zur Verfügung hat, sollte sich unbedingt die Ringe anschauen! Wer keines hat, sollte eine Sternwarte aufsuchen. Denn die gegenwärtige Position Erde-Saturn ist optimal.

Uranus --> befindet sich in Konjunktion mit der Sonne und ist nicht sichtbar.

Neptun --> Ende der Konjunktion, aber noch zu nah an der Sonne für Beobachtungen

Sonne im März

Am 20.03. um 06.14 MEZ ist astronomischer Frühlingsbeginn - also der Zeitpunkt, an dem die Sonne auf ihrer scheinbaren Jahresbahn den Äquator nordwärts überquert. Am Südpol bedeutet dies das Ende des Polartages, am Äquator den ersten von zwei Zenitständen des Jahres, in den mittleren Breiten "Tagundnachtgleiche" und am Nordpol das Ende der Polarnacht.

[Wegen der Lichtbrechung in der Erdatmosphäre findet die "Tagundnachtgleiche" genaugenommen bereits am 17.03. statt.]

Der Tag wird im März um fast zwei Stunden länger, infolge der Zeitumstellung geht die Sonne am Monatsende jedoch zur annähernd gleichen Zeit auf wie am Monatsanfang.

Ein kleiner Exkurs zur Zeitumstellung:

Am Sonntag, dem 25. März 2012 werden um 2 Uhr die Uhren wieder eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Bis zum 28. Oktober haben wir dann die MESZ und Gelegenheit, uns trefflich über Sinn und Unsinn dieser jährlichen Zeitspielerei auszulassen.

Auszug aus der "Verordnung über die Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit ab dem Jahr 2002 (Sommerzeitverordnung - SoZV)":
" [...] Auf Grund des § 3 des Zeitgesetzes vom 25. Juli 1978 (BGBl. I S. 1110, 1262), der durch das Gesetz vom 13. September 1994 (BGBl. I S. 2322) geändert worden ist, verordnet die Bundesregierung:

§ 1
Ab dem Jahr 2002 wird die mitteleuropäische Sommerzeit (§ 5 des Einheiten- und Zeitgesetzes) auf unbestimmte Zeit eingeführt.

§ 2
(1) Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Im Zeitpunkt des Beginns der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt.
(2) Die mitteleuropäische Sommerzeit endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Im Zeitpunkt des Endes der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Stunde von 2 Uhr bis 3 Uhr erscheint dabei zweimal. Die erste Stunde (von 2 Uhr bis 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) wird mit 2A und die zweite Stunde (von 2 Uhr bis 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit) mit 2B bezeichnet."
So so, "die erste Stunde [...] wird mit 2A [...] bezeichnet."

Dabei ist ein Schmunzeln eigentlich fehl am Platz, denn es ergeben sich durchaus nicht nur banale Probleme aus der Zeitumstellung:
  • Für Nachtschichten sind spezielle Dienstpläne zu entwerfen, um die gesetzl. Arbeitszeitregelungen einzuhalten
  •  Züge fallen aus, müssen warten, früher abfahren oder (im Herbst) auf Kurzstrecken zweimal fahren
  • IT-Systeme müssen - sofern sie nicht wie die Luftfahrt intern mit UTC arbeiten - bei der herbstlichen Umstellung manuell gewartet werden --> was ist eigentlich mit Ebay?
  • Sicherheitssysteme müssen während des Zeitwechsels aktiv bleiben
  • Gebetszeiten orientieren sich am Sonnenstand und kollidieren möglicherweise mit Arbeitszeiten
  • der Biorhythmus wird aus dem Takt gebracht - bei (Nutz)Tier und Mensch
  • mit der Sommerzeit vergrößert sich die ohnehin bestehende Abweichung der gesetzlichen Uhrzeit von der Wahren Ortszeit
  • ...

Wie kam es dazu?

Auf Benjamin Franklin gehen die ersten Ansätze zur Energieeinsparung durch das bessere Ausnutzen des Tageslichts zurück. Im "Essay on Daylight Saving" hielt er 1784 seine Gedanken dazu fest.

In Deutschland gab es bis 1893 noch die unterschiedlichsten Zeiten, denn Bezugspunkt war jeweils der Stand der Sonne. Im Zuge von Industrialisierung und Ausbau des Eisenbahnnetzes musste jedoch eine Lösung zur Harmonisierung der verschiedenen Lokalzeiten gefunden werden. Die Lösung bestand darin, die Ortszeit auf 15° ö.L. als Mitteleuropäische Zeit (MEZ) gesetzlich festzulegen.

[Die Zeitdifferenz MEZ zu UTC beträgt +1 Stunde.]

Erstmals experimentiert wurde hierzulande mit der Sommerzeit im Ersten Weltkrieg für drei Jahre bis 1918 - damals noch mit dem Ziel, das Tageslicht möglichst effektiv in der Rüstungsindustrie zu nutzen. Übrigens: Die Briten führten 1916 mit ihrer "British Summer Time" ebenfalls die Sommerzeit ein - heute nennt man sie im englischen Sprachraum "Daylight Saving Time" (DST).

Dann kehrte man bis zum Zweiten Weltkrieg zur MEZ zurück. Während des Zweiten Weltkriegs gab es von April 1940 bis November 1942 gar durchgängig Sommerzeit in Deutschland. Im wahrsten Sinne des Wortes wirr waren die Zeiten nach Kriegsende. Denn es gab durch die verschiedenen Besatzungszonen einen Rückfall in Vor-MEZ-Zeiten.

So dauerte etwa die Sommerzeit (MESZ) 1945 in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zwei Monate länger als in den Westzonen (bis November statt bis September).

Aber damit nicht genug, denn die Sowjets wollten "ihre Zone" zeitlich näher an Moskau heranrücken und packten im Jahr 1945 von Mai bis September die Mitteleuropäische Hochsommerzeit (MEHSZ) aus --> MESZ + 1 h. Dieses Konstrukt hatte bis September 1945 Bestand, dann ging man bis zum November 1945 zur MESZ über.

1949 hatte dieser Spuk schließlich ein Ende und von 1950 bis 1979 fand in Deutschland überhaupt keine Zeitumstellung mehr statt. Dass ein Land mit damals weitgehend zerstörter Infrastruktur wesentlich stärker auf die möglichst optimale Nutzung des Tageslichts angewiesen war als dies im heutigen Deutschland der Fall ist, sei an dieser Stelle nicht unerwähnt und möge zugleich der Relativierung des evtl. überharten Wortes "Spuk" dienen.

Die Ölkrise von 1973 wird heute als Auslöser dafür gedeutet, erneut über die Einführung einer Sommerzeit mit dem Nebeneffekt der Energieeinsparung nachgedacht zu haben. Deutschland geriet dann Ende der 1970er gewissermaßen in Zugzwang - zahlreiche Nachbarn hatten bereits eine Sommerzeit eingeführt - und so führten auch BRD und DDR zeitgleich 1980 die Sommerzeit wieder ein.

Den Schlussakkord in dieser Zeitsymphonie setzt das Jahr 1996. Es markiert die Vereinheitlichung sämtlicher europäischer Sommerzeiten mit jeweiligem Beginn am letzten Sonntag im März und Ende am letzten Sonntag im Oktober.

Was bringt die Sommerzeit?

Kurz: Nichts.

In einer Antwort der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion bezüglich der "Auswirkungen der Zeitumstellung infolge der Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit" heißt es:
"Im Hinblick auf den Energieverbrauch bietet die Sommerzeit keine Vorteile. Die
durch das Umweltbundesamt recherchierten Erkenntnisse wiesen schon vor gut
10 Jahren auf den Umstand hin, dass von einer Zeitumstellung auf die Sommerzeit
keine positiven Energieeinspareffekte zu erwarten sind. Danach wird die
Einsparung an Strom für Beleuchtung, insbesondere bei vermehrtem Einsatz
effizienter Beleuchtungssysteme, durch den Mehrverbrauch an Heizenergie
durch Vorverlegung der Hauptheizzeit überkompensiert. Neue Erkenntnisse
hierzu liegen der Bundesregierung nicht vor. [...]

Aus umweltpolitischer Sicht besteht keine Notwendigkeit für eine Beibehaltung
der mitteleuropäischen Sommerzeit in Deutschland (s. a. Antwort zu Frage 2). [...]

Die Sommerzeit wurde 1980 in Deutschland zur besseren Ausnutzung der
Tageshelligkeit im Sommer und zur Angleichung der Zeitzählung an diejenige
benachbarter Staaten eingeführt. Deutschland sollte keine Zeitinsel bleiben.
Bereits damals ging es neben der zusätzlichen Stunde mit Tageslicht am Abend
vorrangig um die Harmonisierung der Sommerzeit in Europa. Tag und Uhrzeit
des Beginns und des Endes der Sommerzeit sollten einheitlich in der gesamten
EU festgelegt werden, um gleichzeitig ein besseres Funktionieren des EU-Binnenmarktes
zu bewirken.
Die Gründe für die Zeitumstellung haben sich auch heute nicht geändert. Angesichts
der zunehmenden Globalisierung in allen Bereichen ist an einer dauerhaften
einheitlichen Zeit in Europa festzuhalten. [...]

Für das weitere Funktionieren des EU-Binnenmarktes ist es von wesentlicher
Bedeutung, dass Tag und Uhrzeit des Beginns und des Endes der Sommerzeit
einheitlich in der gesamten Gemeinschaft festgelegt werden.
Die Bundesregierung wird deshalb an der Sommerzeit festhalten, sofern nicht
die Mitgliedstaaten der Europäischen Union gemeinsam die Absicht haben, die
Sommerzeit abzuschaffen."
Im Klartext: Deutschland wäre schon längst ausgestiegen, kann es sich aber nicht erlauben, weil es die größte Wirtschaftsnation innerhalb der EU ist. Wie wäre es damit: Deutschland steigt einfach aus; dann wird man sehen, dass sich Geschichte mit umgekehrten Vorzeichen wie damals Ende der 1970er wiederholt.

Das Umweltbundesamt zum selben Thema im Jahr 2009:
"Das Umweltbundesamt (UBA) selbst hat zum Thema "Sommerzeit" keine eigenen Studien vorgenommen - weder, was die Energieeinsparung betrifft, noch die gesundheitlichen Wirkungen.

Nach Auskunft der UBA-Fachleute ist allerdings eher nicht mit einer Energieeinsparung zu rechnen, denn: Die Zeitverschiebung um eine Stunde nach vorn bedeutet zwar eine bessere Ausnutzung der Tageshelligkeit im Sommer und damit eine Stromeinsparung für Beleuchtung. Diese wird jedoch durch den Mehrverbrauch an Heizenergie - durch das Vorverlegen der Hauptheizzeit in die kühleren Morgenstunden - in etwa kompensiert."
Eine recht junge Studie im US-Bundesstaat Indiana (er hat die DST erst 2006 in allen Counties eingeführt) hat die möglichen Energieeinspareffekte genauer untersucht:
"[...] This paper takes advantage of a unique natural experiment in the state of Indiana to provide the first empirical estimates of DST effects on electricity consumption in the United States since the mid-1970s. The results are also the first-ever empirical estimates of DST’s overall effect. Our main finding is that - contrary to the policy’s intent - DST results is an overall increase in residential electricity demand. Estimates of the overall increase in consumption are approximately 1 percent and highly statistically significant."

[Quelle]
Die Fakten scheinen eine klare Sprache zu sprechen.

Ganz egoistisch betrachtet muss ich sagen, dass die MESZ dennoch ihre guten Seiten hat: Denn man kann im Sommer 'länger" ohne Licht Radtouren unternehmen. ;-)

Kuriositäten

+ Russland hat im letzten Jahr beschlossen, nach Ende der Sommerzeit 2011 einfach bei dieser zu bleiben. Ein schönes Beispiel dafür, wie man sich den asiatischen Märkten annähern und zugleich die Wahre Ortszeit mit Füßen treten kann.

+ In Australien gibt es die Stadt Coolangatta. Diese befindet sich auf der Grenze zwischen
New South Wales und Queensland. New South Wales hat Sommerzeit, Queensland nicht. Es existieren also innerhalb einer Stadt zwei verschiedene Zeitzonen. Und es gibt an Silvester zweimal Feuerwerk.

Initiativen zur Abschaffung der Sommerzeit

--> In Deutschland
--> In den USA